09.10.2015 - Man schwört drauf oder hasst ihn – selten aber hat man von Vodka, und davon, welcher tatsächlich am besten schmeckt, wirklich Ahnung. Darum haben wir unter dem Motto “Drei Russen gegen den Rest der Welt” zehn Sorten ins Rennen geschickt. Irgendwie gingen wir von der Annahme aus, dass die Russen es schon am besten beherrschen müssten, Vodka zu produzieren. Enttäuscht wurden wir nicht. Eine Überraschung gab es trotzdem.

Vodka – nach Herstellerland sortiert

Uns ist schon klar, dass wir auf einem Klischee herumreiten. Russen, Polen und Ukrainer konnten es noch nicht unter sich ausmachen, wer den besten Vodka produziert. Das macht nichts – wir bilden uns unser eigenes Urteil, einzig und allein auf der Grundlage unseres Geschmacksinns.

Für Russland gingen Green Mark, Russian Standard und Parliament an den Start. Am meisten gefreut habe ich mich auf unseren Import Snow Queen (Kasachstan). Aber es gab ja noch Absolut (Schweden), Alpha Noble (Frankreich), Smirnoff (USA), Blackwood’s (Schottland) und Zubrovka (Polen). Für Deutschland schickten wir Three Sixty ins Rennen. Die Runde war komplett.

Vodka Tasting: Unsere Regeln

Vodka wird nicht warm getrunken – wenn wir schon die Russen ins Zentrum unseres Tastings rücken, brauchen wir sibirische Temperaturen im Glas. Außerdem trinken wir hier kein Obstler. Wenn man sein Glas bereits angehoben hat, durfte man es nicht voll oder halbvoll absetzen. Das darf man in Russland schließlich auch nicht. Gläschen ausspülen, bevor man in eine neue Runde ging, war ebenfalls Pflicht.

Vodka Tasting: Unsere Bewertung

Jeder Tester war mit einem Bogen ausgestattet. Darauf wurde der Vodka aufgelistet und eine simple Frage mit einem Platzhalter für Freitext gestellt: Und, wie war’s?

Green Mark: “Schlicht”, “Es fehlt mir ein wenig die besondere Note”, “sanfter Einstieg, im Abgang wie die Green Mile”.

Absolut: “Absolute Überraschung: morgen ist Feiertag!”, “Mich schüttelt es”, “Pfui, Schlimmster!”, “3+”, “Kräftige Kartoffelnote, aber mild im Abgang”.

Standard: “Wenn der Lada nicht mehr fährt, dann einfach mit Russian Standard einreiben!”, “Fruchtig, sanft”, “sehr russisch”.

Three Sixty: “Geschmack naja”, “Nicht spritzig, wenig Aroma, relativ mild”, “chemisch”, “Ich will nicht mehr!”.

Parliament: “Leicht scharf”, “riecht gut nach Vodka”, “riecht nach Medizin”, “Das ist halt Vodka”.

Alpha Noble: “Benzin”, “riecht widerlich, schmeckt aber besser, als man denkt”

Snow Queen: “Sprit”, “nicht besonders, aber nicht schlecht”, “süß”, “brennt nach”.

Smirnoff: “Würgereiz”, “leicht strohig im Abgang”, “bah”.

Blackwood’s: “Top”, “Ein Vodka mit Geschmack”, “Frisch, würzig”, “Gefällt!”

Zubrovka: “Schmeckt nach Heu”, “Ein feiner Tropfen”, “Assoziation mit Waldmeister”, “Bah!!!”.

Wer einen Vodka besonders gut fand, durfte ein Sternchen vergeben. So konnten wir am Ende einen klaren Sieger ermitteln: Der Schotte war’s – zweifellos der beste Vodka zum pur trinken in der Runde, wie acht Sternchen bewiesen. Immerhin war der polnische Vodka mit zwei russischen Sorten auf Gleichstand, dicht gefolgt von Kasachstan und seiner Snow Queen. Der Rest macht sich sicherlich gut in Longdrinks oder Cocktails, war unser positiver Ausblick.

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen, wie wir Spaß hatten, Freischnauze zu testen und zu bewerten. Wir wollen euch nichts vormachen: Geschmäcker sind verschieden, beim Vodka trifft es mehr zu als bei allen anderen Getränken. Einen Gefallen solltet ihr euch aber trotzdem tun: Je häufiger der Vodka destilliert wurde, desto weniger bereut ihr ihn am nächsten Tag. Rein sollte er also sein, damit euch die Fuselöle keinen Brumm-Schädel verursachen.

Wenn dir das Leben Apfelstrudel gibt, bestell Eis und Sahne dazu! #mangönntsichjasonstnichts

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