Geflügel einfrieren - Erfahrungen

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Mitglied seit 10.02.2014
209 Beiträge (ø0,11/Tag)

Das Thema wurde in einem anderen Thread angesprochen, ich möchte es dort aber dort nicht weiter vertiefen.

Ich wollte mich nach euren Erfahrungen mit dem Einfieren von Geflügel erkundigen. Meine sind nämlich nicht gut. Ich habe immer den Eindruck, dass das Fleisch nach dem Braten nicht so saftig und zart wird wie bei der Verwendung von Frischfleisch. (beim Schmoren ist es weniger zu bemerken und für Brühe spielt es keine Rolle)

Ich habe es mit Huhn, Ente und Perlhuhn versucht. Anfangs war ich vielleicht etwas nachlässig, aber im Laufe der Jahre habe ich immer mehr darauf geachtet, wie ich einfriere. Heute teile ich die frischen Vögel je nach Größe in Portionsstücke oder Hälften, vakumiere diese, kühle sie für mehrere Stunden oder über Nacht im gut kalten Kühlschrank vor, und lege sie dann - notfalls etappenweise - in das unterste Fach meines Gefrierschranks direkt auf den Boden, so flach wie möglich und nur in einer Lage. Zum Auftauen lege ich das Fleisch in den Kühlschrank oder in einen kühlen Raum.

Nachdem ich trotzdem nie wirklich zufrieden war, auch wenn ich festgestellt habe, dass das Bemühen um möglichst schnelles Einfrieren eine gewisse Besserung brachte, lasse ich es mittlerweile so gut wie ganz und kaufe Geflügel nur noch frisch.

Ich kaufe Geflügel öfter direkt bei kleineren Erzeugern mit Selbstvermarktung bei mir in der Nähe. Bei zweien habe ich mal nachgefragt, wie das mit dem Einfrieren ist und von meinen Erfahrungen berichtet. Beide haben mir hinter vorgehaltener Hand bestätigt, dass sie deshalb nur im Notfall Geflügel einfrieren. Sie meinten, dass es wohl anders sei, wenn man professionelle Geräte verwendet. Aber solche haben die kleinen Erzeuger, die selbst vermarkten, vermutlich nahezu nie.

Wenn ich nicht bei den Selbstvermarktern kaufe, dann gehe ich in einen Supermarkt hier, der zum Glück französisches Geflügel mit dem roten L nahezu immer frisch anbietet. Huhn bekommt man dort immer und Perlhuhn von Zeit zu Zeit. Und wenn mal etwas anderes möchte, bestelle ich es in Spezialhandel online.

"Industriell" tiefgefrorenes Geflügel habe ich seit 25 Jahren nicht mehr gekauft und sehe auch nie welches, das eine Qualität hat, die ich kaufen möchte. Ich achte allerdings auch nicht auf das Angebot, weil ich es nicht brauche. Gibt es da denn gute Ware?

Eins sei noch dazu gesagt: Mit Rind, Schwein, Lamm habe ich diese Probleme nicht. Bei Fisch ist es noch viel schlimmer. Den mag ich allerdings auch aus der "industriellen" TK nicht so gerne.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder bin ich damit allein? Dann würde ich vielleicht noch mal versuchen "blindzutesten", ob ich mir das möglicherweise nur einbilde ...

VG
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Mitglied seit 21.02.2007
28.181 Beiträge (ø6,44/Tag)

Das ist merkwürdig.
Gerade bei Geflügel habe ich diese Erfahrung noch nie gemacht.

Kannst du mal erklären, warum du das Fleisch über Nacht vorkühlst? Das ist der einzige gravierende Unterschied, den ich zu meiner Vorgehensweise feststelle.
Bei mir gibt es Geflügel entweder aus dem Hofladen, dem Biomarkt oder Label Rouge.
Oft lasse ich es schon beim Kauf vakuumieren, manchmal erledige ich das auch selbst. Es wird in der Kühltasche nach Hause transportiert und wandert sofort in den TK, der bei mir auf -26°C eingestellt ist.

Stopp, ich sehe gerade noch einen Unterschied. Ich taue Geflügel nicht langsam im Kühlschrank auf. Die vakuumierte Packung kommt ins kalte Wasserbad und taut dort - je nach Größe - in wenigen Stunden auf. Das Wasser wird dabei gelegentlich gewechselt, damit es nicht zu kalt wird.

Dann wird zubereitet.

LG Carrara
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Mitglied seit 10.02.2014
209 Beiträge (ø0,11/Tag)

Hallo,

das Vorkühlen mache ich, weil ich mehrfach gelesen habe, zum Beispiel auch in der Anleitung meiner TK, dass man das machen soll, damit die Temperatur im TK-Gerät nicht zu stark sinkt.

Auftauen tue ich auch mal so wie du, wenn es schneller gehen muss.

Ob meine TK so kalt ist wie deine, da bin ich nicht sicher. Das müsste ich erst mal überprüfen. Ich glaube man liest immer, mindestens -18, und die habe ich auf jeden Fall. Aber wie viel darunter, das weiß ich nicht ...

VG
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Mitglied seit 03.04.2007
40.056 Beiträge (ø9,23/Tag)

Moin,

wie ich im anderen Beitrag schon schrieb, habe ich noch nie schlechte Erfahrungen dabei gemacht. Egal, um welches Tier es sich handelt und welche Qualität es hatte.

Vorkühlen macht für mich keinen Sinn. Man hat das Geflügel doch eh im kühlschrank, ich friere es, wenn ich denn auf Vorrat kaufe, immer gleich nach dem Einkauf ein.

Mein TK steht bei ca. -22°C, ich taue grundsätzlich alles bei Zimmertempoeratur auf, weil das einfach schneller geht.

VG Čiperine
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Mitglied seit 12.11.2010
650 Beiträge (ø0,22/Tag)

Zitat von eva54321 am 15.11.2018 um 11:58 Uhr

„ das Vorkühlen mache ich, weil ich mehrfach gelesen habe, zum Beispiel auch in der Anleitung meiner TK, dass man das machen soll, damit die Temperatur im TK-Gerät nicht zu stark sinkt. “


Du meinst sicherlich, damit die Temperatur nicht zu stark steigt...!?
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Mitglied seit 10.02.2014
209 Beiträge (ø0,11/Tag)

ja klar, sorry, steigt.
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Mitglied seit 10.02.2014
209 Beiträge (ø0,11/Tag)

Zitat von ciperine am 15.11.2018 um 12:04 Uhr



Vorkühlen macht für mich keinen Sinn. Man hat das Geflügel doch eh im kühlschrank, ich friere es, wenn ich denn auf Vorrat kaufe, immer gleich nach dem Einkauf ein.



Hallo,

nun, bis man das Geflügel zu Hause hat (währenddessen wird es zumindest bei mir nur dann aktiv gekühlt, wenn ich zum Erzeuger fahre) und es dann noch vorbereitet, vergeht eine gewisse Zeit. Und wie kalt die Kühlung vorher war, weiß man auch nicht. Aber vermutlich muss das Vorkühlen nicht sein. Es wird aber auch kaum schaden, denke ich. So lange man nicht an die Null grad drankommt und das Fleisch langsam zu gefrieren anfängt, was man ja gerade nicht will ...

VG
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Mitglied seit 10.02.2014
209 Beiträge (ø0,11/Tag)

Ich mache hierzu mal einen Nachtrag:

Nachdem außer mir offenbar keiner beobachtet hat, dass Geflügel nach dem Einfrieren und Auftauen nicht mehr so zart ist im frischen Zustand, war ich der Annahme, ich würde mir das einbilden. Nun habe kürzlich ich das Buch "Perfektion. Die Wissenschaft des guten Kochens." erworben. Und siehe da: Die Autoren haben genau das mit Huhn getestet und herausgefunden, dass Huhn, das 3 Monate eingefroren war, deutlich zäher war als Huhn, das nur 2 Monate eingefroren war. Bei dem letztgenannten Huhn konnten sie keine Unterschied zu frischer Ware feststellen.

Offenbar ist es also eine Frage der Zeit. Ich werde es noch einmal wagen, aber eben nicht länger als 2 Monate.

VG
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Mitglied seit 10.01.2015
407 Beiträge (ø0,27/Tag)

Ich friere auch sehr gerne Geflügelfleisch in aller Art ein, doch solche Erfahrung wie du eva, hatte ich noch nicht.
Das Fleisch taut selbstverständlich im Kühlschrank auf, dann wasche und trockne ich dieses in Krepp und dann wird es verarbeitet.
Wie auch immer. Beim kurzgebratenen Produkten mehliere ich das Fleisch ganz gerne, denn so bleibt dieses viel saftiger.
ciao eisbobby
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Mitglied seit 12.02.2009
1.546 Beiträge (ø0,42/Tag)

Geflügel wandert bei uns auch ohne Vorkühlung in den TK der auf -25°C steht.

Aufgetaut wird im Wasserbad oder im KS.

Qualitätsverlust konnten wir in den ersten 6 TK-Monaten noch nicht einwandfrei belegbar feststellen. Wie soll das auch privat machbar sein? Müsste Fleisch vom gleichen Tier sein, identisches Auftauen und Garen, unterschiedliche TK-Dauer bei paralleler Verkostung.

LG ernan
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Mitglied seit 10.02.2014
209 Beiträge (ø0,11/Tag)

In dem erwähnten Buch heißt es:

„Wir haben sechs ganze Hähnchenbrüste in der Mitte zerteilt und bei je einer Hälfte die Zartheit ermittelt, indem wir mit der sogenannten Warner-Bratzler-Schervorrichtung die zum Dirchtrennen des Fleisches notwendige Kraft gemessen haben.“ die andern brusthälften wurden bei -18 Grad eingefroren. Dann wurden drei Brüste nach 2 und 3 nach 3 Monaten aufgetaut und gemessen.
Ergebnis siehe oben.

Natürlich kann man das für Zufall ansehen. Oder es liegt an dem amerikanischen Hühnchen und französisches verhält sich ganz anders ... ?

VG
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Mitglied seit 16.12.2003
47.616 Beiträge (ø8,59/Tag)

" Oder es liegt an dem amerikanischen Hühnchen und französisches verhält sich ganz anders ... ?"

die Nationalität wird bei einem Tier keine Rolle spielen - aber eventuell welche Rasse es war, ob Freilandhaltung - haben die Lebensmitteltechniker der Stiftung Wartentest (von denen ist doch das Buch, oder ?) dazu eine Angabe gemacht ?

Ich bereite nur französisches Geflügel zu (zwangsläufig), und zwar Freilandhaltung, einige Wochen älter als Standard - das ist so gewollt - deren Fleisch ist per se fester da stärkere Muskelbildung.

Da ich nur ganze Tiere kaufe und selbst zerteile landet in der Regel ein Teil immer in der Truhe. Ich konnte bisher bei längerer Liegezeit nur leihte geschmackliche Unterschiede zuim frischen Huhn feststellen . Nicht mehr Festigkeit. Aber vielleicht merke ich den Unterschied auch einfach nicht. Oder es liegt an der Zubereitungsart.

Mein Geflügel ist sehr gut gekühlt wenn ichs kaufe, wird in ner Kühltasche nach Hause transportiert und landet nach dem Zerteilen eventuell ne Stunde im Fleischfach des Kühlschrankes - ne ganze Nacht braucht es nicht um die niedrigste Kühlschranktemperatur zu erreichen. Mein TK-Schrank hat ne Superfrostfunktion,.Aufgetaut wird im Wasserbad.

Ich habe von meinen Erzeugern auch noch nie gehört dass das Einfrieren von Gefügel nicht anzuraten sei - für ihren eigenen Bedarf frieren die selbst ein, in haushaltsüblichen kleineren Mengen.
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Mitglied seit 10.02.2014
209 Beiträge (ø0,11/Tag)

Die Autoren des Buches machen keine weiteren Angaben zur Hetkunft und Haltung der Hühnchen. die Versuche wurden aber alle in den USA gemacht.
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Mitglied seit 16.12.2003
47.616 Beiträge (ø8,59/Tag)

" die Versuche wurden aber alle in den USA gemacht. "

was logisch ist - wie ich googelnderweise herausfand ist das Werk die Übersetzung des Buchs "„The Art of Good Cooking: Master 50 Simple Concepts and Enjoy a Lifetime of Success in the Kitchen“" von Guy Crosby - Stiftung Warentest hat die Übersetzungslizenz erworben und irgendwie vergessen das deutlich sichbar zu machen - klassische Mogelpackung...😊

aber im Ernst - dass Herkunft USA alleine bei Huhn nen Unterschied macht - glaube ich aber nicht. Ich denke eher dass ich bei meinem Geflügel das ohnehin immer ne kräftige Daserstruktur hat, rassebedingt und haltungsbedingt, kleine Struktur-Unterschiede nicht wahrnehme. Sie wären mir auch nicht so wichtig. Was ich aber durchaus merke ist dass meinem Geflügel lange Gefrierzeiten nicht gut tun, Aber das betrifft den Geschmack, nicht die Struktur.
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Mitglied seit 10.02.2014
209 Beiträge (ø0,11/Tag)

vielleicht bei stiwa nicht ersichtlich, im Buch aber schon Lächeln

Wenn ich das nächste mal beim bevorzugten Geflügelhändler bestelle, nehme ich mal wieder mehr Geflügel, als ich sofort verbrauchen kann, und friere es ein. Aber nicht länger als 2 Monate. Dann schau ich mal.

VG
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