Ist Wasser mit 0 Grad Wasserhärte aggressiv?


Mitglied seit 11.08.2005
1.312 Beiträge (ø0,25/Tag)

Hallo,

da bei uns mehr Kalk als Wasser aus dem Wasserhahn kommt, haben wir einen Wasserenthärter, ein Ionentauscher auf Salzbasis. Der Service der Firma (Veolia, gross und bekannt in Frankreich) hat ihn auf 0 Grad Wsserhärte eingestellt.

Ich habe mehrmals gelesen, dass Wasser mit 0 Grad Härte sehr aggressiv sein soll, Dampfbügeleisen und Installationen fresse; die Veolia-Leute sagen, das sei Quatsch, das Wasser sei nicht aggressiver als mit einer gewissen Resthärte. Es würde sich nur kein Kalk mehr ablagern, der auch sozusagen eine Schutzschicht bilde, und darum würden ungeeignete Materialien sich vielleicht schneller verabschieden.

Irgendwie traue ich den Jungs nicht, finde aber auch nichts (weder dafür noch dagegen) in meinen Internetrecherchen.

Weiss irgendjemand von euch dazu mehr, bevor meine Hausinstallation zerfressen ist?

Danke im Voraus
Daniel
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Mitglied seit 05.08.2005
212 Beiträge (ø0,04/Tag)

Hallo,

jo so ist es. Des wegen werden im Geschirrspüler auch die Gläser blind.
Bei der Hausinstallation dürfte eigentlich nichts passieren - der Geschirrspüler hält das weiche Wasser
ja auch aus.

Gruß FOB24.de
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Mitglied seit 28.08.2004
9.984 Beiträge (ø1,81/Tag)

Hi,

das Thema ist komplexer als ich es hier auf die Schnelle darstellen kann. Kurz gesagt ist es ein Zusammenspiel aus Wasserhärte und Karbonathärte, beides bildet eine Art Pufferung gegen heftige pH-Schwankungen. Ich hab früher mein Aquariumswasser mit einer Umkehrosmoseanlage entsalzt und das Resultat war recht instabil bez. pH-Wert mit einer starken Tendenz in Richtung sauer (also niedriger pH-Wert). Ist aber schon etwas her, deswegen bin ich nicht mehr so firm im Thema.

Was jetzt dein Wasserenthärter mit dem Wasser mach entzieht sich meiner Kenntnis, ich würde mich aber mal über schlaue Sprüche hinaus schlau machen, es könnte in eine ähnliche Richtung gehen, ich würde aber eher Vermuten, dass durch das Salz die Karbonathärte wieder hochgedrückt wird und das Wasser einigermassen stabil ist.

Wir haben so einen elektrischen Wasserenthärter und ein Jahr nach der Installation wurde eine gelötete Muffe undicht, keine Ahnung, ob das Zufall war.

Gruß
Joe YES MAN
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Mitglied seit 14.05.2007
4.297 Beiträge (ø0,95/Tag)

Hallo Daniel

Als alter Aquarianer kenne ich mich einigermaßen aus. Der Ionenaustauscher ändert in diesem Fall nicht den Salzgehalt des Wassers. Er tauscht verschiedene Ionen gegen Natrium-Ionen. Also z.B. Ca-Ionen gegen Na-Ionen. Damit wird aus härtebildendem Ca-Carbonat neutrales Na-Carbonat.

Dein Wasser mit Härte 0 ist nicht "aggressiv". Allerdings ist vollentsalztes Wasser "aggressiv", weil im Kontakt mit löslichen Stoffen, auch Metallen, Ionen in das praktisch ionenfreie Wasser aufgenommen werden (so ähnlich jedenfalls). Da dein Wasser aber nicht ionenarm ist, passiert da nichs.

Es ist aber zum Beispiel zum Blumen gießen nicht geeignet, da ein starkes Ionen-Ungleichgewicht entsteht. Für Aquarien ist es völlig ungeeignet. Als Trinkwasser ist es nicht schädlich, aber auch nicht besonders gut. Auch da fehlt das Calcium.

Wenn du mehr Infos suchst, google mal mit Neutralaustausch, das müßte passende Infos bringen.

Grüße

Lechon
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Mitglied seit 14.05.2007
4.297 Beiträge (ø0,95/Tag)

Nachtrag

Genau das gleiche macht die Enthärtungsanlage im Geschirrspüler auch. Wenn du also einen Ionenaustauscher im Keller hast, kannst du dir in Zukunft die Beschickung des Geschirrspülers mit Salz sparen.

Ich würde aber die Härte nicht auf 0 einstellen, wenn eine Einstellung auf 3-4 möglich ist. Damit vermeidet man die Probleme, die Joe genannt hat. Der pH-Wert bleibt stabiler.

Grüße

Lechon
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Mitglied seit 28.08.2004
9.984 Beiträge (ø1,81/Tag)

Hi Lechon,

danke für die kleine Wissensauffrischung Lachen

Gruß
Joe YES MAN
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Mitglied seit 11.08.2005
1.312 Beiträge (ø0,25/Tag)

Hallo,

danke für euren Input! So wie es aussieht, ist es also nicht die fehlende Wasserhärte, die das ganze aggressiv macht, sondern der ph-Wert des enthärteten Wassers (so hats auch Veolia erklärt). Den ph-Wert messe ich ab und zu mal mit einem Poolwasser-Testset und er liegt immer im neutralen Bereich, also sollte ich keine Sorgen haben.

Der Geschirrspüler kriegt schon lange kein Salz mehr, das Giesswasser wird allein schon aus Preisgründen vor dem Enthärter abgenommen (ist aber auch nicht toll, weil sehr kalkhaltig). Und jetzt schmeiss ich mal das Wort 'Neutralaustauch' in den google.

Gruss
Daniel
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Mitglied seit 14.05.2007
4.297 Beiträge (ø0,95/Tag)

Hallo Daniel

Es ist nicht in erster Linie der pH-Wert, sondern die Ionenarmut von vollentsalztem Wasser. Der pH-Wert kommt nur dazu. Der kann aber erst dramatisch abfallen, wenn CO2 ins Wasser kommt, also erst nach dem zapfen, nicht im Rohr.

Pfeil nach rechts Der Geschirrspüler kriegt schon lange kein Salz mehr Pfeil nach links

Heißt das, du verwendest PADs? Das würde ich nochmal überdenken. Da sind jetzt noch mehr Bestandteile drin, die nicht gebraucht werden.

Grüße

Lechon
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Mitglied seit 11.08.2005
1.312 Beiträge (ø0,25/Tag)

Hallo Lechon,
aber nein doch. Der kriegt kein Salz mehr, weil ich einen Wasserenthärter davor habe. Auch wenn Bosch die Kackonit 5in1 empfiehlt, füttere ich meinen nur mit Pulver und Klarspüler,
Gruss
Daniel
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 18.03.2007
756 Beiträge (ø0,16/Tag)

Hallo Daniel,

bei DIr wurde vermutlich ein sogeannter Neutralaustauscher eingebaut (wie hier im thread ja schon erwähnt) der Erdalkalimetallionen (im Leitungswasser vornehmlich Calcium u. Magnesium) gegen Natriumionen austauscht.

Dabei wird der pH-Wert nicht beeinflußt,, da dieser bei Trinkwasser maßgeblich durch das Verhältnis von HCO3- zum CO2-Gehalt bestimmt wird. Dieses Verhältnis wird durch einen Neutralaustauscher nicht beeinflußt.
Die Eigenschaft den pH-Wert nicht zu beeinflussen ist der Grund dafür, warum man diesen Ionenaustausch "NEUTRALaustausch" nennt.

In der tat ist das so "enthärtete" Wasser nicht wirklich deutlich korrosiver, als das unbehandelte Wasser.
Da auch bestimmte Ablagerungen auf Wasserleitungswänden "korrosiv" wirken können, kann auch nicht ohne Weiteres eine Aussage getroffen werden ob nun das neutralgetauschte Wasser, oder das unbehandelte Wasser eine geringere Korrosion verursacht.

Vielfach vernimmt man in solchen Zusammenhängen laute Stimmen von Gesundheits-Esotherikern, welche darüber berichten man brauche ein paar Grad Wasserhärte um den Calciumbedarf des Körpers zu decken.
Diese Leute negieren die Tatsache, daß der Mensch Calcium in erster Linie durch feste Nahrungsmittel dem Körper zuführt. Überall auf dem Erdball verteil leben Menschen, die mit äußerst Mineralarmes Wasser mit Mineralstoffgehalten ähnlich destilliertem Wasser vorlieb nehmen müssen, ohne daß sich daraus gesundheitliche Probleme ergeben würden.

Pflanzen sind in der Tat meist von bestimmten Nährstoffen abhängig, welche durch das Leitungswasser bereitgestellt werden. Das ist ein anderes Thema.
Die weiter oben veröffentlichte Behauptung man könne ein neutral-getauschtes Wasser wegen eines veränderten Ionenverhältnisses nicht mehr aquaristisch nutzen ist gelinde gesagt "diskussionswürdig". Es handelt sich dabei mehr um in internetforen angelesenes Pseudowissen, als um nachvollziehbare Erfahrungen aus der jeweiligen aquaristischen Praxis. Gehört hier aber ja eigentlich überhaupt nicht zum Thema...

MfG,
Dirk
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Mitglied seit 14.05.2007
4.297 Beiträge (ø0,95/Tag)

Hallo Dirk

Pfeil nach rechts Die weiter oben veröffentlichte Behauptung man könne ein neutral-getauschtes Wasser wegen eines veränderten Ionenverhältnisses nicht mehr aquaristisch nutzen ist gelinde gesagt "diskussionswürdig". Es handelt sich dabei mehr um in internetforen angelesenes Pseudowissen, als um nachvollziehbare Erfahrungen aus der jeweiligen aquaristischen Praxis. Pfeil nach links

Ich hoffe, die Moderatoren verzeihen mir, wenn ich mich darauf trotz OT nochmal zu Worte melde.

Das erschüttert mein zugegeben aquaristisches Halbwissen doch erheblich, das auch nicht ausschließlich aus Internetforen stammt. Danach ist für die Fische ein einigermaßen ausgewogenes Verhältnis von ein- und zweiwertigen Ionen schon von Bedeutung und nach dem Neutralaustausch sind doch praktisch nur noch einwertige Ionen vorhanden.
Sicher kann dieses Verhältnis für verschiedene Fische unterschiedlich sein. Ich weiß von den Malawi- und Tanganjikasee-Barschen, daß für sie spezielle Verhältnisse geschaffen werden sollen. Aber ein Wasser mit hohem Leitwert, das praktisch ausschließlich einwertige Metallionen enthält, dürfte für die meisten Fische nicht günstig sein.

Grüße

Lechon
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 18.03.2007
756 Beiträge (ø0,16/Tag)

Hallo Lechon,

kommt eben darauf an, wie es mir der Mineralstoffversorgung duch das Futter und mit der Anpassungsfähigkeit der Tiere aussieht. Es gibt genügend natürliche Weichwasser-Habitate in denen Fische in quasi destilliertem Wasser schwimmen (und überleben/sich reproduzieren). Anderseits ist es in der Aquaristik durchaus üblich ein Wasser auch mal mit NaCl aufzusalzen. Häufig stehen die Fische dann besser. Das erste Beispiel soll zeigen, daß auch Fische teilweise dazu im Stande sind den Löwenanteil der benötigten und an das Wasser verlorene Mineralstoffe aus dem Futter zu gewinnen. Das zweite Beispiel soll verdeutlichen, daß dieses häufig zitierte "günstige Ionenverhältnis" (oft im Sinne des "Standard-Ionenverhältnisses" benutzt) evtl. mehr Fiktion, als Realität sein könnte.
Nun ist aber ja Calcium auch ein wichtiger Pflanzennährstoff. Alleine deshalb wäre es ratsam im AQ für einen gewissen Calciumgehalt zu sorgen.
Normalerwiese kommt hinter den Neutralaustauscher ein Mischventil das zum einstellen einer Rest-GH dient.
Hier ist zwear das Ionenverhältnis in den Augen bestimmter Leute "verbogen"- aber dennoch durchaus aquaristisch nutzbar.

Durch Deinen Bezug auf ein "_günstiges_" Ionenverhältnis hast Du die Esotheriker zusätzlich aufmunitioniert.
Sie werden fortan nicht nur davon berichten, daß man beim Wasser trinken Mozart hören soll (damit die Cluster hübscher aussehen), sondern man solle hinter eine Umkehrosmoseanlage auch unbedingt noch eine Remineralisations- und eine Revitalisierungsstufe um neben hübschen Clustern auch ein "günstiges" Ionenverhältnis sicher zu stellen. Dann wenns geht auch noch per Kupferspirale nach rechts drehend auslaufen lassen. To be continued...

Das ist in meinen Augen sämtlich volksverdummender Schnickschnack. Bei solchen Texten http://www.agenki.de/gesundheits-ratgeber/trinken-energetisiertes-wasser.php
können sich einem vernunftbegabten Menschen meiner Ansicht nach nur die Fußnägel hoch rollen.

Ich finde es erschreckend, in welchem Maße sich Menschen irrationalen Konstruktionen hingeben. Ohne diese Neigung hätten wir vermutlich mehr Frieden auf Erden, weil sich Menschen imo nicht so leicht vor irgend einen abstrusen Karren spannen lassen würden. Mich würde mal interessieren wo im menschlichen Gehirn das Zentrum sitzt für diese tiefe Sehnsucht nach Übersinnlichkeit...

Gruß,
Dirk
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Mitglied seit 26.03.2007
123 Beiträge (ø0,03/Tag)

Hallo

Da wird wieder allerhand Quatsch erzählt, gerade was das Gesundheitliche anbelangt.

Bei einem Ionentauscher wie Ihr ihn scheinbar habt werden nur die Kalziumionen (Ca) ausgetauscht gegen Natriumionen (Na), das Wasser wird also nicht entsalzt (dafür gibt es andere Methoden) sondern enthärtet. Deswegen müsst Ihr ja auch immer wieder mit NaCl regenerieren um den Ionentauscher zu laden.

Meist hat es an der Wasserleitung ein Übergangsstück wo man die Wasserhärte einstellen kann. In der Regel stellt man da einen tiefen Wert ein, sprich wenn Ihr normalerweise 25°fH habt z.Bsp. auf 5 oder 6°fH.

Das zugeführte Na im Trinkwasser ist nicht schädlich, Du nimmst tagtäglich wesentlich mehr NaCL über die Nahrung auf. Genauso wenig schadet es weniger Ca zu trinken. In einem Glas Milch oder einem STück Käse hast Du wesentlich mehr drin.

Im Idealfall hat man zwei Wasserkreisläufe im Haus - einer mit enthärtetem Wasser für Bad/Dusche/Küche/Wasserhahn und den andern (nicht enthärtet) für Garten, Klospühlung etc. Denn das meiste Wasser ver(sch)wendest Du beim Klospühlen. Und dies mit enthärtetem Wasser zu machen ist ziemlich unnötig.

Gruss
hanspeter
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Mitglied seit 24.04.2015
113 Beiträge (ø0,07/Tag)

Jetzt muss ich dieses uralte Ding von 2008 kurz ausgraben ...

Separate Leitung für den Küchenwasserhahn ist super (bei uns nachträglich leider nicht mehr möglich, wir haben als Kompromiss im Keller eine 'Zapfstelle' für hartes Wasser), aber für die Toilette auf keinen Fall!

Unsere Klospülung musste wegen des harten Wassers (17) schon x mal repariert werden.

Unser Installateur hat übrigens der Anlage Härtegrad 8 eingestellt, damit die Kupferleitungen nicht angegriffen werden.
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