Chia, Matcha, Goji - hinter diesen exotischen Namen verbergen sich Superfoods. Was sie so "super" macht? Sie sollen besonders reich an wertvollen Inhaltsstoffen sein und so zur Gesundheit des Körpers beitragen. Stimmt das? Robert Kronecker von Hafervoll erklärt im Interview, woher der Trend kommt und ob wirklich etwas dahinter steckt.

Robert, woher kommt der Trend "Superfoods"?

Jeder Trend kommt aus den USA. So auch die Superfoods. Wir sind auf internationalen Messen, unter anderem in Großbritannien oder den Niederlanden auf die Superfoods aufmerksam geworden. Aber auch auf Instagram sieht man sie immer häufiger. Es sind einfach Rohstoffe, die aus Sicht der Ernährung vorteilig sein können, und sie sind eine super Hilfe für den Alltag, weil man sie leicht einsetzen kann.

Was macht sie denn so vorteilig für die Ernährung?

Man hört immer, das Superfoods mehr können als andere Lebensmittel. Das stimmt aber nicht. Kein Pflanzenextrakt - und nichts anderes sind Superfoods - lässt einen Bäume ausreißen. Sie enthalten aber viele Wirkstoffe, die zum Beispiel das Immunsystem und die Zellerneuerung unterstützen können. Aber da darf man auch keine Wunder erwarten und es nicht übertreiben: Alles hat seine Grenzen. Es reicht nicht, morgens mit einem Müsli mit Superfoods zu starten. Auch den restlichen Tag muss man gesund leben, mit Bewegung, ausgewogener Ernährung und Entspannung. Superfoods sind also nicht zwingend besser und können nicht mehr als andere Lebensmittel. Aber bei dem ein oder anderen könnten sie vielleicht einen Mangel abfedern wie zum Beispiel bei Veganern das Vitamin B12.

Warum verwendet man sie?

Weil sie einfach praktisch sind: Ein, zwei Teelöffel vom Pulver im Shake oder Smoothie, das ist schnell gemacht. Oder einen Tee aufgießen - ich meine den Matcha Tee - oder auch im Joghurt und Müsli lassen sich Superfoods gut einsetzen. Selbst beim Backen. Ich habe zuletzt Rohkostbällchen gemacht, aus dem Presskuchen, der bei meiner selbst gemachten Cashewmilch übrig blieb. Einfach etwas Gerstengras und ein paar Himbeeren dazu, in Mehl rollen, fertig!

Oder nehmen wir zum Beispiel Chia Samen. Natürlich kann man stattdessen auch Leinsamen essen, denn beide liefern Ballaststoffe. Aber im Unterschied zu Leinsamen enthalten Chia Samen mehr Omega-3-Fettsäuren und sind außerdem auch zum Backen geeignet, weil sie gut quellen. Da muss man halt immer abwägen und für sich selber entscheiden, was man verwenden will. Superfoods sind sozusagen die trendige Alternative.

Schmecken Superfoods?

Tja, ehrlich gesagt... pur schmecken viele bitter, nach Rasen oder leicht säuerlich - wie eine Pflanze eben. Das liegt an dem Chlorophyll. Die große Herausforderung ist daher, Produkte und Rezepte mit Superfoods zu entwickeln, die gut schmecken. Auf der anderen Seite braucht man meist auch nur wenig von dem Pulver - ein Teelöffel ist meist schon völlig ausreichend. Entsprechend kombiniert mit frischen und leckeren Zutaten schmecken sie gut.

Worauf muss man achten, wenn man Superfoods verwenden will?

Auf die Qualität! Nicht jedes Superfood ist unter optimalen Bedingungen gewachsen und verarbeitet worden. Da gibt es große Unterschiede. Am Beispiel von Matcha Tee kann ich es deutlich machen: Matcha Tee aus Japan enthält die meisten Wirkstoffe, denn er ist im Dunkeln schonend verarbeitet worden. Er ist entsprechend kostbar. Auf der Verpackung steht aber oftmals nicht drauf, woher das Superfood kommt und wie es verarbeitet wurde. Für den Verbraucher sind die Qualitätsunterschiede also nicht unbedingt ersichtlich. Da muss man sich schon sehr genau mit dem Thema und dem Produkt auseinandersetzen.

Fazit:

Ob ihr Superfoods essen wollt oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden. Superfoods bieten nicht mehr Vorteile als unsere heimischen "Superfoods" wie Himbeeren oder Grünkohl. Dennoch können Chia und Co. euren Speiseplan erweitern, für Abwechslung und trendiges Essen sorgen, aber Wunder solltet ihr nicht erwarten. Zu einem gesunden Lebensstil gehören nämlich ausgewogene Ernährung, Bewegung und Entspannung.

Rezepte mit Superfoods

Ihr wollt Superfoods mal ausprobieren, wisst aber noch nicht genau, wie man sie einsetzt? Auf der nächsten Seite findet ihr ein paar Rezepte von Hafervoll, die euch bestimmt inspirieren.

Zur Person

Robert Kronekker aka Dr.Oat aka der verrückte Entwickler
Ich bezeichne mich selbst als Health Food Addict und erklärter Gegner von industriellen Zusatzstoffen und Zuckerzusätzen. Schon lange störten mich die ganzen industriellen Abfall- und Füllstoffe in unseren Lebensmitteln, weswegen ich nach meiner Ausbildung zum Fitnessfachwirt das Studium zum Ernährungswissenschaftler absolvierte. Ein echter Oeko eben! Meine Erfahrungen in der Industrie leiteten mich dazu 2013 die Firma HAFERVOLL gemeinsam mit Philip Kahnis zu gründen.

 

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