Burger-Läden überall – wem fällt nicht auf, dass der Burger-Trend nicht abreißen will! Einer der erfolgreichsten Kölner Burger Restaurants ist die Fette Kuh. Nun waren Walter Schnerring, der mit seiner Frau Andreea Bratu die Fette Kuh betreibt, und Alex Ziegler, Herausgeber von das fette Buch, bei uns zu Gast und erzählten uns von den Anfängen der Fetten Kuh, dem Burger-Hype und verschiedenen neuen Projekten.

Walter, die Fette Kuh gibt es nun schon seit 5 Jahren und ist mittlerweile einer der bekanntesten und besten Burgerläden Deutschlands. Du bist einer der Gründer der Fetten Kuh, aber was hast du eigentlich vorher gemacht? Wo kommst du her? Was ist dein Background?

Geboren bin ich in Augsburg, aufgewachsen in Hong Kong. Mit 18 Jahren habe ich eine Kochlehre gemacht, in verschiedenen Sterne-Restaurants sowie Hotels gearbeitet und bin dann auf die Hotelfachschule gegangen. Danach habe ich mal als Bankettleiter, mal als Küchenchef bei einem Caterer gearbeitet und war zwischendurch selbstständig. Meine Frau Andreea war schließlich der Grund für mich, nach Köln zu ziehen.

Wie kam es denn eigentlich zur Idee für die Fette Kuh?

Wir kommen alle aus der Burgergeneration. Wegen meiner beruflichen Erfahrungen und meinem Qualitätsanspruch war mir klar das man den Burger aus seiner Schmuddelecke holen kann. Und genau das wollten wir tun. Der Burgertrend stand gerade in den Startlöchern und nachdem die Idee zum eigenen Burgerladen beschlossen war, dauerte es noch weitere 1 1/2 Jahre bis die Fette Kuh ihre Türen öffnete.

Apropos Name, wie seid ihr denn auf den Namen Fette Kuh gekommen?

Angelehnt an die Fette Sau in Brooklyn, New York und The Fat Duck in Bray, England, hat der Name uns gefallen, er ist eingängig, provokant, passt zu unserem Humor und zu dem was wir tatsächlich verkaufen.

Ihr seid bekannt für eure ausgefallenen Burger-Kreationen. Was ist denn dein Lieblingsburger?

Ich feiere unsere ausgefallenen Kreationen wie auch unsere Burger der Woche, bevorzuge persönlich aber Klassiker wie Ham- oder Cheeseburger mit Bacon und/oder Jalapenos.

Jetzt seid ihr einer der erfolgreichsten Burger-Läden Deutschlands. Wie viele Burger verkauft ihr ungefähr pro Monat?

Wir verkaufen ca. 7 Kühe im Monat.

Wow das ist echt ein guter Durchlauf. Was macht die Fette Kuh denn so einzigartig? Warum ist sie so erfolgreich?

In erster Linie unsere Qualität, die wir bereits seit 5 Jahren ohne Kompromisse einzugehen, halten können. Bei uns gibt es ausschließlich frische, hausgemachte Produkte, die mit Liebe verarbeitet und täglich frisch zubereitet werden.

Natürlich wäre all das ohne unser tolles, kreatives und fleißiges Team nicht möglich!

Unser Laden ist keine klassische Hipsterbude, weshalb sich bei uns alle- vom Kleinkind bis zur Omma - tummeln und wohlfühlen.

©Bildmaterial: Martin Langhorst
Walter Schnerring (rechts) mit Martin Block, dem Küchenchef der Fetten Kuh und Andreea Bratu 

 

Habt ihr Ambitionen z.B. einen Michellin Stern als erster Burgerladen zu bekommen?

Für uns steht die Zufriedenheit unserer Gäste an erster Stelle, wir wollen einfach gute Burger machen. Einen Michelin Stern für einen Bürgerimbiss zu bekommen ist äußerst unrealistisch, wir werden aber im Gault Millau erwähnt.

Die Fette Kuh wird ja irgendwann an ihre Grenzen stoßen, irgendwann ist die Kapazitätsgrenze erreicht. Gibt es Ambitionen das Konzept bzw. den Laden weiter auszubauen?

Die Kuh ist und bleibt ein Inhabergeführter Laden und einzigartig. Natürlich haben wir Pläne für die Zukunft, es wird ab Januar 2017 mehr Sitzplätze geben und unser anderes Projekt, The Wurst Case Szenario, wird weiter vorangetrieben. Dort widmen wir uns dem Thema Wurst und dem Metzgereihandwerk. Da wir zukünftig in einer größeren Küche produzieren, bieten wir ab Oktober auch Catering an.

Die Ideen gehen uns nie aus und es bleibt weiter spannend.

Zu den Produkten, bezieht ihr die regional?

Ja, wir bemühen uns unsere Produkte weitestgehend regional zu beziehen. Unser Fleisch beziehen wir beispielsweise vom Niederrhein und unsere Kartoffeln kommen vom Bauer Heinrich aus Rommerskirchen.

Was sind Probleme, mit denen ihr zu kämpfen habt?

Selbständigkeit bedeutet viel Arbeit, Verantwortung und Verzicht. Wenn man wie wir so kompromisslos an seine Arbeit und sein Produkt herangeht, fordert einen das natürlich sehr. Wir sind verantwortlich für ca. 40 Mitarbeiter und geben natürlich alles, um dieser sozialen Verantwortung gerecht zu werden.

Durch die sozialen Medien wurde eine ganz neue Plattform für Kritik geschaffen - alle zufriedenzustellen kann teilweise sehr aufreibend sein.

 

Zum Thema Burger-Trend – was denkst du kommt in nächster Zeit noch auf uns zu?

Ich denke wir sind jetzt am Burger-Peak angelangt, aber der Burger hat sich in der deutschen Gastro-Landschaft etabliert. Auch in Zukunft wird niemand zu einem guten, handgemachten Burger nein sagen. Ein Burgerladen ist kein Trendkonzept mehr, das bedeutet aber auch, dass ein gut gemachter Burger nicht kurzlebig ist! Wir wollen nicht nur auf einer Trendwelle schwimmen, sondern uns stetig weiterentwickeln und auch mit neuen Produkten und Ideen überzeugen. Seit 2015 brauen wir auch unsere eigenen Biere, die es mittlerweile auch im Handel und in anderen Lokalen gibt.

Ich denke, dass sich das Qualitätsbewusstsein der Kunden stetig steigert, vor allem im verrufenen Fastfoodbereich. Das kommt unserer Mission zugute: einfach gute Burger machen!

Das fette Buch – Interview mit Herausgeber Alex Ziegler

©Bildmaterial: Martin Langhorst
Der Herausgeber des fetten Buchs und Grafik-Designer Alex Ziegler

Alex, du bist Grafik-Designer und Herausgeber vom fetten Buch. Wie kam es zur Idee für das fette Buch?

Ich kenne Walter schon lange und habe schon ganz am Anfang gefragt, wie es eigentlich mit einem Buch wäre, aber da war noch kein Kopf dafür da. Jetzt freue ich mich, dass es endlich geklappt hat.

Was ist das fette Buch? Was darf der Leser vom fetten Buch erwarten?

Das Buch ist eine Herzensangelegenheit, Marketing und ein Goodie, ein Andenken, eine Dokumentation. Das Buch gibt die Fette Kuh toll wieder, den Laden, die Art und Weise. Es ist authentisch, harmonisch.

Mir war aber klar, dass es kein reines Kochbuch werden soll, sondern angereichert mit Geschichten hinter der Fetten Kuh. Der Kosmos aus Menschen und dem Produkt soll dargestellt werden. Für mich als Grafik-Designer sollte es auf jeden Fall etwas anderes als die gängigen Kochbücher werden, etwas magazinig. Aber trotzdem dürfen natürlich auch Rezepte nicht fehlen. Es ist also ein Hybrid.

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Also dürfen wir uns auf tolle Burger-Fotos und Rezepte freuen?

Ja, es gibt tolle Foodstylings: den Alaaf Burger zum Beispiel, der auf einem Miniatur-Kölner Dom steckt und von einem hängenden Gorilla und Konfetti aus Zucker umgegeben ist. Das Styling zieht sich durch das Buch. Aber alles ästhetisch und natürlich grafisch toll aufgemacht.

Außerdem wird es Porträts vom Personal geben; eine Wertschätzung, denn sie machen natürlich einen Teil des Erfolgs aus.

Wir haben ein Burger-Baukastensystem drin – alle verschiedenen Zusammenstellungen und Zutaten sind erklärt und man kann sich seinen eigenen Burger zusammenstellen. Außerdem gibt es 15 fancy Burger, das ist einfach typisch für die Fette Kuh: Inside-Out Burger, Softshell Crab Burger etc.

Und dann haben wir am Schluss die sozialen Medien eingebunden: die Community durfte die Top 5 Burger voten, die nun auch im Buch sind.

Das hört sich toll an. Ich bin schon ganz gespannt auf das fette Buch. Ab wann kann man das Buch denn kaufen?

Das Buch erscheint im September. Man kann es schon jetzt beim Fackelträger Verlag bestellen. Außerdem wird es das Buch bei der Fetten Kuh im Laden zu kaufen geben.

Vielen Dank euch beiden für das Interview! Ich bin schon sehr gespannt auf das fette Buch und freue mich auf viele tolle Burger-Kreationen.

Interview geführt von Bettina Wienke