Nahrungsergänzungsmittel: Gesundheit in Kapseln

Nahrungsergänzungsmittel – Gesundheit in Kapseln?

Eine Kapsel für die Muskeln, eine für ein besseres Gedächtnis und noch eine für das Immunsystem, schließlich droht die nächste Erkältungswelle: Nahrungsergänzungsmittel gibt es inzwischen für ganz unterschiedliche Lebenslagen. Aber was ist dran an den Nahrungsergänzungsmitteln? Sind sie ein Bonus für unsere Gesundheit? Wer braucht Nahrungsergänzungsmittel und wer kann verzichten?

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel sind Kapseln, Tabletten oder Pillen, die Nährstoffe in konzentrierter Form enthalten. Je nachdem reicht schon eine Kapsel, um seinen Tagesbedarf an Vitaminen oder Mineralstoffen zu decken. Sie liefern oftmals genau eine Tagesration an Nährstoffen, die man allerdings auch über eine geschickte Auswahl an Lebensmitteln erreichen könnte. Das Ziel von Nahrungsergänzungsmitteln ist es, die Ernährung zu ergänzen und den Körper zu unterstützen. Genau das unterscheidet Nahrungsergänzungsmittel von Arzneimitteln, die den Stoffwechsel des Körpers beeinflussen und verändern können. Denn obwohl Nahrungsergänzungsmittel aussehen wie Medikamente, zählen sie zu den Lebensmitteln.

Welche Anforderungen Nahrungsergänzungsmittel erfüllen müssen, regelt das Gesetz. In der Nahrungsergänzungsmittelverordnung steht, welche Nährstoffe in Nahrungsergänzungsmittel rein dürfen und welche nicht. Nämlich nur: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Doch nicht nur das deutsche Recht entscheidet über die Nahrungsergänzungsmittel. Auch auf europäischer Ebene gibt es Richtlinien, an die sich die Hersteller halten müssen. Das führt nicht nur dazu, dass für alle Nahrungsergänzungsmittel in Europa das gleiche Recht gilt, sondern auch dazu, dass auch weitere Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt sind. So dürfen gemäß der EU-Richtlinie 2002/46/EG unter anderem auch Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Ballaststoffe, verschiedene Pflanzen und Kräuterextrakte verwendet werden. Einziger Haken aus Verbrauchersicht: Bislang fehlt eine Regelung, in welchen Mengen sie in den Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein dürfen. Nur für Vitamine und Mineralstoffe gibt es bislang Mindest- und Höchstmengen, an die sich die Hersteller halten müssen.

Wie werden Nahrungsergänzungsmittel gekennzeichnet?

Nahrungsergänzungsmittel müssen als solche erkennbar sein, deshalb muss „Nahrungsergänzungsmittel“ auch auf der Verpackung stehen. Außerdem sind diese Punkte verpflichtend:

  • Kategorie von Nährstoffen, die im Nahrungsergänzungsmittel stecken,
  • die empfohlene tägliche Verzehrmenge,
  • der Warnhinweis „Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden“ und
  • der Hinweis, dass die Produkte außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern zu lagern sind.

Auch darf durch Design und Text der Nahrungsergänzungsmittel nicht der Eindruck entstehen, dass eine normale Ernährung nicht in der Lage wäre, die Nährstoffempfehlung zu erreichen. Um ganz sicher zu gehen, muss deshalb auch auf der Packung stehen, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden sollten.

Nahrungsergänzungsmittel können Krankheiten weder verhindern, noch beseitigen oder lindern. Deswegen darf das weder auf der Packung von Nahrungsergänzungsmitteln stehen noch in der Werbung gesagt werden. Einige wenige gesundheitsbezogene Aussagen sind aber erlaubt, falls die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sie geprüft und genehmigt hat. Das gilt allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. So reicht es nicht aus nur die besondere Funktion des Nährstoffs zu nennen. Das Nahrungsergänzungsmittel muss dann auch eine festgelegte Menge des Nährstoffs enthalten und dem Verbraucher muss erklärt werden, ab welcher Menge der Effekt eintritt. Diese Liste der erlaubten Aussagen sichert, dass die Nährstoffe auch tatsächlich diese Wirkung haben – ob sie nun in dem Nahrungsergänzungsmittel oder in natürlichen Lebensmitteln stecken.

In Lebensmitteln stecken in der Regel genug Nährstoffe
Nahrungsergänzungsmittel, Medikament oder was anderes?

Wer in der Drogerie oder Apotheke vor den Regalen steht, in denen die Nahrungsergänzungsmittel aufgereiht sind, mag erstmal überfordert sein. Dort stehen die Kapseln, Pulver, Tabletten und Pillen meist nicht sortiert nach den einzelnen Nährstoffen, die einem fehlen könnten. Stattdessen sind die Nahrungsergänzungsmittel nach Personengruppen oder Funktionen sortiert: Nahrungsergänzungsmittel für den Bewegungsapparat, die Augen, das Immunsystem, für Schwangere, Kinder, Senioren oder Veganer. Alles optimal abgemischt für die speziellen Bedürfnisse. Dazwischen mogeln sich noch weitere Produkte, die speziell bei verschiedenen Krankheiten helfen oder notwendig sein sollen. Wie kann das sein - solche Aussagen sind doch per Gesetz verboten? Die Antwort ist ganz einfach: Das sind keine Nahrungsergänzungsmittel, sondern „diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diät)“.

Im Unterschied zu Nahrungsergänzungsmitteln sind diese Produkte für eine bestimmte Stoffwechselsituation optimiert. Sie richten sich nicht nur an Patienten, deren Fähigkeit eingeschränkt oder gestört ist, Nährstoffe aus Lebensmitteln aufzunehmen, zu verdauen oder zu resorbieren. Sie richten sich auch an Patienten mit einem medizinisch bedingten besonderen Nährstoffbedarf. Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Ein Nahrungsergänzungsmittel für die Augen wäre beispielsweise eine Kombination aus Nährstoffen, die das normale Sehvermögen unterstützt. Ein diätetisches Lebensmittel für die Augen hingegen könnte sich zum Beispiel an Patienten mit einer Makuladegeneration wenden.
Bei einer chronischen Dialyse, Krebserkrankungen, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, rheumatischen Erkrankungen oder Lebererkrankungen könnte man von solchen diätetischen Lebensmitteln profitieren. Insbesondere die Zielgruppe unterscheidet sich somit deutlich bei beiden Produkten: Nahrungsergänzungsmittel sind für Gesunde gedacht, diätetische Lebensmittel für Patienten.

Zu guter letzt sind Nahrungsergänzungsmittel und diätetische Lebensmittel noch von den Medizinprodukten zu unterscheiden, die sich ebenfalls an Patienten richten und in Stoffwechselprozesse eingreifen. Das trifft aber eigentlich nur auf Schlankheitsmittel, also Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen zu.

Nahrungsergänzungsmittel: Was wird angeboten?

Die Deutschen lieben ihre Nahrungsergänzungsmittel: Fast ein Drittel greift zu Nahrungsergänzungsmitteln, um ihre Vitamin- und Mineralstoffzufuhr zu verbessern. Besonders begehrt sind Nahrungsergänzungsmittel bei den Middle-Agers, den 35- bis 50-Jährigen. Am häufigsten greifen die Deutschen bei Magnesium und Calcium, sowie Vitamin C, E, B-Vitaminen und Folsäure zu Nahrungsergänzungsmitteln - manchmal sogar mehr als nötig. So überschreiten die zugeführten Dosen an Magnesium und Vitamin E bei Personen im Alter von 65 Jahren und älter die tolerierbaren Tageshöchstmengen häufig, wie das Helmholtz Zentrum in München jüngst feststellte. Das Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln ist riesig, denn Nahrungsergänzungsmittel gibt es nicht nur für nahezu jede Lebenslage:

  • Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen,
  • Nahrungsergänzungsmittel für Sportler,
  • Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere und die, die es werden wollen,
  • Nahrungsergänzungsmittel für Frauen in den Wechseljahren,
  • Nahrungsergänzungsmittel für Kinder,
  • Nahrungsergänzungsmittel für Veganer und Vegetarier,

sondern auch für bestimmte Funktionen des Körpers. So gibt es:

  • Nahrungsergänzungsmittel für eine normale Herzfunktion
  • Nahrungsergänzungsmittel für den Darm,
  • Nahrungsergänzungsmittel für das Immunsystem,
  • Nahrungsergänzungsmittel für die Knochen,
  • Nahrungsergänzungsmittel für die Augen,
  • Nahrungsergänzungsmittel für das Gehirn, die Konzentration und das Gedächtnis und
  • Nahrungsergänzungsmittel gegen Stress.

Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll für die Gesundheit?

Nahrungsergänzungsmittel können sinnvoll sein, um die eigene Ernährung zu ergänzen und um Nährstoffdefizite auszugleichen. Ob Sie von einem Vitamin oder Mineralstoff tatsächlich zu wenig aufnehmen und deswegen ein Defizit an Nährstoffen haben, kann nur ein Arzt anhand von Blut- und Urinuntersuchungen feststellen. Wichtig zu wissen ist, dass selbst Personen, die mit ihrem Essen rein rechnerisch nicht die empfohlene Nährstoffzufuhr erreichen, nicht zwangsläufig auch ein Nährstoffdefizit haben. Denn die Nährstoffempfehlungen der Fachgesellschaften enthalten vorsorglich noch einen Puffer, um einen Mangel bei nahezu allen gesunden Personen der Bevölkerung auszuschließen. Außerdem sollen die Referenzwerte für eine volle Leistungsfähigkeit sorgen und gewisse Körperreserven schaffen.

Die Nährstoffe in Lebensmitteln schwanken
Auch die weit verbreitete Angst, dass unser Obst und Gemüse nährstoffarm wäre und wir deshalb auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen sind, ist unbegründet. Es stimmt zwar, dass der Nährstoffgehalt in natürlichen Lebensmitteln Schwankungen unterliegt: Zum Beispiel ist der Vitamingehalt in den verschiedenen Apfelsorten unterschiedlich hoch, auch das Wetter, der Standort und der Erntezeitpunkt beeinflussen die Vitamine und Mineralstoffe, doch trotz allem sind Obst und Gemüse ein guter und ausreichender Nährstofflieferant – das stellt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung klar. Rein aus dieser Motivation heraus, braucht niemand zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen.

Für wen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Bei manchen Personengruppen können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung, den Verbraucherzentralen und Ernährungsgesellschaften könnten unter Umständen folgende Personengruppen von Nahrungsergänzungsmitteln profitieren:

  • Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Nährstoffbedarf, der von vielen Schwangeren und Stillenden nicht erreicht wird. Der eigenen Gesundheit und der des Kindes zuliebe, könnte für Schwangere und Stillende daher ein Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen, Jod und Folsäure sinnvoll sein. Ob ein Nahrungsergänzungsergänzungsmittel sinnvoll und notwendig ist, weiß der Frauenarzt. Doch klar ist, dass Frauen, die schwanger werden wollen, ihre folatreiche Ernährung um täglich 400 Mikrogramm Folsäure ergänzen sollten, um die Entwicklung des Nervensystems zu unterstützen und einem Neuralrohrdefekt vorzubeugen.
  • Säuglingen empfehlen Ärzte nach der Geburt dreimal 2 mg Vitamin K und im ersten Lebensjahr ein Präparat mit 10 Mikrogramm Vitamin D und 0,25 Milligramm Fluorid.
  • Menschen, die sich bei Sonnenschein nicht oder kaum draußen aufhalten oder ihre Haut vor der Sonne bedecken, wird ein Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D empfohlen. Der Körper bildet das sogenannte Sonnenvitamin über die Haut, wenn es durch UV-Strahlen dazu angeregt wird. Treffen keine oder nur wenige UV-Strahlen auf die Haut, findet keine Eigensynthese statt.
  • Sportler, allerdings nur Leistungssportler, können einen extrem hohen Energie- und Nährstoffbedarf haben, der nicht über die Ernährung gedeckt werden kann. Das gilt insbesondere für die B-Vitamine, Jod, Zink und zum Teil Eisen. Als Leistungssportler gilt, wer mindestens 2.000 kcal pro Woche zusätzlich verbraucht. Hobbysportler, die joggen oder im Fitnessstudio trainieren, brauchen zwar auch hier und da mehr Nährstoffe, aber die lassen sich über eine ausgewogene Ernährung zuführen.

Auch in diesen Situationen könnten Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein:

  • Für Personen, die zu wenig (1.000 bis 1.500 Kcal) oder einseitig essen – etwa kein Obst und Gemüse oder kein Fleisch – können Nahrungsergänzungsmittel unter Umständen sinnvoll sein. In diesem Fall sprechen Sie am besten noch mal mit Ihrem Arzt.
  • Veganer, also Personen, die auf alle tierischen Produkte verzichten, können bei einer bewussten und sorgfältigen Lebensmittelauswahl mit den meisten Vitaminen und Mineralstoffen gut versorgt sein. Da manche Nährstoffe aber in tierischen Produkten entweder in einer höheren Konzentration vorkommen oder aus ihnen besser aufgenommen werden können, ist die optimale Versorgung bei einer veganen Ernährung schwierig. Zu diesen Nährstoffen gehören: Eiweiß, Vitamin B12, Calcium, Eisen, Jod, Zink und Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D. Deswegen könnten auch für Veganer Nahrungsergänzungsmitel sinnvoll sein.

Manche Nahrungsergänzungsmittel, wie zum Beispiel Eiweißdrinks und Sättiungskapseln, können auch beim Abnehmen helfen. Solche Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen motivieren anfangs, indem sie dabei helfen, initial Gewicht zu verlieren. Eine Dauerlösung sind sie allerdings nicht.

Viele Schwangere brauchen Nahrungsergänzungsmittel für ihre Gesundheit und die des Kindes

Wann sind Nahrungsergänzungsmittel unnötig?

In der Regel brauchen gesunde Menschen keine Nahrungsergänzungsmittel, denn in unseren natürlichen Lebensmitteln stecken alle notwendigen Nährstoffe. Und mehr noch: Bisher haben Studien noch keinen Beweis dafür erbracht, dass die Folgen eines ungünstigen Ernährungsverhaltens durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden könnte, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Im Gegenteil könne sich die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sogar negativ auf die Gesundheit auswirken – wenn dadurch zu viele Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen wurden. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Stiftung Warentest halten Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Personen für überflüssig und raten davon ab, die Kapseln zu schlucken.
Hinzu kommt, dass nur sehr wenige Studien untersucht haben, wie gut die Nährstoffe in dieser konzentrierten Form vom Körper aufgenommen werden können, wie gut also ihre Bioverfügbarkeit ist. In der Regel lägen nur Untersuchungen darüber vor, wie verschiedene Pflanzenextrakte im Reagenzglas wirken – diese Ergebnisse ließen sich kaum auf den Menschen übertragen, erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Sind Nahrungsergänzungsmittel schädlich für die Gesundheit?

In der Regel sind Nahrungsergänzungsmittel sicher. Sie unterliegen zwar keiner besonderen Prüfung hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, aber sie zählen zu den Lebensmitteln. Insofern sind Nahrungsergänzungsmittel so sicher wie alle Lebensmittel. Doch es gibt Studien zu einzelnen Stoffen in Nahrungsergänzungsmitteln, die vermuten lassen, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht immer sicher sind, im Gegenteil sogar der Gesundheit schaden können.
Zum Beispiel hat eine Studie gezeigt, dass männliche Raucher ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko haben, wenn sie hohe Mengen Beta-Carotin aufgenommen haben. Ebenso lassen Studien vermuten, dass eine langfristige Einnahme von Vitamin A, E und Beta-Carotin die Sterblichkeit steigert.

Auch andere Vitamine und Mineralstoffe können bei langfristiger oder zu hoher Dosierung unerwünschte Nebenwirkungen zeigen. So ließ eine langfristig zu hohe Eisenaufnahme das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigen, der tägliche Konsum von Multivitamintabletten könnte das Risiko für Prostatakrebs erhöhen. Auch besteht bei manchen Vitaminen und Mineralstoffen das Risiko eine Überdosierung.

Nahrungsergänzungsmittel im Überblick und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit

Vitamin/MineralstoffReferenzwertErgänzung notwendig?Risiken einer Überdosierung
Beta-Carotinnicht vorhandenneinBei Rauchern steigt das Lungenkrebsrisiko
Vitamin B6 1,2 - 1,5 mgneinIn hohen Dosierungen gilt Vitamin B6 als zulassungspflichtiges Arzneimittel. Bis zu dreifacher Dosierung des Referenzwertes als Nahrungsergänzugnsmittel unbedenklich
Niacin13 - 17 mgnein. In höheren Dosen als Arzneimittel im Verkehr Hautrötungen, Gefäßerweiterungen, Leberschäden
Vitamin B123 µgevtl. bei strengen Vegetariern/Veganern und älteren MenschenStoffwechselstörung
Vitamin C100 mgevtl. bei Rauchern und Menschen mit niedrigem Obst- und Gemüseverzehr Nierensteinbildung, Zellschädigung
Vitamin D5 µgbei Säuglingen und evtl. älteren Menschen ab 50 µg Nierenschäden, Osteoporose
Vitamin E12 - 15 µgneinBlutgerinnungsstörung
Folat400 µgfür Schwangere und Frauen, die schwanger werden wollen erhöhtes Darmkrebsrisiko kann bei Vorbelastung nicht ausgeschlossen werden
Kalzium1000 mgnicht generell Starke Überdosierung bei gesunden Frauen in der Menopause steigert die Herzinfarktrate
Kalium2000 mgnur nach ärztl. Anordnung Herzrhythmusstörungen, Schwächezustände
Magnesium300 - 400 mgselten Durchfall
Eisen10 - 15 mgim Einzelfall bei Frauen im gebährfähigem Alter, Veganer, AusdauersportlerHerz-Kreislauf- und Krebserkrankungen
Zink7 - 10 mgfür Vegetarier/Veganer Anämien, Veränderungen der Blutzellen
Jod180 - 200 µgdurch jodiertes SpeisesalzSchilddrüsenüberfunktion
Selen30 - 40 µgneinab 800 µg Nervosität, Depression, Übelkeit
Fluorid 3,1 - 3,8 mgja. Für Kinder als Kariesprophylaxe (Tabletten, Zahnpasta). Fluoridiertes SpeisesalzÜbelkeit, braune Zahnverfärbungen. Fluoridgehalt des Trinkwassers beim Gesundheitsamt erfragen!

Quelle: Auszüge aus Kompass Ernährung, Ausgabe 2/2011, www.in-form.de

Wegen solcher Neben- und Wechselwirkungen und schädlichen Folgen für die Gesundheit ist es sinnvoll, mit einem Arzt oder einem Ernährungsberater abzusprechen, ob ein Nahrungsergänzungsmittel notwendig ist oder nicht. Auch Personen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, rät die Verbraucherzentrale mit ihrem Arzt zu sprechen, bevor sie zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Der Grund: Zahlreiche Präparate können die Wirkung von Medikamenten abschwächen oder verstärken und die Laborwerte verändern.

Als Ernährungswissenschaftlerin schaue ich genau auf mein Essen – und lasse es mir schmecken!

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