Don Diegos Gallo Pinto


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DAS traditionelle Frühstück in Costa Rica, Nicaragua und anderswo...

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15 Min. simpel 17.12.2011



Zutaten

für
300 g Bohnen, gekochte schwarze in der eigenen Brühe
500 g Reis, gekochter vom Vortag (Arroz blanco)
2 EL Öl, (Sonnenblumenöl)
1 Zwiebel(n), feingehackt
1 Knoblauchzehe(n), durchgepresst oder fein gehackt
2 EL Stangensellerie, feingehackt (wahlweise)
½ Paprikaschote(n), rot oder grün, gewürfelt (wahlweise)
1 EL Koriandergrün, fein gehackt (wahlweise)
1 EL Worcestershiresauce (vorzugsweise "Salsa Lizano" aus Costa Rica)
n. B. Sauce, Salsa Picante/Hot Pepper (wahlweise)
n. B. Sauerrahm, costarrikanischer Natilla
n. B. Tortilla(s) de Maiz (Maistortillas) oder Baguette
n. B. Banane(n), Plátanos maduros fritos (gebratene, reife Kochbananen)
n. B. Ei(er), (Spiegel- oder Rühreier)
n. B. Käse, Queso ahumado frito (gebratener, geräucherter), ersatzweise gebratenen Halloumi
n. B. Steak(s) oder Kotelett, natur gebraten

Zubereitung

Arbeitszeit ca. 15 Minuten Koch-/Backzeit ca. 10 Minuten Gesamtzeit ca. 25 Minuten
Nicaragua und Costa Rica reklamieren das Gallo Pinto als Nationalgericht und behaupten, dass jeweils der andere es nicht richtig zuzubereiten weiß. Nicaraguaner verwenden nämlich rote Bohnen, während die Ticos schwarze Bohnen bevorzugen. Dabei findet man dieses Gericht auch in den übrigen Ländern des zentralamerikanischen Isthmus. Nur heißt es in Honduras und El Salvador "Casamento" (Heirat). An der Atlantikküste, von Belize bis Panama, wohin die Schwarzen aus der Karibik geflüchtet waren, bekommt es einen englischen Namen verpasst, "Rice and Beans", wobei - ein kleiner Unterschied muss sein - der Reis vorher in Kokosmilch gekocht wurde. In der spanisch sprechenden Karibik, vor allem in Cuba, ist die aufgebratene Reis-und-Bohnen-Mischung unter dem Namen "Moros y Cristianos" (Mauren und Christen) bekannt und ebenso beliebt wie in Zentralamerika. Diesen Namen trägt es auch in Spanien. Vor diesem Hintergrund ist es vermutlich schwierig, das Gericht eindeutig zuzuordnen. Ein arabisch-afrikanischer Einfluss ist aber nicht ganz unwahrscheinlich.

Am Vortag vorzubereiten:
Gallo Pinto wird mit gekochtem Reis vom Vortag und gekochten schwarzen Bohnen im eigenen Saft zubereitet. Beides ist in einem zentralamerikanischen Haushalt zu jeder Zeit vorrätig, weil es einfach immer gebraucht wird. Nehmen wir dies als einen weiteren Hinweis dafür, wie ungerecht es in der Welt zugeht. Was beim Tico einfach da ist, das muss der Deutsche erst planen. Wer gerne nach Originalrezepten kocht, der findet das Rezept für den zentralamerikanischen Leib-und-Magen-Reis unter "Don Diegos Arroz blanco" und die Bohnen unter "Don Diegos Frijoles negros cozidos". Das war gestern.

In der Frühe, wenn der "Gallo" (Hahn) erwacht:
Heute erhitzen wir Öl in der Pfanne, dünsten zuerst Zwiebel und Knoblauch, dann Stangensellerie, Paprikawürfel und Koriandergrün an und geben anschließend die Bohnen im eigenen Saft in die Pfanne. Eine gute Gelegenheit die Bohnen mit Worcestershiresauce nachzuwürzen, vorzugsweise Salsa Lizano, dem Original aus Costa Rica, das dem Gallo Pinto seinen unverwechselbaren Geschmack verleiht, ersatzweise aber auch Lea & Perrins oder eine andere "Salsa Inglesa", dem spanischen Sammelbegriff für diese Würzsauce. Wir lassen die Bohnensauce etwas eindicken bevor wir den Reis unterrühren. Wenn sich Bohnen, Gemüse und Reis gut vermischt haben und der Reis von der Bohnenbrühe nachgedunkelt ist, braucht nur noch einmal mit Salz, Pfeffer und - einem winzigen Tröpfchen??? - Salsa Lizano abgeschmeckt.

Noch ein Wort zum "Muss" und "Kann". Öl, Zwiebel, Bohnen und Reis, sowie die unverzichtbare Salsa Lizano (nach Meinung der Costarikaner!) machen ein komplettes Gallo Pinto. Alles andere ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und ob der Haushalt gerade komplett bestückt war. Ich ziehe die angereicherte Version vor, wenn ich sie mir selber machen darf.

Streit entsteht unter Puristen auch über die "Wie"-Frage. Soll das Gallo Pinto eher trocken und leicht "angetoastet" sein oder eher feucht? Die einen mögen es so, die anderen so, viele mögen beides. Richtig ist es aber nur, wie es ihnen am besten schmeckt.

Die erweiterte "Muss- und Kann-Frage" bezieht sich auf die Beilagen. Das Gängige sind Maduros Fritos und Spiegel- bzw. Rühreier. Eine Scheibe geräucherten Bratkäse, der so schön zwischen den Zähnen quietscht, steigert den Zufriedenheitslevel bereits ungemein. Ein ofenfrisches Baguette zum Gallo Pinto ist längst gesellschaftsfähig geworden, lässt es sich doch so schön in den Sauerrahm tunken. Aber nichts geht über eine frische Tortilla Casera, die direkt aus dem Comal, der eisernen Pfanne kommt und in Tuch eingeschlagen, in einem kleinen Bastkörbchen serviert wird. Es ist angerichtet.

Nun, wo das Gallo Pinto serviert ist, begleitet von den bevorzugten Beilagen, ist es Zeit das Tischgespräch zu eröffnen und an den uruguayischen Präsidenten Sanguinetti zu erinnern, der einmal in einer Rede die Friedfertigkeit des costarikanischen Volkes mit den Worten ehrte: "Esté donde esté dondequiera que haya un costarricense hay paz”, was übersetzt in etwa heißt "Wo auch immer man hinkommt, wo es einen Costarikaner gibt, dort herrscht Frieden." Als der Hersteller der Salsa Lizano den Satz auf einem riesigen Werbeplakat am Weg zum Flughafen - ebenso zutreffend - abwandelte in "Esté donde esté dondequiera que haya un costarricense hay Salsa Lizano" (Wo immer man hingerät, wo es einen Costarikaner gibt, dort findet man auch Salsa Lizano), da saß der national-ehrpusselige Teil des costarikanischen Volkes auf dem Sofa und nahm übel. Der andere Teil lachte oder schmunzelte vergnügt... und verdaute andächtig.

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Nanew

Ich glaube, bellaisim hat noch keine anderen Rezepte von Don Diego gelesen und weiß daher nicht, dass der Lesegenuss und der kulinarische Genuss hier untrennbar zusammen gehören 😊 Gegen "fad" helfen übrigens Zwiebel, Knobi, Kräuter und Gewürze 😉

10.06.2021 15:29
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Sive1

Tolles Rezept, vielen lieben Dank dafür. Erinnert mich an unseren Kuba-Urlaub. Wir haben es wie oben beschrieben zubereitet und dazu Spiegeleier gegessen. Sehr, sehr einfach, schnell und vor allem lecker vegetarisch.

14.04.2021 23:08
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bellaisim

Haben das Rezept nun mehrmals mit verschiedenen der vorgeschlagenen Beilagen und originaler Salsa Lizano gekocht. Ergebnis: Beilagen sind super lecker, der Reis ist fad. Beim zweiten Mal haben wir doppelt soviel Salsa genommen, beim dritten Mal seeehr viel mehr, aber weiterhin.. geschmacklich erfüllend ist anders. Viele komplementieren hier die Schreibweise des Rezeptes. Mein Mann und ich konnten das nicht verstehen, hätte der literarische Erguss nicht auf eine knapp und pragmatisch strukturiertes Rezept folgen können? Liest sich schlimmer als so mancher Hausfrauen-Influencer-Blog. Aber letztendlich heißt das wohl nur: Geschmackssache, so wie alles im Leben ;)

05.01.2021 20:39
Antworten
Elena1988

Mein Mann und ich haben folgendermaßen versucht, die Natilla nachzumachen: einem Becher Schmand eine kleine Menge Milch zufügen, bis eine schöne cremige Konsistenz erreicht ist, und mit etwas Salz abschmecken. War für uns bisher die "authentischste" deutsche Natilla und wir lieben es so.

09.12.2019 12:11
Antworten
roadside

Hallo Elena, Du hast eine Auszeichnung verdient. Gallo Pinto gibt es in unserer Familie immer noch regelmäßig als Wochenendfrühstück. Das nächste Mal mit deiner "Natilla". Versprochen. Liebe Grüße Don Diego

10.12.2019 16:46
Antworten
gandalf99

Die beste Verwertungsart für übrig gebliebenen Reis! Der grüne Koriander und die Worcestershiresauce machen das sehr aromatisch. Bei uns hat's Hacksteaks dazu gegeben. Grüße Gandalf

13.02.2013 12:27
Antworten
Amapola

Siiiii ...... así es! Sehr gut beschriebenes Rezept. Danke fürs Reinstellen. lg aus Costa Rica Amapola

18.04.2012 19:41
Antworten
roadside

Es freut mich ganz besonders, wenn man es in Costa Rica wiedererkennt. Vielen Dank für den Kommentar und die Bewertung. Liebe Grüße Don Diego

09.05.2012 18:17
Antworten
caserola

Asi es. So schmeckt es wunderbar. Vielen Dank!

22.01.2012 13:32
Antworten
roadside

Danke für den Kommentar und die Bewertung Liebe Grüße aus der Küche Don Diego

22.01.2012 17:29
Antworten