Warum Suppenhuhn für Hühnersuppe?

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Mitglied seit 17.01.2002
404 Beiträge (ø0,06/Tag)

Hallo Community,

warum verwendet man für eine Hühnersuppe eigentlich Suppenhühner? Was spricht dagegen ein "normales" Hähnchen zu verwenden?

Gruß,
Hotzenplotz - "der Unwissende"

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Mitglied seit 26.11.2000
21.266 Beiträge (ø2,98/Tag)

Hi Hotzenplotz,

"Suppenhühner" sind in Ehren ergraute Eierleger, die man tatsächlich nur in etwa noch weich und geniessbar "kriegt", wenn man sie über Stunden "in heissem Wasser köcheln" läßt....

Im Idealfall (leider eher selten.....) haben sie ein körnerfressendes, im Mist, Gras und sonstigen Gegenden nach Würmern, Kerbtieren, Samen etc. kratzendes Leben hinter sich, mit all dem Duft, der sich ihnen durch ihre freie ungebunde Lebensweise verinnerlicht hat und den sie nun bereitwillig an eben dieses Wasser abgeben - danach als zu Recht hochgelobte "Hühnerbrühe" berühmt....

Mal etwas ernster: ein Suppenhuhn ist ein älteres Tier, das sich in Gottes Namen und beim besten Willen nicht mehr für den "Grill" eignet; das "normale" Hähnchen jedoch ist ein im Schnelldurchgang auf Gewicht getrimmtes Tier, das sich zu Zehntausenden in beschönigend "Farm" genannten Verschlägen "tummelt", meist mit "Kraftfutter" verwöhnt und das daher mit vielerlei Gewürzen nahezu alles aus sich machen lässt....

Ohne all diese im Normalfall jedoch ein ziemlich fades "Stück Fleisch" ist, aus dem noch nicht mal bzw. keinesfalls eine "Hühnerbrühe" würde...........jedenfalls keine, die diese Bezeichnung auch nur annähernd verdiente!

Leicht sentimentale...... - hannnes
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Mitglied seit 17.01.2002
935 Beiträge (ø0,14/Tag)

Lieber Hotzenplotz!
Suppenhühner sollte man gar nicht kaufen, da sie schon so alt sind und zu viele Schadstoffe enthalten.

Wir schneiden von jungen Hühnern immer das Fleisch grosszügig ab und von den Resten mit Knochen gelingt eine wunderbare Hühnersuppe. Wenn man diese Teile noch vor dem Kochen in Öl anröstet, hat die Suppe ein sehr gutes Aroma!

Gruss aus Graz
sunnyhilly
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Mitglied seit 17.05.1999
12.509 Beiträge (ø1,63/Tag)

hallo, Hotzenplotz,

Eine richtig gute Hühnersuppe bekommt man nur vom Suppenhuhn, das so ungefähr 3 Jahre alt ist und nicht gar zu fett. Ältere Hühner sollte man nicht mehr verwenden.
Im Laufe der Zeit entwickelt das Huhn im Fleisch und vor allem im Fett die guten Geschmacksbestandteile und vor allem bioligische Stoffe, die entzündungshemmend wirken. Welche das sind und wie sie genau entstehen und warum nur bei ausgewachsenen Hühnern hat man bisher noch nicht finden können, aber die gesundheitsfördernden Stoffe wurden nachgewiesen.
Junge Hühner oder gar die Masthähnchen weisen diese Stoffe nicht auf! Ach nicht die Geschmackstoffe in dieser Ausprägung.
Das irgendwas gutes in einer Hühnerbrühe sein muß, wußten schon unsere Vorfahren, denn bis heute gilt die Hühnersuppe als bestes Heilmittel bei der Erkrankung der Atemwege, also einer Erkältung! Das hängt damit zusammen, dass sie die Neutrophilen ankurbelt, die für die Vernichtung der Bakterien im Körper verantwortlich sind.

Und bitte eine gute Hühnersuppe niemals "entfetten" - damit nimmt man ihr viel vom eigentlichen guten Geschmack! Was übrigens auch auf andere "entfettete" Speisen zutrifft! Lieber bei der Auswahl sorgfältig hinsehen!

Sonja*
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Mitglied seit 17.01.2002
1.133 Beiträge (ø0,17/Tag)

Hi, Hotzenplotz,
bei uns gibt es manchmal halbe Suppenhühner frisch zu kaufen. So ein Teil wiegt dann ca 1,5 kg. Daraus eine ordentliche Hühnerbrühe gekocht, da braucht man dann nicht mehr zu fragen, warum Suppenhuhn was anderes ist als Grillhähnchen. Und von wegen alt und zäh - nach 45 min leisem Sieden ist das Fleisch genauso, wie es sein soll!
Probiers aus und dann bist du schlauer!
angi
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Mitglied seit 17.01.2002
10.397 Beiträge (ø1,55/Tag)

na...ich weiss nicht... nach 45 min. habe ich oft noch einen gummiadler.... ein rechtes suppenhuhn verträgt schon 1,5 std.
gruss
matti
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Mitglied seit 17.01.2002
1.252 Beiträge (ø0,19/Tag)

Wie war das in der Physik?
Je höher,desto schneller kocht es oder andersrum?
In 45 Min. ein Suppenhuhn zu kochen ist schon eine Leistung . Lächeln

Leider,leider zum Heulen schaff ich das nicht .

Tschüß Joachim
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Mitglied seit 17.01.2002
227 Beiträge (ø0,03/Tag)


zu dieser Diskussion kann ich leider nix beitragen, außer daß ich in meinem Leben bisher nur Hühnersuppe aus den von matti vielgerühmten freilebenden Hühnern genießen durfte. (Von gelegentlichen Ausrutschern einer sogenannten Hühnersuppe aus Dosen, die ich jedoch soo niemals als solche bezeichnen würde)

Das Glück hat man, wenn der Daddy selbst Hühner hält und man neben klasse Suppenhühnern auch noch jeden Tag frischgelegte Eier bekommt

Lachen
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Mitglied seit 17.01.2002
1.254 Beiträge (ø0,19/Tag)

Vielleicht kocht angie es im Dampfkochtopf und hat nur vergessen diese Kleinigkeit zu erwähnen Lachen Lachen Lachen
Gruss von Pit
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Mitglied seit 17.01.2002
275 Beiträge (ø0,04/Tag)

Hallo!

Wollte mich auch mal kurz melden. Eine Hühnersuppe kriegt man nur mit einem "alten" Huhn ordentlich hin. Und wer schonmal das Glück hatte, ein wirklich freilaufendes altes Huhn nach seinem Dahinscheiden (= schlachten) auch essen zu dürfen, der wird schnell merken, daß man dies wohl kaum nach hiesigen Brathähnchen-Rezepten zubereiten kann - da kann man gleich seine Schuhsohlen kauen Lächeln))
Also hinein in den Topf und eine feine Suppe daraus gekocht, die sowieso nicht zu fettig wird, wenn das Tier genug Auslauf hatte!
Im Winter und bei Erkältung gibt es nichts besseres!!!!!!!!
Nur - bitte nehmt nicht diese fetten, ekligen, tiefgekühlten und nicht mehr als Hühner zu erkennenden Dinger aus dem Supermarkt. Probiert einfach mal den Unterschied und ihr werdet es nie mehr anders wollen.

Persönlich habe ich das Glück hin und wieder von meiner (wirklich lieben) Schwiegermama mit selbst geschlachteten Hühnern versorgt zu werden - ist wirklich was Feines !!!!

LG,
Claudia
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Mitglied seit 17.01.2002
1.133 Beiträge (ø0,17/Tag)

Tut mir ja unsäglich leid, daß mein oben genanntes Suppenhuhn schon nach 45 min so weich war, daß ich die Knochen rausziehen konnte, ich bezweifle auch, daß es schon das verlangte methusalemalter erreicht hatte, geschmeckt hat uns das Süppchen daraus trotzdem!
angi
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Mitglied seit 17.01.2002
28 Beiträge (ø0/Tag)

Die beste Hühnersuppe ist die von einer alten "Turre". Ehrlich!
Mit Lorbeerblatt, Lauch,Wacholderbeeren, Möhren (von allem nur etwas) und dann
noch die braune Haut von Zwiebeln. Mit Salz, Curry und Macisblüte....
Wichtig ist, das das Huhn leicht köchelnd mehrere Std. braucht, um gar zu werden.
Nicht eins, das nach 25 Min. auseinanderfällt. Igitt!
Die Brühe muß nach Hühnersuppe duften bevor man in den Topf sieht, nicht eine, die man erst als Hühnersuppe identifizieren kann, wenn man das Viech darin sieht.
Gruß lisette
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Mitglied seit 17.01.2002
823 Beiträge (ø0,12/Tag)

@sunnyhilly
weshalb älter Hühner mehr Schadstoffe enthalten als junge, das kann ich nicht nachvollziehen, genau das Gegenteil ist der Fall, denn hier wurde keine mit Futter und Medikamenten geförderte Mast angewandt.

Und ein fettarmes Junghuhn hat vielleicht einen "huhnigen" , aber eben keinen "suppenhuhnigen" Geschmack. Das Huhnige bringt sogar die Suppenwürfel -Industrie besser geschmacklich hin, aber eben nicht den Suppengeschmack des echten, in Ehren ergrauten Suppenhuhns. Sonja hat gerade in der Sache Fett völlig richtig beschrieben.
Letzendlich ist natürlich ein Suppenhuhn auch teurer, als ein Schnellmast-Hähnchen.

Das Fleisch ist ja auch nicht das kullinarische Highlight, sondern die Suppe, in der das ausgelaugte Fleisch sein Kraft und Geschmack abgegeben hat. Aber die Kindheitserinnerung an das ausgelöste Hühnerfleisch des Suppenhuhnes in einer hellen Soße, läßt mich es gelegentlich auch heute noch kochen- keine Offenbarung- aber einfach gut.

Walterspiel
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Mitglied seit 17.01.2002
2.261 Beiträge (ø0,34/Tag)

Noch ne gefundene Italienische Hühnersuppe:
(damit Du auch weisst, warum den ganzen Aufwand, Hühnerbrühe aus frischem "Alten" Huhn ist nämlich das Beste...


2 dl Kalte Hühnerbrühe
2 Eier
2 EL Gries
2 EL Geriebenen Parmesankäse
2 EL Gehackte Petersilie
1 Messer Geriebene Muskatnuss
Salz
Weißer Pfeffer




Zubereitung:
Für die Einlage Eier und 1/8 l Hühnerbrühe in einer Schüssel verquirlen. Gries und Parmesan nach und nach unter Rühren zugeben.
Petersilie, Salz und Muskatnuß unterrühren. Restliche Hühnerbrühe zum Kochen bringen und die Eimischung unter ständigem Rühren in die Brühe gießen, so daß feine Eier- und Käsefäden entstehen.
Unter Rühren 5 Minuten köcheln lassen.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
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Mitglied seit 01.08.2001
4.120 Beiträge (ø0,6/Tag)

Also, 45 min.Im Dampfdrucktopf ist zu viel,
da zerfällt es, inkl.der Knochen

LG.N.
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