Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen statt Diät

Nahrungsergänzungsmittel: leichter Abnehmen?

Das Fett schmilzt, die Kilos purzeln und das alles ohne zu hungern: Das zumindest versprechen Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen. Funktioniert das Abnehmen wirklich so einfach: Statt mühsam Diät zu halten und Sport zu treiben, einfach Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen zu schlucken?

Der Markt rund um die Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen boomt. Gefühlt wird jeden Monat DIE neue Methode entdeckt, mit der man unglaublich schnell abnehmen kann, oder Hersteller präsentieren den EINEN Stoff in dem Nahrungsergänzungsmittel, der nun aber wirklich die Fettverbrennung ankurbelt. Was steckt in den Diät-Wundermitteln? Drei Arten von Nahrungsergänzungen zum Abnehmen gibt es:

  • Formula-Diät,
  • Schlankheitsmittel und
  • Nahrungsergänzungsmittel.

Da braucht man keine klassische Diät mehr. Oder?

Shake dich schlank mit der Formula-Diät

Bei einer Formula-Diät werden entweder einzelne Mahlzeiten oder jedes Essen durch ein Formula-Produkt, einem diätetischen Eiweißdrink, ersetzt. Solche Produkte werden entweder anstelle einer einzelnen Mahlzeit gegessen oder sie ersetzen das komplette Essen, je nachdem welches Konzept hinter dieser Nahrungsergänzung steckt. Eines haben beide Varianten gemeinsam: Die Diätdrinks enthalten eine festgelegte (geringe) Kalorienmenge und (anteilig) alle lebensnotwendigen Nährstoffe. Das regelt die Diätverordnung, an die sich die Hersteller der Diät halten müssen. Beides kann als Drink, Suppe, Pulver oder Riegel verzehrt werden.

 

Sogar Experten glauben, dass man mit dieser Diät abnehmen kann. Deswegen ist diese Diät als eine Stufe der Ernährungstherapie in den offiziellen Adipositas-Leitlinien genannt. Demnach sollen Personen mit einem Body Mass Index (BMI) von über 25, mithilfe einer solchen Diät über einen Zeitraum von bis zu 12 Wochen 500 Gramm bis zwei Kilo pro Woche abnehmen können. Allerdings ist dafür auch notwendig, sich mehr zu bewegen und ausreichend zu trinken. Wer dauerhaft Gewicht verlieren möchte, ernährt sich nach dieser Zeit besser bewusst mit weniger Kalorien. Auch eine Verhaltens- und Bewegungstherapie gehören zum erfolgreichen Abnehmen dazu. Nur so lässt sich ein Jo-Jo-Effekt nach der Diät mithilfe von Formula-Produkten verhindern.

Abnehmen mit Nahrungsergänzungsmittel zum trinken

Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen: Schlankheitsmittel

Wer nicht auf eine kalorienarme Ernährung vertraut und glaubt, eine Veränderung des Stoffwechsels führt zum Wunschgewicht, versucht sein Glück gerne mal mit Schlankheitsmitteln. Also etwa Fett- oder Kohlenhydratblockern oder Sättigungskapseln, die eigentlich kein Nahrungsergänzungsmittel sind sondern ein Medizinprodukt. Auch Enzympräparate, Probiotika und Fatburner sind als Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen erhältlich.

Chitosan ist ein solcher Ballaststoff, der Fette binden können soll, und als Fettblocker verkauft wird. Die Theorie dahinter: Der Körper kann durch diese Nahrungsergänzungsmittel die verzehrten Fette nicht verwerten und scheidet sie unverdaut aus. Das soll beim Abnehmen helfen. Nach dem Motto, was nicht aufgenommen werden kann, kann auch nicht dick machen. Doch diese Nahrungsergänzungsmittel wirken nicht als einzelne Maßnahme, da sind sich Experten einig. Das Abnehmen mithilfe der Fettblocker funktioniert nur, wenn auch weniger Kalorien gegessen werden, urteilt die Verbraucherzentrale. Um eine Diät kommt man also trotz Fettblocker nicht herum. Stiftung Warentest geht sogar noch weiter. Nach ihren neuesten Testergebnissen belegen keine Studien, dass sich mit Fettblockern deutlich abnehmen lässt und sich das Gewicht damit auch dauerhaft halten lässt. Die UGB, die unabhängige Gesundheitsberatung, sieht außerdem noch Nachteile in der bindenden Fähigkeit dieser Nahrungsergänzungsmittel. So soll der hohe Fettgehalt im Stuhl zu Durchfällen führen können, die Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen könne beeinträchtigt werden und Chitosan binde eben nicht nur Fette, sondern auch andere Stoffe.

Kohlenhydratblocker setzen an einer anderen Stelle an. Diese Nahrungsergänzungsmittel hemmen nicht die Fettverdauung sondern ein Verdauungsenzym, das für die Spaltung von Kohlenhydraten zuständig ist. Doch auch dieses Nahrungsergänzungsmittel hat scheinbar einen Haken: Wird Stärke unverdaut ausgeschieden, kann es zu Blähungen und Durchfall kommen. Und ob diese Nahrungsergänzungsmittel das Abnehmen wirklich erleichtern, sei nicht erwiesen, so Stiftung Warentest.

Etwas anders sieht das bei dem Medizinprodukt Sättigungskapsel aus. Sie dämpfen das Hungergefühl tatsächlich und können das Abnehmen dadurch erleichtern. So kommt selbst die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zu der Einschätzung, dass der häufig in diesen Kapseln eingesetzte Ballaststoff Glucomannan aus der asiatischen Konjakwurzel das Abnehmen unterstützen kann. Mit einer Einschränkung: Das funktioniere nur, wenn man sich kalorienarm ernährt, also eine Diät macht, und ausreichend dabei trinkt, damit diese Ballaststoffe ihre Wirkung auch entfalten und aufquellen können. Doch auch hier gibt es ein weiteres Aber. Denn es besteht die Möglichkeit, dass man sich an dieses Gefühl der Sättigung gewöhnt. So sehr, dass man dieses Gefühl auch nach dem Abnehmen erreichen will: Durch größere Portionen, häufigeres Essen und besonders magenfüllende Speisen – alles potentielle Dickmacher. Eine Diät bzw. besser noch eine Ernährungsumstellung ersetzen diese Produkte nicht.

Manche Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen enthalten Extrakte aus Obst und Gemüse

Andere Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen, die Extrakte aus Artischocken, Tees und exotischen Früchten, L-Carnitin oder Koffein enthalten, sollen die Fettverbrennung ankurbeln und so zum Gewichtsverlust führen. Fatburner seien aber als Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen nicht zu empfehlen, urteilt die Stiftung Warentest zusammenfassend.

Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen: Entschlackt und satt?

Wenn es mit dem Abnehmen durch eine Diät nicht klappt, dann habe ich vielleicht zu viel Wasser im Körper – so könnten die Abnehmwilligen denken, bevor sie Nahrungsergänzungsmittel zum Entschlacken und Entwässern ausprobieren. Solche Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen sollen überschüssiges Wasser aus dem Körper führen und begleitend zur normalen Ernährung eingenommen werden. Doch die Verbraucherzentralen warnen davor, diese Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen: Sie eignen sich nicht zum Abnehmen und sind bei unkontrollierter Dauereinnahme sogar gefährlich. Durch den Wasserverlust kann der Harnsäurespiegel ansteigen, die Blutzuckerwerte können sich verschlechtern und es kann zu einem Kaliummangel kommen, weil durch die Entwässerung viel Wasser und Mineralstoffe ausgeschieden werden.

Etwas milder sind die Appetitbremsen, die es ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen gibt. Sie enthalten Mate- oder Guaranaextrakte, die den Hunger dämpfen, leicht entwässern und den Stoffwechsel anregen. Sie haben zwar nicht solche Nebenwirkungen wie appetitzügelnde Medikamente (Herzerkrankung, Schwindel, hohes Suchtpotential), aber ihre Wirkung ist auch nicht erwiesen. Für eine dauerhafte Gewichtsabnahme sind sie ungeeignet.

Neben diesen Produkten gibt es noch weitere Diät-Wundermittel, die als Nahrungsergänzung zum Abnehmen dienen sollen. Gemeint sind Enzyme, Algen und Hormone, die auf unterschiedliche Weise den Stoffwechsel beeinflussen sollen. So sollen Enzyme aus tropischen Früchten, die Verdauung von Eiweißen unterstützen und Hormone (angeregt durch das Jod der Algen) den Stoffwechsel beschleunigen. Das erhöht den Kalorienverbrauch, glauben die Nutzer. Aber: Beides ist zum Abnehmen nicht geeignet. Mitunter können sie sogar zu Zittern, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen und Herzrhythmusstörungen führen, weiß der Informationsdienst für Verbraucher aid. Schon allein deshalb sind sie nicht empfehlenswert.

Was ist besser: ein Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen oder eine Diät?

Klingt ja sehr einfach, was einem da versprochen wird: Das Fett soll nur so schmilzen, wenn man diese oder jene Tablette schluckt. Die Kilos sollen purzeln, wenn man diesen einen Drink trinkt und Fett hat gar keine Chance mehr, sich an den Hüften anzulagern, weil ein spezieller Stoff die Fettverbrennung ankurbelt. Toll. Oder doch nicht? Nein, meist ist die Wirkung der angepriesenen Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen nicht erwiesen. Und wenn doch, dann wirken die Schlankheitsmittel nur, wenn man sich gleichzeitig kalorienarm ernährt. Oder sie wirken nur für einen gewissen - recht kurzen - Zeitraum. Danach kommt man um eine Ernährungsumstellung, Verhaltensänderung und um mehr Sport nicht herum, wenn man effektiv abnehmen möchte. Denn Abnehmen kann nur, wer weniger Kalorien aufnimmt, als er verbrennt. Und das gelingt nur, wenn man seine Gewohnheiten ändert.

Eine ausgewogene Diät erleichtert das Abnehmen

Wer abnehmen will, braucht vor allem eins: Zeit. Denn Crash-Diäten, bei denen man innerhalb von Tagen mehrere Kilos abnhemen kann, klingen zwar gut, aber sie funktionieren meist nur kurzfristig. Das heißt, man bekommt bei der Diät Rezepte und einen genauen Plan für 14 Tage, den man genau befolgen muss. Der Lerneffekt ist dabei gleich Null - man muss sich nicht selber darüber Gedanken machen, wie man es schaffen könnte, Kalorien zu reduzieren. Das hat zwei Nachteile. Ist die Diät beendet, kommt das alte Essverhalten, inklusive der vorher verzehrten Kalorien und der verlorenen Kilos wieder zurück. Es kann sogar passieren, dass Sie mehr zunehmen als Sie vorher verloren haben. Denn während der Diät nehmen Sie oft weniger Kalorien und Nährstoffe zu sich als Sie bräuchten. Der Körper schraubt deswegen seinen Stoffwechsel runter, um keine Energie zu verschwenden. Essen Sie wieder normal, verbrennt der Körper anfangs trotzdem weiterhin wenig, weil er sich erst umstellen muss. Das führt dazu, dass das Mehr an Kalorien gespeichert wird. Das sehen Sie dann auf der Waage.

Wie erkennt man eine gute Diät zum Abnehmen?

Mit welcher Diät man am besten abnehmen kann, ist individuell verschieden. Das muss sie auch sein, denn wer erfolgreich abnehmen will, muss bei seinen Gewohnheiten anfangen. Wer abnehmen will, muss sich anschauen, was bei ihm persönlich zu dem Übergewicht geführt hat. War es zu wenig Bewegung? Waren es die Chips am Abend oder die Heißhunger-Attacken zwischendurch? Das üppige Abendessen oder etwas ganz anderes - es gibt viele Gründe, warum man zunimmt. Nur wer seine Gründe kennt und bereit ist, daran zu arbeiten, kann auch abnehmen. Daran zu arbeiten, bedeutet übrigens nicht sich alles strikt zu verbieten, sondern für sich geeignete Alternativen zu finden. So kommen Sie langsam zu einem neuen Ess- und Lebensstil, der zu Ihnen persönlich passt und mit dem Sie Schritt für Schritt abnehmen, bis Sie Ihr Wohlfühlgewicht erreicht haben. Für den Einstieg können manchen dabei Nahrungsergänzungsmittel helfen, eine Dauerlösung sind sie aber nicht.