Eingelegte Früchte in Alkohol serviert mit Eis oder Creme oder auch einfach pur, darüber freuen sich Gäste an kalten Wintertagen besonders. So ein Rumtopf will aber lange im Voraus vorbereitet sein. Im Frühling, wenn die Erdbeeren reif sind, ist es Zeit, den Rumtopf anzusetzen. Wir können uns vom Rumtopf aber auch anderweitig inspirieren lassen...

Der Rumtopf hat eine lange Tradition. Schon vor Jahrhunderten hat man auf diese Weise Obst haltbar gemacht. Der Rum konserviert das Obst, so dass es auch Monate später noch köstlich schmeckt. Rumtopf duftet unnachahmlich nach süßen, reifen Früchten und jede Frucht verleiht dem Rumtopf ein feines Aroma.

Rumtopf: Im Frühjahr ansetzen

Die Basis eines Rumtopfs bilden die Erdbeeren. Nach und nach, je nach Saison der Früchte, folgen die weiteren Zutaten, bis im Oktober die letzten Früchte in den Rumtopf wandern. Wenige Wochen später ist es dann endlich soweit: Der Rumtopf ist servierfertig.

Rumtopf: So funktioniert es

Die wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Rumtopf sind ein gutes Auge, reife Früchte, ein großes Gefäß und guter Rum. Dann kann schon nichts mehr schiefgehen: Denn für einen Rumtopf müssen Sie nur reifes, gut geputztes und gesüßtes Obst in einem luftdicht verschließbaren Gefäß mit Rum aufgießen.

 Rumtopf – die Grundregeln
 

Geräte, Gefäße und Materialien müssen sauber sein.

 

Alle Früchte für den Rumtopf müssen reif und unversehrt sein. Früchte mit Druckstellen oder gar verdorbenes Obst haben im Rumtopf nichts verloren.

 

Je besser der Rum, desto besser der Rumtopf. Mindestens 54 % Alkohol sollte es schon sein, um die Haltbarkeit des Rumtopfs zu garantieren.

Wer keinen Rum mag, kann stattdessen auch Wodka oder Weinbrand verwenden.

 

Ob Steingut, Porzellan oder auch Glas: Hauptsache ist, dass das Gefäß mindestens 5 Liter fasst und sich gut verschließen lässt.

Rumtopf: Welcher Zucker ist der Richtige?

Zucker gehört in einen Rumtopf. Nicht nur, damit er süß schmeckt, sondern weil der Zucker das Obst länger haltbar macht. Denn der Zucker bindet das frei verfügbare Wasser im Obst, sodass Hefen, Mikroorganismen und Bakterien es schwerer haben, sich zu vermehren. Außerdem verstärkt der Zucker das Aroma der Früchte. Bevor die Früchte in den Rumtopf kommen, sollten sie deshalb mit Zucker gesüßt werden und einige Zeit darin ziehen können.

Aber welcher Zucker ist der Beste? Das ist ganz einfach: Es ist Geschmackssache. Sie können entweder die Früchte mit normalen Kristallzucker süßen oder auch braunen Zucker verwenden – damit schmeckt der Rumtopf leicht nach Karamell. Alternativ dazu ist es auch möglich, Kandiszucker in den Rumtopf zu geben. Er löst sich dann langsam auf und süßt den Rumtopf.

Rumtopf: Die Früchte

Die Erdbeeren sind reif und duften: Das ist das Startsignal für das Ansetzen des Rumtopfs. Was ist zu tun?

  1. Früchte waschen, trocknen und in mundgerechte Stücke schneiden.
  2. Obst mit Zucker mischen, ziehen lassen und in den Rumtopf geben
  3. Rumtopf mit Rum auffüllen
  4. Rumtopf gut verschließen und an einem kühlen Ort lagern
  5. Alle zwei Wochen können Sie neue Früchte hinzufügen und jedes Mal erst das Obst waschen, trocknen, zuckern und ziehen lassen.

Bei jeder neuen Einlage gilt die Grundregel:

  • Die ersten beiden Schichten kräftig süßen: Nehmen Sie genau so viel Zucker, wie Früchte. Ab der dritten Einlage halb soviel Zucker wie Früchte.
  • Jedes Mal so viel Rum zugießen, dass er 2 cm über den Früchten steht,
  • vorsichtig umrühren,
  • das Gefäß wieder sauber und fest verschließen (wenn nötig, Einmachfolie oder Pergamentpapier erneuern).

Jetzt geht es los, so könnte Ihr Rumtopf aussehen:

Monat

Früchte

Was ist zu tun und zu beachten?

Mai

Erdbeere

Erdbeeren entstielen, gründlich waschen, gut abtropfen lassen und in mundgerechte Stücke schneiden.

Mai/Juni

Süßkirsche

Kirschen gründlich waschen und trocknen lassen.

Hinweis: Manche entsteinen die Kirschen, andere verwenden ihre Kirschen ganz. Grundsätzlich ist beides möglich: Bei der einen Variante behalten die Kirschen ihre Form und sehen hübscher aus, bei der anderen Variante geben sie mehr Saft an den Rumtopf ab.

Tipp: Wer den Stein aus geschmacklichen Gründen mit in den Rumtopf geben will, kann ihn in einem Tee-Ei in den Rumtopf legen.

Juni/Juli

Aprikosen

Aprikosen gründlich waschen, entsteinen, häuten und vierteln

 

Sauerkirschen

Kirschen gründlich waschen und trocknen lassen, aber nicht entsteinen.

Hier gilt das gleiche wie bei der Süßkirsche: Es ist Geschmackssache, ob die Kirschen entsteint werden.

 

Pfirsiche

Pfirsiche blanchieren, häuten, entsteinen und vierteln

Hinweis: Nur feste Früchte verwenden

Juli/August

Nektarinen, Pflaumen, Mirabellen

Früchte gründlich waschen, entsteinen und vierteln. Schälen ist nicht notwendig.

 

Zuckermelone

Melone schälen und in mundgerechte Stücke schneiden

September

feste, kernlose Weintrauben

Trauben waschen und mit einem Zahnstocher löchern, dann nehmen sie den Rum besser auf

Oktober

Birnen

Birnen waschen, schälen, entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden.

Wenn die Früchte zu schwimmen beginnen (weil sie einen Teil ihres Saftes an die Flüssigkeit abgegeben haben), empfiehlt es sich, einen Teller auf die Früchte zu legen (mit der Unterseite nach oben, gegebenenfalls etwas beschwert).

Rumtopf: Welche Früchte sind geeignet?

Den Rumtopf kann man ganz nach seinen Wünschen und Vorlieben variieren. Manches Obst eignet sich besser als anderes Obst für den Rumtopf. So werden Äpfel und Brombeeren hart im Rumtopf, während Beeren eher zerfallen. Anderes Obst hingegen bleibt schön saftig und saugt sich mit Rum voll. Hier eine Übersicht über einige Obstsorten:

 Erdbeeren
 Kirschen
 Aprikosen
 Nektarinen
 Pflaumen
 Mirabellen
 Renekloden
 Zuckermelone
 Ananas
 Kiwi
 Papaya
 Äpfel
 Rhabarber
 Orangen
 Bananen
 Beeren können zerfallen, Brombeeren werden hart

Rumtopf: Ruhezeit und Haltbarkeit

Zwei bis drei Wochen nachdem die letzten Früchte zugegeben wurden, gießt man noch etwa 500 ml Rum an und stellt den Topf endgültig an einen kühlen dunklen Ort. Anfang Dezember ist es dann soweit: Es darf probiert werden! Am besten mit einem Schöpflöffel aus Glas oder Porzellan (Bowlenlöffel). Nach jeder Kostprobe wird der Rumtopf wieder sorgsam verschlossen und hält sich, bei sachgerechter Lagerung bis in den Februar hinein und länger - wie lange, hängt von der Häufigkeit der Kostproben ab!

Wer jetzt Lust hat, seinen eigenen Rumtopf anzusetzen, findet auf der nächsten Seite Rezepte für Rumtopf. Außerdem gibt es dort Rezepte für Desserts und Kuchen mit Rumtopf.

Rumtopf - Rezepte für und mit Rumtopf

Rumtopf

zum Rezept

Rumtopf - Torte

zum Rezept

Schoko - Rumtopf - Tiramisu

zum Rezept

Blitz - Rumtopf

zum Rezept

Exotischer Rumtopf

zum Rezept

Amaretti-Mousse

zum Rezept

Beschwipste Hermann - Muffins

zum Rezept

Lebkuchen - Panna Cotta auf Rumtopfgelee

zum Rezept
Rumtopf
Rumtopf
Rumtopf - Torte
Rumtopf - Torte
Schoko - Rumtopf - Tiramisu
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Blitz - Rumtopf
Blitz - Rumtopf
Exotischer Rumtopf
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Amaretti-Mousse
Amaretti-Mousse
Beschwipste Hermann - Muffins
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Lebkuchen - Panna Cotta auf Rumtopfgelee
Lebkuchen - Panna Cotta auf Rumt…

Ein Rumtopf braucht seine Zeit: Im Abstand von etwa zwei Wochen werden nach und nach immer mehr Früchte mit Zucker vermischt und mit Rum angesetzt. Durch die lange Ziehzeit und die vielen verschiedenen Aromen von Erdbeeren, Mirabellen, Pflaumen, Ananas und Co. entsteht am Ende ein köstlicher Rumtopf, den Sie zur Weihnachtszeit bis zur Karnevalszeit hinein genießen können. Das kann pur sein, muss aber nicht. Auch im Kuchen, zusammen mit Eis oder als Gelee lässt sich der Rumtopf im Winter genießen.

Als Ernährungswissenschaftlerin schaue ich genau auf mein Essen – und lasse es mir schmecken!

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