Der Fleischwolf und seine scharfen Zähne...

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Mitglied seit 07.01.2010
291 Beiträge (ø0,09/Tag)

Tach Fleischer!

Sehr, sehr oft wurde in diesem Forum bereits über den Fleischwolf diskutiert, bzw. sich gegenseitig beraten. Welches Gerät ist beste oder das für den Einsteiger wirklich geeignete? Wie viel Watt sollte ein solches Gerät haben? Genügt auch eine Küchenmaschine? Etc...
Das haben wir bereits hinlänglich besprochen. Dabei gab es sehr erhellende Erfahrungsberichte über das bei weitem wohl wichtigste Werkzeug des Fleischers/Wurstlers... Na gut es gibt noch andere nützliche Werkzeuge. Aber der Fleischwolf steht auf jeden Fall im Mittelpunkt unserer Wurstküche.

Heute möchte ich eine Frage in den Raumstellen, die für mich just aktuell wurde: Wie pflegt Ihr die Lochscheiben und Kreuzmesser? Denn letztlich kann das Gerät so gut sein wie es will, so viel Power haben wie es will. Es kann elektrisch oder per Hand betrieben werden: Wenn die Lochscheiben mit der Zeit stumpf geworden sind, wird das Fleisch zerfasert, vergewaltigt, aber nicht sauber geschnitten. Vielleicht wisst Ihr was ich meine.

Weil es sich nicht um rostfreien Stahl handelt muss man doch die Scheiben nach dem Benutzen und Spülen direkt in Öl legen - denke ich. Wie macht Ihr das? Wie bewahrt Ihr das Herzstück Eures Fleischwolfs auf?

Ich weiß, wir haben hier einige Maschinenbau versierte Wurstler in der Gemeinde. Vielleicht gibt es aus diesem Lager nützliche Hinweise.

Bin jedenfalls gespannt, was bei raus kommt!

Grüße in die Runde,

vic
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Mitglied seit 17.01.2002
10.656 Beiträge (ø1,71/Tag)

Hi vic

Die Lochscheiben und Messer kann man schleifen lassen am Besten im Fleischerfachgeschäft fragen - ansonsten kann es jeder
Metallbetrieb mit einer Flächenschleifmaschine.
Es gibt Scheiben und Messer aus Edelstahl die setzen keinen Rost an (ziemlich teuer).
Ich lege meine Scheiben nach dem Spülen auf die heiße Herdplatte bis sie vollkommen trocken sind und wickle sie dann in Küchenpapier - das Einölen hilft natürlich
doch das Öl wird pappig/ranzig wenn man die Scheibe längere Zeit nicht braucht.

Gruß
Werner
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Mitglied seit 07.01.2010
291 Beiträge (ø0,09/Tag)

Okay, Danke!

Gerade von Dir, Werner, hatte ich mir einen hilfreichen Hinweis erhofft.

Sag, wie oft lässt Du Deine Gerätschaft schleifen? Wirkt sich das Erhitzen von Stahl nicht auch negativ auf die Scheiben aus? Ich denke dabei an: Niemals Messer in die Spülmaschine.

Gruß,

v
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Mitglied seit 17.01.2002
10.656 Beiträge (ø1,71/Tag)

Hallo vic

Du musst die Scheiben ja nicht ausglühen - Herdplatte von 1 bis 9 !
Man kann sie auch mit einem Heißluftföhn trocknen - wichtig ist dass sie vorher salzfrei sind denn das Salz ist für den Rost verantwortlich und auch aufbewahren nicht unbedingt neben der Salztüte.
Ich habe meine Scheiben und Messer in 13 Jahren jetzt 2 x schleifen lassen, habe sie allerdings auch schon ein paar mal mit
Schmirgelpapier behandelt damit die Löcher scharfkantig bleiben.
Man sollte sich auf die Scheiben eine Markierung machen - wenn dann eine Seite nicht mehr scharfkantig genug ist einfach die
andere Seite benutzen so hat man länger daran und muss sich nicht so oft ärgern.

Gruß
Werner
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Mitglied seit 11.09.2004
10.778 Beiträge (ø2,04/Tag)

Hallo Vic,

ich spüle meine Messer und Scheiben unmittelbar nach dem Gebrauch, gerade bei der 3 mm Scheibe ist das unerlässlich, wenn sie vollgestopft ist mit Fleisch und Speck, wenn man das längere Zeit ungespült liegen lässt pappt das wie der Teufel.

Bei mir wird alles im Spülwasser und unter fließendem Wasser gespült die 3 mm Scheibe presse ich unter den fließenden Wasserhahn mit lauwarmem Wasser da fliegt alles raus. Nach dem Abspülen wird alles in ein Küchenpappier das ich mir auf die Handflächen lege geklopft und anschließend an der Luft getrocknet.

Mit Deiner Frage wie oft man schleifen lässt, ist die gleiche Frage wie lange hält der Akku in der Bohrmaschine, es kommt auf die Benutzung an, ist der Fleischwolf jeden Tag in Betrieb oder wird er nur gelegentlich gebraucht.

Außerdem ist es nicht getan, das man die Lochscheiben wieder plan schleifen lässt es muß das Messer gleichzeitig geschliffen werden und hier wird es schon kritisch, denn mit einer Flächenschleifmaschine funktioniert das nicht denn die Messerfläche muß einen leichten Hinterschliff haben und das geht so gut wie gar nicht im Werkzeugraum eines normalen Haushaltes.

Lach bitte nicht, es gibt sogar Leute die markieren sich die Messer und die Scheiben und bauen die immer in der gleichen Reihenfolge und Richtung in die Maschine, gerade wichtig wenn man eine Maschine hat die mit zwei Messer und Vorschneider ausgerüstet ist.

Da die Messer gegenüber mancher Lochscheibe nicht ganz so teuer sind spielt man mit der Überlegung ein neues Messer zu kaufen, oder gleich zwei Messersätze in Betrieb hat so kann man, (sofern man jemand hat der sie schleift) den stumpfen Messersatz schleifen lassen. Noch besser ist natürlich man hat ein Messer wo man die Messerblätter auswechseln kann, einfach neue Messblätter immer auf Vorrat haben.

Das Herzstück wird bei mir wieder in der richtigen Reihenfolge zusammen gebaut und in die Maschine gesteckt, nur die Überwurfmutter wird bei mir nur locker drauf gedreht und erst kurz vor Gebrauch angezogen, fertig.

Hoffe ich konnte Dich ein wenig mehr aufklären, ansonsten fragen.

"Gut Wurschtel" + LG Hobbyko wo bleibt das ...

Hobbyko’s Leitspruch:
Ich mache mir nicht viel, .................aus wenig zum Essen !!


Fleischwolf scharfen Zähne 2082051811 Fleischwolf scharfen Zähne 1017601898
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Mitglied seit 09.08.2006
587 Beiträge (ø0,13/Tag)

Hallo zusammen,

ich reinige genauso und spüle die Lochscheiben mit heißem Wasser ab trockene sie mit einem Küchentuch und bewahre sie einzeln in einem neuen Küchentuch eingewickelt auf.

Das mit dem markieren der Seite ist eine gute Idee. Wie markiert ihr die Seite? Mit einem Körner auf der einen Seite leicht anschlagen?

Tschüssle und gut Wurschtel

bimbim

Fleischwolf scharfen Zähne 2082051811
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Mitglied seit 17.01.2002
10.656 Beiträge (ø1,71/Tag)

Hallo bimbim

Nimm eine Sägefeile mit dem Körner könnte sie platzen .

Gruß
Werner
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Mitglied seit 11.09.2004
10.778 Beiträge (ø2,04/Tag)

Hallo Peter,

bei den Messern an einer ungebrauchten Stelle einfach beim ersten Messer einen Strich und bei zweiten Messer zwei Striche hinein feilen,
auf der Rückseite der Messer ist doch genügend Platz und bei den Scheiben außen auf den Rand einen Richtungspfeil hinein feilen.

"Gut Wurschtel" + LG Hobbyko wo bleibt das ...

Hobbyko’s Leitspruch:
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Fleischwolf scharfen Zähne 2082051811 Fleischwolf scharfen Zähne 1017601898
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Mitglied seit 07.01.2010
291 Beiträge (ø0,09/Tag)

Vielen Dank Jungs! Das sind gute Hinweise.

Klaus, die Frage nach der Haltbarkeit eines Schliffs hat mir Werner schon beantwortet. Klar kommt es auf den Gebrauch an. Aber wenn ich weiß, dass Werner als sehr aktiver Hobbywurstler so selten die Dinger schleifen muss, dann kann ich daraus schließen, dass ich da auch nicht alle acht Wochen zum Schleifer rennen muss (das ist natürlich übertrieben, aber Du weißt sicher was ich meine).

Mit dem raschen Abspülen und Abtrocknen mit Küchenpapier habe ich es auch so gehalten. Ich habe die Dinger dann aber noch mit Speiseöl behandelt. Und es kam mir nach einer längeren Pause so vor, wie Werner es beschrieben hat: Die Scheiben waren klebrig und beinahe ranzig. Deshalb bekam ich Zweifel an der Methode. Ihr macht da also nichts mit Öl?

Ich verstehe auch, dass man die Kreuzmesser nicht Planschleifen kann/sollte. Mir hat mal jemand gesagt, dass sich die Dinger selbst schliefen sollen, eben an der Lochscheibe. Was ist davon zu halten? Daran habe ich eher meine Zweifel.

Gruß,

v
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Mitglied seit 11.09.2004
10.778 Beiträge (ø2,04/Tag)

Hallo Vic,

Pfeil nach rechts Mir hat mal jemand gesagt, dass sich die Dinger selbst schliefen sollen, eben an der Lochscheibe. Was ist davon zu halten? Daran habe ich eher meine Zweifel. Pfeil nach links

Da hast Du richtig gehört, nur ist es so das es auch Toleranzen in der Härtung einer Lochscheibe gibt und das Messer sich auf die Lochscheibe einschleift, (und umgekehrt) deshalb ist es ja wichtig die Messer und die Scheiben immer in der gleichen Richtung ein zu setzen.

Denke aber das es bei uns Hobbyisten und Gelegenheitstätern nicht ganz so drauf ankommt. Wenn das Brät schmierend herauskommt und man mit dem Stöpsel gar zu hart nachdrücken muß ist es dann höchste Zeit für den Schliff. Na! Na!

"Gut Wurschtel" + LG Hobbyko wo bleibt das ...

Hobbyko’s Leitspruch:
Ich mache mir nicht viel, .................aus wenig zum Essen !!


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Mitglied seit 07.01.2010
291 Beiträge (ø0,09/Tag)

Okay, bestens!!! Danke Klaus.

Grüße,

v
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Mitglied seit 12.05.2011
22 Beiträge (ø0,01/Tag)

"[...] und man mit dem Stöpsel gar zu hart nachdrücken muss, ist es höchste Zeit für den Schliff" .....

Treffer - versenkt!

Auf diese naheliegende Idee bin ich als Anfänger natürlich nicht gekommen - ich habe gedrückt wie ein Irrer; ein Messer hätte ich wahrscheinlich gar nicht gebraucht ....

Welche Körnung für des Schleifsteins schlagen die Profis vor? (Graeff-Teil, 4-schneidiges Messer (kein Vorschneider), 3 mm-Lochscheibe)
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Mitglied seit 18.03.2014
8.631 Beiträge (ø4,8/Tag)

Zitat von SPECKdrum am 16.09.2018 um 15:40 Uhr

„Welche Körnung für des Schleifsteins schlagen die Profis vor? (Graeff-Teil, 4-schneidiges Messer (kein Vorschneider), 3 mm-Lochscheibe)“


Am besten du gibst es zum Schleifen. Messer und Lochscheibe müssen gleichzeitig geschliffen werden das ist nicht ganz einfach.

Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

Ich koche gerne mit Alkohol. Manchmal gebe ich sogar welchen ins Essen (Vincent Klink)
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Mitglied seit 12.05.2011
22 Beiträge (ø0,01/Tag)

Das mit dem "Schleifen lassen" dürfte für mich schwierig werden - ich lebe auf den Philippinen und weiß nicht, wo ich da hingehen könnte. Aber ich frage mal bei den Fleisch-Zerhackern im public market nach, die haben auch Fleischwölfe und deren Messer machen auch mal schlapp.
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Mitglied seit 20.09.2012
160 Beiträge (ø0,07/Tag)

Zur Pflege nutze ich Ballistol H1 Spray. Ballistol Nr 82171
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