Into the Wild: Die Outdoorküche

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Into the Wild: Grillfreunde, Fleischfresser, Fortgeschrittene, Experimentierfreudige
Buchtitel Into the Wild: Die Outdoorküche

Into the Wild: Darum geht's

Wenn es nach Mikael Einarsson, Henrik Francke und Gustav Lindström geht, sind Outdoor, Abenteuer und Entschleunigung die besten Voraussetzungen, gutes Essen zuzubereiten. In ihrem Buch Into the Wild geht es ihnen um die Herstellung von Lebensmitteln aus eigener Hand – inmitten von Natur und losgelöst von Verpflichtungen, die das digitale Zeitalter mit sich bringt. Dabei wecken sie Sehnsüchte nach dem Geschmack einer Outdoorküche, die ursprünglich, aromatisch und vor allem sehr zufriedenstellend ist.

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Into the Wild: Das finden wir

Die Autoren machen dem Leser keine Illusionen: "Das ist kein Kochbuch für den Heißhunger", schreiben Mikael Einarsson, Henrik Francke und Gustav Lindström in ihrem Vorwort zu Into the Wild. "Das ein oder andere Rezept benötigt Monate oder Jahre! Manchmal muss man erst einen Lehmofen bauen oder eine Kochgrube graben, bevor es losgehen kann", räumen sie ein. Auch wenn es seine Zeit braucht, bis das Essen auf den Tellern verteilt werden kann – in der Outdoorküche beginnt Genuss eben beim Ausheben und Befeuern einer Erdgrube oder der eigenhändigen Konstruktion eines rustikalen Ofens. Die körperliche Arbeit wird nämlich mit einem Erlebnis belohnt, das am Ende innere Zufriedenheit verschafft, jeden Schritt zur kulinarischen Perfektion wirklich selbst verantwortet zu haben.

In Into the Wild suchen Sie vergebens nach Kapiteln. Hier nennt man sie Projekte: Das Garen in einer Erdgrube, die Käseherstellung, das Kochen über offenem Feuer, Austernpilze selbst züchten, das Wursten, Säuern, Einmachen und Einlegen, Trocknen, Räuchern und Brauen. Alles ist damit längst nicht aufgezählt. Aber Sie verstehen vielleicht mehr, was das Buch leistet: die Grundlage für aufregendes bis abenteuerliches Kochen, das viel Geschmack verspricht. Auf etwa 170 Seiten besprechen die schwedischen Autoren über 100 Rezepte, die Sie das ursprüngliche Kochen lehren. Mich stellt es definitiv vor Herausforderungen, aber auch vor die Frage, ob das nicht genau der richtige Weg ist, große Kochevents mit der Familie und Freunden zu begehen. Zumindest aber weckt Into the Wild neue Ansprüche ans Kochen in mir.

Into the Wild: Pro und Contra

Pro Contra
Plus

Hoher Informationsgehalt: Der Leser wird mit dem Ausheben einer Erdgrube und sonstigen Feuerstellen nicht alleine gelassen

 

Spezielles Thema, zu dem Rahmenbedingungen wie Zeit und Platz passen müssen

Plus

Gute Mischung zwischen Rezepten, die Zeit brauchen und welchen, die vergleichsweise schnell gehen

 

Aufwendige Planung erforderlich

Plus

Die Botschaft, sich für die Essenszubereitung einmal eine große Auszeit zu gönnen und jeden Schritt selbst zu bestimmen

   

Into the Wild: Unsere Wertung

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Drei Skandinavier schreiben ein Buch über Genuss – Im Mittelpunkt steht die Natur und das Kochen. Geprägt von der skandinavischen Landschaft, entwerfen sie dabei das Bild einer Outdoorküche, die Sehnsüchte nach einer Auszeit und intensiven Geschmackserlebnissen weckt. Als Leser wird man durch aufwendige Herstellungsverfahren geführt, bekommt zwischendurch aber auch vergleichsweise schnellere Rezepte an die Hand. Insgesamt genügt es nicht, Into the Wild als Kochbuch zu bezeichnen. Das Buch transportiert nämlich über die Rezepte hinaus eine Auffassung zum Leben und Genuss.

Wenn wir auf unsere Campingplätze ausrücken, haben wir für Erdgruben und große Räucheröfen aber meist keinen Platz – im Alltag vielleicht nicht die Zeit. Eine aufwendige Planung ist im Vorfeld jedoch erforderlich, wenn Sie es den Autoren gleich tun wollen. Zu empfehlen ist Into the Wild daher nur den ambitioniertesten Hobby-Köchen, die das offene Feuer als Herdersatz zu schätzen wissen.

Into the Wild: Unser Testkochen

Noch nie bin ich auf die Idee gekommen, Rhabarber zu grillen. In Kombination mit karamellisierten Pistazien klang das Rezept aber sehr verlockend. Für das Testkochen sollte es auch deshalb eine Nachspeise sein, weil das Potential für Süßes vom Grill meiner Meinung nach noch nicht ausreichend ins Bewusstsein experimentierfreudiger Köche gerückt ist. Weil es so lecker war, steht gegrillter Rhabarber künftig auf dem Dessertplan.

Gegrillter Rhabarber

Zubereitung für 4 Portionen:

Zutaten

12 Rhabarberstangen
95 g Zucker
1 EL Wasser
1 EL Honig
2 EL Pistazien, gehackt

Zubereitung

Die Rhabarberstangen putzen, waschen und über offenem Feuer so lange grillen, bis sie weich sind. Während der Rhabarber auf dem Rost liegt, geben Sie Zucker, Wasser und Honig in einen Topf und lassen es im Topf köcheln, bis der Zucker goldbraun karamellisiert. Fügen Sie anschließend die Pistazien hinzu und lassen Sie alles eine weitere Minuten köcheln. Nun ist der Rhabarber weich genug und kann auf die Teller verteilt werden. Solange das Karamell noch flüssig ist, sollten Sie es über den Rhabarber geben.

Was Into the Wild in diesem Rezept nicht verrät: Der Rhabarber verliert auf dem Teller viel Wasser und das Karamell wird nach wenigen Minuten steinhart. Es hat vorzüglich geschmeckt, aber Sie sollten zum Anrichten tiefe Schälchen wählen und womöglich den Rhabarber etwas abkühlen lassen, bevor Sie das Karamell darüber verteilen.

Veröffentlichung des Rezepts "Rhabarber mit karamellisierten Pistazien" aus dem Buch Into the Wild mit freundlicher Unterstützung vom Heel Verlag. Copyright des Rezeptbilds liegt bei Helena Pivovar.

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Into the Wild: Die Outdoorküche

erschienen bei Heel Verlag

Autor: Mikael Einarsson, Henrik Francke und Gustav Lindström

Preis: 22,00 €

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