Traditioneller Weihnachtsstollen aus dem Erzgebirge


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Butter und Rosinenstollen, für ca. 10 Stollen

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60 Min. normal 20.04.2017



Zutaten

für
5 kg Mehl
1,6 kg Butterschmalz
1,3 kg Zucker
2 kg Rosinen
500 g Mandeln, gemahlen
300 g Bittermandel(n), gemahlen, in der Apotheke erhältlich
500 g Zitronat
500 g Orangeat
1 ½ Liter Milch 3,5 %
60 g Salz
1 Flasche Rum
5 Würfel Frischhefe
4 Zitrone(n), Abrieb davon

Außerdem: (nach der Reifezeit)

Butterschmalz
Puderzucker

Zubereitung

Arbeitszeit ca. 1 Stunde Ruhezeit ca. 1 Tag Gesamtzeit ca. 1 Tag 1 Stunde
Das Rezept ist für 10 Stollen ausgelegt, um auch Freunden und Verwandten eine Freude zu machen.

Tipp: Bittermandeln gibt es in Deutschland nur in Apotheken! Dort einfach die genaue Menge für den Stollen sagen.

Dieses Rezept ist zur Zubereitung zusammen mit einem Bäcker ausgelegt. In unserem Dorf sind die Bäcker sehr gern bereit den Stollen zu backen. Fragt bei eurem Bäcker nach einem Termin.
Hat man diese Möglichkeit nicht, muss man die Stollen in mehreren Partien im Backofen backen oder eine entsprechend kleinere Menge Teig zubereiten.

Ein Tag vorher:
Das Mehl in eine sehr große Schüssel oder Wanne sieben. 1/3 des Mehls für den Hefestock in einer Ecke oder anderen Schüssel zu einer Mulde formen. Die Rosinen in eine Schüssel geben und den Rum darüber verteilen. Nun die Rosinen beiseitestellen, um sie einen Tag lang im Rum durchziehen zu lassen. Das Butterschmalz aus dem Kühlschrank nehmen, damit es am nächsten Tag besser verarbeitet werden kann.

Am Backtag:
Die Zitronenschale abreiben und in eine Schüssel zur Weiterverarbeitung geben. Unbedingt darauf achten, dass man nicht das Weiße sondern nur die gelbe Schale abschält.

Den Hefestock ca. 2 Stunden vor Backtermin (Abgabe beim Bäcker) ansetzen. Dazu in die Mulde im Mehl (in der anderen Schüssel oder Ecke der Wanne) die Hefe bröckeln und ca. 3/4 der lauwarmen Milch zugießen. Vorsichtig die Hefe mit der Milch verrühren. Der optimale Punkt ist erreicht, wenn der Inhalt der Schüssel/Ecke aus einer honigartigen Masse besteht. Nun den Hefestock eine Stunde lang an einem warmen Ort stehen lassen (keine Zugluft!). Der Hefestock wird nun stark aufgehen.

Danach den Hefestock zusammen mit dem restlichen Mehl vermengen und Zucker sowie Butterschmalz hinzugeben. Danach alles, außer den Rosinen hinzufügen und den Teig gut durchmengen.

Als letztes nun noch die Rosinen abtropfen lassen und hinzugeben. Vorsichtig nun den Teig kneten, um die Rosinen schön zu verteilen. Aber nicht mehr stark kneten, da sonst die Rosinen aufplatzen und der Teig dunkel wird. Sollte der Teig nun zu nass sein, kann Mehl hinzugefügt werden. Wenn er zu trocken ist, dann etwas Milch.

Der Teig sollte nun noch etwas Ruhen und dann die Schüssel gut einpacken, damit der Teig auf dem Weg zum Bäcker nicht zusammenfällt.

Der Bäcker wird den Teig wie gewünscht abwiegen, ich empfehle 4 Pfund pro Stollen, damit er in der Mitte schön hochgeht. Dann wird er den Stollen backen.

Hat man keinen freundlichen Bächer, dann formt man nach der Gehzeit aus dem Teig 10 Stollen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 50 Minuten backen.

Nachdem die Stollen vom Bäcker gekommen sind bzw. gebacken sind, sollten sie erst mal etwas auslüften, um keine Feuchtigkeit mit einzupacken. Danach die Stollen in z. B. Ölpapier einlegen und in einer Holzkiste lagern. Holz ist wichtig für den späteren Geschmack. Dann die Stollen noch ca. 1 - 2 Wochen reifen lassen, danach mit Butterschmalz bestreichen und Puderzucker darüberstreuen.

Zum Hintergrund des Erzgebirgsstollens:
Dies ist eine Tradition im Erzgebirge. Hier werden beim Dorffest 3 Familien festgelegt, die für unsere Gemeinde Stollen backen. Der Brauch des Stollens für Bergleute war ähnlich. Damals hat sich auch nicht jede Familie selbst um ein Fest gekümmert. Wenn die Bergleute aufstiegen, gab es ein Fest mit diesem Gebäck. Daher der Name und die Form des Bergsteigerstollens.

Unser Bäcker hat in der Weihnachtszeit immer viele Stollenaufträge, darum verlangt er Stollenzeichen. Das sind kleine Stäbchen oder kleine Schilder, die in den Stollen gestochen werden, um später die richtigen Stollen dem Kunden wieder zurückzugeben. Stollenzeichen gibt es im Internet zu kaufen oder können mit wenigen Handgriffen selbst hergestellt werden. Der Bäcker wird es euch danken.



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sachsenimker

Hab heute wieder mal Stollen gebacken Wir haben letztes Jahrtausend auch noch Stollen gebacken und zwar 10 kg Mehl für ca.14 4 Pfünder. Bei drei Jungs haben die gradeso bis Ende Januar gereicht,die Stollen waren in eine Kiste, die der Vater extra dafür gebaut hat,auf dem Oberboden. Einmal hatten wir zu Ostern noch einen gefunden, den haben wir Buum wohl übersehen. War eine wunderschöne Zeit damals im Osten.

27.11.2019 15:26
Antworten
baggerwilli

Hallo Takiry, ich habe Dein Rezept ausprobiert. Die Stollen sind super geworden. Der erste ist schon verputzt. War gar nicht trocken. Die Testesser waren begeistert :) Ich habe noch etwas Stollengewürz in den Teig gemacht und Zitronat und Orangeat im Stück gekauft und selbst geschnitten. Einfach lecker - von mir 5 Sterne.

29.11.2017 10:03
Antworten