Gedichte und Sprüche am Donnerstag, 05. Januar 2017


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Guten Morgen zusammen

heutiges Thema: Sturm , Wind.


Der Sturm geht lärmend um das Haus, ich bin kein Narr und geh hinaus,
aber bin ich eben draußen, will ich mich wacker mit ihm zausen.
Joseph von Eichendorff


Habt einen schönen Tag, Meri (.. zieht Euch warm an - es ist kalt draußen ;))
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Guten Morgen zusammen,

bei uns war es gestern auch stürmisch, jetzt ist es knackig-kalt und der Schneeregen gefroren.


Der Schauende

Ich sehe den Bäumen die Stürme an,
die aus laugewordenen Tagen
an meine ängstlichen Fenster schlagen,
und höre die fernen Dinge sagen,
die ich nicht ohne Freund ertragen,
nicht ohne Schwester lieben kann.

Da geht der Sturm, ein Umgestalter,
geht durch den Wald und durch die Zeit,
und alles ist wie ohne Alter:
die Landschaft, wie ein Vers im Psalter,
ist Ernst und Wucht und Ewigkeit.

Wie ist das klein, womit wir ringen,
was mit uns ringt, wie ist das groß;
ließen wir, ähnlicher den Dingen,
uns so vom großen Sturm bezwingen, –
wir würden weit und namenlos.

Rainer Maria Rilke


Lieben Gruß, Alex
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Wenn solch ein sausen in den wipfeln wühlt
Ist es nicht mehr als dass ein sehnen drohe
Durch blaue blicke · blumen blonde frohe?

Wenn solch ein branden um die festen spült
Dass du verlassen irrend an dem strand
Die rettung suchst in leerer himmel brand?

Dass ich wie nie dich blass und bebend finde ·
Kaum mehr noch als am wegesrand die blinde
Die unbeachtet ruft im lauten winde ..
Stefan George

Meri
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Gedichte Sprüche Donnerstag 05 Januar 2017 3421361222 zusammen

Hoffnung gießt in Sturmnacht Morgenröte!
Johann Wolfgang von Goethe

Eine nur schwache Flamme verlöscht der Sturm,
hat sie schon um sich gegriffen, facht er sie nur stärker an.
Sophie Mereau


Grüssle Wanda

Gedichte Sprüche Donnerstag 05 Januar 2017 1203894792 Ich bin sicher, dass Katzen auf einer Wolke gehen könnten ohne durchzufallen.
Jules Verne
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Moinmoin!

Das Leben besteht nicht nur in der Hauptsache aus Tatsachen und Geschehnissen. Es besteht im wesentlichen aus dem Sturm der Gedanken, der jedem durch den Kopf tobt.
Mark Twain

Gruß
Chris
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Von Chris:

Stürmische Nacht - draußen und drinnen
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Am Anfang widersteht eine Frau dem Ansturm eines Mannes, am Ende verhindert sie seinen Rückzug.
Oscar Wilde

Meri
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Der Sturm spielt auf zum Tanze,
Er pfeift und saust und brüllt;
Heisa! wie springt das Schifflein!
Die Nacht ist lustig und wild.

Ein lebendes Wassergebirge
Bildet die tosende See;
Hier gähne ein schwarzer Abgrund,
Dort türmt es sich weiß in die Höh'.

Ein Fluchen, Erbrechen und Beten
Schallt aus der Kajüte heraus;
Ich halte mich fest am Mastbaum
Und wünsche: Wär ich zu Haus.

Heinrich Heine


Gruß, Alex
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Hallo zusammen

Der Sturm sprach einst: "Ich kennedie Welt; denn ich zerpflücke sie."
Da sprach der Reif: "Ich kennedie Welt; denn ich erdrücke sie."
Die Sonne lacht: "Ich kennesie besser, ich beglücke sie."

Carmen Sylva

LG Karin
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Der Wind hat Stimme bekommen

Der Wind hat Stimme bekommen,
Er geht um die Häuser mit Grollen,
Er hat einen Anlauf genommen
Und weht die Wolken zu Hauf.
Er bringt die Stille ins Rollen,
Er leckt den Schnee an den Bergen auf
Und taumelt die Straßen entlang
Wie ein Trunkenbold mit Tollen und Sang.
Er möchte mit krassen Gelüsten
Aufbauen und verwüsten,
Er ruft Namen aus, die verschollen,
Hetzt Geister auf, die sich brüsten sollen,
Und setzt wie ein Meister ein großes Wort in die Luft.
Aber er bleibt an keinem Ort;
Er drückt an das Tor,
Machst du auf, — ist er fort,
Wie einer, der falsche Liebe schwor.

Max Dauthendey


Gruß, Alex
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Pisa

Zu Pisa neigt der schiefe Turm
Sich tiefer, wie ich erfahre.
Er trotzte dem Wetter, er trotzte dem Sturm
Wohl hundert um hundert Jahre.

Aus Rasenflächen, grün und glatt,
Des Domes Campanile
Senkt er sich auf die Pelopsstadt
Und ihre Kunst und Stile.

Senkt er sich auf das Kaisergrab
Des heiß von Dante geliebten,
Dem früh der Himmel die Ruhe gab,
Herrn Heinerichs des Siebten.

Nicht von der Macht der Winde zeugt
Die steinerne Gebärde;
Kein Feind hat den runden Riesen gebeugt
Und zwingt ihn langsam zur Erde.

Nein, tief in den Tiefen des Bodens gehn
Unsichtbar heimliche Quellen,
Die stürzen, mächt'ger wie Sturmeswehn
Den Trotz des gewalt'gen Gesellen.

Die sind mit den bösen Geistern im Bund
Und spülen Ader um Ader;
Die höhlen langsam den sichern Grund
Unter dem tragenden Quader.

Die sickern, Tropfen um Tropfen, leis
Und bohren verborgene Straßen,
Bis Kunst und Größe und Menschenfleiß
In Trümmern liegt auf dem Rasen...

Mein Glück gleicht zu Pisa dem trotz'gen Gesell'n
Und geht, wie er, in Scherben;
Ich lache des Sturms - doch ich kenne die Quell'n,
Die heimlich mich verderben.

Rudolf Presber

Meri
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Guten Tag euch allen,


Die Passatwinde glitten ohne Unterlaß gegen Süden. Sie strichen über den Dünensand, daß es raschelte wie Seide. Das waren keine europäischen Winde, die sich drehten, die bisweilen aussetzten; nein, sie lasteten auf uns, unaufhörlich wie der Luftstrom eines Schnellzugs. Besonders nachts wehten sie uns oft so hart an, daß wir uns, nach Norden gewandt, gegen sie stemmen mußten und doch das Gefühl hatten, von ihnen fortgetragen zu werden, einem unbekannten Ziele zu. Welche Hast, welche Unruhe!
Antoine de Saint-Exupéry (Südkurier)


Liebe Gruesse

Anne
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Hallo zusammen


Die stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen. Gedanken, die mit Taubenfüßen kommen, lenken die Welt.

Friedrich Wilhelm Nietzsche


LG,
Nico
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Zart

Ist es ein Falter?
Ein fallendes Blatt?
Ein schwebendes Staubkorn?

Nein. Es ist der Windhauch,
den die Geliebte um mich legt.

Der alles Schwere fortnimmt
und mich trägt.

© Manfred Ach
Mit freundlicher Genehmigung


Einen schönen Abend! Alex und Chris
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Mitglied seit 13.10.2011
12.066 Beiträge (ø4,49/Tag)

Ach, ich fürchte fast,
dass er mir den Sichelmond
durch die Bäume durch
schließlich ganz hinunterbläst,
dieser wilde Wintersturm!
Kagawa Kageki


Danke, dass Ihr hier so viel Wind gemacht habt ;). Bei uns herrschte Windstille, dafür hatten wir viel Sonnenschein und einen strahlend blauen Himmel - jedoch war es sehr kalt! Hoffentlich schneit es bald Lächeln.

Habt einen schönen Abend, Meri
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