Maronenmehl - selber herstellen?

zurück weiter

Mitglied seit 16.03.2006
2.325 Beiträge (ø0,46/Tag)

Moin!

Der Betreff sagt eigentlich schon alles: Wie kann man Maronenmehl selber herstellen?
Reicht es, getrocknete Eßkastanien zu Mehl zu zermahlen?

LG
Andi
Zitieren & Antworten

Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 02.03.2002
30.076 Beiträge (ø4,63/Tag)

Hallo, Andi!


Wiki sagt:

...\"Um Kastanienmehl zu erhalten, werden die Kastanien erst getrocknet, dann geröstet und schließlich gemahlen. ...\"

Hört sich aber nach verflixt viel Arbeit an und ob sich der Aufand preislich lohn, möchte ich bezweifeln.

Recherchiere mal im www bei Lieferanten von glutenfreienen Produkten....wie

z.B. hier .


Gruß
Brigitte
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 16.03.2006
2.325 Beiträge (ø0,46/Tag)

Hallo Brigitte,

danke für Deine schnelle Antwort und den Link. Ob es sich preislich lohnt, ist eine Frage. Bereits kiloweise vorhandene Eßkastanien (im Gegensatz zu gekauften ohne Wurm und nicht faul! Lächeln) und der Wunsch mal Neues damit zu versuchen, hingegen mein Ansporn.

LG
Andi
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 17.01.2002
1.477 Beiträge (ø0,23/Tag)

Hallo
ohha- die gleiche Frage stell ich mir auch seit ein paar Tagen. Hat es schon jemand ausprobiert? Ich hatte noch nie \"fertiges\" Maronenmehl und weiss leider nicht wie die Konsistenz ist. Was mich wundert ist das trocknen. Reicht rösten alleine nicht aus? Ich hätte jetzt eher zu der Variante rösten, abpullen, 1 Tag stehen lassen und mahlen geneigt.
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 16.03.2006
2.325 Beiträge (ø0,46/Tag)

Moin!

Meine ursprüngliche Anfrage ist schon eine Zeit her, nun wollte ich mal einen kleinen Erfahrungsbericht abgeben:
Zunächst einmal: Rösten alleine reicht nicht aus, frische, geröstete Maronen zermahlen (auch wenn sie ein, zwei Tage gestanden haben) ergibt ein mehr oder weniger festes Mus, mehr nicht.
Ich habe die Eßkastanien im Herbst sehr gründlich trocknen gelassen und sie dann trocken und luftig gelagert. Dabei verlieren sie etwa die Hälfte ihres Gewichts. Nun habe ich sie von ihrer Schale und - soweit möglich - von ihrer inneren Haut befreit, grob zerkleinert, im Backofen (ca. 100°C) nochmals eine Weile trocknen und dann abkühlen lassen. Die so vorbereiteten Kastanien haben sich dann problemlos zu herrlich feinem, weißen Mehl mahlen lassen.
Und nicht nur im Hinblick auf den Preis von Maronenmehl im Handel hat sich der Aufwand und die Mühe gelohnt! - Feinstes Maronenmehl von heimischen (selbstgesammelten) Maronen... lecker!!!

LG
Andi
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 20.09.2006
3 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo,

das Thema ist zwar schon etwas älter, aber da ich selbst viel mit Maronen backe, kann ich mir einen Kommentar nicht verkneifen:
Ich bekomme im Bioladen immer küchenfertige Maronen im Glas, die ich in der Küchenmaschine zerkleinere. Ich bekomme daraus ein leicht klumpiges Mehl, das sich wunderbar zum Brotbacken verwenden lässt. Wozu soll man sich dann noch die ganze Arbeit machen, die Maronen zu rösten??

Gruß Hanna
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 16.03.2006
2.325 Beiträge (ø0,46/Tag)

Moin!

So, aus aktuellem Anlaß (es gibt wieder ganz frische Maronen Lachen) mal ein kleines Update.
Habe mittlerweile mal eine etwas andere Vorgehensweise ausprobiert und die scheint sehr gut zu klappen: Frische Maronen von der Schale und den haarigen Innenhaut befreien, kurz hächseln daß sie etwa die Größe von gehackten Mandeln haben. Diese Masse nun flach auf mit Backpapier ausgelegten Rosten ausbreiten. Einfach über mehrere Tage an der Luft trocknen lassen oder - und so habe ich es nun ausprobiert - in den auf 160°C vorgeheizten Ofen geben und mit fallender Temperatur bei 100°C mit Umluft rösten und trocknen. 1-2 Tage noch offen und ausgebreitet stehen lassen, dann sind die Maronen so trocken, daß sie problemlos wie Getreide zu Mehl vermahlen werden können. Das Mehl ist durch das Rösten leicht gelblich und herrlich aromatisch.

1kg Maronen ergibt ca. 300g Mehl.

LG
Andi
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 11.06.2011
7 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo Andi,

ich freue mich, hier einen Maronen-Fachmann gefunden zu haben! Wir waren in diesem Jahr leider vor der Maronenernte in Südfrankreich, da konnte man auch Mehl kaufen, aber das fand ich zu teuer.
Jetzt erst komme ich dahinter, dass Esskastanien eine sehr gute Bereicherung bei Zöliakie sind - und da ich zwei Kinder habe, die davon betroffen sind, versuche ich es jetzt mit der heimischen - spartanischen - Ernte, auf die in unserer Gegend viele Leute aus sind!!!
Nun habe ich beim Sammeln etliche Maronen mitgenommen, die noch nicht ganz braun sind. Reifen die nach?
Ich hatte bei meinen Überlegungen auch immer so ein Vorgehen im Sinn, wie du es zuletzt beschrieben hast. Aber woher hast du deine Früchte? Falls du selber sammelst: Lässt du sie vor dem Verarbeiten ein wenig liegen (könnte schwierig sein, die schimmeln immer so schnell) oder verarbeitest du sie direkt nach dem Sammeln? Ich denke nur, dass auch Hasel- oder Walnüsse ganz frisch gesammelt erfahrungsgemäß nicht so gut sind, sondern erst nach ein paar Tagen bis Wochen "Ruhe".
Danke für eine Antwort,
Gruß,
Barbara
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 16.03.2006
2.325 Beiträge (ø0,46/Tag)

Moin Barbara,

Auch hier gibt es Ecken, an denen Haufenweise gute und dicke Eßkastanien wachsen. Südfrankreich jedoch muß momentan ein Paradies für uns Maronenfans sein, ich kenne es leider auch nur zu anderen Zeiten. Maronenmehl ist teuer, gibt es aber auch hier zu kaufen, z.B. im Biomarkt.

Ob Maronen noch nachreifen, kann ich gar nicht so genau sagen, so viele nicht-braune hatte ich bei meinen Sammelaktionen nie dabei. Ich meine aber, daß die auch noch braun geworden sind. Habe sie einfach mitverarbeitet.

Die Früchte lasse ich schön ausgebreitet (bei mir auf dicker Wellpappe, "Bananenkartons", besser noch wären große Siebe) ein paar Tage antrocknen. Wichtig ist, daß sie trocken liegen und genügend Luft drankommt, jeden Tag einmal durchmischen. So sind sie mir noch nie geschimmelt.

Nur: Im Gegensatz zu anderen Nüssen trocknen Maronen bei längerer Lagerung vollständig aus und werden zu harten Steinen (die man jedoch auch noch verarbeiten kann).

LG
Andi
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 11.06.2011
7 Beiträge (ø0/Tag)

Hi Andi,
mittlerweile habe ich die Antwort: sie reifen nach. Kein Problem. Ich habe sie etliche Tage beim schönen Wetter der letzten Woche draußen ausgebreitet liegen gehabt, sie sind wunderbar braun geworden und da schimmelt nichts.

Was andererseits ein Problem ist, ist das Abziehen der Innenhaut. Manchmal, bei einigen glücklichen Exemplaren, reicht kneten der angetrockneten Frucht und die Häute lösen sich wie von selbst. Meistens platzen sie aber nur und man muss das Allermeiste doch mit einem Messerchen abfummeln. Wie großzügig bist du da? Beeinträchtigt das die Qualität des Mehles, wenn noch Hautreste an den Maronen sind?

Gut auch, dass du sagst, dass die steinharten Früchte trotzdem zu verarbeiten sind (nur eben nicht zu schälen).

Was machst du hinterher mit dem Mehl? Gibt es da Lieblingsrezepte hechel... ?

Gruß,
Barbara
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 31.03.2004
16 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo allerseits,

ich habe jetzt mal testweise einige Maronen zerkleinert und im "Bachfach"
des Kaminofens einige Stunden getrocknet. Nun habe ich diese ziemlich
harten Maronenstücke und bin nicht ganz sicher, wie es weiter geht.

Soll ich die wirklich in der Gereidemühle mahlen? Schmieren die nicht alles
voll? Ich habe die Maschine doch erst vor ein paar Tagen ganz auseinander
genommen und sauber gemacht. Na!

Liebe grüße, Heiner
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 31.03.2004
16 Beiträge (ø0/Tag)

Kleiner Nachtrag: Ich habe es jetzt lieber erst mal mit einer
elektrischen Kaffeemühle versucht. Wie es aussieht schmieren
die Maronen nicht alles voll. Es müsste also auch mit mit einer
Getreidemühle funktionieren.

Liebe Grüße, Heiner
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 16.03.2006
2.325 Beiträge (ø0,46/Tag)

Moin!

@Barbara:
Tja, die Innenhaut ist so ein Problem für sich. Irgendwann nach ein paar Tagen trocknen haben die Maronen einen Trocknungsgrad erreicht, bei dem sie sich wirklich relativ gut kneten und somit von ihrem Häutchen trennen lassen, DAS Patentrezept kenne ich jedoch auch nicht, es ist meist schließlich doch eine relativ langwierige Sache. Um Mehl draus zu machen brauchst Du allerdings nicht so sehr pingelig zu sein, ich habe auch einige hartnäckige Reste der Häutchen an den Maronen belassen und es hat meiner Meinung nach dem Mehl nicht geschadet. (Der prozentuale Volumen- und Gewichtsanteil der verbleibenden Häutchen ist im Vergleich zur Gesamtmasse der Maronen verschwindend gering.)
Die steinharten Früchte kannst Du im Wasser quellen lassen, dann wird zuerst das Häutchen weich und läßt sich relativ einfach entfernen. Werden die Maronen dann lange genug gekocht, sind sie wie frische zu verarbeiten (jedoch nicht unbedingt mehr für Mehl).
Lieblingsrezepte habe ich (noch) keine. Ich verbacke gerne einen Anteil Maronenmehl im Brot. Noch nicht ausprobiert, aber auch in Nudeln müßte sich Maronenmehl sehr gut machen. Lächeln

@Heiner:
Da warst Du mit dem Versuch schneller als ich mit meiner Antwort. Wie Du siehst, lassen sie sich tatsächlich wie Getreide mahlen, da schmiert genauso viel oder wenig wie bei Getreide (und NICHT wie bei anderen, fetthaltigen Nüssen!). Deine ziemlich harten Maronenstücke würde ich aber noch einige Tage trocknen lassen, sie sollte wirklich steinhart und vor allem vollkommen trocken sein.

LG
Andi
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 11.06.2011
7 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo Andi,
ich habe mittlerweile 1,5 kg Maronenmehl. Nach deiner Berechnung müssten es also ursprünglich ca. 5 kg Maronen gewesen sein - teilweise klein und mickrig, nicht mitgerechnet der ganze Ausschuss... in den nächsten Jahren werde ich mir besser überlegen, ob ich es unbedingt wieder aus selbstgesammelten Maronen selbst machen will.
Ich habe nur insgesamt zu lange gebraucht, so dass zu viele Maronen richtig hart waren. Die wurden dann kurz in Wasser gelegt und die Haut anschließend grob abgeschabt. Das ganze wurde auf die von dir beschriebene Weise vorher gehackt, im Ofen mild getrocknet, dann im Häcksler nochmal grob geschrotet und anschießend in der Getreidemühle verarbeitet. Das Ergebnis ist ein wunderbar goldgelbes, süßes Maronenmehl. Alleine das ist eine Wucht.
Jetzt mache ich meine ersten Gehversuche mit dem (glutenfreien) Backen mit Kastanienmehl. Wenn es gelingt, werde ich das Ergebnis hier berichten. Momentan habe ich ein einfaches Rührkuchen-Rezept von Schär genommen. Dort habe ich das Mehl zu 50% durch mein Maronenmehl ersetzt, dann noch gehackte Walnüsse und Äpfel dazu getan (auch selbst gesammelt Lächeln) und alles in Muffinförmchen getan. Das Produkt bäckt gerade - ich werde berichten, ob es gut war, dann stelle ich das Rezept noch offiziell ein.
Wir haben das erste Weihnachten ohne "normale" Plätzchen vor uns, ich bin sehr gespannt ob wir alle Wünsche der Kinder "substituiert" bekommen.
Gruß,
Barbara
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 16.03.2006
2.325 Beiträge (ø0,46/Tag)

Moin Barbara,

ja, es ist schon sehr zeitintensiv, das Maronenmehl selber herzustellen. Aber klingt doch gut!

Ich hoffe, die ersten Gehversuche sind gelungen.

LG
Andi
Zitieren & Antworten
zurück weiter

Partnermagazine