14.10.2014 - Dieses Jahr fand die Next Generation Food bereits zum zweiten Mal im Rahmen der Berlin Food Week statt. Da Chefkoch.de als Mitveranstalter auftritt, waren wir gleich mit mehreren Kollegen vor Ort. Nach einem gelungenen und kulinarisch aufregenden Abend bei der Berlin Food Night begann der Tag bei einem Frühstück, das im Gegensatz zu den meisten anderen Konferenz-Frühstücken reichlich Auswahl bot und dabei neue Produkte aus der Szene zur Verkostung bereithielt. Dieses Konzept zog sich durch den ganzen Tag, sodass in den Pausen jeweils “satt werden” und “neue Food-Trends schmecken” miteinander verknüpft wurden.

Die Aussteller auf der Konferenz zeigten unter anderem viele neue Möglichkeiten, wie Lebensmittel in Zukunft direkt zum Kunden geliefert werden könnten. Ob sich die Direktlieferung nach Hause als Alternative zum Einkauf im Supermarkt in Deutschland durchsetzen wird, steht noch in den Sternen. Optimistische Schätzungen gehen von einem Marktanteil der online ausgelieferten Lebensmittel am gesamten Lebensmitteleinzelhandel von 10% in 2020 aus. Dieses enorme Wachstum dürfte die Logistik-Dienstleister vor bisher ungeahnte Herausforderungen stellen. In England und Frankreich hat die Lieferung von Lebensmitteln bereits einen bedeutenden Anteil am Lebensmittelhandel. Größte Herausforderung, da waren sich alle Teilnehmer der Expertenrunde einig, ist die rasche und zeitlich an die Bedürfnisse des Kunden angepasste Lieferung der Lebensmittel bis an die Wohnungstür. Überbordender Verpackungsmüll bei jeder Lieferung kann jedenfalls kein Zukunftsmodell sein. Die Wege zu diesem Ziel sind sehr unterschiedlich. Lieferung per Paketdienst, per Bote, mit dem Lastenfahrrad oder in eine Kühlbox stehen zur Debatte. Unter den Experten herrschte Konsens darüber, dass unabhängig von der Zustellmethode die Transparenz der Produkte und Prozesse ein entscheidender Erfolgsfaktor im zukünftigen E-Food Business sein wird.

Neben dem großen Thema “E-Food” wurden nach der Mittagspause in 4 parallelen Sessions weitere Mega-Trends im Food-Markt heiß diskutiert. Zur Auswahl standen die Themen Genuss, Gesundheit, Convenience und Nachhaltigkeit. Ich habe mir die Vorträge des Tiefkühlkost-Lieferanten eismann und des “begehbaren Rezeptbuches” Kochhaus zum Thema Convenience angeschaut. Besonders gefiel der Vortrag des Kochhaus-Gründers Ramin Goo, der die Philosophie verfolgt, einem Kunden Convenience bieten zu müssen, ohne dabei die individuellen Bedürfnisse des Kunden aus dem Blick zu verlieren. Allen potenziellen Gründern gab er zu guter Letzt noch die Erkenntnis mit an die Hand, dass, sofern einem kein großes Werbebudget zur Verfügung steht, man eben ein gutes Produkt machen muss.

In den Pausen stand neben der Verkostung der Speisen auch das Kennenlernen der anderen Konferenzteilnehmer auf dem Programm. Von Food-Bloggern über IT-Dienstleiter, Hersteller, Händler und Logistiker waren alle dabei, die die Themen “Food” und “Digital” gekonnt verknüpfen wollen.

In sogenannten “Barcamps” wurden einzelne Themen in Kleingruppen intensiver diskutiert. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Session zum Thema “wie verkaufe ich Lebensmittel online”, in der Ansätze aus dem Neuromarketing auf einen interaktiven Beratungsansatz auf Webseiten übertragen wurden. “Digitale Käsetheke” könnte man auch sagen.

Abends fand noch ein Wettbewerb zwischen vier jungen Start-Ups der Food-Branche statt. Auch hier waren Lieferdienste reichlich vertreten, gewonnen hat jedoch ein Konzept, welches Landwirte und Verbraucher über ein System der “Vorbestellung von Waren” so zusammenbringt, dass Landwirte ihren Absatz exakt berechnen können. Der Verschwendung von Lebensmitteln bzw. dem Wegwerfen nicht verkaufter Waren auf Märkten wird damit vorgebeugt. Der Gewinner “The Food Assembly” darf Werbung auf Chefkoch.de schalten und sein Konzept damit einer breiten Masse bekannt machen. Anschließend klang die Veranstaltung bei Bier und Wein im Innenhof der Kalkscheune langsam aus.

Fazit

Die Next Generation Food hat es auch in der zweiten Auflage wieder geschafft, aufzuzeigen, wo die zukünftigen Trends im Food-Markt liegen und welche Konzepte den gewünschten Erfolg versprechen. Der Austausch mit führenden Experten und Impulsgebern der Branche gestaltete sich dank der entspannten Atmosphäre, dem schmackhaften Essen und der reibungslosen Organisation ganz einfach und das Netzwerken kam so ebenfalls nicht zu kurz. Alles in Allem ein sehr intensiver und erfolgreicher Tag. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr wenn es heißt: Next Generation Food 2015.

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