Grünkohl, wie ihn Mutter kochte


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30 Min. normal 29.09.2004 1170 kcal



Zutaten

für
2,4 kg Grünkohl, tiefgefroren
4 Zwiebel(n)
50 g Gänseschmalz
1 Liter Fleischbrühe, doppelt konzenttrierte (Brühwürfel für 2,5 ltr. Wasser in 1 ltr. auflösen)
2 EL Senf, mittelscharfer
10 Pinkelwürste *
8 Mettenden, geräucherte oder Kochwürste
500 g Speck, geräucherter, gestreifter
8 Kasseler Kotelett(s)
Haferflocken
Salz und Pfeffer, aus der Mühle

Zubereitung

Arbeitszeit ca. 30 Minuten Ruhezeit ca. 12 Stunden Koch-/Backzeit ca. 3 Stunden Gesamtzeit ca. 15 Stunden 30 Minuten
Gänseschmalz in einem großen Topf erhitzen und die fein gewürfelten Zwiebeln darin anschwitzen. Gefrorenen Kohl dazugeben und ¾ Liter heiße Brühe angießen. Topf schließen und den Kohl bei geringer Hitze in ca. ½ Stunde auftauen.

Von 2 - 3 Pinkel die Pelle abziehen, Würste klein schneiden und in den Kohl rühren. Speck und 2 - 3 angepiekste Mettenden mit hineingeben. Topf verschließen und weiter bei geringer Hitze 2 Stunden nur ganz leicht kochen. Kohl hin und wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Kasseler Koteletts nicht mit zum Kohl geben, sie werden bei dem langen Garungsprozess trocken und hart. Nach 2 Stunden den Speck und die Mettwürste aus dem Kohl fischen und beiseite stellen.

Jetzt beginnt eine der schönsten Arbeiten beim Kochen, das Abschmecken! Salzen, pfeffern, den Senf und evtl. noch einen zerbröselten Brühwürfel in den Kohl rühren. Noch etwas Brühe nachgießen? Genascht werden kann jetzt, aber gegessen wird erst morgen. Deshalb den Topf mit nicht ganz geschlossenem Deckel zum Erkalten an einen kühlen Ort stellen.

Am anderen Tag den Kohl wieder erhitzen, dabei das gelegentliche Umrühren nicht vergessen. Wahrscheinlich wird die Konsistenz des Kohls etwas zu dünnflüssig sein, deshalb jetzt die Haferflocken einrühren und kurz mitkochen (hätte ich das gestern schon gemacht, müsste ich den Kohl ständig rühren, damit er nicht anbrennt). Wie viel, ob 2, 3 oder 5 Esslöffel voll muss man dabei selbst beurteilen. Wenn der Kohl fertig ist, soll er eine zwar sämige, aber keine dünnflüssige Konsistenz haben.

Fleisch und Würste in einen Topf geben und mit Brühe auffüllen, bis alles bedeckt ist. Erhitzen und ziehen, aber nicht kochen lassen, da sonst die Pinkelwürste platzen würden. Optional die Würste anpieksen, um überschüssiges Fett auslaufen zu lassen. Auch die Kasseler Koteletts so erhitzen.
Pro Person rechne ich mindestens 1 Pinkel, ½ Mettwurst und 1 Stück Speck oder Kassler.

Beilagen: Salzkartoffeln und/oder Bratkartoffeln aus Pellkartoffeln vom Vortag.
Getränk: Bier passt hier am besten (Gabiko wer mag, hinterher ab 18 J.)

* Bei der Pinkel gibt es auch eine geräucherte Variante, die mancher bevorzugt. Beim Mitkochen im Kohl ist sie etwas geschmacksintensiver.

Angaben zu Kalorien kann ich nicht machen, da allein die Würste und das Fleisch unterschiedliche Brennwerte haben. Diätkost ist dieses Gericht ganz sicher nicht!

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Kommentare

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redtape

Ich muß mich bedanken! Ich habe das Rezept nachgekocht auf der Suche nach einem guten regionalen Gericht. Einfach, ohne Schnickschnack und extrem gut! Ist gespeichert und wird definitiv wieder so gekocht! Klasse!!!

24.02.2022 12:08
Antworten
Jamaica

Hallo Schrat, ich koche das erste mal Grünkohl selbst...... mit den Haferflocken..... nimmst du da feine oder kernige Haferflocken???? Und lösen die sich nach dem Kochen komplett auf? Bin gerade dabei den Grünkohl aufzutauen und hoffe auf Antwort. Vielen dank im Voraus Jamaica

20.02.2022 12:27
Antworten
Chefkoch_EllenT

Hallo Jamaica, da die Haferflocken zum Binden dienen, nimmt man am besten feine. Lieben Gruß Ellen Chefkoch.de Team Rezeptbearbeitung

20.02.2022 14:25
Antworten
stefan1901

Kassler und Bauchfleisch (Speck) koche ich auch immer am Stück mit dem Kohl mit. Ansonsten ist dieses Gericht immer ein Fest 👍.

10.02.2022 12:46
Antworten
Doertie-liebt-essen

Normalerweise gehe ich bei Grünkohl flüchten! Dieses Rezept ist großartig und somit mache ich meiner Familie zumindest einmal im Jahr den Gefallen. In meiner Region isst man ihn traditionell mit Bregenwurst statt Pinkel. Da diese sehr fettig ist und eher eine weiche Konsistenz hat, piekse ich sie mehrfach an und koche sie fast die ganze Zeit mit, zusammen mit dem Speck. Steht übrigens gerade auf dem Herd und wir freuen uns schon riesig drauf! Danke für dieses tolle Rezept!

05.02.2022 12:38
Antworten
schrat

Hallo steph28, was du da schreibst, ist eine freche Unterstellung. Wenn ich auch nicht so bekannt bin wie der genannte Fernsehkoch, so habe ich es doch nicht nötig, seine Rezepte zu kopieren. Außerdem wird bei Chefkoch sehr hierauf geachtet, um eventuellen Rechtsstreitigkeiten aus dem Wege zu gehen. In diesem Fall wird es eher anders herum sein, denn mein Rezept, bzw. das meiner Mutter, stammt aus den 1950er Jahren, da lebte Tim Mälzer noch gar nicht. Ich habe es im Januar 2004 neu geschrieben und beim ck eingereicht, wo es am 29.09.2004 freigeschaltet wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte Mälzer die Sendung noch gar nicht, in der er das Rezept veröffentlicht hat. Außerdem fehlen bei ihm die Pinkelwürste, die in Hamburg nicht zum Grünkohlgericht gehören, im Bremer-Oldenburger Raum allerdings unbedingt. Schrat

10.11.2013 10:27
Antworten
57ed22ec5ba42713e9953b717ff49f1e

Schrat, lass´ dich nicht ärgern! Es gibt hier - genau wie z.B. bei "Frag Mutti.de" immer wieder Leute, die etwas zu kritisieren haben oder es meinen, besser zu wissen. Ignoriere es einfach und lach´ drüber! Habe ich mir auch inzwischen angewöhnt. Anscheindend müssen diese Leute sich auf die Art und Weise profilieren.....

26.12.2019 10:44
Antworten
rklekottka

Ich habs getan. Ich habe heute zum ersten Mal Grünkohl gekocht und mich dabei genau an Dein Rezept gehalten. Obwohl es ja erst morgen endgültig fertiggestellt wird, war das Gericht schon heute ein Gedicht. Danke!!

19.11.2004 21:18
Antworten
kathi33

hey schrat... wow... mal ein anständiges grünkohlrezept !!! hab das rezept für 10 leute gekocht... und alle waren pappsatt ... superlecker..... *grünkohldaumen...hoch... *lach liebe grüße kathi

15.11.2004 16:18
Antworten
Zitronetta

Würde ja gern schreiben "Schmeckt wie bei Muttern" Aber nein, dieses Rezept hier schmeckt um Vieles besser. Jedes Jahr ein MUSS ! Danke für das tolle Gericht Gudrun

27.10.2021 16:30
Antworten