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Don Diegos Pastel de Choclo

Ein rätselhaftes, chilenisches Condorgrab

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40 Min. normal 21.09.2012 1588 kcal



Zutaten

für

Für das Fleisch: (Pino)

3 EL Sonnenblumenöl
5 m.-große Zwiebel(n), fein gewürfelt
2 Knoblauchzehe(n), fein gehackt
1 kg Hackfleisch, vom Rind
50 ml Milch
Salz und Pfeffer
2 TL Kreuzkümmel
2 TL Paprikapulver, rosenscharf
125 g Oliven, schwarze, entkernt, grob gehackt
125 g Rosinen, in heißem Wasser eingeweicht
3 Ei(er), hart gekocht
500 g Hühnerfleisch, gebraten, ohne Knochen, gewürfelt

Für die Haube: (Maiskruste, Humitas)

50 g Butter
750 g Mais
200 ml Milch
1 TL Salz
2 EL Basilikum, fein gehackt
1 EL Zucker, zum Bestreuen

Nährwerte pro Portion

kcal
1588
Eiweiß
89,69 g
Fett
109,03 g
Kohlenhydr.
62,42 g

Zubereitung

Arbeitszeit ca. 40 Minuten Ruhezeit ca. 10 Minuten Koch-/Backzeit ca. 1 Stunde Gesamtzeit ca. 1 Stunde 50 Minuten
Eine Internet-Umfrage in Chile ergab: Für 21 Prozent der Chilenen ist Pastel de Choclo das Lieblingsgericht aus ihrer heimischen Küche. Dabei ist dieser Maisauflauf nicht einmal ein original chilenisches Rezept. Stattdessen aber eines der frühen Fusion-Rezepte der spanischen Kolonialküche mit indigenen Kochtraditionen. Die erste schriftliche Erwähnung dieses Gerichts stammt aus Peru.

Die Basis des "Pastel de Choclo" bildet die würzige Hackfleischmischung "Pino", die ihre spanisch-maurische Abstammung nicht verleugnen kann. Die Deckschicht ist andinen Ursprungs, nämlich ein in der Pfanne gebratener Maisbrei, "Humitas" genannt, hier in seiner süßen Variante. Und zwischen diesen beiden Schichten liegt der Condor begraben. Das klingt rätselhafter als es ist. Sie werden sehen ...

Beginnen wir mit der "Pino", der Hackfleischzubereitung. In einem Wok oder Topf das Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel sowie den Knoblauch geduldig glasig dünsten. Nun das Hackfleisch mit einem Schuss Milch anbraten, bis es krümelig zerfällt. Nach und nach die Rosinen, die Oliven, Kreuzkümmel und Paprika sowie Salz und Pfeffer zugeben. Zum Schluss die gewürfelten harten Eier unterheben, ein letztes Mal abschmecken und die Mischung in eine große Auflaufform oder mehrere Portionsformen umfüllen, gut verteilen und etwas andrücken.

Während das Hackfleisch briet, haben wir uns - in momentaner Ermangelung eines frischen Condors - mit gewürzten Hähnchenteilen unserer Wahl begnügt und diese in einer Pfanne gebraten. Das entbeinte Fleisch wird, grob zerpflückt, über die Fleischmasse verteilt.

Für die Zubereitung der "Humitas" geben wir den Mais, zusammen mit der Milch und dem Salz in einen Mixer oder eine Küchenmaschine und pürieren ihn zu einem Brei. Währenddessen erhitzen wir Butter in einer Pfanne und geben den Mais-Milch-Brei hinein. Bei mittlerer Hitze und ständigem Rühren braten wir diesen Brei, bis er genügend eingedickt ist, um als "Grabplatte" zu dienen. Vorsicht am Herd: Der Brei tendiert dazu vulkanisch zu reagieren, Blasen zu schlagen und recht hübsche Muster rund um den Herd zu erschaffen. Außerdem brennt der Brei "ungerührt" leichter an. Nachdem wir den Herd abgeschaltet haben, rühren wir das Basilikum unter und verteilen den Brei auf dem Fleisch. Zum Schluss sprenkeln wir ihn mit etwas Zucker.

Im vorgeheizten Backofen (200°C) 20 Minuten backen und für weitere 10 Minuten auf 220° erhöhen, um der Maiskruste etwas Farbe zu gönnen.

Vorsicht beim Essen des ofenfrischen Gerichts. Die Hitze staut sich unter der Maiskruste recht lange. Außerdem schmeckt der Auflauf besser, wenn er auf Gaumentemperatur herabgekühlt wurde.

Weitere Inspirationen zur Zubereitung in der Schritt für Schritt Anleitung





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superjule

Hallo Don Diego, hab vielen Dank für das beste Rezept für Pastel de Choclo, das das Internet hergibt! Ich habe meine Kindheit in Chile verbracht, und auch für mich ist es das leckerste chilenische Rezept. Endlich mal jemand, der weder die Rosinen, noch die Oliven, noch die Eier vergisst! Außerdem ist es jedes Mal eine wahre Freude, deine Rezepte zu lesen ;) Was das Bestreuen mit Zucker angeht: Ich habe es mit Puderzucker gelernt und halte es auch so - er verteilt sich einfach schöner und macht süß, ohne irgendwo crunchy karamelisierte Stückchen zu hinterlassen, die ich im Pastel de Choclo nicht mag. LG Jule

03.02.2020 13:43
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CBR-Lutzi

Hallo zusammen, das klingt echt spannend, wie so viele Rezepte von Don Diego. Ich hätte dann mal eine sehr europäische Frage dazu: essen Chilenen das ganz ohne eine weitere Beilage, wie Reis oder Gemüse? LG, Lutzi

01.02.2019 13:55
Antworten
roadside

Hallo CBR-Lutzi, Mein erstes Pastel de Choclo aß ich auf dem Sofa des deutschstämmigen Besitzers eines Delikatessengeschäfts in Santiago. Er hatte den schönen Namen Osvaldo Becker und wir sahen uns die Übertragung des Festvals von Vina del Mar an. Das war 1978. Das Pastel de Choclo hatte er aus seinem Geschäft mitgebracht, im Ofen erhitzt und es wurde aus der Aluminiumschale ausgelöffelt - ohne jede Beilage. Trotzdem blieb es unvergessen, genauso wie das Lied "Gavilán o Paloma", das Pablo Abraira auf dem Festival sang. In der Folgezeit habe ich - wegen der Fleischlastigkeit des Gerichts - immer dafür gesorgt, dass ein ordentlicher Salat für ein gewissen Gleichgewicht sorgte. Herzliche Grüße Don Diego

06.02.2019 09:58
Antworten
GaMo-Familie

Hallo Don Diego, Für meinen Vater, der vor über 50 Jahren aus Chile nach Deutschland kam, koche ich manchmal nach deinem Rezept unser Lieblingsessen. Jetzt möchte ich pastel de choclo für Freunde kochen. Eine Freundin ist Vegetarierin. In Chile gab es manchmal humitas zu essen. Ist das einfach das gleiche Rezept ohne pino? Danke und liebe Grüße

30.10.2017 13:24
Antworten
roadside

Lieber Campino, Erst einmal freut es mich, dass es geschmeckt hat. Dass dir das Lesen meiner Rezepte Spaß macht, freut mich ebenfalls, wobei ich auch die gute Bewertung nicht vergessen will. Ansonsten vermutest du richtig: Ich habe schon lange keine Rezepte mehr eingestellt. Aber bald bin ich in Puebla. Dort werde ich mir Zeit nehmen und nach der perfekten "Mole Poblano" suchen. Das sollte eigentlich ein gutes Rezept mit Geschichte hergeben. Mal schauen, was mir die Marktfrauen flüstern werden. Liebe Grüße Don Diego

03.03.2017 01:27
Antworten
RealSausi

Dieses Gericht ist seit der Studienzeit meiner Frau vor 30 Jahren immer mal wieder aus dem Gedächtnis rekonstruiert worden. Ein chilenischen Student hat das im Wohnheim wohl immer zubereitet. Aber nie war es so, wie es hätte sein sollen. Auch der Name war nicht mehr ganz klar. Was haben Nudeln und Schokolade in einem chilenischen Auflauf verloren? Pasta del Chocklo? Oder wie? Nun habe ich Dein Rezept gefunden und bin hoch erfreut. Die historische Einordnung ist wirklich sehr lesenswert und eine echte Bereicherung für den, der auch gerne weiß, was er ist. Auf jeden Fall werden wir das ausprobieren und dann schauen, ob es der idealisierten Erinnerung an alte Studienzeiten standhalten kann. Ich bin da sehr zuversichtlich ;)) Vielen Dank für diese Perle hier auch Chefkoch.de Gruß Martin

30.11.2012 12:28
Antworten
Dorry

Wieder mal eine tolle Beschreibung! Ich liebe Pastel de Choclo. Wie soll der Mais denn sein - frisch, oder schon gekocht? Gruss Dorry

28.09.2012 04:38
Antworten
roadside

In Deutschland wäre frischer Zuckermais direkt vom Kolben schön, Mais aus der Dose tut es aber auch. Er wird "roh" püriert und - wie im Rezept beschrieben - in der Pfanne oder im Topf gebraten und zum Schluß im Ofen überbacken. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch anfügen, dass die Rezeptbemessung eher chilenische Portionen sind und recht üppig ausfallen. Aber dieser Auflauf schmeckt aufgewärmt eher noch besser. Es freut mich, dass dir meine Beschreibung gefallen hat. Liebe Grüße Don Diego

28.09.2012 13:20
Antworten
Dorry

Oh Gott, in Dosen! Das hatte ich ja schon ganz vergessen, die gibt's hier naemlich nicht. Ich werde also frisch gekochten Mais kaufen, den gibt's. Danke, Don Diego!

28.09.2012 15:39
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roadside

Nein, Dorry, nicht: "oh Gott, in Dosen!" Nur das "famose Frischgemüse aus der Dose" (falls du dich noch an die Bonduelle-Werbung erinnerst).

28.09.2012 19:04
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