Frisches vom Wochenmarkt

Schauen, stöbern, riechen, fühlen, probieren – auf dem Wochenmarkt einzukaufen, kann zu einem sinnlichen Erlebnis werden! Doch auch für jeden, der Wert auf gesunde Ernährung legt, ist der Einkauf auf dem Wochenmarkt Gold wert. Schließlich gibt es hier frische Produkte, die kurz nach der Ernte und umweltfreundlich ihren Weg über den Marktstand in die eigene Küche finden. Und wer liebt es nicht, von duftendem Obst und bunt leuchtendem Gemüse inspiriert zu werden? Ein Plädoyer für den Wochenmarkt, mit Tipps und Infos rund um den Marktbesuch.

Wochenmarkt: Fernab von Lebensmittelskandalen

Frisch gestochener Spargel, aromatischer Honig direkt vom Imker oder saftige Birnen, Mirabellen und Kirschen vom Obstbauern nebenan – Lebensmittel aus der Region schmecken oft um Längen besser als ihre Verwandten aus dem Supermarkt! Kein Wunder: Schließlich müssen Obst und Gemüse vom Wochenmarkt keine lange Lagerung und Transportwege verkraften und landen zumeist unmittelbar nach der Ernte in Kisten und Körben auf dem Wochenmarkt. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, beim Bauern, dessen Hof nur wenige Kilometer entfernt liegt, vernünftige Ware zu erstehen, deutlich höher als bei Massenprodukten, deren Ursprung nur schwer nachvollziehbar bleibt – Stichwort Lebensmittelskandale, die vor allem durch zentralisierte und industrielle Lebensmittelproduktion entstehen.

Wochenmarkt und Bauernmarkt: Regional einkaufen

Auf dem Wochenmarkt gibt es jedoch nicht nur Produkte zu kaufen, die in der nächsten Umgebung produziert wurden. Oft kann man auf dem lokalen Marktplatz auch Mango, Avocado oder Kokosnüsse erstehen, genauso wie frischen Seefisch oder Alpenkäse. Diese Produkte gelangen über den Umweg Großhändler an den Marktstand um die Ecke. Auf dem Großmarkt in der nächstgrößeren Stadt wählt der Kleinhändler seine Waren aus, die er dort in aller Frühe ersteht und dann nur wenige Stunden später selbst an seinem Stand anbietet. Wer wirklich rein regionale Produkte kaufen möchte, sollte sich nach einem Bauernmarkt in der Nähe erkundigen. Auf ihm bieten auch tatsächlich nur die Erzeuger ihre selbst angebauten oder hergestellten Waren an.

Infos und Tipps direkt vom Hersteller

Die allermeisten Händler – egal ob sie die Paprika selbst gezüchtet oder sie auf dem Großmarkt erstanden haben - wissen sehr genau über ihre Waren Bescheid und klären gerne über deren Ursprung, Inhaltsstoffe und Herstellung auf. So erfährt man vom Imker, auf welchen Wiesen die Bienen Nektar für den Honig sammeln, andere Händler wissen genau darüber Bescheid, welche Kräuter und Gewürze dem eingelegten Käse ihr Aroma verleihen und so mancher Bauer gibt bestimmt gerne Auskunft darüber, wie er seine Hühner hält. Wer Lust hat zu plaudern, bekommt mit frischem Fisch vielleicht gleich einen Tipp für die Zubereitung oder das Entgräten auf den Weg. Denn auch das ist das Schöne am Wochenmarkt: Eine lockere Atmosphäre, in der man sich über kochen, essen und genießen austauschen kann.

Vertrauensvoll und umweltbewusst einkaufen

Über ebensolche Gespräche entsteht auch Vertrauen – auf beiden Seiten. Wer bei seinem Händler schon seit Jahren gute Fleisch- und Wurstwaren bekommt, kann sich auch weiterhin darauf verlassen, Qualität zu kaufen. Und mit einem Besuch auf dem Erzeugerhof lässt sich eventuell herausfinden, ob das Fleisch aus tiergerechter Haltung stammt. Wer den Händler schon länger kennt, bekommt möglicherweise eine Einladung, doch mal vorbeizuschauen. Zudem ist der Wochenmarkt ein besonders umweltfreundlicher Handelsplatz. Denn wurden die frischen Lebensmittel in der näheren Umgebung geerntet und verarbeitet, verschlingen Lagerung, Kühlung und Transport deutlich weniger Ressourcen, zum Beispiel Benzin oder Strom.

Geld sparen auf dem Wochenmarkt

Auch wenn frische Lebensmittel vom Wochenmarkt oft teurer sind als im Supermarkt, lohnt sich der Einkauf. Wer wegen des hohen Preise zögert, der sollte bedenken: Händler, die auf dem Wochenmarkt Honig, Gemüse & Co verkaufen, produzieren kleinere Mengen und stecken zudem zumeist eigene Arbeitskraft in das Produkt. Daher sind die Lebensmittel vom Wochenmarkt meist hochwertiger, aber eben auch teurer als aus dem Supermarkt. Dennoch lässt sich auf dem Wochenmarkt Geld sparen. Der beste Tipp: Erst zugreifen, kurz bevor der Markt seine Tore schließt. Denn dann machen viele Händler Sonderangebote - zum einen, weil sie befürchten, ihre frischen Waren kurz vor Schluss nicht mehr zu verkaufen. Aber auch wegen der Tatsache, dass gegen Ende des Marktes eher die weniger schönen Exemplare übrig sind. Zwar sind dann nicht mehr die hübschesten Äpfel zu haben, aber wer etwa am selben Abend Strudel, Kompott oder Chutney daraus zubereiten wird, braucht keine perfekt geformte Frucht. Bieten die Händler nicht von selbst Sonderangebote an, lohnt es sich häufig nachzufragen, ob sie auf unschöne Exemplare einen Preisnachlass gewähren.

Genießt also euren nächsten Besuch auf dem Wochenmarkt, lasst euch inspirieren und kocht frisch und gesund mit Obst und Gemüse aus eurer Region!