Welches Olivenöl ist wirklich gut

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Mitglied seit 27.11.2003
1.791 Beiträge (ø0,31/Tag)

guten tag allerseits!
es gibt unmengen an Ölen, die sich top öle beschimpfen. Ein teil meines Geschäfts "spielt" damit. Klar Olivenöl ist gesund und muß extra vergine sein, aber... was ist mit dem geschmck? Gesundheit hin oder her wo ist der Genuss? Was ist mit dem genuss, den man empfndet, wenn man beim ersten schluck von einem bestimmten Öl in eine grüne Wiese katapultiert wird ohne was dafür zu tun? Dass man zuerst sprachlos da steht und versucht den Geschmack und den genuss zu fassen, die von diesem Öl herkommen? Vorsicht bei jedem Menschen wirken auch Öle verschieden. Ich bin in der glücklichen Lage ein kretisches Öl selbst zu importeieren und ich kenne auch die Herstellerinnen, die akribisch darauf achten, dass das Öl eine hohe Bioqualität hat.

@Jens, danke fürs Kompliment! ,-)

liebe Grüße von Axi




Welches Olivenöl gut 1509397334
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Mitglied seit 17.08.2007
281 Beiträge (ø0,06/Tag)

Pfeil nach rechts Von der Qualität ist es glaub ich ein sehr gutes ? Hat dieses DOP Zeichen drauf - weiss zwar nicht was das ist?
Aber mir schmeckt es leicht bitter und das fand ich nicht toll. Pfeil nach links
@ lahmacun

DOP bedeutet Denominazione Originale Protectata, also geschützte Ursprungsbezeichnung. Das Öl stammt von Pflanzen aus dieser Gegend und wurde dort gewonnen.
(ein etwas bitterer, scharfer Abgang gehört zu einem sauberen, aus grünen/rotreifen Oliven und deutet, sofern er nicht unerträglich lange anhält, auf gute Ausgangsqualität).

Das allein ist aber nicht alles.
Italienisches Öl, das DOP-Status erlangen möchte, muß von einem geschulten Panel für fehlerfrei befunden werden. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil der Begriff Extra Vergine/Virgen zwar geschützt ist, aber Öle, die dieser Kategorie nicht entsprechen, sich aber dennoch auf dem Markt finden diese Bezeichnung zu unrecht tragen.
Nur bei einem DOP-Öl kann man sich da sicher sein, bereits bei IGT (=Inicazione Geografica Tipica, wie sie die Toskana besitzt) sieht das wieder anders aus.

Mittlerweile haben ausreichende Tests ergeben, dass oft kein extra vergine drin ist, wo es drauf steht, sondern wild gepanscht wird. Nicht nur im Weinbau gibt es Schönungsmittel (Säureregulatoren) und Manipulation (Beimischung von Lampantölen).

Olivenbäume gelten oft als robuste Pflanze. Der Ertrag hängt aber von vielen Faktoren ab und die Gewinnung frischer Oliven direkt vom Baum ist ein mühseliges Geschäft. Ein guter Pflücker schafft vielleicht 40kg/Tag. Ein Ölproduzent, der auf Qualität wert legt und mit rein mechanischen Mitteln Öl gewinnt, hat eine Ausbeute von 10-15kg Öl auf 100kg Oliven.
Das geht nicht für 6€/Liter.

Plantagenpflege, Maschinenpark und Arbeitskraft zusammengerechnet...


Die großen Abfüller beziehen ihre Ware aus dem gesamten Mittelmeerraum. Chemie im Anbau, maschinelle Ernte (per se nicht verdammenswert, aber werden die Früchte dabei verletzt, verbessert das die Qualität der Ware nicht - Oxidation), lange Liegezeiten (Oxidation) der Ware, lange Transportwege. Das alles bringt zwar niedrige Preise, aber ebenso verhält es sich idR mit der Qualität.

Verkostungen der höherpreisigen Öle der großen Abfüller im Lebensmitteleinzelhandel zeigen gut, dass es hier nichts Bewegendes zu entdecken gibt. In der Tat, ein kleiner Lichtblick sind die griechischen Gaea DOP-Öle. Seit langem mal was positives im LEH-Ölregal.

Von dort ist der Sprung zu Produzentenölen aus Griechenland und Spanien gar nicht mehr weit - und auch Italien folgt bald.
Und da nach Empfehlungen gefragt wurde, möchte ich auch eine gut zu beschaffende, sizilianische aussprechen: Planeta. Seit 2006 DOP-Status (Val di Mazara), aus 3 verschiedenen Sorten und bereits zu einem recht niedrigen Preis gibt es das von axiomk beschriebene Gefühl.
Ebenfalls sehr interessant: die sortenreinen Öle aus kernlos verarbeiteten Oliven.
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Mitglied seit 17.01.2002
10.216 Beiträge (ø1,57/Tag)

@teufelsdreck

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Mitglied seit 26.10.2006
11.787 Beiträge (ø2,47/Tag)

Hallo Tom,

gut ist das exra vergine von De Cecco, besser noch das "exclusivi" von De Cecco. Mein derzeitiger Favorit das "Il Madonnino" von www.bremerwein.de.
Angenehm überrascht war ich vom Viva Vital von Plus, einem griechischen Olivenöl. Schon dieses preiswerte Öl unterscheidet sich sehr von den bei Aldidl angebotenen.

BG Hinnerk
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Mitglied seit 17.08.2007
281 Beiträge (ø0,06/Tag)

Oh, danke, Dieter/pro-vit! Lächeln

@ bender

zum Thema Testsieger für 2,99€.


Ich denke, bei den Discountern gehen die Öle kubikmeterweise weg.
Ein Testergebnis besitzt daher sicher nur Gültigkeit für die getestete Charge.
Wie die Testergebnisse zustande kommen, kann ich nicht recht beurteilen. Mich erstaunt teilweise das Ergebnis gewisser Tests, deren Ergebnis, sofern gut ausgefallen, gerne sofort zu Werbezwecken verwendet wird. Überprüfungen, gerade im Bereich Olivenöl ist mir eine bekannt, haben oft das Gegenteil gezeigt.
Möglicherweise liegt hier das Chargenproblem vor - ich will ja nicht gezielte Marktmanipulation vorwerfen.

Mir ist auch schon aufgefallen, dass in günstigen Ölflaschen durchaus mal gar nicht schlechte Ware war.

Hat ein Öl aber erst einmal einen Test gewonnen, ist die Käuferherde wohl sicher und es könnte auch wieder auf qualtitativ und vor allem preislich niedere Ware zurückgegriffen werden.


Zum Thema "Preise von gutem Öl". Ich überlege mir bei Produkten gerne, ob der Preis im Verhältnis zur Arbeit steht, die zur Erzeugung notwendig ist. Klafft die Schere deutlich, finde ich das sehr verdächtig.
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Mitglied seit 08.04.2004
27 Beiträge (ø0/Tag)

@ Teufelsdreck!

Lange nicht mehr so einen guten KOmmentar gelesen!!!

Wir selbst vertreiben Olivenöl und haben auch sehr gute Kontakte zu einigen kleinen und feinen Produzenten.

Glaubt mir, in dieser Branche wird viel gelogen und betrogen!

Man sollte sich einfach mal vor Augen halten (neben den Produktionskosten), daß Olivenöl genauso wie Wein
ein Sorten- und Jahrgangsprodukt (im besten Falle) ist.

D.h. es sollte auf der FLasche die Sorte und der Jahrgang stehen!!!!

Da aber die Masse an Ölen aus unterschiedlichsten Sorten, Regionen UND auch Jahrgängen gemixt wird, ist die
Kennzeichnung auch aus diesem Grund oft unzureichend.

Wer schon mal eine Olivenernte gesehen hat, weiß welche Arbeit dahinter steckt. 1 -3 Liter pro baum (je Sorte) sind das Maximum an Ertrag!

Zu den DOP-Ölen der Supermärkte will ich jetzt mal nix sagen, sonst gibts Ärger. Aber da kann sich jeder mit ein wenig Nachdenken selbst ein Bild machen.

Ich sags mal so: Wenn jemand in seinem Garten hochwertiges und schmackhaftes Gemüse anbaut, kann er damit aber nicht zeitgleich den ganzen Wohnort versorgen Na!

Dirk
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Mitglied seit 31.03.2007
626 Beiträge (ø0,14/Tag)

Hallochen,

ja, teufelsdreck und Dirk haben meiner Meinung nach recht.

Und was noch gesagt werden muss: es gibt spezialisierte "Ölhersteller", die je nach Bedarf für kleinere Hersteller oder Supermarktketten Öle jeder Art herstellen: Olivenöl evo aus Toskana, mit mildem oder kräftigem Geschmack, ohne Bitterstoffe, billigere oder teurere Öle usw., je nachdem, was der Kunde verlangt. Natürlich gibt es dem entsprechend verschiedene Etiketten, Flaschenformen usw. So kann eine einzige Firma ein Dutzend verschiedene Ölivenöle herstellen, bzw. massschneidern.

Gute Suche nach einem "guten" Olivenöl Na!

eveandrea
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 18.11.2006
1.469 Beiträge (ø0,31/Tag)

Hallöchen,

habe derzeit auch ein sehr schmackhaftes, griechisches O-Öl zu Haus, aber das wird wohl in Zukunft wohl etwas anders sein, da dort ja sehr viele Olivenbäume verbrannt sind!- 4,5 Mio, hab ich gelesen!

Also wird das griechische O-Öl auf alle Fälle teuerer, wenn es überhaupt noch welches gibt, derweil!

Gruß rosnrot
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Mitglied seit 21.05.2006
1.239 Beiträge (ø0,25/Tag)

Hallo @ alle,


Warum gutes Olivenöl nicht billig sein kann:
Liebhaber und Kenner von gutem Olivenöl wissen zu unterscheiden zwischen wirklich Gutem und rein Kommerziellem. Nicht alles, was unter der Flagge „aceite de oliva virgen extra“ (extra vergine) segelt, ist es wirklich. Schon gar nicht das, was vor einiger Zeit von der Stiftung Warentest untersucht wurde. Wenn die Stiftung Warentest billige Olivenöle als gut bezeichnet, die bei einer Nachuntersuchung als raffiniert, erhitzt, etc. entlarvt wurden, aber niemals Olivenöle der Extraklasse sind, dann ist das eigentlich ein Trauerspiel aber keine Hilfe für den Verbraucher.

Es muss jeden Verbraucher nachdenklich stimmen wenn er hört, dass 2,5 Millionen Tonnen "nativ erzeugtes" Olivenöl weltweit konsumiert werden, wo doch nur 2 Millionen Tonnen produziert werden, dass die Italiener rund 400.000 Tonnen mehr Olivenöl als italienisches exportieren als sie produzieren. Sie importieren rund ein Drittel ihres Olivenöles aus Spanien und verkaufen es dann als italienisches vergine extra an die Deutschen.

Olivenöl der Extraklasse gibt es einfach nicht zum Schnäppchenpreis. Hochwertiges Olivenöl ist ein teures Erzeugnis, das liegt an den Produktionskosten, die ungleich höher sind als die anderer Öle: sie betragen ungefähr 15 €/l (ohne Amortisierung, Vermarktung und Steuern!). Fast die Hälfte dieses Betrages muss allein an Erntelohn gezahlt werden, hinzu kommen noch die vielen Stunden der Hege des Olivenhains. Aus diesem Grund kann der Verkaufspreis für Olivenöl virgen extra aus hand gepflückten Oliven in deutschen Verkaufsmärkten nicht unter 25 €/l liegen.

Gute Olivenöle gibt es in fast allen Geschmacksarten: von fruchtig bis fast leicht süss über aromatisch mit leichtem Mandelgeschmack bis Geschmack nach grünen Früchten und leicht, aber angenehm bitter. Das liegt an der Olivensorte und auch am Erntezeitpunkt. Ein leicht pfeffriger Geschmack beim Abgang im Gaumen zeigt, dass das Olivenöl ganz frisch ist. Er verschwindet im Lauf der Monate.

Die Farbtöne des Olivenöles können variieren von grün bis goldgelb, je nach Sorte und Erntezeitpunkt.

Gutes Olivenöl muss nicht unbedingt sortenrein sein. Es gibt auch ausgezeichnete Coupagen.

Hier ein Link der Informationsgemeinschaft Olivenöl, den ich recht gelungen finde.
http://www.olivenoel-info.net/

Da ich in Spanien lebe, ziehe ich natürlich spanisches Olivenöl vor. Ich habe es ja vor der Haustür. Na! Mittlerweile haben die Spanier auf diesem Gebiet enorm aufgeholt und spanisches Olivenöl wird von internationalen Experten sogar oft höher bewertet als italienisches.

Zu meinen Lieblingssorten gehören das leicht süsse, nach Mandeln schmeckende Dauro de L’Empordà aus Katalonien, eine Coupage aus Arbequina, Koroneiki- und Hojiblanca-Oliven, das zu den besten Olivenölen der Welt gehören soll, das milde Tropföl Flor de Aceite von Nuñez de Prado (D.O. Baena) bei Córdoba in Andalusien sowie das Aceite de Oliva virgen extra Al-Manzar aus hundertjährigen Olivenbäumen mit einem pikanten, angenehm bitteren aber trotzdem fruchtigen Geschmack.
Alle diese Olivenöle sind auch in Deutschland erhältlich.

Ansonsten kann ich nur empfehlen: Probieren, probieren und immer wieder probieren, denn auf dem Sektor Olivenöl gibt es sehr viel zu entdecken.

Allerdings von Olivenölen, die als "vergine extra" bezeichnet werden und in Supermärkten 3 oder 4 Euro pro 0,5 l kosten, sollte man die Finger lassen. Sie eignen sich allenfalls als Lampenöl.

Saludos
Morayma
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Mitglied seit 31.03.2007
626 Beiträge (ø0,14/Tag)

Hallo Morayma,

ich erlaube mir eine kleine Richtigstellung:

Pfeil nach rechts Italiener importieren rund ein Drittel ihres Olivenöles aus Spanien und verkaufen es dann als italienisches vergine extra an die Deutschen. Pfeil nach links

Sie verkaufen es wohl vorwiegend an die Italiener, die Deutschen sind da nicht Alleinabnehmer HAR HAR HAR .

Überdies habe ich den Zweifel, dass das im thread gemeinte Olivenöl vielleicht ein Mittelding zwischen Billig-l und Topprodukt sein könnte YES MAN

Viele Grüße nach Spanien

eveandrea
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Mitglied seit 21.05.2006
1.239 Beiträge (ø0,25/Tag)

Hallo Eveandrea,


Richtig: Der hohe Preis ist keine Garantie für Qualität, aber ein tiefer Preis ist immerhin ein Hinweis auf minderwertige Qualität. Am Ende sind es aber nur dein Gaumen und deine Nase, die die Qualität bescheinigen, die du für dich wünschst!

Sicher wird auch ein gut Teil des spanisch-italiensichen Olivenöles an Italiener verkauft. Das Gros geht aber ins Ausland, vorwiegend nach Deutschland. Das Öl muss ja nicht wirklich schlecht sein. Aber es ist eindeutig ein Etikettenschwindel, der für mich den Tatbestand des Betrugs erfüllt. Da müssen einfach die Gesetze verschärft werden.

Letztes Jahr wurden 80 000 Tonnen spanisches Olivenöl verschifft, über 80 Prozent davon nach Italien. Italien importiert jährlich rund 200.000-250.000 Tonnen Olivenöl aus Spanien, mischt es mit dem eigenen und verkauft es als italienisches, eine Praxis, die viele Konsumenten nicht kennen, die aber erlaubt ist.

Bertolli, eine Firma, die heute zum Grosskonzern Unilever Bestfoods gehört, ist der Marktleader beim "italienischen" Olivenöl und einer der grossen Abnehmer von spanischem Öl.

Dass italienisches Olivenöl manchmal nur noch zu 30 Prozent oder weniger aus Italien selbst stammt, hat Polemiken ausgelöst. Auch das Öl in den Flaschen von Bertolli ist nicht nur italienisch. Das ist legal, wenn Italien auf dem Etikett nicht als Erzeugerland bezeichnet wird.

Saludos
Morayma
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Mitglied seit 31.03.2007
626 Beiträge (ø0,14/Tag)

Hallo Morayma,

das habe ich jetzt nicht richtig ausgedrückt: Wenn man auch gerne das beste Olivenöl kaufen wollte, ist das für viele einfach nicht erschwinglich.

Leider stimmt das Pfeil nach rechts Etikettenschwindel, der für mich den Tatbestand des Betrugs erfüllt Pfeil nach links nicht nur für Bertolli, sondern auch für alle anderen Hersteller.

Vom Gesetz her darf "Italienisches Olivenöl" aber nur bei reinem italienischen Olivenöl stehen. Der beste Hinweis auf dem Etikett eines "italienischen Öls ist "confezionato" = abgefüllt, fast niemand schreibt "hergestellt und abgefüllt". Aber der Normalverbraucher kann sich 1.) nichts Teureres leisten, 2.) glaubt er sowieso alles, was gedruckt steht oder im TV gesagt wird Jajaja, was auch immer! .

Ich weiß nicht, ob auch in Spanien Olivenöl für alles benützt wird, hier bei uns schon (Butter vorwiegend zum Backen). Folglich ist der Konsum sehr hoch... Das teuere "Olio Carli" wird in solchen riesigen Mengen vertrieben, das KANN nicht alles aus der Toskana stammen. Aber das hinterfragt niemand! (Es gab früher einmal soviel "Kalterer See"-Wein , dass böse Zungen behaupteten, es sei auch das Seewasser darin Na! )

Das vorausgesetzt muss ich noch hinzufügen, dass ich mein Öl bei Freunden in Kalabrien beziehe (18 Euro). Natürtlich "gelingt" das nicht immer gleich gut...

Du kennst Dich jedenfalls sehr gut aus!

Tschüss

eveandrea
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Mitglied seit 17.08.2007
281 Beiträge (ø0,06/Tag)

Guten Morgen!

Ja, dieser Etikettenschwindel ist widerlich.



Mit gut durchschaubaren Tricks wird gearbeitet.
"Prodotto confezionato" und "Prodotto e confezionato" - ein "e" macht hier einen grossen Unterschied und entscheidet über die Bedeutung des Wortes "Prodotto".



Es gab 2001? eine Sendung im italienischen Fernsehen. Darin ein Interview mit einem der Carlis. Indirekt wurde eingeräumt, dass die Ernte aus unterschiedlichen Ländern eingekauft wird.

Zur mangelhaften Etikettierung habe ich Carli mal einen Brief geschrieben. Mir wurde das Öl einst als ligurisches empfohlen - was sich als Irrtum herausstellte...
Da Carli sehr intensiv bemüht ist, Kunden zu binden, bekam ich monatlich Briefe, warum ich nicht bestelle, ob ein Mißverständnis vorgefallen sei...
Eine Antwort auf meinen Brief, in dem ich die Probleme, die ich mit dem Produkt habe, schilderte, bekam ich bisher nicht.

Ein bemerkenswerter Punkt in oben genanntem Interview war, dass Carli in diesen Mengen ligurisches Öl natürlich nicht produzieren kann, aber versucht, diesem so nahe wie möglich zu kommen. Und immerhin - qualitativ ist das Öl nicht das schlechteste und für den Kunden gibt es die Analysewerte zum Öl dazu - zwar nicht die Polyphenole , wenn ich mich recht erinnere, aber Peroxid und Spektralanalysewerte (freie Fettsäure natürlich auch).

Seit diesem? Jahr gibt es für den italienischen Markt ein ligurisches DOP-Öl bei Carli. Welche Mengen das sind, weiss ich nicht. Aber immerhin.
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Mitglied seit 18.12.2006
3.587 Beiträge (ø0,76/Tag)

Hallo allerseits,

vielen Dank für Eure Beiträge, speziell für Deine, Morayma! Lachen

Tja, die Ölkrise hat nun also auch den Olivenöl-Markt erreicht Na!

Kann mich den Vorrednern nur anschließen, es ist eine Geschmacks- und eine Preissache. Denn wenn ich beispielsweise Hackfleisch, Auberginen etc. für eine pikante Sauce oder ein Ragout anbrate, ist mir ein teures Öl einfach zu wertvoll, da man vom feinen Geschmack ohnehin nichts mehr hat.

Und dann hängt es natürlich sehr von der Verwendung ab: Zum Anbraten wie oben geschrieben? Zur raffinierten Aromatisierung eines Salates? Zum Weißbrotbeträufeln zur Vorspeise? Manches Öl ist für manche Verwendung zu aromatisch, da die Ölaromen die anderen nicht überdecken sollten. Wer käme z.B. auf die Idee, ein intensiv schmeckendes Olivenöl für ein Nudelgericht mit Trüffeln zu verwenden?

Ich habe immer zwei oder drei Ölsorten im Haus:

- Ein billiges, zum Anbraten eben

- Hie und da ein Öl, das ich beim Einkaufen entdecke und auf das ich neugierig bin

- Tja, und dann habe ich vor Jahren für mich ein Olivenöl gefunden, das ich seitdem regelmäßig kaufe. Es ist griechisches Bergolivenöl, die Kalamataoliven natürlich handgeerntet. Es wird kein Fremdöl zugemischt, kein Öl aus älterer Produktion beigemengt etc. Es ist nur einmal im Jahr lieferbar, nur auf Vorbestellung gelangt es frisch gepreßt auf direktem Weg von der Ölmühle zu mir ins Haus.

Normalerweise gebe ich immer gerne meine Bezugsquellen preis, doch da die Kontingente in diesem Fall immer sehr beschränkt sind, werde ich ausnahmsweise keine Links mitteilen, wofür ich um Verständnis bitte.

Das Öl kostet übrigens (einschließlich Transport) pro Liter - je nach Bestellmenge - zwischen 25 und 32 Euro. Und übrigens kaufe ich auch meine Oliven nur noch von diesem Produzenten, andere schmecken mir einfach nicht mehr.

Also meine Zusammenfassung: Billigöl ist in Ordnung zum Kochen. Ansonsten eine Ölmühle des Vertrauens suchen, bei der man sicher sein kann, nicht betrogen zu werden.

Herzlich - Hias
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Mitglied seit 18.12.2006
3.587 Beiträge (ø0,76/Tag)

P.S. Nur noch ein Nachtrag, der auch illustrieren soll, daß Gutes einfach teuer ist: Die o.g. eingelegten Oliven kosten beispielsweise pro kg ca. 35 Euro - ohne Porto. Aber das sind sie auch wert.
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