Uygurischer Lagman


Rezept speichern  Speichern

Nudeleintopf aus Zentralasien - mit Beschreibung der Nudelherstellung

Durchschnittliche Bewertung: 4.36
 (9 Bewertungen)
Perfekt
Sehr gut
Ganz gut
Ausbaufähig
Mangelhaft
Rezept bewerten

Vielen Dank!

Du hast das Rezept bereits bewertet.

Bewertungen anzeigen
Melde dich an und bewerte das Rezept.

120 Min. pfiffig 22.01.2012 775 kcal



Zutaten

für
700 g Mehl
2 Ei(er)
200 ml Wasser
Salz
Pflanzenöl

Für die Suppe:

1 Liter Fleischbrühe
500 g Lammfleisch, mager
1 Rettich(e), grün
1 Rettich(e), weiß
1 Kohlrabi, (Repa)
2 Karotte(n)
2 Zwiebel(n)
2 Paprikaschote(n)
1 Staudensellerie
3 Tomate(n), geschält
3 Zehe/n Knoblauch
2 Kartoffel(n)
1 TL Kreuzkümmel
3 EL Sojasauce
1 Sternanis
Salz
Pfeffer
n. B. Kräuter, frische (Koriander, Dill, Petersilie), gehackt

Nährwerte pro Portion

kcal
775
Eiweiß
46,57 g
Fett
17,49 g
Kohlenhydr.
104,13 g

Zubereitung

Arbeitszeit ca. 2 Stunden Ruhezeit ca. 2 Stunden Koch-/Backzeit ca. 30 Minuten Gesamtzeit ca. 4 Stunden 30 Minuten
Die Eier im Wasser verschlagen, salzen und sukzessive das Mehl zugeben. Zu einem Teig verkneten. Dieser sollte so fest sein, dass man ihn eigentlich nur mit den Fäusten bearbeiten kann. Mit Folie abdecken und eine Stunde ruhen lassen.

Nun portionieren und zu recht dicken Würsten rollen. Im Gegensatz zu Spaghetti werden Lagman-Nudeln nicht gewalzt, sondern gezogen. Hierzu reibt man die Teigwürste mit etwas Pflanzenöl ein, nimmt eine davon zwischen beide Hände und zieht sie an einem Ende durch die andere Hand, bis sich die Länge verdoppelt. Während die erste Rolle ruht, wird sukzessive der Rest in gleicher Weise gezogen. Nun wird alles ein zweites Mal in gleicher Weise gezogen. In der dritten Runde wird auf einer eingeölten Arbeitsfläche in die Länge gerollt. Die Länge ist nun schon recht beträchtlich, die Nudeln werden erneut eingeölt, spiralförmig ausgelegt und nochmals ruhen gelassen. Zum feierlichen Schluss wickelt man nun zwei oder drei Nudelstränge um beide Hände, hebt an und schleudert kräftig nach unten. Auch dies wird mehrfach wiederholt, bis die Nudeln so lang sind, dass man mit fast ausgebreiteten Armen dasteht.

In heftig kochendem, stark gesalzenem Wasser in etwa drei Minuten garkochen. Beim Eingeben ins Wasser sollten die noch rohen Nudeln den Topfboden nicht berühren. Abgießen beziehungsweise mit dem Schaumlöffel herausholen und in kaltem Wasser abschrecken.

Die Nudelherstellung ist sehr aufwändig. Deshalb kann man sie in Zentralasien auch auf den Märkten fertig beim Spezialisten kaufen und sich die Mühe sparen. Als Alternative kann man Spaghetti nehmen, der Geschmack ist aber deutlich anders.

Für die Suppe das Fleisch, die Rettiche, den Kohlrabi, Zwiebeln, den Staudensellerie und die Kartoffeln fein (5 mm) würfeln, die Paprikaschoten zu Halbringen, die Karotten zu Streifen schneiden. Die Tomaten grob und den Knoblauch sehr fein hacken.

Zunächst das Fleisch im heißen Fett anbraten. Als nächstes die Karotten und den zerstoßenen Kreuzkümmel mit dem schwarzen Pfeffer zugeben. Es folgen der Staudensellerie und die Sojasauce. Am besten geht das in einem Wok, bei dem man die Mitte immer wieder freischiebt. Jetzt kurz die Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln, dann die Rettich- und Kohlrabiwürfel sowie die Paprikastreifen anbraten. Mit der Fleischbrühe aufgießen, den Sternanis zugeben und etwa 30 Minuten garkochen lassen. Zehn Minuten vor dem Ende noch die Kartoffelwürfel zugeben. Mit Salz und eventuell auch etwas Zucker abschmecken.

Zum Servieren die kalten Nudeln am besten in große Suppentassen geben, mit heißer Brühe aufgießen, kurz erwärmen lassen und oben die Fleisch-/Gemüsemischung auflegen. Das Verhältnis zwischen Nudeln und Saucen beträgt ungefähr eins zu eins. Mit gehackten frischen Kräutern bestreut servieren.

Weitere Inspirationen zur Zubereitung in der Schritt für Schritt Anleitung





Kommentare

Dein Kommentar wird gespeichert...

Dein Kommentar wurde erfolgreich gespeichert.

Dein Kommentar konnte nicht gespeichert werden.

renibraun

Ich kenne das Rezept von meiner Mutter, die 30 Jahre dort gelebt hat. Anis, Kümmel und Sojasoße gehören traditionell wohl nicht rein. Aber natürlich variieren die Rezepte je nachdem in welcher Region es gekocht wird. Je östlicher, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass auch solche Zutaten verwendet werden. Aber ohne Djusai, der besagte China Schnittlauch oder Knobi Schnittlauch, schmeckt es nicht authentisch. Ich habe das im Garten und friere es nach der Ernte portionsweise ein. Auch ersatzweise schlicht Knoblauch zu verwenden, reicht meiner Meinung nach nicht aus. Also ab ins Gartencenter und das Djusai in die Kräuterspirale pflanzen. Es ist winterhart und kann problemlos durch abstechen/teilen vermehrt werden. Übrigens ist Rindfleisch die beste Alternative zum Lamm. Sogar von der Zubereitung mit Entenbrust habe ich schon gehört. Pute oder Hähnchen sind viel zu mager. Aber wer es mag... Es ist dann halt nicht authentisch.

10.01.2018 13:39
Antworten
setrik

nein, ich hatte die Zutaten nicht zuhause. Die Lagman Nudeln habe ich ganz spontan gemacht, am Sonntag kam eine Sequenz über die Nudeln in der Sendung "kitchen impossibel" bei Vox. Ich habe sie in der Art Chääs Knöpfli gemacht. Doch ich werde die Nudeln wieder machen und dann auch auf Vorrat- man kann sie sicher gut vakuummisieren- und dann mache ich DEIN orginalrezept total. Vielen Dank für Dein Rezept und auch für Deine Hilfe. PS: sicher kannst Du die Handgriffe, das Ziehen oder Schwingen, für die Nudeln perfekt. Kannst nicht ein Video davon machen?

01.03.2016 13:36
Antworten
hefide

Das ist ja ein usbekisches Rezept und ich habe es vor allem während meiner Zeit dort gemacht. Meistens habe ich ehrlicherweise die Nudeln fertig gekauft, da man sie jederzeit frisch von einem Lagman-Meister kaufen kann, der sein ganzes Leben schon diese Nudeln schleudert ;-) Liebe Grüße Helmut

01.03.2016 13:39
Antworten
setrik

Ich hörte, dass man das Produkt auch kaufen kann und verstehe auch, dass wenn man berufstätig ist und Familie hat, nicht immer die Zeit dafür hat. Mir machte es jedoch Spass und dann noch mit dem Wissen, etwas leckeres zu machen. Achau Dir mal den Stream vom vergangenen Sonntag bei Vox an. Ein 3 Sternekoch versuchte sich daran recht bescheiden.

01.03.2016 13:48
Antworten
hefide

dann herzlichen Glückwunsch zu deinen ersten Lagman-Nudeln. Hast du die Sauce auch gemacht? Liebe Grüße Helmut

01.03.2016 04:57
Antworten
Finntina

Hallo Hefide! Ich habe mich heute an den Lamnag gewagt und ich muss sagen, er ist perfekt. Habe auch die Nudeln selber gemacht. Allerdings würde jeder Asiate wegen der Form vermutlich das Grausen bekommen, aber ich habe es geschafft und sie schmecken auch. Ein zweites Mal tu ich mir die Arbeit aber nicht mehr an (grins) Statt Spaghetti empfehle ich jedem Spätzle zu verwenden. Die kommen geschmacklich viel eher dran. LG Finntina

20.02.2013 17:12
Antworten
hefide

Hallo Finntina, vielen Dank für die Bewertung. Hut ab, daß du dich an den Lagman-Nudeln versucht hast! Liebe Grüße Helmut

21.02.2013 04:24
Antworten
SweetSin

Auch ein super Rezept! Die Frau kann Kochen :D

12.07.2012 18:14
Antworten
hefide

Danke für das Kompliment von einem kochenden Mann. Liebe Grüße Helmut

14.07.2012 11:59
Antworten
CFG93

Also die Nudeln habe ich nicht selber gemacht! Scheint ja ein riesiger Aufwand zu sein. Mit Spaghetti schmeckt es aber auch.

19.02.2012 10:04
Antworten