Alternative zu Weizenmehl: Backen und Kochen mit Kokosmehl

Kokosmehl wird in der Küche und vor allem beim Backen immer beliebter. Bis vor kurzem waren Rezepte mit Kokosmehl noch ein Geheimtipp, inzwischen findet Kokosmehl immer mehr Fans. Gerade wer auf Kohlenhydrate oder Gluten verzichtet, wird Kokosmehl als geeignete Zutat für viele Rezepte schnell zu schätzen wissen. Wir verraten, wieso Kokosmehl mehr ist, als fein geraspelte Kokosflocken. Warum man damit mehr machen kann, als nur zu backen und wieso es bei Kokosmehl am Anfang erstmal Pflicht ist, ein wenig zu experimentieren, verrät unser Artikel.

Die Zahl derer, die bewusst auf eine kohlenhydratreduzierte Ernährung achten oder aus gesundheitlichen Gründen auf den Eiweißkleber Gluten verzichten müssen, wächst stetig. Deswegen auf leckere Backwaren zu verzichten muss jedoch nichts ein: Eine leckere, jedoch noch immer recht unbekannte Alternative zu klassischem Weizenmehl ist Kokosmehl. Kokosmehl lässt sich in viele Rezepte einarbeiten, wenn man weiß, was was zu beachten ist und zudem gewillt, ein wenig zu testen.

 

Kokosmehl: Fruchtfleisch wird zu Mehl

Kokosmehl besteht aus gemahlenen Kokosnüssen. Es ist aber eigentlich kein Mehl. Und auch nicht nur gemahlene Kokosflocken. Denn der Herstellungsprozess ist etwas aufwendiger: Kokosmehl wird aus dem getrockneten, vom Kokosöl befreiten und dann fein gemahlenen Fruchtfleisch von Kokosnüssen hergestellt. Es ist schneeweiß und wird nicht gebleicht oder auf sonstige Art und Weise nachbehandelt. Damit ist Kokosmehl 100% naturbelassen.

Im Vergleich zum Kokosmehl sind Kokosflocken sehr fettreich, da in ihnen noch das Kokosöl enthalten ist. Dies ist bei Kokosmehl nicht der Fall: Denn durch die Trocknung des Fruchtfleischs während des Herstellungsprozesses werden den Kokosflocken dreiviertel des Kokosöls und damit ihres Fettgehalts entzogen. Das so gewonnene Kokosöl wird übrigens weiterverkauft. Da den Kokosflocken das Kokosöl fehlt, sind diese viel trockener und lassen sich sehr fein mahlen. So entsteht eine Konsistenz, die mit normalem Mehl vergleichbar ist.

Kokosmehl: zarte, duftige Kokosnote

Da Kokosmehl aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss hergestellt wird, schmeckt und duftet es auch zart nach Kokos. Es eignet sich daher nicht nur zum Backen, sondern für viele Speisen, sofern eine leichte Kokosnote das Gericht geschmacklich ergänzt.

Kokosmehl: Kochen und Backen mit Kokosnuss

Kokosmehl ist bei so manchem Rezept eine leckere, exotische Alternative zu normalem Mehl. Reich an Proteinen und voller Ballaststoffe, dafür arm an Kohlenhydraten und gänzlich frei von Gluten, eignet sich Kokosmehl ideal für viele Low Carb Rezepte oder Speisen, bei denen man auf Gluten verzichten möchte. Kokosmehl eignet sich gut zum Backen. Aber auch zur Herstellung von Desserts, Brotaufstrichen oder einfach statt Mehl oder Speisestärke als Soßenbinder macht es eine gute Figur.

Da Kokosmehl viele gesunde und gut verdauliche Ballaststoffe enthält, lässt es sich auch sehr gut in Flüssigkeiten wie Joghurt oder Milch einrühren: so erhalten Shakes oder Smoothies eine Extraportion der unverdaulichen, gesunden Nahrungsbestandteile. Die leichte Kokosnote sorgt in süßeren Speisen zudem für eine besondere, exotische Note.

Kokosmehl: Bitte testen!

Wer mit Kokosmehl backen möchte muss ein paar Punkte berücksichtigen:

Ganz wichtig ist beim Einsatz von Kokosmehl in der Küche ist, dass man entweder ein erprobtes Rezept verwendet, das auf die Verwenung von Kokosmehl zugeschnitten ist oder aber sich darauf einstellt, erstmal etwas mit der Mehlalternative experimentieren zu müssen. Klare Vorgaben, in welchem Verhältnis man normales Mehl durch Kokosmehl ersetzt, sind schwer zu finden. Eine Regel zur groben Orientierung gibt es dennoch. Abweichungen lassen sich aber auch hier nicht vermeiden. Probieren geht über studieren:

Faustregel für den Ersatz von Weizenmehl durch Kokosmehl:
50 Gramm Weizenmehl entsprechen etwa 1 Esslöffel Kokosmehl.

Weizenmehl in einem nicht für Kokosmehl ausgerichteten Rezept 1:1 durch Kokosmehl zu ersetzen ist nicht ratsam. Stattdessen empfiehlt es sich, beim Backen nur maximal bis zu einem Drittel des normalen Mehls durch Kokosnussmehl zu ersetzen, sonst ist es wahrscheinlich, dass die Konsistenz des Teiges, spätestens jedoch des fertigen Backwerks, nicht wie erwünscht ausfällt. Das fehlende Gluten als „Kleber“ macht sich bemerkbar.

Achtung!
Durch den Austausch eines Teils des normalen Mehls wird eine Speise nicht automatisch Glutenfrei. Wer komplett glutenfrei mit Kokosmehl backen möchte, sollte Rezepte auswählen, für die kein normales Mehl benötigt wird.

Kokosmehl: Flüssigkeit und Eier helfen

Da Kokosmehl viel Flüssigkeit aufnimmt, muss der Anteil an selbiger in einem Rezept entsprechend erhöht werden. Es ist also darauf zu achten, Wasser, Öl, Milch oder Milchersatzprodukte wie Sojadrinks oder Mandeldrinks ausreichend zu dosieren. Auch hier muss durchaus etwas getestet werden, bevor die Konsistenz passt.

Um die Bindung von Teig zu begünstigen, der mit Kokosmehl zubereitet wurde, kann neben zusätzlicher Flüssigkeit auch die Zugabe von rohen Eiern bei der Zubereitung vieler Rezepte hilfreich sein. Auf 30 Gramm Kokosmehl sollte je ein Ei hinzugefügt werden.

Kokosmehl: Ein gesundes Bindemittel

Eine der wichtigen Besonderheiten von Kokosmehl ist seine herausragende Saugkraft. Durch diese Eigenschaft wird Kokosmehl zu einem hervorragenden Bindemittel. Für diesen Verwendungszweck, beispielsweie Anstelle von Speisestärke, muss es jedoch gering dosiert werden. Weniger ist mehr, und auch hier ist wieder ausprobieren angesagt.

Auch wenn es paradox klingt: Für die Bindung in einem Kuchen aus Kokosmehl sind jedoch die bereits erwähnten Eier von Nöten.

Kokosmehl: viele Ballaststoffe, wenig Kohlenhydrate, kein Gluten

Kokosmehl enthält enthält bis hin zu 55 Prozent unverdauliche Ballaststoffe. Im Vergleich dazu enthält Weizenmehl nur maximal 15 Prozent Ballaststoffe. Kokosmehl kann also gesundheitsfördernd wirken, denn Ballaststoffe sind für den Menschen ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung.

Wie bereits erwähnt, enthält Kokosmehl viel weniger Kohlenhydrate als normales Mehl. Daher eignet es sich perfekt für die kohlenhydratarme Küche. Passend dazu ist Kokosmehl reich an Eiweiß und folglich ein perfekter Baustein für eine kohlenhydratarme, dafür aber proteinreiche Ernährung generell, oder für den Einsatz in der Low Carb Küche.

Kokosmehl zum Backen: Leckere Rezepte

Kokosmehl: Kaufen und lagern

Da es sich bei Kokosmehl noch immer um einen Geheimtipp handelt, ist es im Handel weniger verbreitet als herkömmliches Mehl. Im Reformhäusern und Biomärkten ist Kokosmehl in der Regel erhältlich. Inzwischen bekommt man das Mehl der Kokosnuss jedoch auch in gut sortierten Supermärkten.

Preislich ist Kokosmehl um einiges teurer als normales Mehl. Das Kilogramm ist im Handel für einen Preis von 10 bis 15 Euro erhältlich.

Kokosmehl sollte am besten im in deiner luftdichten Vorratsdose Kühlschrank oder, um ihre Haltbarkeit nochmals zu verlängern, sogar in Gefrierschrank gelagert werden. Kommt das Kokosmehl mit Feuchtigkeit in Berührung verklumpt es zu stark und kann sogar schimmeln. Generell ist Kokosmehl bis zu einem Jahr haltbar. Da Kokosmehl jedoch auch bei optimaler Lagerung dazu neigt, klumpig zu werden, empfiehlt es sich es beim Kochen und Backen vorher durch ein Sieb zu geben.

Kokosmehl: Erprobte Rezepte und ein bisschen Experimentierfreude

Egal ob beim Backen oder für andere Speisen: Generell gilt, dass man mit Kokosmehl ein wenig experimentieren muss, bis man ein Gefühl dafür bekommt, wie die richtige Konsistenz für ein Gericht erreicht wird. Für den Anfang empfiehlt es sich, auf bereits bewährte Rezepte zurückzugreifen. Im Netz gibt es immer mehr Fans von Kokosmehl, die die Experimentierphase bereits abgeschlossen haben und ihre erprobten Rezepte in Sachen Backen und Kochen mit Kokosmehl mit anderen Teilen. Auch in der Rezeptstrecke auf der nachfolgenden Seite finden sich Rezepte von erfahrenen Chefköchen, die auf Anhieb gelingen sollten.

Muffins, Kekse, Brot und Spätzle: Rezepte mit Kokosmehl

Rührkuchen IV

Zum Rezept

Käsekuchen für die Mikrowelle

Zum Rezept

Eiweißreiche Spätzle

Zum Rezept

Vegane Herzkekse

Zum Rezept

Eiweißbrot mit Hüttenkäse

Zum Rezept

No-Pain-Rosenkuchen

Zum Rezept

Rohkost-Winterpudding

Zum Rezept

Kokosnussbrötchen

Zum Rezept

Maca-Kakao-Energieriegel

Zum Rezept

Muffins - glutenfreies Grundrezept

Zum Rezept
Rührkuchen IV
Rührkuchen IV
Käsekuchen für die Mikrowelle
Käsekuchen für die Mikrowelle
Eiweißreiche Spätzle
Eiweißreiche Spätzle
Vegane Herzkekse
Vegane Herzkekse
Eiweißbrot mit Hüttenkäse
Eiweißbrot mit Hüttenkäse
No-Pain-Rosenkuchen
No-Pain-Rosenkuchen
Rohkost-Winterpudding
Rohkost-Winterpudding
Kokosnussbrötchen
Kokosnussbrötchen
Maca-Kakao-Energieriegel
Maca-Kakao-Energieriegel
Muffins - glutenfreies Grundrezept
Muffins - glutenfreies Grundreze…

Im Netz gibt es inzwischen zahlreiche leckere, kreative Rezepte, bei denen Kokosmehl Verwendung findet. Viele davon sind bereits auf Herz und Nieren getestet, sodass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Speisen auch ohne großes Ausprobieren und Herumexperimentieren mit Flüssigkeiten und Eiern gelingen. Kokosmehl ist noch immer ein echter Geheimtipp ist, den es zu entdecken gilt. Diese kleine Rezeptstrecke überzeugt durch Vielseitigkeit. Neben Kuchen sind auch herzhafte Gerichte dabei. Ebenso Pudding, der sehr schön demonstriert, wie Kokosmehl bindet. Dazu gibt es Muffins, Kekse und köstliche Low Carb Brote. Viel Spaß beim Testen des gesunden Mehls!