"Gutes" Geschirr: Unterschiede zwischen günstigen und teuren Marken

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Mitglied seit 27.10.2014
17 Beiträge (ø0,01/Tag)

Hallo zusammen!

Seit 10 Jahren wohne ich nun nicht mehr bei Eltern Na!
Als ersten Grundstock habe ich mir damals IKEA 365+ Geschirr zugelegt. Sukzessive aufgestockt habe ich es, bis ich das Geschirr für 12 Personen zusammen hatte. Ich benutze es jeden Tag. Nahezu immer werden dabei die glachen Teller genutzt. Leider sieht man es ihnen nach 10 Jahren nun an. Die Teller sind zwar heile, haben kaum abgeplatzte Stellen, aber wenn ich die Teller gegen das Licht halte, sehe ich nun überall ganz massiv die Schnittspuren von Tafelmessern usw. - für Alltags ist es für mich kein Problem. Auf den Kuchtellern und Kaffeetassen nehme ich kaum Gebrauchsspuren wahr. Allerdings werden diese auch deutlich seltener genutzt. Und wenn, dann eben nicht mit Messern Na!.

Nun wohne ich aber mittlerweile in meinem eigenen Häuschen seit 3 Jahren und mittlerweile reichen die Euronen, um sich auch mal mit was "Gutem" einzudecken Na! Tatsächlich kenne ich noch gut, dass man auch ein "gutes" Geschirr für Gäste hat. Auch wenn ich das früher für Quatsch gehalten habe, bin ich nun doch selber an diesem Punkt, dass ich mir etwas besonders schönes kaufen möchte, was ich bei festlichen Anlässen (Geburtstag, Feiertage usw.) auf den Tisch packen möchte.

Dabei bin ich nun an dem Punkt, wo ich aktuell die Porzellan Qualitäten nicht richtig einordnen kann. Ich kenne noch das "Gute" Geschirr meiner Mutter von Seltmann Weiden. Hauchdünn, sehr fein und leicht mit Silberrand.

Nun hatte ich Villeroy und Boch und Seltmann Weiden als "Top-Firmen" im Kopf und habe neulich in einem Möbelhaus in deren Serien gestöbert. Zum Vergleich hatte ich z.B. das berühmte New Wave, aber auch das Royal oder das Anmut Platinum von V&B in der Hand. Direkt daneben stand Fine China Geschirr von Via (Ritzenhoff & Breker), bekannterweise eher günstigere Ware.
Rein von der Optik des Porzellans und vom Anfassen her habe ich nahezu keinerlei Unterschiede festgestellt. Auch war das V&B Geschirr alles andere, aber sicher nicht so fein und leicht wie das "Gute" Geschirr meiner Mutter. Das hat mich sehr enttäuscht.

Daher stehe ich nun vor der Frage: was unterscheidet ein Via (oder Creatable) Produkt von den V&B oder Seltmann Weiden Produkten wirklich?
Würde ich bei einem V&B Geschirr die feinen Schnittspuren im Speiseteller nach 10 Jahren täglicher Benutzung auch sehen? Oder würden die wirklich wie neu aussehen?

Hintergrund der Frage ist: ich habe eine Set von Via und eines von Creatable im Auge, die mir optisch vom Dekor her gut gefallen. Die V&B Produkte bzw. zwei Dekore von Seltmann Weiden gefallen mir auch gut. Vollständige Sets kämen von dort aber auch 3mal so teuer.
Danke für Eure Hilfe!!
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Mitglied seit 28.01.2010
9.643 Beiträge (ø2,06/Tag)

Hallo!

Irgendwo habe ich mal eine Reportage gesehen, bei der die Herstellung von günstigem und teurem Geschirr verglichen wurde mit allen Arbeitsschritten, die dann auch zu den Preisunterschieden führen. Ich meine, das Ikea-Geschirr war dabei sogar das günstige Vergleichsgeschirr. Fazit dieser Reportage war letztendlich, dass die günstigen Produkte keineswegs schlecht sind, aber eben durch den einen oder anderen Arbeitsschritt, der ausgelassen oder maschinell statt von Hand durchgeführt wurde, doch nicht so ganz die hohe Qualität, gerade auch in Bezug auf die Langlebigkeit ohne sichtbare Abnutzungserscheinungen, erreichen wie die teuren Produkte namhafter Hersteller.

Wir haben jetzt seit etwas über 2 Jahren unser V&B-Geschirr jeden Tag im Einsatz, inklusive Spülmaschinenreinigung. Und die sehen allesamt noch absolut aus wie neu, kein noch so kleiner Kratzer zu erkennen. Von daher würde ich sagen, die Qualität ist wirklich prima :). In 8 Jahren kann ich dir dann auch sagen, wie der 10-Jahres-Test so verlaufen ist *g*.

Als erstes würde ich dir aber raten, dich von dem Gedanken an "gutes" Geschirr für Anlässe und Gäste ein bisschen zu verabschieden. Ich mein, wie oft hat man Gäste? Und wie oft isst man selbst daheim? Und dass man schönes Geschirr für Gäste haben will, liegt doch vor allem daran, dass ein Tisch damit gleich hübscher aussieht, dass Speisen appetitlicher wirken - und dass somit das Essen noch einen Ticken mehr Freude bereitet. Warum sollte man sich selbst diese Freude nicht auch im Alltag gönnen?

Und als zweites solltest du dann darüber nachdenken, ob du auf deiner Suche bereits über ein Geschirr gestolpert bist, was dich restlos begeistert hat, wo dir jede Schale, jede Tasse, jede Untertasse wirklich gefallen hat. Am besten auch noch mal selbstkritisch unter dem Aspekt, ob das höchstwahrscheinlich in 10, 20 Jahren immer noch der Fall wäre. Wenn ja, dann investier ruhig in eine der teuren Serien. Aber wenn nicht, dann kauf lieber etwas günstiges unter der Prämisse, dass du dir dann eben in 5-10 Jahren wieder etwas neues zulegst (vielleicht auch dann etwas teures?). Denn nichts ist ärgerlicher als ein teures, hochwertiges Set, was man nach 5 Jahren über hat, weil's so ein Modeding war oder es sich als nicht alltagstauglich entpuppt.

GLG, Elphi
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Mitglied seit 10.04.2006
55.306 Beiträge (ø9,1/Tag)

Hallo,

Schnittspuren auf den Tellern, bei V& B , Seltmann oder anderen namhaften Firmen, sieht man auch nach vielen Jahren nicht.
Das "Material" ist halt anderes als bei Ikea. Da sind die Teller sind aus Feldspatporzellan oder aus Keramikmassen.

Während viele V&B Produkte aus aus Bone China Porzellan sind, ist New wave aus Premium Porcelain.
Eventuell sich über die Porzellanarten genau informieren.

Gutes Porzellan, habe ich für mich persönlich entschieden, und nach vielen Jahren "abgeschafft" . Nutze auch die teuren Services und das Silberbesteck jeden Tag.

Ideal wäre es wenn du in den Fabrikverkauf nach Selb oder nach Mettlach fahren könntest.Kurzurlaub Na! ?
Hier war ein Thread dazu, falls es dich interessiert
http://www.chefkoch.de/forum/2,8,134936/Villeroy-und-Boch-Fabrikverkauf.html

In der Weihnachtszeit gibt es seit Jahren Kaffee und Essservice aus Bone China Porzellan, Aldi, da steckt eine Markenfirma aus Selb hinter.

katir
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Mitglied seit 25.01.2006
12.968 Beiträge (ø2,11/Tag)

Nur soviel: Schnittspuren wirst du auf jedem viel benutzten Geschirr nach einigen Jahren sehen. Ebenso mattere Stellen auf der Glasur vom Stapeln.

Doch noch eins: Je feiner und leichter, desto schneller kaputt. Die Qualität des Porzellans spielt sicher auch eine Rolle, aber das Prinzip bleibt.

So ein »gutes Geschirr« muss man nun mal wie seinen Augapfel hüten und darf es nur selten benutzen. Ich würde eher auf mittlere und robustere Qualität setzen – von einer Marke, bei der ich erwarten kann, dass ich auch nach vielen Jahren Ersatz nachkaufen kann. Eine klassische Serie ohne Dekor am ehesten.
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Mitglied seit 10.02.2012
9.129 Beiträge (ø2,31/Tag)

die Messer, die man verwendet, spielen ebenfalls eine große Rolle. Je feiner sie gezahnt sind, umso weniger können sie dem Geschirr anhaben. Am besten sind sehr scharfe Messer ohne Zahnung. Damit "säbelt" man auch nicht auf dem Teller - selbst wenn das Fleisch mal ein wenig zäher sein sollte
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Mitglied seit 15.03.2002
52.627 Beiträge (ø6,96/Tag)

Hi,

selbst innerhalb einer Preisklasse gibt es Unterschiede.

Ich habe schwarz glasierte Teller aus dem " Mittelfeld" von Asa (250 Grad Plus) und Iittala (Teema)- gleichen Alters und gleich häufig benutzt/gespült.

Bei den Asa wurde die Glasur an den Kanten nach rel. kurzer Zeit abgeschabt (?) so dass das helle Porzellan durchschimmert.
Beim Iittala Geschirr sieht es immer noch aus wie anfangs.

VG
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Mitglied seit 25.01.2006
12.968 Beiträge (ø2,11/Tag)

Pfeil nach rechts Tatsächlich kenne ich noch gut, dass man auch ein "gutes" Geschirr für Gäste hat. Auch wenn ich das früher für Quatsch gehalten habe, bin ich nun doch selber an diesem Punkt, dass ich mir etwas besonders schönes kaufen möchte, was ich bei festlichen Anlässen (Geburtstag, Feiertage usw.) auf den Tisch packen möchte. Pfeil nach links

Dein damaliges Urteil war durchaus klug. Man kann sein Geld besser und erfreulicher ausgeben. Als sie es sich leisten konnten, haben meine Eltern auch ein »gutes Geschirr« angeschafft und dazu Silberbesteck. Benutzt wurde es in den Jahrzehnten seitdem ein paar Dutzend mal. Täglich auf den Tisch kommt ein ebenso altes Alltagsgeschirr aus Steingut. Wenn davon ein Teil kaputt geht, ist der Jammer groß, denn das gehört zum Leben, nicht das feine Porzellan und das Silber, das man immer polieren muss. Das nimmt nur Platz weg und ich werde es eines Tages schmerzfrei verkaufen, denn es bedeutet mir nichts. Hüten werde ich aber zwei schöne Salzstreuer aus Plastik, die ich seit meiner Kindheit kenne.

Wenn es langfristig sein soll: Kaufe ein robustes, klassisches Geschirr in Weiß und in guter Qualität von einem traditionellen Hersteller – für jeden Tag. Das ist nicht langweilig, sondern über Generationen ausgereift und dadurch zeitlos funktional und schön. Es steht weit über jeder Mode. Jede Farbe, jedes Dekor und jede Extravaganz veralten ganz schnell, nerven zuerst und werden für die nächste Generation zum Kuriosum.
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Mitglied seit 27.10.2014
17 Beiträge (ø0,01/Tag)

Hallo, vielen Dank für die rege Beteiligung!

Interessant finde ich, dass beide Meinungsextreme vertreten sind Lächeln
Geht es mir doch genauso. Ich kann beide Sichten total nachvollziehen. Einerseits sage ich mir, warum sollte ich mir ein teures Service kaufen, wenn es die meiste Zeit verstaubt? Andererseits finde ich ein teures Geschirr aus der höheren V&B Klasse schon wieder (im Vrrhältnis zum Nutzwert) so teuer, dass ich es nicht vertreten köntte durch alltägliche Nutzung nach 5-10 Jahren mit dem gleichen Ergebnis wie heute bei den Ikea Tellern da zu stehen.

Unsere Esskultur bei mir im Haus ist eh "verhunzt" Na! wir sind zu zweit, in tollen, aber stressigen Berufen, die wenig Zeit für Kochen und gemeinsame Esskultur lassen. Da wird (leider off) das Essen unter der Woche zur Nebensache und wird oft am Couchtisch erledigt. Dafür ist mir das Geschirr Wurscht. Hauptsache es ist praktisch Na!

Wenn ich denn mal besondere Anlässe habe möchte ich aber gern dass das Geschirr was besonders ist, in einem tollen Zustand ist, außergewöhnlich und nichts "Langweiliges". Zumindest glaube ich das. Beide Haltungen sind bei mir 50:50.

Aus Prinzip widerstrebt mir aber für 6 Personen volles Kaffegeschirr und Tafelgeschirr 600+ Euro auszugeben, wenn ich optisch keine Unterschiede zum Via Fine China für 200€ sehe. Da ist bei mir noch viel Meinungsfindung zu erledigen Lächeln
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Mitglied seit 03.11.2011
5.615 Beiträge (ø1,39/Tag)

ich habe auf meinem V & B geschirr messerspuren . vielleicht ist es ein " besonders feines " , eierschalenfarben . die nutzung ist nicht zu übersehen.

das zur gleichen zeit in betrieb genommene und öfters benutzte geschirr von TSCHIBO sieht wie neu aus.

kann jetzt zufall sein.

ich habe auch ein " service für besuch ". kaffeegeschirr. aber eigentlich nur , weil es ein hochzeitsgeschenk war.

ich lege schon auch im alltag auf ein " schönes " geschirr wert.
es gibt so viele , wertige sachen welche dem momentanen geschmack und trend folgen .

selbst wenn es ewig halten sollte - was bei uns beim markengeschirr ja nicht der fall ist ....... ich möchte vielleicht mehr als
ein geschirr im leben.
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Mitglied seit 28.06.2014
12.613 Beiträge (ø4,1/Tag)

Hallo,

So, jetzt hab ich mich insgesamt 2x in meinem Computer verheddert und rausgeschmissen. Keine Ahnung, wie ich das wieder geschafft habe.
Mein so mühsam zusammengedachter und geschriebener Text zum Thema Geschirr ist natürlich auch weg.

Ich bin froh, dass die Zeiten „gutes Geschirr, Sonntagskleidung“ etc. vorbei sind. Das ist für mich graueste Vorzeit, obwohl ich verstehen kann, dass man auch mal besonderes Geschirr auf dem Tisch haben möchte. Benützt man es täglich, ist es halt nicht mehr besonders.

Ich würde einen ganz anderen Denkansatz fahren: Wie oft findet „das Besondere“ statt und welche Teile von einem Service brauche ich wirklich.

Ich besitze seit ca. 40 Jahren eine schöne große Fleischplatte von Villeroy und Boch. Sieht immer noch aus wie neu. Warum? Weil sie fast nie zum Einsatz kam. Da wurde in der Küche schon aufgeteilt, oder ich musste mich entscheiden, schmeiß ich jetzt einen Gast raus, damit diese Platte noch Platz auf dem Tisch hat? Der Gast hat immer gesiegt. Und die Platte wurde geschont.

Genauso ging es mir mit dem Kaffeeservice (inkl. Teurer Kaffee- und Teekanne). Das ist genauso alt aber immer noch wie neu. Bei mir gibt’s immer nur Kaffee (ohne Kuchen). Am liebsten aus einem großen Glas oder einer bunten Mug. Davon hab ich jede Menge und total unterschiedliche. Da „springt mich gerne mal eine im Kaufhaus an“. Die sollen gar nicht zusammenpassen.

Mittelgroße Teller sind wichtig und Schalen, die man entweder für Suppe oder auch für Dessert verwenden kann.

Wenn ich nochmal mit Geschirr anfange, dann suche ich mir etwas in einer möglichst klassischen Form mit langer Nachkaufgarantie. Dann darf es nämlich auch etwas teurer sein, ich muss ja nicht alles auf einmal kaufen.

Und wenn’s noch drin ist dann gerne ein flottes Alltagsgeschirr in kleiner Stückzahl (wer weiß, wie lange ich es flott finde). Allerdings auch das mit etwas Nachkaufgarantie, könnte ja sein, dass man es ausbauen möchte. Villeroy und Boch hat schon sehr flotte Sachen, aber leider auch zu einem sehr flotten Preis.

Auf die Art und Weise hab ich nicht immer dasselbe auf dem Tisch und kann im Notfall erweitern. Auf keinen Fall möchte ich wieder Geschirrleichen im Schrank beherbergen.

LG Bagheera
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 05.11.2013
3.445 Beiträge (ø1,04/Tag)

Hallo,

ich hatte lange Zeit ein Steingutservice, das ich sehr mochte, was aber unansehnlich wurde.

Hab mich dann für das "Arzberger cucina colori" entschieden. Reinweiße Teller mit einem schmalen bunten Rand. Sieht nett aus, auch für Gäste, aber ist auch unproblematisches Alltagsgeschirr. Es ist auch kein Drama, wenn mal ein Teller oder eine Tasse geschrottet wird. Jedes reinweiße Geschirr passt dazu, es lässt sich problemlos nachbestellen und vom Preis her durchaus noch keine große Investition.

Ich schau mir gerne hübsche Service in Haushaltsgeschäften, aber so gerne ich dieses oder jenes Dekor gerne komplett hätte, ich hab keine Lagerhalle für ALLES. Mich da mit einem teueren Service so festzulegen und das für sehr lange Zeit und soo extrem aufzupassen, damit ja nichts kaputt geht.

Geschirr ist für mich ein Gebrauchsgegenstand, soll nett aussehen und zuverlässich seinen Zweck erfüllen, nicht mehr Arbeit als nötig machen, aber mir nicht so Kopfzerbrechen machen, daß eine zu Bruch gegangene Tasse eine kleine Katastrophe ist.

Meine Tante hat mal meinen Onkel schrecklich ausgeschimpft, weil er auf dem teueren Geschirr Kratzer hinterlassen könnte, wenn er immer so mit dem Löffel in der Tasse rührt... also das ist dann nicht meine Welt. Sicher nicht!

LG

Gelbling
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Mitglied seit 30.08.2015
11.493 Beiträge (ø4,34/Tag)

das sind Leute, die decken die Teppich mit Zeitung ab, um sie zu schonen... Lachen
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Mitglied seit 07.03.2007
11.373 Beiträge (ø1,98/Tag)

Hallo,

ich habe das Maria Weiss Service (Rosenthal) mit Schuesseln (sogar grosse Pastaschuessel), Platten etc... fuer gut, auch am Wochenende... es ist zeitlos, passt sich jeder Tischdeko an und ist immer schoen anzusehen.... das war/ist schon etwas teurer....

Dann habe ich noch Kuechenservice, die alltags im Einsatz sind, ein uraltes mit seegruenem Rand (Hutschenreuther), mit Schuesseln und Platten und noch ein anderes Service, auch mit Schuesseln und Platten (Hutschenreuther, Dresden)....

Liebe Gruesse aus Pittsburgh, Pennsylvania, Susan
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Mitglied seit 25.01.2006
12.968 Beiträge (ø2,11/Tag)

Andre, denkt mal drüber nach, was ihr unter Esskultur versteht. Welche zu euch passt und authentisch ist.

Ich, zum Beispiel, habe durchaus viel für gutes Kochen und nettes Anrichten übrig, aber gar nichts für großes Getue. Essen, an die ich mich wirklich gerne erinnere, waren vor allem zwanglos und herzlich, oft etwas chaotisch und nie schick. Die beste aller Gastgeberinnen hatte kaum Geld und zusammengesuchtes Geschirr, aber Kochtalent, ein großes Herz und Stil. Auf solche Dinge, auf das Menschliche kommt es an, nicht auf edles, modisches Geschirr ohne Kratzer und eine feierliche Deko. Wenn ich bei Essen bin, wo alles so hergerichtet ist, weiß ich mittlerweile sicher, dass es eine freudlose Veranstaltung mit virtuellen Büchern unter den Achseln wird, bei der man die Gespräche ganz schnell vergessen möchte. Dahinter stecken unterschiedliche Vorstellungen von Esskultur.

Das ist jetzt mein ganz persönlicher Standpunkt, es gibt natürlich auch andere. Mir geht es um das emanzipatorische Moment (auch wenn das bei Geschirr vielleicht kurios wirkt). Will man das wirklich oder meint man nur, man bräuchte das halt, weil das eben so erwartet wird oder man glaubt, es würde erwartet? Wenn man sich darüber klar geworden ist, kann man sich auch leicht entscheiden – so oder so. Jedenfalls bei Sachen wie Geschirr …
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Mitglied seit 03.01.2008
120 Beiträge (ø0,02/Tag)

Hallo,

ich komme aus der Nähe von Selb und bin quasi mit Porzellan aufgewachsen, meine Eltern hatten zig verschiedene Sets, die auch oft benutzt wurden. Als Kind hat mir mein Vater ganz oft Geschirrmuster und die entsprechenden Qualitätskriterien erklärt.
Wir haben mittlerweile als Alltagsgeschirr weißes schlichtes Hotelporzellan von Schönwald (aus dem Werksverkauf), das hält auch mal einen Sturz aus (auch auf Fliesen) und ist qualitativ weit besser als Ikea.
Zur Hochzeit haben wir uns ein komplettes Service von Thomas gekauft, deutlich feiner, weiß mit diskretem Muster (wie Baumringe, aber weiß in weiß). Schlicht, dezent, zeitlos, spülmaschinenfest und passt zu allem. Da bei uns dank Kind öfter mal was runter fällt und kaputt geht, haben wir uns für die Trennung Alltagsgeschirr und besonderes Geschirr entschieden, preislich ist da doch ein deutlicher Unterschied.
Ich möchte weder im Alltag noch für besondere Anlässe zu Ikea Steingut Tellern usw zurück...

Kann den Werksverkauf in Selb dringend empfehlen, auch wenn man etwas weiter weg wohnt.

Gruß!
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