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Weißer Panhas

Abgegebene Bewertungen: (2)

niederrheinischer Panhas ohne Blut

40 min. normal 31.10.2011
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Zutaten

1,2 kg Schweinebauch
2 ½ Liter Wasser
2 TL Pimentoder 1 TL Gewürznelken, gemahlen, evtl. auch mehr
2 TL, gehäuft Majoran, getrocknet
Pfeffer, aus der Mühle
Salz
1 kg Mehl


Zubereitung

Bauchfleisch mit Schwarte und Knochen in Wasser weich kochen.

Das Fleisch herausholen und die Knochen entfernen. Fleisch mit der Schwarte durch den Fleischwolf drehen oder sehr fein hacken. Fleischmasse wieder in die Brühe geben. Nun mit Salz, Pfeffer, gemahlenem Piment (oder auch Nelken) sowie getrocknetem Majoran würzen. Die entstandene Panhasbrühe muss überwürzt schmecken, weil anschließend das Mehl zugeführt wird und ein Nachwürzen nicht mehr möglich ist. Also: mehr Salz, mehr Pfeffer, mehr Piment und auch mehr Majoran.

Nun wird das Weizenmehl (früher Buchweizenmehl) mit einem Schwung in die kochende Wurstbrühe geschüttet. Eine Person muss den Topf festhalten und die zweite Person rührt mit einem stabilen Holzlöffel so lange, bis alles Mehl verrührt ist und die nun entstandene Panhasmasse Blasen wirft. Vorsicht: ist sehr heiß!

Den Panhas nun in mit Wasser ausgespülte Schüsseln füllen und erkalten lassen. In Scheiben schneiden und von beiden Seiten braten.

Dazu schmecken Bratkartoffel und grüne Blattsalate.

Verfasser



Kommentare

WerWa

Weizen gehört zur Gattung „Süßgras“ wobei Buchweizen ein „Knöterich Gewächs“ ist, sie sind zwei völlig unterschiedliche Pflanzen.
Weizenmehl hat mit Buchweizenmehl nichts gemein.
Für Panhas kann ich nur Buchweizenmehl empfehlen, denn es verleiht ihm seinen typisch nussigen Geschmack. Ach werden die Scheiben nach dem braten viel knuspriger.
Schon seit Jahrhunderten wird am Niederrhein, hier nett man ihn „Pannas“
mit Buchweizen zubereitet.
Gruß
Werner

14.12.2017 09:00
rebe

Hallo lieber Werner,
Pannas oder Panhas ist nicht nur am Niederrhein sondern auch im Westfalenland bekannt. Dort hat das Gericht noch weitere Namen.
Bekannt hier bei uns am Niederrhein ist das Gericht auch unter Klappertüt. Wie das Gericht geschrieben wird ist nicht wichtig für die Zubereitungsart sondern nur das Rezept zählt bei Chefkoch.
Sicherlich ist es nicht ausschlaggebend ob Pannas oder Panhas oder Klappertüt zu diesem Gericht gesagt wird. Die Zutaten sind gleich. Es handelt sich bei diesen Worten um idiomatische Ausdrücke, die keine Rückschlüsse auf Verarbeitung und Zutaten für ein Rezept zulassen.
Wie du sicher gelesen hast weise ich im Rezept darauf hin, dass früher für das Rezept Buchweizen genommen wurde. Es spricht nichts dagegen heute aus verschiedenen Gründen Weizenmehl zu nehmen (Frage mal deinen Metzger des Vertrauens). Aber jedem bleibt unbenommen auch zum „Urrezept“ zurückzukehren.
Grüße vom Niederrhein
rebe

19.12.2017 12:00
spätzlemäxle

Ein für mich ganz neues und verrücktes Rezept, das mir hier im Bett noch mal super Hunger gemacht hat. Mich würde interessieren, ob es außer „weißem“ auch noch andere Sorten gibt?
Nichtsdestotrotz muss ich dieses Gericht unbedingt probieren.

26.02.2018 23:36
rebe

Hallo spätzlemäxle,
Panhas, Pannas oder Klappertüt ist ein Gericht, das normalerweise am Schlachttag gemacht wird.
Wenn im großen Topf Fleisch und Wurst gekocht wurde bleibt eine gehaltvolle Brühe über, evtl. sind noch einige Würste beim Kochen geplatzt. In diese Brühe wird Schweineblut gerührt. Dadurch bekommt die Brühe eine rote Farbe wie Blutwurst. Dann werden Gewürze und Mehl (früher immer Buchweizenmehl) zugeführt. Siehe auch das Rezept weißer Panhas. Panhas mit Blut ist original. Weißer Panhas ist als Ersatz für alle die kein Schweineblut zur Verfügung haben.
Viel Spass beim Nachkochen


Grüße vom Niederrhein
rebe

27.02.2018 14:02