Eisenpfanne

Eisenpfannen sind bereits seit etlichen Jahrhunderten im Einsatz und auch heute noch ein beliebtes Kochutensil. In unserem Test erfahrt ihr, welche Eisenpfanne ihr bedenkenlos kaufen könnt. 

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Ihr fragt euch vielleicht, warum man heute noch auf Eisenpfannen zurückgreift, wenn einem Pfannen mit Antihaftbeschichtung das Leben doch so leicht machen. Ganz einfach: Beschichtete Pfannen sind praktisch und wahre Allrounder für Hobbyköchinnen und Hobbyköche, verlieren mit der Zeit jedoch ihre Antihaftfähigkeit. Eisenpfannen hingegen halten bei richtiger Handhabe und Pflege etliche Jahrzehnte. Mehr Infos dazu findet ihr in unserem Rundum-Artikel zur Eisenpfanne. 

Sechs Eisenpfannen im Test

Wir haben sechs Pfannen für euch getestet. Zu den Preisangaben lässt sich sagen, dass sich diese nach dem Preis richten, zu dem wir die Pfannen gekauft haben. In Onlineshops sind Preisschwankungen üblich. Wundert euch also nicht, falls eine Pfanne zu einem leicht veränderten Preis angeboten wird.

Gräwe

GRÄWE Bratpfanne – 30 Euro

Zu Amazon

Schmiedeeisen, made in Germany, 28 cm Durchmesser, kommt mit Pfannenwender

Turk

Turk Eisenpfanne – 78 Euro

Zu Amazon

Schmiedeeisen, made in Germany, 28 cm Durchmesser

De Buyer

De Buyer Mineral B Element - 45 Euro

Zu Amazon

Eisenstahl, made in France, 28 cm Durchmesser

Rösle

Rösle Eisenbratpfanne - 29 Euro

Zu Amazon

Eisenstahl, made in Germany, 28 cm Durchmesser

Carl Victor

Carl Victor Servierpfanne – 88 Euro

Zum Shop

Gusseisen, made in Sweden, 28 cm Durchmesser

Lodge

Lodge Bratpfanne – 30 Euro

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Gusseisen, made in USA, 26 cm Durchmesser

GRÄWE Bratpfanne – 30 Euro
GRÄWE Bratpfanne – 30 Euro
Turk Eisenpfanne – 78 Euro
Turk Eisenpfanne – 78 Euro
De Buyer Mineral B Element - 45 Euro
De Buyer Mineral B Element - 45 …
Rösle Eisenbratpfanne - 29 Euro
Rösle Eisenbratpfanne - 29 Euro
Carl Victor Servierpfanne – 88 Euro
Carl Victor Servierpfanne – 88 E…
Lodge Bratpfanne – 30 Euro
Lodge Bratpfanne – 30 Euro

Warum wir ausgerechnet diese sechs Pfannen getestet haben, fragt ihr euch? Ganz einfach: Wir haben eine Vorauswahl getroffen und diese unserer Community im Forum präsentiert. Nun hatte jeder die Chance, Verbesserungsvorschläge oder allgemeine Anmerkungen einzukippen, woraufhin wir die Auswahl leicht angepasst haben. Von unseren Nutzern kam der Wunsch, ebenfalls emaillierte Eisenpfannen zu testen. Für Hinweise wie diese sind wir sehr dankbar! Emaillierte Eisenpfannen werden wir zu gegebener Zeit ebenfalls testen und so unseren Test zu Pfannen mit Antihaftbeschichtung erweitern. Dieser Test soll sich jedoch explizit um unbeschichtete Eisenpfannen drehen.

Unsere Erstauswahl sollte zum einen unterschiedliche Preissegmente abbilden und andererseits verschiedene Typen unbeschichteter Eisenpfannen beinhalten. So haben sich die sechs Eisenpfannen aus je zwei schmiede- und gusseisernen Pfannen sowie zwei Eisenstahlpfannen (Kohlenstoffstahl) zusammengesetzt. 

Alle Pfannen sollen laut Herstellerangaben ideal zum scharfen Anbraten von Fleisch geeignet sein und für besonders knusprige Bratkartoffeln sorgen. Die Unterschiede liegen in der Art und Dicke des Materials, was sich in erster Linie auf die Handhabe auswirkt. Wir klären in diesem Test also nicht nur, welche der sechs Eisenpfannen unserer Meinung nach die beste ist, sondern auch, welchen Typ von Eisenpfanne wir euch empfehlen können. 

Die Testvorbereitung

Wer sich ein wenig mit Eisenpfannen auskennt, weiß, dass sie vor dem ersten Gebrauch eingebrannt werden müssen. Beim Einbrennen bildet sich eine Patina – eine Art Film auf der Oberfläche mit Antihaftwirkung. Diese wird beim Gebrauch immer besser, sodass das Braten von Zeit zu Zeit mehr Freude bereitet. Sollte die Patina einmal durch eine falsche Reinigung (zum Beispiel mit Spülmittel) beschädigt sein, könnt ihr sie einfach wieder von vorne "aufbauen". 

Zwei der Eisenpfannen in unserem Test, die beiden Gusseisenpfannen von Lodge und Carl Victor, kamen bereits vom Hersteller eingebrannt bei uns an. Bei den anderen vier Testkandidaten haben wir uns lange informiert, welche Methode die beste ist. Manche Hersteller empfehlen die altbekannte "Kartoffelmethode", bei der Kartoffelschalen mit Salz in Öl erhitzt werden, bis sie dunkel werden. Wieder andere Hersteller weisen darauf hin, dass es ein Irrglaube sei, dass diese Methode die beste wäre. Nachdem wir uns etliche Meinungen eingeholt haben, ist die Wahl auf eine Grillmethode gefallen:

Vergleich

Vergleich: Links eine Pfanne vor dem Einbrennen, rechts danach.

Hierfür haben wir die Pfannen nach dem Auspacken gründlich gereinigt, um sie vom Korrosionsschutz zu befreien. Anschließend haben wir sie mit Öl eingerieben und bei 300 °C für 10 Minuten auf den geschlossenen, vorgeheizten Gasgrill gelegt. Nach dem Abkühlen haben wir den Vorgang insgesamt drei Mal mit jeder Pfanne wiederholt. Der Vorteil der Methode? Eure Wohnung stinkt nicht tagelang! 

Die Ergebnisse können sich sehen lassen – oder auch nicht. Wirklich schön anzusehen sind frisch eingebrannte Eisenpfannen nämlich nicht. Sie wirken schmierig, sind es beim Anfassen aber gar nicht! Mit der Zeit wird die Patina übrigens immer dunkler und gleichmäßiger. Um euch ein Bild zu verschaffen, wie eine auf dem Grill eingebrannte Eisenpfanne aussehen darf, könnt ihr einen Blick auf unseren Vorher-Nachher-Vergleich werfen. 

Der Testablauf

Wir wollten die Eisenpfannen genau in den Disziplinen auf die Probe stellen, für die sie laut Herstellern ideal geeignet sind: Bratkartoffeln und Steak! Neben der Praxiserfahrung, die wir unter dem Punkt Braten zusammenfassen, fließen das Handling, die Verarbeitung sowie der Preis in die Bewertung ein. Zum Braten zählt auch die Vorbereitung – das Einbrennen vor der ersten Benutzung – sowie die Reinigung nach dem Braten.

Testkriterien

Die Fragen, denen wir im Praxistest nachgegangen sind, lauten konkret: Wie gut gelingt das Bratgut? Wie ist das Handling der Pfanne? Wie einfach lässt sich die Pfanne nach dem Braten reinigen? Wie gut ist die Antihaftwirkung der Patina?

Dazu kommen die harten Fakten wie der Preis, die Größe der Pfannen und ähnliches. In den einzelnen Kategorien haben wir Punkte von 1 bis 5 vergeben, wobei 5 die Bestpunktzahl darstellt. Die Gewichtung der einzelnen Kategorien könnt ihr der Grafik entnehmen. Nach einigem Hin- und Herrechnen haben wir dann einen klaren Sieger bestimmen können, den wir euch in den Testergebnissen neben allen anderen Pfannen vorstellen.

Die Testergebnisse

Bevor es bei den einzelnen Eisenpfannen ins Detail geht, wollen wir einige Punkte vorab klären, die auf alle Pfannen zutreffen:

Ofeneignung: Das Schöne an Eisenpfannen ist, dass sie ofengeeignet sind, sofern der Griff aus Metall besteht. Das war bei allen Kandidaten aus unserem Pfannentest der Fall! Die Pfannen von GRÄWE, Turk und Carl Victor haben allerdings sehr lange Griffe, sodass sie in unseren Ofen (ca. 87 x 38 cm) gerade so hereingepasst haben. Ist euer Ofen kleiner, solltet ihr davon ausgehen, dass sie nicht hinein passen!

Reinigung: Hier waren wir wirklich baff! Bereits nach dem ersten richtigen Bratgang nach dem Einbrennen, bei dem wir Bratkartoffeln zubereitet haben, ließen sich fast alle Pfannen mit etwas heißem Wasser und einem Schwamm ohne Probleme reinigen. Lediglich bei der Gusseisenpfanne von Carl Victor hatten wir Probleme, Reste vom Braten abzulösen. 

Braten: Eisenpfannen werden mit der Zeit immer besser. Das liegt daran, dass sich die Patina mit jedem Mal Braten weiter aufbaut. Es ist also nicht zu erwarten gewesen, dass wir das Braten ohne Öl durchführen können. Das ist selbst bei häufig genutzten Eisenpfannen nicht der Fall. Mit der Zeit lässt sich die Menge Öl zum Braten jedoch verringern. Wir haben den Pfannenboden beim Braten der Steaks lediglich leicht eingeölt und bei den Bratkartoffeln anfangs die gleiche Menge Öl verwendet und bei zu starkem Anbrennen stetig mehr hinzugegeben. 

GRÄWE Bratpfanne

Die schmiedeeiserne Pfanne von GRÄWE* hat uns anfangs besonders neugierig gemacht. Ihre Oberfläche weist geometrische Muster auf und ist damit ein echter Hingucker. Die Pfanne ist allerdings (im Gegensatz zur Konkurrenz von Turk) nicht aus einem Stück geschmiedet. Der äußerst lange Griff ist lediglich angeschweißt, wirkt aber äußerst stabil. Die Eisenpfanne von GRÄWE ist mit 1.582 g die leichteste Pfanne in unserem Test.

Gräwe

GRÄWE Eisenbratpfanne (eingebrannt)

Dass die Pfanne ein Leichtgewicht ist, passt gut, da der Griff kein bisschen ergonomisch geformt ist und damit schlecht in der Hand liegt. Das untere Drittel wird nach etwa 15 Minuten braten zu heiß, um den Griff dort noch ohne Schutz anzufassen. Da der Griff allerdings besonders lang ist, kann man ihn problemlos während des Wendens von Bratkartoffeln oder Steak weiter hinten anfassen.

Braten: Beim Braten macht die Eisenpfanne eine gute Figur! Durch ihre abgeflachten, niedrigen Ränder ist sie allerdings besser für Steak als für Bratkartoffeln geeignet. Selbst die leichteste Pfanne in unserem Test dürfte für viele Menschen zu schwer sein, um Bratkartoffeln durch Schwenken der Pfanne locker aus dem Handgelenk zu wenden. Nimmt man einen Pfannenwender oder ähnliches hinzu, schiebt man die Kartoffelstücke schnell über den flachen Rand.

Steak und Bratkartoffeln waren im Endeffekt aber genau so, wie wir sie uns vorgestellt haben: innen saftig und weich, außen gleichmäßig gebräunt und (im Fall der Bratkartoffeln) knusprig. Wir hatten uns insgeheim erhofft, dass sich die Muster der Pfanne nach dem Braten auf dem Steak wiederfinden, was allerdings nicht der Fall war. Punktabzug gibt es hierfür allerdings nicht! Positiv aufgefallen ist uns außerdem, dass der Boden plan (sprich er liegt flach auf dem Herd auf) ist und sich auch beim Erhitzen nicht verzieht. Die Pfanne wird außerdem schnell heiß, weshalb ihr stets darauf achten solltet, die Temperatur langsam zu steigern. Bei zu extremer Hitzezufuhr in zu kurzer Zeit lauft ihr Gefahr, dass sich eure Pfanne verzieht. 

Turk Eisenpfanne

Die Eisenpfanne von Turk* ist ein eindrucksvolles Werk: aus einem Stück Eisen handgeschmiedet, made in Germany. Böse Zungen würden sagen, die Pfanne ist an jeder Ecke schief und krumm. Das stimmt auch, macht aber in gewisser Weise ihren Charme aus. Sie wirkt urig und könnte auf den ersten Blick als Antiquität durchgehen. Mit 1.780 g zählt sie zu den leichteren der sechs Pfanne, ist mit einem Preis von etwa 78 Euro allerdings die zweitteuerste. 

Turk Eisenpfanne

Turk schmiedeeiserne Pfanne (eingebrannt)

Beim Griff gilt das gleiche wie bei der Eisenpfanne von GRÄWE: Er wird unten sehr heiß, ist aber lang genug, um die Pfanne weiter oben zu greifen. Durch seine schmale und dünne Form liegt er leider ebenfalls schlecht in der Hand. Stellt man die Pfanne auf den Herd, merkt man schnell, dass sie nicht plan ist. Sie kippelt bei leichtem Druck auf den Griff. Probleme bei der Hitzeverteilung hat sie zwar nicht aufgewiesen, sie neigt aber dazu, sich auf dem von uns verwendeten Induktionsherd zu drehen. Alle Kandidaten aus unserem Eisenpfannentest können auch über offenem Feuer verwendet werden. Die Pfanne von Turk dürfte hierfür besser als für den Herd geeignet sein.

Braten: Wie bereits erwähnt, ist die Hitzeverteilung wirklich gut! Bratkartoffeln und Steak sind uns hervorragend gelungen. Wir waren uns nach intensivem Probieren – bei dem uns unsere Kollegen liebend gern unterstützt haben – einig, dass die Bratkartoffeln hier noch einen Hauch knuspriger gewesen sind als bei den anderen fünf getesteten Pfannen. Ähnlich zur Pfanne von GRÄWE kann der stark abgeflachte Rand aber schnell dazu führen, dass man Kartoffelstücke über diesen hinausschiebt. Das Steak war ein Traum: außen mit gleichmäßig gebräunter Kruste, innen medium und so herrrlich saftig! 

De Buyer Mineral B Element

Auf diese Pfanne waren wir besonders gespannt: Die De Buyer Mineral B Element* sahnt in anderen Tests regelmäßig die Spitzenposition ab. Beim auspacken wirkt die mittelpreisige Pfanne hochwertig. Der Griff weist einen kleinen Kunststoff-Knopf mit Logo auf, der Liebe zum Detail erkennen lässt, beim Einbrennen aber entfernt werden muss (was problemlos funktioniert). Enttäuscht waren wir auch hier vom Griff: Der zwar recht breite, an den Rändern aber leicht nach oben gebogene, dünne Griff liegt gar nicht gut in der Hand. Dass die Pfanne 2.164 g wiegt, sorgt zusätzlich dafür, dass die Hand beim Hochheben der Pfanne schnell schmerzt. Positiv erwähnt werden muss allerdings noch, wie hochwertig und gleichmäßig verarbeitet die Pfanne wirkt. 

DeBuyer

De Buyer Mineral B Element (eingebrannt)

Braten: Hier zeigt die Pfanne, was in ihr steckt – dachten wir! Versteht uns nicht falsch, insgesamt war das Braten wie schon bei den anderen Pfannen eine feine Sache. Auch die Ergebnisse ließen keine Wünsche offen. Aufgefallen ist uns aber, dass wir beim Zubereiten der Bratkartoffeln deutlich mehr Öl verwenden mussten, als bei den anderen Eisenpfannen, die wir auf die gleiche Weise eingebrannt haben. Die Kartoffelstücke haben (bei mittlerer Wärmezufuhr) anfangs stärker angeklebt, als bei der Konkurrenz, sodass wir recht viel Öl hinzugegeben haben. Beim anschließenden Braten des Steaks hat es dagegen genügt, den Boden mit wenig Öl einzureiben.

Über die Wärmeverteilung, die Ebenheit des Bodens, den hohen Rand und die Schnelligkeit, mit der die Pfanne heiß wird, lässt sich kein schlechtes Wort verlieren – ganz im Gegenteil! Hier waren wir restlos begeistert und sind uns sicher, dass die Pfanne nach mehrfacher Benutzung zu Höchstform auffährt. Im Rahmen dieses Pfannentests müssen wir allerdings festhalten, dass andere Pfannen unter gleichen Bedingungen etwas besser performt haben.

Rösle Eisenbratpfanne

Mit Rösle verbinden wir in erster Linie hochwertige, aber auch hochpreisige Küchenutensilien. Umso erstaunlicher, dass die Eisenbratpfanne von Rösle* ganz knapp die günstigste im Test ist. Die Pfanne selbst ist aus Eisenstahl gefertigt. Der Griff besteht dagegen aus Gusseisen und ist im Test, neben dem der Gusseisenpfanne von Carl Victor, der einzige, der uns wirklich überzeugt hat. Er ist oben flach und unten abgerundet und liegt damit wirklich gut in der Hand. Beim Braten wird er ganz unten zwar wie bei den anderen Pfannen recht heiß, hat nach oben hin aber genügend Spiel, um auch ohne Ofenhandschuh angefasst werden zu können. Einen kleinen Nachteil bietet der Gusseisengriff jedoch: Er ist angenietet, nicht angeschweißt. An der Stelle, an der Griff und Pfanne aufeinandertreffen, kann beim Abtrocknen leicht Wasser in einem dünnen Spalt übersehen werden, das zu Rostbildung führen kann. Hier muss man beim Abtrocknen der Pfanne einfach etwas aufmerksamer sein.

Rösle

Rösle Eisenbratpfanne (eingebrannt)

Die Pfanne ist mit 1.684 g die zweitleichteste im Test, was in Kombination mit dem hervorragenden Griff ein Segen für die Handhabung ist. Es bedeutet aber auch, dass das Material im Vergleich zu anderen Pfannen recht dünn ist. Das ist solange kein Problem, wie ihr die Pfanne vorsichtig erhitzt (was allerdings bei jeder Eisenpfanne ratsam ist). Je dünner das Material, desto schneller kann sich die Pfanne verziehen. Die Betonung liegt hier allerdings auf "kann"! In unserem Praxistest haben wir nichts dergleichen beobachtet.

Braten: Auch bei dieser Pfanne ist das eigentliche Braten ein wahrer Genuss! Schon bei der ersten Zubereitung der Bratkartoffeln nach dem Einbrennen haben wir erstaunlich wenig Öl gebraucht. Die Antihaftwirkung ist damit die beste im Test, aber wirklich nur um Haaresbreite. Uns und unsere Kollegen hat das Steak aus dieser Pfanne am meisten überzeugt. Auch hier sind die Unterschiede zur Konkurrenz minimal, aber doch bemerkbar. Röstaromen sind optimal freigesetzt worden und das Steak ist außen schön knusprig geworden, während es innen saftig geblieben ist. 

Carl Victor Servierpfanne

Eine Pfanne* so mächtig wir der Name des Herstellers – Carl Victor. Es handelt sich um eine Servierpfanne, die neben dem Griff auf der einen Seite noch einen kurzen, zweiten Griff auf der anderen Seite aufweist. Dadurch lässt sie sich mit zwei Händen tragen, was bei diesem Monstrum bitter nötig ist: Die Pfanne wiegt immerhin stolze 3.266 g. Zum Glück liegt der Griff durch seine runde Form hervorragend in der Hand und wird als einziger fast gar nicht warm. Wie das Gewicht bereits vermuten lässt, ist die Gusseisenpfanne aus Schweden massiv, also mit dicken Wänden und robustem Boden versehen. Das verhindert, dass sich die Pfanne schnell verzieht. Es bedeutet allerdings gleichzeitig, dass sie länger braucht, um auf Temperatur zu kommen. 

Carl Victor

Carl Victor Servierpfanne (eingebrannt)

Braten: Beim Steak macht die Pfanne eine gute Figur: Das Fleisch klebt auch mit wenig Öl in der Pfanne kaum an und wird gleichmäßig gebräunt. Mit den Bratkartoffeln hatte die Gusseisenpfanne allerdings so ihre Probleme. Dabei ist sie mit ihrer bauchigen Form und dem hohen Rand eigentlich perfekt für Bratkartoffeln geeignet. Sie haben allerdings zunächst massiv angeklebt und sind dann in 35 Minuten Bratzeit weder braun noch knusprig geworden. Nun lässt sich argumentieren, dass wir die Pfanne nicht auf die gleiche Weise eingebrannt haben wie die anderen. Der Hersteller wirbt allerdings damit, dass die Pfanne bereits eingebrannt geliefert wird und dann direkt einsatzbereit ist. 

Die Pfanne mit einer Hand hochzuheben und zu kippen, während man mit einem Kochlöffel die Bratkartoffeln auf Teller verteilt, ist ohne vorangegangenes Muskeltraining annähernd unmöglich – zumindest für unsere untrainierten Redakteursarme. Das Fazit hier ist, dass die Pfanne zwar hervorragend verarbeitet wirkt, allerdings schwierig zu nutzen ist. Noch dazu ist sie mit einem Kaufpreis von 88 Euro der teuerste Kandidat unseres Pfannentests.

Lodge

Lodge

Lodge Servierpfanne (eingebrannt)

Last but not least: eine Gusseisenpfanne made in USA*. Sie kommt etwas kleiner daher als die direkte Konkurrenz aus Schweden und ist dadurch um einiges leichter. Auffällig ist hier der extrem kurze Griff. Dieser lässt die Pfanne zwar insgesamt recht kompakt erscheinen, wird beim Einsatz der Pfanne auf dem Herd jedoch schnell heiß – so heiß, dass ihr unbedingt einen Ofenhandschuh benutzen solltet! Der von uns verwendete Induktionsherd hatte so seine Probleme mit der Pfanne: Bei jeder Benutzung haben wir sie mehrfach anheben und den Herd häufiger an- und ausschalten müssen, bis die Pfanne "erkannt" und erhitzt worden ist. Laut Herstellerangabe ist sie (wie jede andere Eisenpfanne) für alle Herdarten geeignet – zumal wir ähnliche Probleme bei sonst keiner Pfanne beobachtet haben. 

Schade ist außerdem, dass keine Herstelleranleitung mit Gebrauchs- und Pflegehinweisen mitgeliefert wird. Da hat die Konkurrenz meist die Nase vorn! Ein ähnliches Versäumnis haben wir nur bei der Eisenpfanne von Carl Victor festgestellt, bei der lediglich eine allgemeine Anleitung vom Shop (nicht vom Hersteller!) beigelegt gewesen ist. Bei der Pfanne von Lodge ist auch nicht direkt ersichtlich gewesen, dass sie bereits eingebrannt geliefert wird. Das haben wir erst durch Recherche auf der Homepage des Herstellers erfahren. 

Bratkartoffelvergleich

Bratkartoffeln links aus der Eisenpfanne von GRÄWE, rechts aus der Gusseisenpfanne von Lodge.

Braten: Wenn die Pfanne dann heiß ist – was aufgrund des dicken Materials länger als bei schmiedeeisernen Pfannen sowie Pfannen aus Kohlenstoffstahl dauert – ist die Leistung beim Steak absolut zufriedenstellend. Große Unterschiede beim Bratergebnis haben wir im Vergleich zu den anderen Pfannen des Tests nicht feststellen können. Bei den Bratkartoffeln ist es allerdings ähnlich wie bei der Gusseisenpfanne von Carl Victor gelaufen: Wir haben sehr viel Öl benutzen müssen, um ein Anbrennen zu verhindern. Am Ende sind die Bratkartoffeln dann einfach nicht braun geworden. 

 

Fazit

Testsieger

Unser Testsieger: Die Eisenbratpfanne von Rösle

Zu Amazon

In unserem Produkttest zu Pfannen mit Antihaftbeschichtung haben wir am Ende mehrere Sieger in unterschiedlichen Kategorien küren können. Hier hingegen hat sich eine Pfanne in fast jedem Kriterium vor die Konkurrenz gesetzt: Die Eisenpfanne von Rösle*. Sie ist nicht nur günstiger als die die anderen Eisenpfannen aus unserem Test, sondern hat alles in allem die besten Ergebnisse erzielt. Mit ihr am Herd zu stehen hat Spaß gemacht – nicht nur wegen der bereits früh gebildeten Patina, sondern auch, weil uns das Steak in sonst keiner Pfanne so gut gelungen ist.

Die Pfanne ist ein echtes Allround-Talent, ist im Vergleich zur Konkurrenz nicht zu schwer und hat einen angenehmen Griff, der nicht zu heiß wird. Sie ist für alle Herdarten geeignet und passt ohne Probleme in jeden Standard-Ofen. Jetzt haben wir euch den ganzen Testbericht hindurch von traumhaft gebratenen Steaks erzählt. Ihr könnt es bestimmt nicht mehr abwarten zu sehen, wie ein ordentliches Steak aus einer Eisepfanne aussieht. Na gut, überredet: Das ist das Steak aus der Gewinnerpfanne: außen kross, innen saftig und mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer serviert. Ein Traum!

Steak

 

Welche Produkte sollen wir im nächsten Test genauer unter die Lupe nehmen? Stimmt in der Umfrage ab oder schreibt uns einen Kommentar, falls euer Favorit nicht vorkommt. 

Kochbegeistert trotz Miniküche und weiterhin verwundert, warum Soße nie so gut schmeckt wie früher bei Oma.

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