Kirchweihnudeln


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(Kirtanudeln) aus Oberbayern, ergibt ca. 25 Stück

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90 Min. pfiffig 03.05.2007 7097 kcal



Zutaten

für
1 kg Weizenmehl Type 405
60 g Frischhefe
125 ml Milch
¼ Liter süße Sahne, lauwarme
120 g Zucker
100 g Margarine
4 Ei(er)
4 Eigelb
100 g Rosinen oder Sultaninen
100 ml Rum zum Einlegen der Rosinen
1 Zitrone(n), abgeriebene Schale
1 TL Salz
Butterschmalz zum Ausbacken, ca. 2 kg
50 g Puderzucker zum Bestäuben
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Nährwerte pro Portion

kcal
7097
Eiweiß
162,25 g
Fett
250,41 g
Kohlenhydr.
968,59 g

Zubereitung

Arbeitszeit ca. 1 Stunde 30 Minuten Ruhezeit ca. 2 Stunden 30 Minuten Koch-/Backzeit ca. 5 Minuten Gesamtzeit ca. 4 Stunden 5 Minuten
Rosinen mindestens 2 Stunden lang in Rum einweichen.

Inzwischen zerbröckelte Hefe und 1 Teelöffel Zucker in der lauwarmen Milch auflösen. Das Mehl in eine große Schüssel sieben, eine Mulde in die Mitte drücken, die Hefemilch hineingeben. Ein wenig vom Mehl dazurühren, so dass ein dickflüssiger Brei in der Mulde entsteht. Das ist das sogenannte Dampferl, der Vorteig, den man jetzt ca. 20 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lässt. Dazu kann man z. B. das Backrohr 5 Minuten lang auf 50 °C anheizen, dann ausschalten und die Schüssel ins Rohr stellen.

Margarine und Zucker mit den Quirlen des Handrührgerätes schaumig rühren. Eier, Eigelb, abgeriebene Zitronenschale, Salz und Rum dazugeben und weiterrühren bis der Zucker sich aufgelöst hat (nicht mehr knirscht).

Die Schaummasse auf den Vorteig geben und alles mit dem Mehl vermengen (mit Knethaken des Handrührers oder Kochlöffel), dabei so viel von der lauwarmen Sahne zugeben, dass ein geschmeidiger Teig entsteht, der sich vom Schüsselrand löst. Der Teig muss sehr gut geschlagen werden, bis er glänzt und Blasen wirft. Das dauert ein bisschen und kostet Kraft, ist aber wichtig für die spätere lockere Konsistenz der Nudeln. Zum Schluss noch die ausgedrückten Rosinen mit einarbeiten. Zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis das Volumen sich verdoppelt hat (mindestens 45 Min., bei Zimmertemperatur evtl. mehrere Stunden, dann wird der Teig feinporiger).

Aus dem Teig "Nudeln" formen (hat mit Pasta nichts zu tun, ist die Bezeichnung für Kücherl, Krapfen), d. h. Teigkugeln mit 6 - 8 cm Durchmesser. Es sollten etwa 25 Stück werden. Auf einem bemehlten Brett oder Blech nochmals zugedeckt ca. 30 Minuten gehen lassen.

Inzwischen in einem weiten Topf 1,5 kg Butterschmalz erhitzen. Die Temperatur ist erreicht, wenn am Holzstiel eines Kochlöffels beim Eintauchen Blasen aufsteigen.

Die Nudeln mit einer Schere oben kreuzweise einschneiden, so dass 4 Zipfel entstehen. Das ist die in Oberbayern übliche Form der "Kirtanudeln". In anderen Gegenden kennt man "Auszogne", das sind Kücherl mit einem dicken Rand und in der Mitte einem dünnen "Fenster".
Man kann jetzt in der Mitte der Zipfel noch mit dem Finger ein kleines Loch machen und flüssige Butter hineingeben. Dann die Zipfel oben zusammendrehen, so dass eine Tasche entsteht. Das muss aber nicht sein.

Die Nudeln nacheinander im heißen Fett schwimmend ausbacken, dabei einmal umdrehen, wenn sie hellbraun sind. Das Fett soll nicht zu heiß sein, damit die Nudeln nicht außen zu braun werden und innen teigig bleiben. Es darf aber auch nicht zu wenig Hitze haben, da sich der Teig sonst voll Fett saugt und kein lockeres Gebäck entsteht. Da muss man ein bisschen herumprobieren.

Nicht zu viele Nudeln auf einmal ins Fett geben (nicht mehr als 4 - 5), da das Schmalz sonst schäumt oder zu sehr abkühlt. Wenn die Nudeln nicht mehr schwimmen oder das Fett braun wird, dann gibt man weiteres Schmalz dazu.

Zum Abtropfen auf ein Gitter oder auf Küchenpapier legen. Die fertigen Nudeln mit Puderzucker bestäuben und bald essen. Warm sind sie besonders gut. Am nächsten Tag kann man sie auch im Backofen nochmal aufwärmen.

Diese Art von Schmalzgebackenem gibt es in Bayern immer zur Kirchweih, das heißt am 3. Sonntag im Oktober.

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berggoggl

Vielen Dank für das Rezept - genau so müssen sie sein. Ich hab zum Teig noch Muskat dazu gegeben und die Zitronenschale reduziert. Die Variante mit der Butter (es geht auch ein kleines Stückerl - er muss nicht flüssig sein) und den eingedrehten Zipfeln hat mir am besten gefallen - so hab ichs dann auch gemacht. Foto ist unterwegs

17.10.2020 18:28
Antworten
clutz01

Ich finde das Rezept auch sehr lecker, hab es jedoch auch etwas abgewandelt. Ich habe nur 50 ml (Stroh)rum verwendet, der ist recht stark und intensiv im Geschmack. Auch bei der Sahne habe ich nur einen 1/2 Becher benötigt, Teig wäre sonst zu weich geworden, steht aber sowieso “nach Bedarf“ im Rezept. Gutes gelingen!

03.10.2020 10:46
Antworten
ully56

Hab' lange nach einem Rezept für Kirtanudeln gesucht und hier gefunden. Geschmacklich fanden wir sie lecker, und die Zitronenschale verlieh einen frischen Geschmack!!!, nur mit dem Teig hatte ich ein kleines Problem. Die Konsistenz war - habe mich genau ans Rezept gehalten - noch sehr weich, so dass man keine Nudeln formen konnte. So musste ich noch wesentlich mehr Mehl unterkneten, damit man den Teig überhaupt bearbeiten konnte. Servus aus München Ully

02.10.2017 17:15
Antworten
speedy-gonzales

Herzliches vergelt' s Gott für dieses wunderbare Rezept :-)!! Ich bin in der Hallertau geboren, wo es Kirchweihnudeln regelmäßig gab, nicht nur zur Kirchweih. Ich habe die Kirchwehnudeln als Kind und Jugendlicher geliebt. Als ich zum Studium wegging, hab ich mich immer gefreut, wenn ich wieder heim kam und Kirchweihnudeln essen konnte, die meine Oma gekauft und eingefroren hatte, weil es sie nicht immer gab. Mittlerweile ist meine Oma leider gestorben und ich komme nur noch selten in die alte Heimat. Da ich aber die Kirchweihnudeln essen möchte (Ausgezogene, die es hier gibt, schmecken mir nicht so gut), hab ich vor längerer Zeit nach einem Rezept gesucht und unter anderen dieses hier gefunden. Seit einigen Jahren bereite ich nun die Kirchweihnudeln für mich (und meine ganze Familie, um auch meinen Kindern diese Tradition nahezubringen) nach diesem Rezept zu. Ich lasse lediglich die Zitronenschale weg, weil ich den Geschmack so nicht kenne und auch nicht so prickelnd finde. Meine Kinder lieben die Kirchweihnudeln mittlerweile auch und ich bilde mir ein, dass sie fast ganz genauso schmecken wie die, die ich als Kind gegessen hab. Einen Vergleich habe ich noch, da meine Mutter gelegentlich welche kauft und mitbringt, wenn sie uns besucht.

15.11.2015 14:19
Antworten
Wutzelmama

Ich als Ur-Bayerin habe dieses Rezept gestern, pünktlich zu Kirchweih, ausprobiert. Das Rezept ist wirklich super. Von 25 Nudeln sind noch 5 da und die werden den heutigen Nachmittag nicht überleben. liebe Grüße Renate

18.10.2009 13:38
Antworten