Freikost Deinet

Bildquelle: Freikost Deinet

Fast fünf Millionen Tonnen Plastikmüll fallen in Deutschland jährlich an. Ein großer Faktor: Verpackungen von Lebensmitteln. Dabei gibt es Alternativen!

Die Diskussion um große Mengen Müll, die bei jedem Einkauf anfallen, ist nicht neu. Sie dreht sich um Gurken, die in Plastik einpackt sind, oder dünne Folien, die zwischen Käsescheiben zu finden sind.  Dass der Käse natürlich an sich schon in Plastik eingeschweißt ist, muss wohl kaum erwähnt werden. 

Im Mai 2018 haben Aktivisten in einigen Städten Europas, unter anderem in Berlin, ein Zeichen gegen Plastikverpackungen im Supermarkt gesetzt – mit sogenannten "Plastic Attacks". Sie haben gekaufte Lebensmittel direkt im Markt in Stoffbeutel und Aufbewahrungsgläser abgefüllt und den Verpackungsmüll zurückgelassen, den Supermärkte (zu einem gewissen Grad) zurücknehmen müssen. 

Die Aktion hat tatsächlich für Aufmerksamkeit gesorgt und doch müssen sich in erster Linie Politik und Supermärkte der Problematik annehmen, um zügig Besserung zu schaffen. In Ansätzen ist dies tatsächlich bereits geschehen: Plastiktüten gibt es seit längerem beispielsweise nicht mehr gratis. Rewe und Penny haben außerdem erste Tests gefahren, Obst und Gemüse künftig via Lasergravur zu beschriften und nicht mehr zu verpacken.

Schon gewusst?

Im Durchschnitt produziert jede und jeder Deutsche etwa 37 Kilo Plastikmüll pro Jahr!

Was tun gegen die Massen an Verpackungsmüll?

Wer selbst seltener den Müll rausbringen und damit gleichzeitig die Umwelt schonen möchte, kann im Supermarkt darauf achten, Lebensmittel mit möglichst wenig Verpackung zu kaufen. Wer das mal ernsthaft versucht wird allerdings merken, dass das leichter gesagt als getan ist.

Freikost Deinet

Bildquelle: Freikost Deinet/Andreas Rüther

Eine echte Alternative stellen sogenannte verpackungsfreie Supermärkte dar. Hier könnt ihr eure Gläser mit Schraubverschluss, Stoffbeutel und Co. von Zuhause mitbringen und Haferflocken, Süßigkeiten und Milch umfüllen. Solche Märkte gibt es mittlerweile in den meisten größeren Städten. 

In Bonn, dem Sitz von Chefkoch, gibt es beispielsweise Freikost Deinet. Diese erläutern auf ihrer Website weitere Vorteile eines verpackungsfreien Lebensmittelmarktes, die vielleicht nicht jedem direkt klar sind: 

  • Bewusst einkaufen: Ihr könnt über die gekauften Mengen frei bestimmen. Dadurch lassen sich unnötige Reste beim Kochen vermeiden.
  • Sich inspirieren lassen: Ohne Verpackung könnt ihr Lebensmittel beim Kauf besser betrachten, ertasten und riechen. 
  • Regionale Produkte: Verpackungsfreie Lebensmittelgeschäfte setzen (wie im Fall von Freikost Deinet) häufig auf regional und bio produzierte Lebensmittel. 

Wer das verpackungsfreie Einkaufen einfach mal ausprobieren möchte, selbst aber nicht genügend Gefäße zum Umfüllen besitzt, kann diese meist im Laden direkt leihen. Ihr zahlt wie bei Flaschen ein Pfand, das ihr bei Rückgabe wieder ausgezahlt bekommt. Die Hürde ist damit verschwindend gering, sich auf den umweltbewussten Trend einzulassen. 

Habt ihr schon einmal in einem verpackungsfreien Supermarkt eingekauft oder tut dies womöglich sogar regelmäßig? Wenn nicht, würdet ihr es einmal ausprobieren? 

Nächster Schritt "Zero Waste"?! 

In verpackungsfreien Supermärkten einzukaufen ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die persönliche Müllproduktion einzuschränken. Mittlerweile hat sich ein Trend – oder vielmehr eine Bewegung – mit Namen "Zero Waste" entwickelt. Ihr könnt euch denken, worum es geht: möglichst wenig Müll zu produzieren – und das in allen Lebenslagen.

Das erfordert vor allem eines: Engagement. In vielen Situationen lässt sich Müll vermeiden, wenn man sich nur die Zeit nimmt, kurz darüber nachzudenken. Das beginnt damit, sich keinen Kassenbon ausdrucken zu lassen oder anstelle von To-Go-Bechern für Kaffee einen eigenen, wiederverwendbaren Becher zu nutzen. Einblicke in die Bewegung finden sich leicht an zahlreichen Stellen im Netz. Auf Blogs und Videoplattformen wie YouTube könnt ihr euch beispielsweise hilfreiche Tipps abholen, wie sich ohne große Mühe unnötiger Müll im Alltag vermeiden lässt.

Kochbegeistert trotz Miniküche und weiterhin verwundert, warum Soße nie so gut schmeckt wie früher bei Oma.

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