Gewusst wie

Einkochen – Anleitung für Anfänger mit Rezepten

(Foto: CK_Print-Magazin / Jorma Gottwald)

Zum Rezept: Dampfzwetschgen

Wer glaubt, Einkochen sei schwierig und zeitaufwendig, könnte überrascht werden. Denn mit ein paar Tricks gelingen auch Anfängern klassische und ausgefallenere Marmeladen und Monate haltbare Eintöpfe.

Einmachen oder Einkochen – wo liegt der Unterschied?

Einkochen und Einmachen sorgen dafür, dass Obst und Gemüse für lange Zeit haltbar sind. Der Unterschied zwischen den beiden Methoden liegt in der Konsistenz des Ergebnisses sowie in der Methode: Wer Konfitüre, Gelee und Marmelade herstellen möchte, sollte diese einmachen. Wer Pfirsiche, Birnen und Co. in Stücken im Glas überwintern lassen möchte, sollte diese hingegen einkochen. Einmachen und einkochen unterscheiden sich also wie folgt:

Einkochen:
Obst und Gemüse aus dem Glas

Einmachen:
Konfitüre, Marmelade und Gelee

  • Beim Einkochen werden Obst und Gemüse stark erhitzt und sterilisiert.
  • Beim Einkochen werden die Zutaten direkt ins Einmachglas gegeben. Das Glas wird samt Inhalt in einem geschlossenen Topf erhitzt.
  • Durch das Einkochen werden die verwendeten Lebensmittel von Keimen befreit.
  • Beim anschließenden Abkühlen bildet sich im Einmachglas mit Deckel und Gummiring ein Vakuum, wodurch die Lebensmittel konserviert werden.
  • Beim Einmachen wird Konfitüre, Marmelade und Gelee gemacht.
  • Dabei werden alle Zutaten zunächst zu einer dickflüssigen Masse gekocht und dann in saubere Gläser abgefüllt. Im Gegensatz dazu werden die Lebensmittel beim Einmachen pasteurisiert, also auf bis zu 100 Grad Celsius erhitzt um so Mikroorganismen abzutöten.
  • Einmachen wird für Konfitüre, Marmelade und Gelee verwendet. Hierbei werden alle Zutaten direkt in einem Topf gekocht und diese Mischung in saubere Einmachgläser gefüllt.

Im Alltag werden die beiden Begriffe jedoch häufig synonym verwendet – das seht ihr auch an einigen der Rezeptenamen in diesem Artikel, die von unseren Nutzerinnen und Nutzern kommen. 

Rezepte zum Einkochen oder Einmachen

Rote Bete einmachen

Rote Bete nach »Uromas Art« einmachen

(Foto: CK_Print-Magazin / Jorma Gottwald)
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Zucchini süß-sauer einmachen

Zucchini süß-sauer einmachen

(Foto: CK_Print-Magazin / Jorma Gottwald)
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Rezept Piña-Colada-Marmelade

Piña-Colada-Marmelade

(Foto: Chefkoch-Video)
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Rezept Grundlage für Tomatensuppe

Grundlage für Tomatensuppe, haltbar gemacht

(Foto: CK_Print-Magazin / Jorma Gottwald)
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Rezept Erdbeer-Bananen-Marmelade

Erdbeer-Bananen-Marmelade

(Foto: pralinchen)
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Rezept Gewürzgurken einmachen

Gewürzgurken

(Foto: CK_Print-Magazin / Jorma Gottwald)
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Rezept Dampfzwetschgen

Dampfzwetschgen

(Foto: CK_Print-Magazin / Jorma Gottwald)
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Rezept Bolognese auf Vorrat

Bolognese auf Vorrat

(Foto: omaskröte)
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Rotkohl einmachen

Rotkohl einmachen

(Foto: LumoxMaxima)
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Rezept Ananas einwecken

Ananas einwecken

(Foto: baumkuchen1)
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Rote Bete nach »Uromas Art« einmachen
Rote Bete nach »Uromas Art« einm…
Zucchini süß-sauer einmachen
Zucchini süß-sauer einmachen
Piña-Colada-Marmelade
Piña-Colada-Marmelade
Grundlage für Tomatensuppe, haltbar gemacht
Grundlage für Tomatensuppe, halt…
Erdbeer-Bananen-Marmelade
Erdbeer-Bananen-Marmelade
Gewürzgurken
Gewürzgurken
Dampfzwetschgen
Dampfzwetschgen
Bolognese auf Vorrat
Bolognese auf Vorrat
Rotkohl einmachen
Rotkohl einmachen
Ananas einwecken
Ananas einwecken

Einmachen – So geht's!

Warum macht man ein? Damit das saisonale Obst länger haltbar ist und ihr den Geschmack von Erdbeeren auch in verschneiteten Wintern beim Frühstücken genießen könnt. Nämlich dann, wenn ihr die eingemachte Erdbeer-Konfitüre öffnet und auf ein Brötchen oder Croissant schmiert. Damit Marmelade, Gelee und Konfitüre konservieren, sind drei Dinge notwendig:

  1. Zucker (oder das im Gelierzucker ab einem Verhältnis von 2:1 enthaltene Konservierungsmittel)
  2. das Kochen der Früchte und
  3. das kochend heiße Einfüllen in Einmachgläser.

Damit das gelingt, haben wir einige Tipps zum Einmachen zusammengefasst:

 

Achtet auf frisches, vollreifes Obst und Gemüse: Auch nur leicht überreifes Obst und Gemüse sollten nicht mehr den Weg in euer Einmachglas finden. Das gleiche gilt, wenn sich bereits Fruchtfliegen an den Früchten und Beeren zu schaffen machen.

 

Obst und Gemüse vor dem Zerkleinern waschen; jedoch und nur kurz – es verliert sonst sein Aroma.

 

Verwendet unbedingt Gläser, die luftdicht abschließen. Die Gläser müssen einwandfrei und absolut sauber sein. So sterilisiert ihr Gläser, Deckel und Gummi.

 

Wenn ihr euer Einmachgut einfüllt, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Verklebte Glasränder können verkeimen oder haben zur Folge, dass der Deckel nicht richtig schließt. Am besten wischt ihr eventuelle Patzer mit einem feuchten Tuch ab. Wenn ihr einen Trichter zum Einfüllen verwendet, ist es leichter und es geht nichts daneben.

 

Damit alles gut konserviert, füllt ihr das Einmachgut immer heiß und randvoll in die Gläser ein und verschließt die Gläser sofort fest. Zutaten wie Sultaninen oder Nüsse verteilen sich im Glas besser, wenn ihr die frisch abgefüllten und verschlossenen Gläser während des Erkaltens mehrfach wendet.

Einkochen – So geht's!

Beim Einkochen geht es wie oben beschrieben darum, Obst und Gemüse in ihrer ursprünglichen Form haltbar zu machen. Dazu füllt ihr Obst und Gemüse in verschließbare Gläser. Dazu kommen weitere Zutaten wie Gewürze. Bevor ihr die Gläser verschließt, füllt ihr sie mit Flüssigkeit auf – bei Gemüse meist einem Mix aus Wasser und Essig. 

Die gut verschlossenen Gläser kocht ihr dann in einem Einkochtopf (auch Einkochapparat genannt). Dieser ist nicht ganz günstig in der Anschaffung. Wir empfehlen Anfängern daher, dass ihr euch ein Gerät von Freunden oder Bekannten leiht und schaut, ob ihr Spaß am Einkochen habt.

Hier haben wir noch einige Tipps zusammengetragen, die wir im Laufe unserer Einkoch-Karriere gesammelt haben:

 

Neben Obst und Gemüse könnt ihr auch fertige Gerichte einkochen und Wochen oder Monate später im Büro als Mittagessen aufwärmen. Beliebte Gericht zum Einkochen sind Suppen und Eintöpfe. Für Inspiration könnt ihr euch im Supermarkt Fertiggerichte aus Konserven anschauen – alles, was ihr hier findet, könnt ihr auch zu Hause einkochen.

 

Was ihr nicht einkochen solltet: Püriertes Gemüse (wie Kartoffelbrei oder Cremesuppen), Blattgemüse und Nudeln

 

Theoretisch könnt ihr auch im Backofen einkochen. Wir raten jedoch davon ab, da ihr hier schlecht einschätzen könnt, ob die Füllung der Gläser gleichmäßig erhitzt worden ist.

 

Wischt den Rand der Gläser mit einem feuchten Tuch ab, bevor ihr die Gläser verschließt. So verhindert ihr, dass der Deckel unter Umständen nicht richtig schließt und eurer Eingekochtes verdirbt.

 

Glasheber helfen euch dabei, euch beim Herausnehmen der heißen Gläser nicht zu verbrühen.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich, dass die Marmelade & Co. fertig sind?

Die Gelierprobe zeigt an, wann der Kochvorgang abgeschlossen ist und ihr die gekochte Marmelade & Co. in die Einmachgläser füllen könnt.

Küchentrick: Gelierprobe

1-2 Teelöffel des heißen Einmachguts auf eine kalte Untertasse geben. Die Probe sollte jetzt sofort fest werden. Geliert sie nicht, lasst das Einmachgut noch etwas kochen oder fügt ein wenig Zitronensäure hinzu. Diese sorgt für eine festere Konsistenz, beeinträchtigt jedoch nicht den Geschmack eurer Marmelade, Gelees oder Konfitüre.

Beim Kochen der Früchte mit dem Gelierzucker unbedingt die Angaben in den Rezepten sowie die Hinweise der Hersteller auf der Gelierzuckerverpackung beachten. Wird das Einmachgut zu lange gekocht, verliert der Gelierzucker seine gelierende Wirkung.

Worauf sollte ich beim Aromatisieren achten?

Alkohol konserviert und verfeinert, sollte allerdings nur hinzugefügt werden, wenn keine Kinder euer Einmachgut essen. Hochprozentiges wird immer erst am Ende der Kochzeit hinzugegeben. Essen Kinder mit, lässt sich der Alkohol durch Saft ersetzen oder wird einfach weggelassen. Der »Kick« für Konfitüre & Co.: Gewürze, Nüsse und Kräuter sorgen für ausgefallenes Aroma: Vanille, Zimt, Koriander, Kurkuma, Ingwer, Sultaninen, Walnüsse, Pinienkerne, Pfefferminze. Lavendelblüten oder, oder, oder ... – da sind der eigenen Fantasie und dem Geschmack keine Grenzen gesetzt.

Im Video seht ihr, wie euch mit Vanille aromatisierte Erdbeermarmelade gelingt:

Von: Eliane Neubert, Länge: 1 Minute 28 Sekunden
Das Rezept zum Video:
Video mit ID 1453 im Artikel Einmachen: Tipps und Tricks für Eingemachtes
Video-ID / Video-URL
1453
Typ
intern

 

Muss ich das Einmachglas auf den Kopf stellen?

Ob es zwingend notwendig ist, die Gläser nach dem Einfüllen des kochend-heißen Einmachguts für einige Zeit auf den Kopf zu stellen, ist nicht ganz klar. Die Befürworter betonen, dass so ein Vakuum entstünde und außerdem die Innenseite des Deckels durch den Kontakt mit dem heißen Einmachgut nochmals von möglichen Keimen befreit wird, da diese durch die Hitze abgetötet werden.

Gegner des Umdrehens möchten vor allem das Verschmutzen der Deckelinnenseite vermeiden, da dies beim Öffnen des Glases zu einem späteren Zeitpunkt natürlich etwas unschön aussieht. Das Auge isst ja bekanntlich mit.

Unsere persönliche Erfahrung ist, dass auch unser Einmachgut auch ohne Umdrehen gelungen ist – und das jedes Mal. 

Wie wichtig ist Hygiene beim Einmachen?

Beim Einmachen ist Hygiene ein unbedingtes Muss. Durch Verunreinigungen am Einmachglas oder am Deckel können Konfitüre und Co. verderben. Deswegen ist es wichtig, dass Deckel und Gläser vor der Verwendung sterilisiert werden. Das funktioniert, indem ihr Deckel und Gläser in Wasser für etwa 8 Minuten auskocht, mit einem sauberen Geschirrtuch abtrocknet und sie anschließend nochmals für einige Zeit bei 80 Grad im Ofen trocknet.

Noch einfacher geht die Sterilisation, wenn ihr Gläser und Deckel direkt bei 120 Grad für etwa 10 Minuten in den Backofen stellt. Keime haben so keine Chance mehr. Im Idealfall verwendet ihr die zu den Einmachgläsern gehörenden Gummiringe immer nur einmal. Bereits verwendete Gummiringe können porös geworden sein, den Rand folglich nicht mehr richtig abdichten und so dazu führen, dass Luft eindringt. Wenn ihr die Gummiringe erneut verwenden möchtet, dann kocht sie in Essigwasser ab.

Als Ernährungswissenschaftlerin schaue ich genau auf mein Essen – und lasse es mir schmecken!

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