09.02.2015 - Als neue Mitarbeiterin des Chefkoch Teams habe ich für euch das Street Food Festival in Köln besucht – ein großartiges Event für Liebhaber der guten Küche, das zum zweiten Mal in der Domstadt stattfand. Voller Vorfreude und mit hohen Erwartungen begab ich mich auf den Weg nach Köln, um mich mit kulinarischen Eindrücken, unbekannten Gerüchen und fremden Kulturen vertraut zu machen.

Für zwei Euro Eintritt auf dem eigentlichen Festivalgelände angekommen, strömen mir die verschiedensten Gerüche in die Nase, welche es mir schwerfallen lassen, zu entscheiden, zu welchem der vielen Stände ich als Erstes gehen soll. Das Festivalgelände teilt sich in zwei Bereiche auf. Einmal den Außenbereich, in dem es vor allem Burger und Frittiertes in allen möglichen Versionen & Geschmacksrichtungen gibt – und diese wahrscheinlich den Kater vom vorherigen Abend verscheuchen sollen. Zum anderen den Innenbereich, eine alte Fabrikhalle aus der laute Musik schallt, und in der ein Stand an den anderen angereiht ist, sodass man gar nicht weiß, wohin man als Erstes gehen soll.

Ich überlege mir eine sinnvolle Essensstrategie, da sich alles so interessant und lecker anhört, und entscheide mich dazu, mich von innen nach außen zu arbeiten. Da meine Füße und Hände aufgrund der Kälte draußen mittlerweile einem Eisblock gleichen, hoffe ich auf Wärme in der Halle und begebe mich auf Entdeckungsreise in das Herz des Street Food Festivals.

Im Herzen des Street Food Festivals

 

Schon beim Eintreten wird mir bewusst, dass es hier verdammt schwer wird, zwischen all den Köstlichkeiten zu wählen. Eine echte Herausforderung für mich, da ich eh immer Schwierigkeiten habe, mich zu entscheiden – denn soweit das Auge reicht: Essen! Afrikanische Gerichte, Sandwiches, Pasta und Pesto, arabische Feinkost, Käse, Linsengerichte, traditionelles chinesisches Essen und vor allem Pulled Pork Sandwiches oder Burger – vietnamesisches, französisches, japanisches, aber auch Essen mit deutscher Herkunft findet man hier.

Besonders veganes Essen scheint ein großes Thema zu sein: Sushi, Döner und Burger – alles ohne tierische Zusätze, gibt es hier en masse. Cupcakes (yummy), Crêpes, Gourmet-Marshmallows, Fair Trade Kaffee und ein Saftladen vertreten hier die süße Sparte und lassen die Herzen aller Koch- und Essbegeisterten höher schlagen. Ich hole mir als Erstes einen Cappuccino, um mich aufzuwärmen, und entscheide mich dann für “Typisch sri-lankische Quarkbällchen mit Kokosraspeln und Honig“. Die sind wirklich gut! Erinnern ein bisschen an die Quarkbällchen aus der Bäckerei, doch durch die Kokosraspeln und den Honig erhalten sie einen besonderen Geschmack. Das Ganze gibt es für 3 Euro.

Vorbei am Crêpestand und diversen Linsengerichten (scheint hier wohl auch sehr “in” zu sein) gelange ich zu einem besonders süßen Stand, der mit kleinen Flatterbändchen verziert ist und an dem junge Mädels frische Cupcakes und Mini-Blaubeer-Küchlein verzieren. Da ich eben schon etwas Süßes hatte, passt etwas Salziges jetzt besser. Besonders angetan bin ich von der arabischen Feinkost, die hier liebevoll angerichtet ist. Von Hummus, über Paprikaaufstrich, Couscous und weiteren, mir unbekannten Pasten, entscheide ich mich für einen gemischten Teller für 7 Euro.

Während sich nebenan die Schlange am China-Stand weiter füllt – dort gibt es gebratene Nudeln und Reisgerichte in allen Abwandlungen – führt mich mein Weg zu einem weiteren afrikanischen Stand, der eher meine Aufmerksamkeit erregt. Eine Frau sitzt auf dem Boden und backt typisch eritreisches Fladenbrot, welches sich Injera nennt. Injera ist die Grundlage einer jeden Mahlzeit in Eritrea und wird häufig mit diversen Beilagen wie Gemüse oder Fleisch gereicht.

Einhornfleisch für 699€ oder nur knuspriger Schweinebauch?

Da mir mittlerweile warm geworden ist und die Innenhalle sich immer mehr mit Menschen füllt, beschließe ich, mir den zweiten Teil des Festivals mal anzusehen und begebe mich nach draußen, wo mir direkt ein kleiner, süßer, rot-weiß gestreifter Wagen auffällt: “Der kleine Munchkin”, vor dem sich eine lange Menschenschlange tummelt. Nach kurzer Beobachtung wird mir klar, dass es sich beim Kleinen Munchkin um einen der beliebtesten Stände des Festivals handeln muss. Hier gibt es tatsächlich frittierte Snickers, Mars und – ganz besonders hervorzuheben – Oreo Kekse! Leider ist es so kalt draußen und die Schlange so lang, dass ich keine Lust habe mich anzustellen. Dafür dann aber 100% beim nächsten Mal, wenn’s wärmer draußen ist 😉

Nach einem kleinen Rundgang, vorbei an den Ol Spice Boyz, die knusprigen Schweinebauch und exotische Burger bewerben, komme ich zum Turbo Imbiss, der Einhornfleisch für 699€ verkauft – welches wohl eher ein Scherz sein soll. Dann gibt es hier noch Gua Bao, eine taiwanische Street Food Spezialität, deren Hauptzutat karamellisierter Schweinebauch ist. Generell gibt es hier draußen viele authentische asiatische Spezialitäten und Burger in allen Variationen. Die Jungs von “Los Carnales” bringen traditionelles, mexikanisches Essen in Form von Maismehltortillas nach Köln und die sind wirklich sehr zu empfehlen. Da macht der Preis von 5,50€ für das Stück auch nichts mehr aus.

Als Letztes gucke ich mir noch den Stand mit den französischen Quiches an. Die Quiche sieht superlecker aus, aber auch der Verkäufer mit seiner Baskenmütze und seiner französischen Schürze lockt mich irgendwie an. Hier gibt es Quiche in verschiedenen Geschmacksrichtungen: vegetarisch mit Spinat und Feta, klassisch mit Spinat und Lauch (kann ich jedem nur wärmstens beim nächsten Street Food Festival Köln empfehlen, welches vom 28.2 bis 1.3.2015 stattfindet) und eine nicht so gängige Sauerkraut-Quiche.

Rückblickend lässt sich sagen, dass das Street Food Festival nicht nur etwas für die Geschmackssinne ist, sondern auch ganz besonders etwas für das Auge! Das Festival ist für alle Altersklassen geeignet. Das Einzige, was beachtet werden sollte: Kommt auf alle Fälle mit leerem Magen, da es wirklich zu schade wäre, die Leckereien zu verpassen.

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