Heißluftfritteusen Test

Welche Heißluftfritteuse liefert die besten Pommes frites? Und können sie mit Fritten aus einer herkömmlichen Fritteuse mithalten? Wir liefern euch die Antworten in unserem großen Produkttest.

*Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon. Was ist ein Affiliate-Link?

Wir haben gefragt, ihr habt geantwortet: Aus der Umfrage in unserem Eisenpfannen-Test ist hervorgegangen, dass euch ein Test zu Heißluftfritteusen (auch Airfryer genannt) am brennendsten interessiert. Das hat sich gut getroffen, denn auch wir wollten schon länger Heißluftfritteusen unterschiedlicher Preiskategorien gegeneinander antreten lassen. 

Das häufigste Anwendungsfeld sind wohl eindeutig Pommes frites. Wir sind uns vermutlich alle einig, dass diese aus einer Fritteuse deutlich besser schmecken als aus dem Backofen. Der Einsatz einer Fritteuse in der eigenen Küche bringt aber auch eine starke Geruchsentwicklung sowie die Frage mit sich: Wohin mit dem ganzen Öl? Klar, ihr könnt es mehrfach verwenden, doch irgendwann wird es ranzig und möchte fachgerecht entsorgt werden! 

Heißluftfritteusen hingegen versprechen fettarmes – teils sogar fettfreies – Frittieren ohne stinkige Küche. Sie sollen sich außerdem super einfach reinigen lassen und für viele verschiedene Gerichte geeignet sein. Dabei ist die Funktionsweise schnell erklärt: Ein oder zwei Heizelemente sorgen in Kombination mit einem Umluft-System für eine gleichmäßige Hitzeverteilung auf engem Raum. Ein Airfryer funktioniert also ähnlich wie ein Backofen mit Umluft-Funktion.  

Diese Produkte haben wir getestet

Wie bei den letzten Tests haben wir eine Vorauswahl an Produkten getroffen, die wir im Forum zur Diskussion gestellt haben. Ihr habt uns beispielsweise darauf hingewiesen, dass wir auf jeden Fall ein "MultiFry"-Modell von DeLonghi in die Produktauswahl aufnehmen sollten – was wir auch getan haben. 

Ansonsten besteht die Produktauswahl aus einem guten Mix günstiger Basic-Heißluftfritteusen und höherwertigen Markengeräten, die spezielle Zusatzfunktionen und andere Boni bereithalten. Neben einer günstigen Variante der häufig in Discountern anzutreffenden Marke Medion haben wir den Bestseller auf Amazon, die Heißluftfritteuse von Princess, sowie die drei anderen in der Bildergalerie zu findenden Produkte in einem alltagsnahen Szenario geprüft. Im Test klären wir, für welche Zwecke sich welches Modell besonders lohnt. 

Medion MD 17769 Heißluftfritteuse

Medion MD 17769 Heißluftfritteuse

Zu Amazon

Das Budget-Gerät vom Discounter – Preis: 60 €, Fassungsvermögen 2,5 l (ca. 0,6 kg), Leistung: 1.300 W

Princess XL Heißluftfritteuse/ Aerofryer mit digitalem Display

Princess XL Heißluftfritteuse mit digitalem Display

Zu Amazon

Der Bestseller bei Amazon – Preis: 77 €, Fassungsvermögen: 3,2 l (ca. 0,84 kg), Leistung: 1.400 W

Philips HD9220/20 Airfryer

Philips HD9220/20 Airfryer

Zu Amazon

Das Markengerät mit wenig Schnick-Schnack – Preis: 143 €, Fassungsvermögen 0,8 kg, Leistung: 1.425 W

DeLonghi MultiFry Extra Chef FH 1394/2

DeLonghi MultiFry Extra Chef FH 1394/2

Zu Amazon

Der Multicooker mit Komfort – Preis: 173 €, Fassungsvermögen: 1,7 kg, Leistung: 1.400 W

Tefal ActiFry YV960130

Tefal ActiFry YV960130 2in1

Zu Amazon

Der luxuriöse Alleskönner – Preis: 181 €, Fassungsvermögen: 1,5 kg, Leistung: 1.400 W

Medion MD 17769 Heißluftfritteuse
Medion MD 17769 Heißluftfritteus…
Princess XL Heißluftfritteuse mit digitalem Display
Princess XL Heißluftfritteuse mi…
Philips HD9220/20 Airfryer
Philips HD9220/20 Airfryer
DeLonghi MultiFry Extra Chef FH 1394/2
DeLonghi MultiFry Extra Chef FH …
Tefal ActiFry YV960130 2in1
Tefal ActiFry YV960130 2in1

Die Preisangaben richten sich nach dem Preis, zu dem wir die Heißluftfritteusen gekauft haben. In Onlineshops sind Preisschwankungen üblich. Wundert euch also nicht, falls eine Heißluftfritteuse zu einem leicht veränderten Preis angeboten wird.

So lief der Test

Testkriterien

Auf was kommt es bei Heißluftfritteusen besonders an? Klar, die Frittierergebnisse! Das schönste, am besten verarbeitete Gerät hat keinen Nutzen, wenn es in der Praxis versagt. Das heißt allerdings nicht, dass die Verarbeitung und die Bedienung der Heißluftfritteusen nicht ebenfalls in die Bewertung eingeflossen sind. Der Grafik könnt ihr entnehmen, wie die Gewichtung ausgesehen hat. 

Zur Verarbeitung zählen wir neben dem äußeren Eindruck des Geräts auch Aspekte wie die Lautstärke beim Betrieb und ähnliche Auffälligkeiten. Unter dem Punkt Bedienung fassen wir zusammen, wie intuitiv sich das jeweilige Gerät bedienen lässt und welche Hilfestellungen vom Hersteller (Bedienungsanleitung, Rezeptbuch etc.) mitgeliefert werden. Der Aspekt "Preis" versteht sich vermutlich von selbst. 

Die Bewertung läuft über ein Schulnotensystem. Das heißt, dass wir jeder Heißluftfritteuse Noten von 1 bis 6 in den jeweiligen Bewertungsfeldern geben und am Ende einen Durchschnittswert errechnen. Genauere Infos darüber, wie Chefkoch testet, findet ihr hier.

Die besten TK-Pommes

Wir haben die Fritteusen zunächst in zwei Testkategorien gegeneinander antreten lassen: Tiefkühl-Pommes und frische Fritten. Tiefkühl-Pommes haben als erstes auf der Speisekarte gestanden. Wir haben jedes Gerät nacheinander mit der gleichen Menge TK-Pommes (für eine Person, ca. 250 g) befüllt, wobei wir auf spezielle Fritteusen-Pommes zurückgegriffen haben. Fett haben wir keins dazugegeben. Die fertigen Pommes haben wir übrigens ganz einfach mit einer Pommes-Gewürzmischung verfeinert.

Die Timer der Geräte haben wir auf 20 Minuten eingestellt. Bei den Geräten von Medion, Princess und Philips ist es nötig, die Pommes nach der Hälfte der Zeit durch Herausnehmen und Schütteln des Korbs zu wenden. Die teureren Geräte von DeLonghi und Tefal erledigen das Wenden selbstständig mithilfe eines sich drehenden Rührarms. Hier haben wir anfangs Bedenken gehabt, dass das mit der kleinen Menge Fritten nicht gut funktionieren würde. Letztlich kann man tatsächlich festhalten, dass das automatische Wenden besser funktioniert, je mehr Pommes ihr zubereitet – aber auch bei kleinen Mengen werden einzelne Fritten nicht nur nebeneinander im Kreis geschoben.

Die Frittiergebnisse der einzelnen Geräte könnt ihr der Bildergalerie entnehmen. Unterschiede sind hier nur beim zweiten Hinsehen zu erkennen. Auffällig ist, dass die Pommes frites aus dem Gerät von Tefal etwas heller sind als die der Konkurrenz. Das liegt daran, dass das Gerät immer mit 150 °C gart, während wir die anderen Geräte auf 200 °C eingestellt haben. Die Tefal Actifry gart damit automatisch schonender als die Konkurrenz, braucht dafür aber auch länger, um knusprige Pommes zu zaubern.

Geschmacklich haben uns die Pommes frites aus der Princess XL und der DeLonghi MultiFry am meisten zugesagt: Sie waren außen besonders knusprig, ohne innen trocken zu sein. Die Heißluftfritteuse von DeLonghi hat hier den Vorteil mitgebracht, dass wir uns nicht um das Wenden der Pommes frites haben kümmern müssen. Versagt hat hier aber kein Gerät! Die anderen Heißluftfritteusen haben ebenfalls gute bis sehr gute Ergebnisse geliefert. Bei den Geräten von Medion und Philips haben wir jedoch einzelne Fritten entdeckt, die nicht so gleichmäßig gegart gewesen sind wie andere. Hier ist zu erwarten, dass das insbesondere dann zum Problem wird, wenn man größere Portionen gleichzeitig zubereiten möchte.

TK Medion

TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von Medion

TK Princess

TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von Princess

TK Philipps

TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von Phlips

TK DeLonghi

TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von DeLonghi

TK Tefal

TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von Tefal

TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von Medion
TK-Pommes aus der Heißluftfritte…
TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von Princess
TK-Pommes aus der Heißluftfritte…
TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von Phlips
TK-Pommes aus der Heißluftfritte…
TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von DeLonghi
TK-Pommes aus der Heißluftfritte…
TK-Pommes aus der Heißluftfritteuse von Tefal
TK-Pommes aus der Heißluftfritte…

 

Die besten frischen Pommes

Für uns haben frische Pommes frites eindeutig die Königsdisziplin dargestellt – schließlich schmecken sie noch einmal ein gutes Stück besser als TK-Ware. Wir haben also 3,5 kg Kartoffeln geschält und in 1 x 1 cm bereite Stifte geschnippelt und diese jeweils mit einem halben Esslöffel Öl in den Geräten zubereitet. Fritten aus rohen Kartoffeln solltet ihr vor dem Frittieren übrigens einige Minuten in kaltes Wasser legen, um ihnen ihre Stärke zu entzieht. Als Garzeit müsst ihr etwa 35 Minuten einplanen. 

Auch hier beglückwünschen wir jeden von euch zu einer hervorragende Sehstärke, der mit bloßem Auge eindeutige Unterschiede zwischen den Pommes frites aus den einzelnen Heißluftfritteusen erkennt. Zum Glück haben wir uns nicht nur auf unsere Augen verlassen, sondern gleich das ganze Team zum Testessen eingeladen. 

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Medion

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Medion

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Princess

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Princess

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Philipps

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Philipps

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von DeLonghi

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von DeLonghi

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Tefal

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Tefal

Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Medion
Frische Pommes aus der Heißluftf…
Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Princess
Frische Pommes aus der Heißluftf…
Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Philipps
Frische Pommes aus der Heißluftf…
Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von DeLonghi
Frische Pommes aus der Heißluftf…
Frische Pommes aus der Heißluftfritteuse von Tefal
Frische Pommes aus der Heißluftf…

Dabei haben wir nicht verraten, welche Fritten aus welchem Gerät stammen. Das Ergebnis: Vier Stimmen für die Fritten aus der Heißluftfritteuse von Medion, zwei Stimmen für die direkte Konkurrenz von Princess und eine Stimme für das Luxus-Gerät von DeLonghi. Dennoch sind sich auch die meisten von uns einig gewesen, dass Unterschiede zwischen den einzelnen Geräten nicht ganz eindeutig ausfallen. Leckere Pommes frites könnt ihr in allen fünf Testgeräten zubereiten, manche Frittierergebnisse haben uns einfach ein klein wenig mehr begeistern können, als andere.

Unser Gesamtfazit zu beiden Pommes-Varianten aus der Heißluftfritteuse lässt sich übrigens am besten so zusammenfassen: besser als aus dem Backofen, aber nicht so gut wie aus einer herkömmlichen Fritteuse. Letztlich kommt es, wie immer beim Kochen, auf den persönlichen Geschmack an. Wer absoluter Fritteusen-Fritten-Jünger ist, wird mit Pommes aus einer Heißluftfritteuse wohl nicht glücklich. Wer hingegen Pommes aus dem Backofen nicht völlig abgeneigt ist, wird restlos begeistert sein, dass fettarme Pommes so gut schmecken können!

Um einen eindeutigen Testsieger küren zu können, müssen wir nun aber noch etwas tiefer ins Detail gehen!

Medion MD 17769 Heißluftfritteuse

Die Medion MD 17769 ist knapp das günstigste Gerät in unserem Test. Bei dieser Fritteuse ist es am wahrscheinlichsten, dass ihr beim wöchentlichen Einkauf zufällig über sie stolpert – Geräte von Medion werden immerhin häufig in Discountern angeboten. Trotz wirklich guter Frittierergebnisse können wir euch das Gerät jedoch nicht reinen Gewissens ans Herz legen – und das gleich aus mehreren Gründen! 

Das Gerät ist wenig wertig verarbeitet: Nun könnte man argumentieren, dass man beim günstigsten Gerät genau damit rechnen könnte. Die wenige Euro teurere Konkurrenz von Princess zeigt jedoch, dass das eben doch geht – doch dazu später mehr. Auffällig ist vor allem, dass die Kunststoffoberfläche des Geräts an einigen Stellen wellig und damit ungleichmäßig erscheint. Besonders auffällig ist dies an der Schublade, in der der Frittierkorb befestigt ist und die ihr zum Wenden von Pommes und Co. herausziehen müsst. Diese schließt an den Rändern nicht gleichmäßig mit dem Gehäuse der Heißluftfritteuse ab und lässt sich häufig nur mit kleinerer Gewalteinwirkung herausziehen. Man neigt dazu, die Fritteuse beim Herausziehen festhalten zu wollen, wobei man sich jedoch schnell die Finger verbrennt: Das Gehäuse wird an einigen Stellen nämlich zu warm, um es anzufassen.

MedionVerarbeitugn
Verarbeitung Medion

Etwas schwierig mit der Kamera einzufangen, bei genauerem Hinsehen aber zu erkennen: Ungleichmäßige Spaltmaße zwischen Schublade und Gehäuse der Heißluftfritteuse

Zusätzlich ist uns bei der Heißluftfritteuse von Medion aufgefallen, dass das Gerät beim Betrieb "schwitzt". Gemeint ist, dass sich unter der Fritteuse Wasser sammelt – scheinbar Kondenswasser. Ihr müsst demnach aufpassen, auf welcher Oberfläche ihr das Gerät in Betrieb nehmt. Auf dem unten zu sehenden Bild fällt außerdem wieder die schlechte Verarbeitung auf. Schaut euch den Übergang von schwarzen zum weißen Kunststoff-Teil des Gehäuses an. Als wertig können wir das nicht bezeichnen.

Medion Wasser
Medion Wasser

Wie gut zu sehen ist, sammelt sich unter dem Gerät eine dünne Schicht Wasser, die nach dem Gebrauch weggewischt werden muss.

Princess XL

Die Princess XL* wird auf Amazon als Bestseller angepriesen, was für uns Grund genug gewesen ist, sie ebenfalls in den Heißluftfritteusen-Test aufzunehmen. Falls euch die Marke nichts sagt: Princess ist bis 2013 Teil der wmf Group gewesen und gehört bis heute Trista Europe B. V. aus den Niederlanden. So viel zum Hintergrund, doch wie schlägt sich das Gerät im Test? Die kurze Antwort wäre "wirklich gut!", die Langfassung gibt's für Interessierte in den nachfolgenden Zeilen zu lesen.

Princess Rost
Princess XL Innen-Ansicht

Der Frittierkorb inklusive optional einsetzbarem Rost

Unser Ersteindruck des Gerätes ist durchweg positiv. Die Verarbeitung ist für ein Gerät der unteren Preisklasse tadellos und auch die Frittierergebnisse haben, wie bereits weiter oben beschrieben, zu den besten im Test gehört. Einzig die für Fingerabdrücke anfällige Oberfläche des Geräts lässt sich bemängeln, wobei wir wegen eines rein optischen Makels nicht zu streng sein wollen. Sie fasst etwas mehr Pommes frites als die Konkurrenz von Medion – in etwa drei Personen solltet ihr gleichzeitig satt bekommen, wenn ihr Fritten als Beilage serviert. Mitgeliefert wird ein Rost, das ihr in den Frittierkorb einsetzen könnt, um mehrere Zutaten gleichzeitig zu garen. 

Allerdings lässt sich auch bei der Princess XL die Schublade mit dem Frittiergut etwas ruppig herausziehen, jedoch deutlich besser als bei der Heißluftfritteuse von Medion. Klar, die Schublade soll auch nicht von alleine herausfallen können – etwas geschmeidiger könnte das Herausziehen dennoch vonstattengehen. Doch selbst wenn man das Gerät, das übrigens trotz seines hohen Gehäuses stabil steht, beim Herausziehen der Schublade festhält, verbrennt man sich nicht die Finger. Das Gehäuse wird nämlich warm, aber nicht heiß! 

Während die Bedienung bei der Konkurrenz von Medion und Philips über zwei Drehregler funktioniert – einer zum Einstellen der Temperatur, der andere für die Zeit – bietet die Princess XL ein digitales Display. Dieses können wir bestenfalls als "nett" bezeichen: Es bietet keinen wirklichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, aber eben auch keinen Nachteil. Das Bedienen über Knöpfe zum Einstellen von Temperatur und Zeit oder einem von sieben verfügbaren Programmen (für TK-Pommes, Hähnchenkeulen und Co.) ist anders als über Drehregler, aber nicht zwangsweise besser. Die Programme sind übrigens lediglich voreingestellte Temperatur- und Zeitangaben und verändern nichts an der Art, wie das Gerät grundlegend beim Garen vorgeht. 

Philips HD9220/20 Airfryer

Der Philips HD9220/20 Airfryer* kostet eine ganze Ecke mehr als die grundlegend gleich funktionierenden Heißluftfritteusen von Medion und Princess – eine Rechtfertigung für den Aufpreis haben wir allerdings nicht feststellen können. Das Gerät wirkt top verarbeitet, wie man es von einem Markenprodukt zu diesem Preis erwartet. Hier sind wir rundum zufrieden.

Das Gleiche können wir jedoch nicht von der Bedienung und den Frittierergebnissen behaupten. Versteht uns nicht falsch: Sowohl die frischen als auf die TK-Pommes frites waren gut, aber nicht besser als die Konkurrenz. Die von Philips patentierte und beworbene Technologie zur schnellen und präzisen Zirkulation von Heißluft hat sich in unserem Test nicht bemerkbar gemacht. 

Noch dazu hat uns ein Punkt besonders gestört: Die Bedienung funktioniert, wie bei der Heißluftfritteuse von Medion, über zwei Drehregler – so weit, so gut. Den Regler für die Zeit könnt ihr euch jedoch wie eine Eieruhr vorstellen. Er tickt solange, bis die eingestellte Zeit abgelaufen ist. Er tut dies aber nicht wie eine Eieruhr in größeren Abständen. Das abgegebene Geräusch lässt sich eher als ein konstantes Rattern beschreiben, das zwar nicht ohrenbetäubend laut ist, aber spätestens dann nervt, wenn man sich während des Betriebs des Geräts im gleichen Raum aufhält.

Positiv aufgefallen ist uns dafür, dass eine Anleitung für unterschiedliche Zutaten direkt auf das Gehäuse des Geräts gedruckt ist. Das erspart unerfahrenen Besitzern von Heißluftfritteusen die Frage, welche Temperatur für frische Pommes denn nun eigentlich die richtige ist. 

Bedienelemente Philips
Philips Bedienelemente

Die zwei Drehregler dienen zum Einstellen von Temperatur und Zeit, die Hinweise links sind eine praktische Anleitung für viele Zutaten.

DeLonghi MultiFry Extra Chef FH 1394/2 [Multicooker]

Die DeLonghi MultiFry* ist eine Art Mix aus Umluftbackofen und Teflon-Pfanne, die man als Multicooker bezeichnen kann. Versteht ihr nicht? Wir haben auch einen Moment gebraucht! Im Gegensatz zu den drei bisher behandelten Geräten hat die MultiFry von DeLonghi (genau wie die Tefal Actifry) keinen Korb, der in einer Art Schublade hängt, wodurch Luft um das Frittiergut herum zirkulieren kann. Ihr gebt Pommes und Co. stattdessen in eine herausnehmbare, beschichtete Schale, in deren Mitte ihr optional einen Rührarm platzieren könnt, der sich langsam dreht. Je ein Heizelement oben und unten im Gerät bilden das sogenannte Umluft-Heizsystem SHS Double Pro – dazu später mehr.

DeLonghi_front
DeLonghi MultiFry Frontal-Ansicht

Links könnt ihr eins von sieben Programmen wählen, rechts lassen sich die Temperatur in vier Stufen sowie der Timer auf Wunsch manuell einstellen.

Das Gerät ist deutlich ausladender als die Konkurrenz von Medion, Princess und Philips, was jedoch den Vorteil mit sich bringt, dass ihr größere Portionen zubereiten könnt. Die Bedienung ist kinderleicht, sobald man einmal einen Blick in die Anleitung geworfen hat, um die verschiedenen Symbole zu verstehen. Super finden wir, dass ihr euch eine gratis App mit Rezepten herunterladen könnt, die speziell auf das Gerät ausgelegt sind. Beim Zubereiten von Pommes erweist sich der Rührarm als praktisch: Wir haben die Pommes kein einziges Mal selbst gewendet. Dazu kommt, dass der Deckel des Geräts teils durchsichtig ist, sodass ihr einen Blick auf eure Pommes werfen könnt, ohne das Gerät zu stoppen. Im Betrieb ist es deutlich lauter als die bisher behandelten Geräte.

Das Gerät lohnt sich genau dann für euch, wenn ihr Lust habt, sein volles Potential auszuschöpfen. Hier kommen die beiden Heizelemente wieder ins Spiel: Ihr könnt die Heizelemente einzeln an und abschalten. Aktiviert ihr nur das untere, könnt ihr die DeLonghi MultiFry zum Beispiel als hohe Pfanne verwenden, in dem ihr Gerichte wie Chili con Carne oder eine Gemüsepfanne zubereiten könnt mit dem Vorteil, dass ihr euch dank des Rührarms das Rühren von Hand spart. 

Tefal Actifry YV960130 2in1 [Multicooker]

Die Heißluftfritteuse Actifry von Tefal* lässt sich ebenfalls als Multicooker bezeichnen. Er funktioniert ähnlich wie die Konkurrenz von DeLonghi, weist jedoch eine Besonderheit auf: Ihr könnt optional eine zweite Ebene einsetzen und somit beispielsweise im unteren Bereich Pommes frites zubereiten, die automatisch von einem Rührarm gewendet werden, während ihr auf der oberen, sich drehenden Ebene Fleisch gart.

Rührarm Tefal
Rührarm in Aktion

Der Rührarm schafft es auch bei wenig Inhalt recht gut, die Pommes frites zu wenden. [beschleunigte Darstellung]

Das teuerste Gerät in unserem Test sieht nicht nur wie ein Ufo aus, sondern klingt leider auch wie eins: Wie die Delonghi MultiFry gehört sie zu den lauteren Heißluftfritteusen im Test. Im Gegensatz zur direkten Konkurrenz gibt sie jedoch kein tiefes Brummen von sich, sondern ein hochfrequentiertes Pfeifen. Hält man sich beim Betrieb im gleichen Raum auf, kann das den einen oder anderen Hobbykoch durchaus zur Verzweiflung bringen. 

Schade finden wir, dass man die Temperatur nicht manuell einstellen kann. Das Gerät kennt im Grunde nur "an" und "aus", solange man die 2in2-Funktion nicht hinzuschaltet. Diese braucht ihr dann, wenn ihr die beschriebene zweite Ebene einsetzt. Ihr stellt für die untere und obere Ebene separat eine Garzeit ein, wobei die untere länger sein sollte. Das Gerät erinnert euch dann daran, die Zutaten auf der oberen Ebene hinzuzugeben, sobald die Zeit dafür gekommen ist. So stellt ihr sicher, dass alle Zutaten gleichzeitig gar sind. Das Gerät kommt übrigens ebenfalls mit einer gratis App und zusätzlich einem kleinen Rezeptbuch daher – vorbildlich!

Welcher Multicooker hat die Nase vorn?

Wenn ihr nicht "nur" auf der Suche nach einer Heißluftfritteuse seid, sondern die zusätzlichen Funktionen eines der beiden vorgestellten Multicooker nutzen wollt, stellt sich natürlich die Frage, welches Gerät wir empfehlen können. Die Antwort fällt ganz eindeutig aus: Die DeLonghi MultiFry Extra Chef FH 1394/2*

Wir haben beide Geräte einem zusätzlichen Test unterzogen, indem wir Rosmarinkartoffeln und Hähnchenkeulen gleichzeitig in beiden Geräten zubereitet haben. Beides könnt ihr auch in den herkömmlichen Heißluftfritteusen von Medion, Princess und Philips zubereiten – nur eben nicht gleichzeitig! 

Bei der Tefal Actifry haben wir mit der zusätzlichen Ebene operiert: Kartoffelspalten, die wir wie schwedische Kartoffeln eingeschnitten haben, sind zusammen mit Rosmarin und einem halben Esslöffel Öl in die unteren Ebene gewandert. Den Timer haben wir auf 45 Minuten gestellt und die 2in1-Funktion aktiviert, sodass wir bei 20 Minuten Restzeit daran erinnert worden sind, die Hähnchenkeulen auf der zweiten Ebene hinzuzugeben. Als es Zeit gewesen ist, die Hähnchenkeulen dazuzugeben, haben wir feststellen müssen, dass sie zu dick für die obere Ebene sind.

Diese lässt nur wenige Zentimeter Luft zum Umluft-Gebläse an der oberen Seite des Geräts. Dadurch, dass sich die obere Ebene dreht, sind die (übrigens ganz normal großen) Hähnchenkeulen unter dem Gebläse eingequetscht worden. Nun hat es geheißen, das Gebläse erst einmal von der Hähnchenmarinade zu befreien. Anschließend haben wir die Hähnchenkeulen in der unteren Ebene zusammen mit den Kartoffeln, dann allerdings ohne Rührarm, gegart, was insgesamt super funktioniert und sehr gute Ergebnisse geliefert hat. Die obere Ebene hat sich im Test jedoch als begrenzt nutzbar erwiesen und mutet damit eher wie unnötiger Schnick-Schnack an. 

Die DeLonghi MultiFry bietet keine zweite Ebene, sodass von vornherein klar gewesen ist, dass wir Kartoffeln und Fleisch am gleichen Ort garen müssen. Auch hier haben wir den Rührarm einfach herausgenommen, als das Hähnchen 20 Minuten vor Ende der Garzeit hinzugekommen ist. Ab dann haben wir die Kartoffeln per Hand umgerührt. Das Ergebnis hat sich von dem der Konkurrenz nicht groß unterschieden. In beiden Geräten sind uns hervorragende Rosmarinkartoffeln und saftige Hähnchenkeulen mit knuspriger Haut gelungen. 

Haehnchen

Rosmarinkartoffeln und Hähnchenkeule

Ehrlicherweise muss man dazusagen, das ein herkömmlicher Backofen den Job wohl genauso gut erledigt hätte. Ein Multicooker ist aber für all diejenigen zu empfehlen, die keinen oder zumindest keinen guten Backofen ihr Eigen nennen. Auch Hobbyköche, die generell technikbegeistert sind und gerne experimentieren, werden ihren Spaß haben. Mit ein wenig Übung und etwas Zeit zur Gewöhnung könnt ihr nämlich hervorragende Gerichte zaubern. 

Von den beiden getesteten Multicookern tendieren wir eindeutig zum DeLonghi MultiFry*! Er liegt in Sachen Bedienung, Lautstärke und Funktionsumfang klar vor der Konkurrenz aus dem Hause Tefal. Mit dem Gerät zu kochen hat uns begeistert und gleichzeitig neugierig gemacht, welche Möglichkeiten zur Zubereitung unterschiedlichster Zutaten wir noch nicht entdeckt haben. Er wirkt mit seinen Backofen-ähnlichen Funktionen einerseits wie eine Spielerei, aber eben wie eine, die unheimlich gut funktioniert und Lust auf mehr macht.

Fazit

Testsieger

Unser Testsieger: Princess XL –

zu Amazon

Kommen wir jetzt aber zum Fazit unseres gesamten Tests. Wir haben die Frage vorangestellt, welche Heißluftfritteuse am besten für Pommes frites geeignet ist. Hier können wir als Gesamtsieger ganz klar die Princess XL* küren. Sie überzeugt nicht nur mit einem schlanken Preis, sondern auch mit einer guten Verarbeitung und hervorragenden Frittierergebnissen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier wie bei keinem anderen Gerät in unserem Test zu Heißluftfritteusen.

Wer auf der Suche nach mehr als einer Heißluftfritteuse ist, ist hingegen mit der DeLonghi MultiFry* bestens bedient. Das Gerät hat uns nicht nur mit durchweg sehr gelungenen Gerichten überzeugt, sondern auch mit einer simplen Bedienung dank sieben verfügbarer Programme. In ihm könnt ihr Pommes als Beilage für bis zu fünf Personen oder ein ganzes Hauptgericht für bis zu drei Personen zubereiten.

Kochbegeistert trotz Miniküche und weiterhin verwundert, warum Soße nie so gut schmeckt wie früher bei Oma.

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