Mach's einfach selbst!

Kimchi selber machen – So einfach geht's

Kimchi selber machen

(Foto: Michael Pitz / Chefkoch)

Zum Rezept: Kimchi

Kimchi ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr, sondern ein Dauerbrenner auf zahlreichen Foodblogs und natürlich auf Social Media. Wir zeigen, wie euch der fermentierte Chinakohl ganz einfach gelingt.

Auch bei Chefkoch findet ihr zahlreiche Rezepte für selbstgemachtes Kimchi, die vor allem eins zeigen: Kimchi ist vielseitig! Ihr könnt das Gericht frei nach eurem Geschmack abwandeln und so immer neue Varianten entdecken. Einige davon zeigen wir euch hier im Artikel. 

Was ist Kimchi eigentlich genau?

Falls der Hype um das trendige Essen aus Fernost bislang an euch vorbeigegangen ist, dann keine Sorge: Wir erklären euch kurz und knapp, was euch erwartet. 

Kimchi ist ein koreanisches Nationalgericht, das aus fermentiertem Chinakohl besteht. Ihr könnt euch Kimchi einfach als koreanische Alternative zum deutschen Sauerkraut vorstellen – schließlich erhalten beide ihren einzigartigen Geschmack durch Milchsäuregärung. Wenn ihr etwas mehr darüber erfahren und viele köstliche Rezepte entdecken möchtet, dann werft einen Blick in unseren Artikel rund ums Fermentieren.

Kimchi ist reich an Vitaminen (vor allem Vitamin A und C), Eisen, Mineralien und vielen weiteren Nährstoffen, die gut für euren Körper sind. Es ist damit der ideale Vitaminkick für kalte Wintermonate, in denen es weniger frisches Obst und Gemüse gibt. 

Ihr könnt Kimchi im Grunde zu jeder Gelegenheit essen, ob als gesunder Snack zwischendurch oder als Beilage zu asiatischen Gerichten (wie beispielsweise Sushi). Apropos Sushi: Wenn ihr Kimchi fein hackt, könnt ihr es als Füllung für kleine Maki verwenden – köstlich!

Was wir an Kimchi jedoch besonders lieben, ist sein spezieller Geschmack: Durch das enthaltene Chilipulver, das Kimchi seine leuchtend rote Farbe gibt, ist es recht scharf. Dazu kommt eine durch die Fermentation entstandene säuerliche Note, die auf der Zunge bitzelt. Je nach Rezept kommen noch geschmacksintensive Zutaten wie Fischsauce dazu, die euer Kimchi abrunden. 

Wie kann man Kimchi selber machen?

Wenn ihr euch das erste Mal an Kimchi herantastet, braucht ihr ein Rezept, das möglichst anfängertauglich ist. Wir können euch die Kimchi-Variante aus unserem Video empfehlen. Hier erklären euch Fabio und Ester eine einfache Art, Kimchi selber zu machen.

Im Anschluss haben wir euch dann noch eine ausführlichere Anleitung mit vielen praktischen Tipps zusammengestellt.

Von: Fabio Haebel, Länge: 6 Minuten 31 Sekunden
Das Rezept zum Video:

Die Zubereitung von Kimchi könnt ihr im Grunde in fünf Schritte unterteilen. 

Schritt 1: Kohl entwässern

Zunächst kümmert ihr euch um den Kohl – Chinakohl, um genau zu sein. Diesen gilt es, mithilfe von Salz zu entwässern. Dazu könnt ihr ihn halbieren, die Blätter auffächern und diese kräftig salzen. Diese Variante seht ihr auch im Video. Achtet hierbei darauf, die Blätter wieder gründlich abzuwaschen, nachdem sie genügend Wasser verloren haben. 

Alternativ könnt ihr den Kohl aber auch schon in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser einlegen. Wir haben beide Varianten ausprobiert und beides hat hervorragend funktioniert. Wenn ihr diese Salzwasserbad-Variante ausprobieren möchtet, könnt ihr euch an ein Verhältnis von einem Liter Wasser auf 50 g Salz halten. 

Schritt 2: Chilipaste herstellen

Die Basis eurer Chilipaste ist eine Mischung aus Wasser und Klebreismehl. Das genaue Verhältnis sowie Mengenangaben zu den weiteren Zutaten findet ihr in unserem Rezept für Kimchi. Achtet unbedingt darauf, das Klebreismehl in kaltes Wasser einzurühren und während des Aufkochens konstant zu rühren – sonst bilden sich unschöne Klümpchen. Das Klebreismehl findet ihr übrigens wie alle anderen Zutaten im Asiamarkt.

Wenn eure Mischung glasig geworden ist, könnt ihr die anderen Zutaten hinzugeben und alles pürieren. Wir empfehlen Ingwer, Knoblauch, mildes Chilipulver (Gochugaru), Fischsauce und Zucker. Letzterer ist wichtig, damit die Fermentation richtig in Gang kommt. 

Beim Chilipulver solltet ihr zur milden koreanischen Variante Gochugaru greifen. Diese hat einen tollen Eigengeschmack, färbt euer Kimchi knallig rot und schmeckt auch zu vielen anderen Gerichten himmlisch – zum Beispiel Currys.

Chilipaste im Kimchi

Die Chilipaste stellt am Ende die Flüssigkeitsbasis eures Kimchis dar.

Schritt 3: Übrige Zutaten schneiden

Während eure Chilipaste abkühlt, könnt ihr euch um die restlichen Zutaten kümmern: Frühlingszwiebeln und Rettich. Die Frühlingszwiebeln schneidet ihr einfach in etwa 2 cm lange Stücke. Beim Rettich empfehlen wir euch Daikon-Rettich – im Zweifel könnt ihr aber auch auf herkömmlichen Rettich zurückgreifen. Diesen schneidet ihr in feine Stifte, ca. 3 cm lang.

Zusätzlich könnt ihr euer Kimchi mit anderen Gemüsesorten wie Möhren oder sogar Obst aufpeppen: Hier eignen sich vor allem Äpfel und Birnen. Egal, für was ihr euch entscheidet, verfahrt damit wie mit dem Rettich. 

Schritt 4: Alles vermischen und in passende Gläser füllen

Jetzt gilt es noch, alle Zutaten miteinander zu verbinden. Hier habt ihr zwei Möglichkeiten: 

  • Ihr könnt entweder den Kohl am Stück lassen und ihn nach dem Auswaschen wie im Video gezeigt mit den anderen Zutaten füllen. 
  • Oder ihr schneidet den Kohl (ebenfalls nach dem Auswaschen) in mundgerechte Stücke und vermischt ihn dann in einer großen Schüssel mit der Chilipaste und den anderen Zutaten. Wenn ihr die Wasserbad-Methode zum Entwässern genutzt habt, ist euer Kohl natürlich schon in mundgerechte Stücke geschnitten.

Küchentipp: Handschuhe

Wenn ihr euer Kimchi vermischt und in Gläser füllt, empfehlen wir euch, Handschuhe anzuziehen. Die Chilipaste färbt recht stark ab und bringt eine Schärfe mit, die auch nach dem Händewaschen noch an den Händen haften kann.

Jetzt müsst ihr euer Kimchi nur noch in passende Gläser füllen. Wir haben gute Erfahrungen mit Vorratsgläsern mit Schraubverschluss gemacht. Alternativ könnt ihr aber auch Gläser mit Bügelverschluss oder einen speziellen Gärtopf verwenden. So oder so solltet ihr die Gläser heiß auswaschen, bevor ihr sie nutzt. 

Lasst beim Einfüllen der Gläser 3–5 cm Platz zum oberen Rand. Bei der Fermentation entstehen Gase, die Platz benötigen. Außerdem solltet ihr alle Zutaten fest andrücken, sodass keine Luft mehr zwischen ihnen gefangen ist. Durch das Andrücken sorgt ihr auch dafür, dass euer Kimchi von Flüssigkeit bedeckt ist – das verhindert die (sehr geringe) Gefahr, dass es frühzeitig schlecht wird.

Schritt 5: Fermentation überprüfen

Jetzt lagert ihr euer Kimchi zwei Tage bei Zimmertemperatur. Das bringt die Fermentation in Gang und erste Gase entstehen, die ihr daran erkennt, dass sich Luftblasen im Glas bilden. Gläser mit Schraubverschluss bringen den Vorteil mit, dass ihr sie anfangs nur so weit schließen könnt, dass entstehende Gase entweichen können. Gläser mit Bügelverschluss müsst ihr entsprechend häufiger öffnen. 

Öffnet euer Glas 1–2 Mal zwischendurch, um entstandene Luftblasen herauszudrücken. Dazu könnt ihr zum Beispiel einen Kochlöffel aus Holz nehmen. Nach zwei Tagen schließt ihr die Schraubdeckel fest und euer Kimchi wandert in den Kühlschrank, wo ihr den Milchsäurebakterien mindestens eine Woche Zeit geben solltet, ihr Wunder zu vollbringen.

Ab dann könnt ihr das Kimchi probieren – es schmeckt milder und knackiger, je frischer ihr es esst. Wir bevorzugen Kimchi nach ca. vier Wochen – dann hat es sein volles Aroma erreicht. 

Kimchi Luftblasen

Wenn sich nach spätestens zwei Tagen Luftblasen bilden, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Fermentation begonnen hat. Jetzt könnt ihr euer Kimchi in den Kühlschrank stellen.

Häufig gestellte Fragen zu Kimchi

Jetzt kennt ihr bereits die grundlegende Zubereitung von Kimchi. Ab hier beantworten wir noch einige Fragen, die euch auf eurem Weg zum Kimchi-Profi eventuell kommen könnten.

Wie lange hält sich Kimchi?

Wenn ihr euer Kimchi im Kühlschrank aufbewahrt, hält es mindestens 6 Monate – in speziellen Kimchi-Kühlschränken auch länger.

Woran erkennt man schlechtes Kimchi?

Wenn bei der Zubereitung irgendetwas schief gelaufen ist (zum Beispiel ein zu geringer Anteil Salz im Kimchi oder zu viel Kontakt mit Sauerstoff), kann Kimchi schimmeln. Das seht ihr dann direkt, wenn ihr das Glas öffnet. Über den Geruch von Kimchi solltet ihr euch nicht wundern: Es riecht kohl-typisch etwas streng, was jedoch völlig normal ist.

Welcher Kohl eignet sich für Kimchi?

Traditionell verwendet ihr für Kimchi Chinakohl. Dessen untere Hälften der Blätter behalten einen gewissen Biss, auch nach längerer Fermentation. Wir empfehlen aber, auch mit anderen Kohlsorten zu experimentieren. Wie wäre es zum Beispiel mit Rotkohl- oder Wirsing-Kimchi. Beide Varianten sind etwas zarter als das klassische Chinakohl-Kimchi und weniger sauer. 

Im Grunde könnt ihr die Chilipaste, die die Würzbasis eures Kimchis darstellt, mit allen möglichen Gemüsesorten vereinen, nicht nur Kohl. Möhren eignen sich zum Beispiel ebenfalls hervorragend zum Fermentieren und schmecken auch als Möhren-Kimchi köstlich. Wenn ihr eine Kombination gefunden habt, die euch besonders gut schmeckt, könnt ihr sie gerne hier bei Chefkoch teilen. Stellt dazu einfach ein Rezept ein – wir und andere Kimchi-Fans werden uns bestimmt darüber freuen!

Apron Copy 4Cookbook Copy 4Flour Copy 4Fruits (General) (general) Copy 4Pizza Copy 4Raspberry Copy 4Tomato Copy 4

Jetzt dein Rezept einstellen!

Gibt es ein Originalrezept für Kimchi?

Ein Originalrezept für Kimchi gibt es nicht. Vielmehr ist es so, dass in Korea die meisten Familien ihr persönliches Familienrezept bevorzugen, das seit Generationen genutzt und verfeinert wird. 

Auch bei Chefkoch findet ihr viele verschiedene Rezepte für und mit Kimchi – unter anderem Varianten für Blitz-Kimchi ganz ohne Fermentation. Unsere Lieblinge haben wir euch in einer Rezeptgalerie zusammengestellt. 

Rezept Kimchi

Kimchi - koreanischer Genuss

(Foto: Michael Pitz / Chefkoch)
Zum Rezept
Rezept Kimchi nach einem koreanischen Koch

Kimchi nach einem koreanischen Koch

(Foto: isii)
Zum Rezept
Rezept Baechu Kimchi

Baechu Kimchi (mit Birne und Meeresfrüchten)

Zum Rezept
Rezept veganes Blitz-Kimchi

Veganes Blitz-Kimchi

(Foto: energybirg)
Zum Rezept
Rezept Gurken-Kimchi

Gurken-Kimchi

(Foto: Parmigiana)
Zum Rezept
Rezept Tanggun Kimchi aus Karotten

Tanggun Kimchi aus Karotten

(Foto: Fiefhusener)
Zum Rezept
Rezept Kimchi Jjigae

Kimchi Jjigae (koreanische Kohlsuppe)

(Foto: LumosMaxima)
Zum Rezept
Rezept Koreanischer Pfannkuchen mit Kimchi

Koreanischer Pfannkuchen mit Kimchi

(Foto: Superkoch_kathimaus)
Zum Rezept
Rezept Kimchi bokkeumbap

Kimchi bokkeumbap

(Foto: KönigKerst)
Zum Rezept
Rezept Pizza mit Kimchi

Pizza mit Kimchi

(Foto: energybird)
Zum Rezept
Kimchi - koreanischer Genuss
Kimchi - koreanischer Genuss
Kimchi nach einem koreanischen Koch
Kimchi nach einem koreanischen K…
Baechu Kimchi (mit Birne und Meeresfrüchten)
Baechu Kimchi (mit Birne und Mee…
Veganes Blitz-Kimchi
Veganes Blitz-Kimchi
Gurken-Kimchi
Gurken-Kimchi
Tanggun Kimchi aus Karotten
Tanggun Kimchi aus Karotten
Kimchi Jjigae (koreanische Kohlsuppe)
Kimchi Jjigae (koreanische Kohls…
Koreanischer Pfannkuchen mit Kimchi
Koreanischer Pfannkuchen mit Kim…
Kimchi bokkeumbap
Kimchi bokkeumbap
Pizza mit Kimchi
Pizza mit Kimchi

 

Spätestens jetzt habt ihr alles Wissen gesammelt, das ihr benötigt, um euer erstes eigenes Kimchi herzustellen. Wir wünschen viel Spaß beim Zubereiten und etwas Geduld bis, ihr es genießen könnt – es lohnt sich!

Kochbegeistert trotz Miniküche und weiterhin verwundert, warum Soße nie so gut schmeckt wie früher bei Oma.

Zur Kommentar-Verwaltung dieses Artikels
Cache dieses Artikels löschen.

Kommentare

Was sagst du zum Thema? Hast du noch weitere Tipps? Dann freuen wir uns auf deinen Kommentar.

Es sind maximal 1500 Zeichen erlaubt

Was sagst du zum Thema? Hast du noch weitere Tipps? Dann freuen wir uns auf deinen Kommentar.

Um selbst Kommentare abgeben zu können, musst du dich bei Chefkoch.de registrieren oder mit deinem Benutzernamen und Passwort anmelden.