Fleisch - Lieber weniger, dafür gute Qualität?!

zurück weiter

Mitglied seit 04.06.2014
237 Beiträge (ø0,12/Tag)

Hallo Leute,

ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir schmeckt einfach kein Fleisch mehr. Zumindest war alles, was ich in dem letzten drei Monaten im Supermarkt gekauft habe einfach nur noch unterste Qualität. Egal ob Steaks, Hähnchen, Entenbrust, Beinscheibe, alles nahezu geschmacklos, zäh, fade, ganz gleich ob gekauft bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Real etc...Ich weiß nicht wie es euch so geht, mit Einkauf und Fleischqualität, aber ich habe jetzt beschlossen nur noch einmal die Woche Fleisch zu essen, dafür dann aber gutes (hoffe ich zumindest 😀) aus dem Onlinefeinkosthandel. Ich habe mir eigentlich noch nie wirklich gutes/ teures Fleisch gekauft und die Auswahl ist auch begrenzt, da das Geld halt doch immer knapp ist 😉. Ich bräuchte daher mal von den Experten ein Paar kurze Erklärungen zu den Geschmacksunterschieden der einzelnen Rassen/ Geschlecht und Herkunft.

Schwein:
Hier stehen zur Auswahl 2 Wochen Dry Aged Kotlett von Duke of Berkshire, normales Karree Kotlett vom Duroc, oder vom Iberico.
Preislich liegen die alle sehr eng beieinander, wobei das Berkshire am günstigsten und das Iberico am teuersten ist. Welches Schwein ist den am aromatischsten und/ oder hat einen guten kräftigen Eigengeschmack?

Entenbrust:
der Marke Chateau Du Pont. Ich habe die Wahl zwischen weiblicher und männlicher Entenbrust? Die weiblichen sind kleiner und teuerer. Gibt es bei der Entenbrust geschmackliche Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen?

Steak vom Rind:
Hier bin ich mir noch unschlüssig ein Dry Aged Steak von einer vernünftigen Rasse wie Charolais oder Wagyu sprengen das Budget. Kann ein Steak von einer guten Rasse auch ohne die Trockenreifung zart werden und diesen kräftigen "Rindersteak" Geschmack liefern.

Ich hoffe die Fleischgourmets können mir weiterhelfen und evtl. noch andere gute Tipps zum Fleischeinkauf geben 🙂

Gruß
Schwammerl
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 03.04.2007
42.365 Beiträge (ø9,19/Tag)

Moin ,

ich kann Dir zu folgenden fragen Auskunft geben:

▶Welches Schwein ist den am aromatischsten und/ oder hat einen guten kräftigen Eigengeschmack? ◀

wernn ich die von Dir genanntn Rassen zur Wahl hätte, würde ich das Iberico bevorzugen.

▶ein Dry Aged Steak von einer vernünftigen Rasse wie Charolais oder Wagyu sprengen das Budget.◀

zwischen Charolais und Wagyu ist aber m.E. schon ein großer preislicher Unterschied.
Letzteres habe ich noch nie gegessen.

Charolais liebe ich, seit ich diese Rasse in Burgund gesehen und gegessen habe. Dieses Fleisch bekomme ich in sehr guter Qualität und zu vernünftigen Preisen in unserem großen Edeka-Center frisch.

▶Kann ein Steak von einer guten Rasse auch ohne die Trockenreifung zart werden und diesen kräftigen "Rindersteak" Geschmack liefern. ◀

Selbstverständlich.
Ich finde, Dry Aged muss man nicht unbedingt haben, um gutes Rind zu essen. Das ist ja auch erst seit kurzer Zeit im Handel. Hatte man etwas vorher kein gutes Rindfleisch, als diese mode noch nicht bei uns war? Na!
Ich kaufe nie Dry Aged und habe trotzdem einen guten "Rindersteak"-Geschmack.

Zig Steakhäuser bieten seit Jahren tolle Rindersteaks, nicht Dry Aged.


VG Čiperine
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 27.10.2008
8.350 Beiträge (ø2,07/Tag)

> Ich finde, Dry Aged muss man nicht unbedingt haben, um gutes Rind zu essen. Das ist ja auch erst seit kurzer Zeit im Handel. <

Nö, seit kurzer Zeit ist das nicht im Handel... Vor der Einführung der Methode der Nassreifung (eingeschweisst/vakuuminiert in Kunststofffolie) wurde Fleisch schon immer "trocken" abgehangen... Nassreifen kommt aber der verbreiteten Geiz-ist-geil-Mentalität sehr entgegen, da nass gereiftes Fleisch (anders als bei der Trockenreifung) während des Reifungsprozesses nicht an Gewicht verliert. Schlecht muss nass gereiftes Fleisch aber nicht zwingend sein - da gibt's durchaus auch ganz ordentliche Qualitäten.

VG, turbot
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 03.04.2007
42.365 Beiträge (ø9,19/Tag)

Das mag sein, turbot.

dann war dass aber vor meiner kochzeit. Na!
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 02.02.2016
654 Beiträge (ø0,47/Tag)

Hallo,

dry aged ist das beste überhaupt und macht aus jeder alten Kuh eine Delikatesse und das wissen die Metzger, lach.
Es ist schlicht und ergreifend lange abgehangenes Fleisch.
Das war für mich als Kind schon immer normal, neu ist nur die Bezeichnung.
Wir waren( und sind) arme Bauern, geschlachtet wurde nur im Winter, das Fleisch wurde im Schuppen lange abhängen und reifen gelassen.

Wenn du gute Qualität willst, such dir einen Direktvermarkter bei dem die Tiere Zeit zum wachsen haben und das Fleisch Zeit zum reifen hat.
Dann bekommst du für sehr kleines Geld super Qualität.

liebe Grüße vom Hütehund
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 04.06.2014
237 Beiträge (ø0,12/Tag)

Schon mal vielen Dank für die wirklich hilfreiche Antwort, Ciperine.
Das Ibericokotlett wird wohl auch das meiste Fett haben, ich habe jetzt nichts gegen fettes Fleisch, bin aber auf Grund meiner Magen-darmbeschwerden dazu angehalten eher mageres Fleisch zu essen😕. Was wäre denn dann deine nächste Wahl nach dem Iberico?

Ok gut Dry Aged muss anscheinend wohl wirklich nicht sein... Das ist gut dann stehen noch Rumpsteak und- oder Entrecote vom argentinischen- oder Uruguayrind zur Auswahl. Eigentlich hasse ich ja Schweinefleisch aber einem guten würde ich mal wieder eine Chance geben...kommt so ein gutes Schwein an den intensiven Eigengeschmack eines Rindersteaks dran, oder kann mans einfach nicht miteinander vergleichen? 😉

Lg
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 04.06.2014
237 Beiträge (ø0,12/Tag)

Ok habe die anderen Antworten zu spät gesehen, deshalb der Doppelpost...
Hmm also die Meinungen scheinen ja doch dazu zu tendieren, das Dry Aged wohl fast schon pflicht, für ein tolles Steak ist.
Lohnt sich das Dry Aging auch beim Schwein?
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 02.02.2016
654 Beiträge (ø0,47/Tag)

@ ciperine, das kann nicht vor deir Kochzeit gewesen sein.
Meine Om war Jahrgang 1888 und die hat es schon gemacht und davor ihre Mutter,das war früher normal. nur der Name ist neu..
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 03.04.2007
42.365 Beiträge (ø9,19/Tag)

Ich finde Iberico gar nicht so fett. Und mit Rind kann man Schwein geschmacklich nun nicht wirklich vergleichen.
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 03.04.2007
42.365 Beiträge (ø9,19/Tag)

Hütehund,

ich kenne diesen Begriff eben erst seit kurzer Zeit.

In meinem Elternhaus gab es nicht soviel Fleisch und ich habe keine Ahnung, welches meine Mutter gekauft hat.
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 27.10.2008
8.350 Beiträge (ø2,07/Tag)

Mag nicht sein, ist so. Traditionell arbeitende und qualitätsbewusste Metzger haben aber immer auch trocken gereift...

Die Methode mit der Nassreifung von Steakfleisch kam meines Wissens in den 1980ern so richtig in Fahrt - bedingt dadurch, dass die Deutschen plötzlich wie die Irren in die argentinischen Steakhausketten (Churasco, Maredo, Block House) gerannt sind und auch zuhause öfters Appetit auf ein (möglichst preiswertes) Rindersteak hatten. Das Rindfleisch aus Argentinien reifte in den Laderäumen der Transatlantik-Schiffe preiswert, nass und in Folie eingeschweisst... Und auch die europäischen Billigfleischproduzenten zogen bei dieser Reifemethode mit...
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 25.09.2005
18.722 Beiträge (ø3,63/Tag)

Hallo,

auch gutes Schwein schmeckt vollkommen anders als Rind - denn das sind ja schließlich zwei vollkommen unterschiedliche Tiere.

Dry aged-Rind ist - falls ich es seltenderweise denn mal bekomme - immer meine erste Wahl. Den Geschmacksunterschied zu "normal" gereiftem Rind - auch wenn es von ansonsten guter Qualität ist (also vom Metzger meines Vertrauens) finde ich enorm.

Bei Schwein habe ich auch schon mal dry-aged gekostet und das wirklich ebenfalls spürbar geschmacksintensiver als "normales" Schwein.
Iberico und Duroc hatte ich auch schon beide (nicht dry-aged); beide waren gut, aber ohne dass ich an irgendeinem von beiden nun einen "besonderen" Geschmack gefunden hätte.

Das geschmackvollste Schweinefleisch, das ich je gegessen habe, war übrigens vom Wollschwein (Magalitza) - aber das ist ja auch was ganz Spezielles und auch nur beim Spezialanbieter zu bekommen .... leider ....

An Rind finde ich Angus oder Galloway besonders geschmackvoll.

Viele Grüße - Allegro
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 02.02.2016
654 Beiträge (ø0,47/Tag)

@ Allegro, hast du mal weiß- blau-belgisch Doppellender probiert? Boah!
Da zahlt man für Edelteile 20€ das kg, für Viertel viel weniger.
Angus ist auch super und im Viertel günstig.Glaub so 8€ das kg beim Direktvermarkter.
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 25.09.2005
18.722 Beiträge (ø3,63/Tag)

Nein - leider nicht, Hütehund.
Belgisches Rind habe ich hier noch nie irgendwo gesehen - selbst in der Kleinmarkthalle in FFM, wo ich mir so einmal im Jahr Wollschwein hole, nicht ....
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 16.11.2013
5.282 Beiträge (ø2,41/Tag)

Hallo Schwammerl,

Fleisch online bestellen und liefern lassen - auch wenn es angeblich aus dem Feinkosthandel ist - bist du da nicht skeptisch? Fleisch habe ich noch nie liefern lassen. Ich möchte es sehen, bevor ich es kaufe und nicht nur ein gehübschtes Bild betrachten. Taugt es überhaupt, wenn es per Post versandt wird? Und ist es wirklich Fleisch aus artgerechter Haltung?

Ich kaufe bei unserem Edeka an der Frischfleischtheke mit Bedienung, bei unserem Metzger-Geschäft und beim Bauern in unserer Nähe. Es gibt halt nicht immer überall alles, wenn man Wert auf Qualität legt. Fleisch aus einem Sonderangebot kaufe ich schon lange überhaupt nicht mehr - da hatte ich immer schlechte Qualität und abgepacktes Fleisch ignoriere ich eh konsequent.

Ich kaufe nur Fleisch mit gutem Herkunftsnachweis, aber sicher bin ich trotzdem nicht. Sicher bin ich nur bei dem Bauern, den ich samt seinem Hof kenne. Der verkauft jedoch nicht ständig Fleisch, weil er halt keine Massentierhaltung betreibt . Bei ihm bestelle ich immer vor und friere ein. Unsere Gefriertruhe ist aber leider nicht groß genug - also kaufe ich halt auch Mal woanders.

Wir essen viel und gern Fleisch - haben uns aber zumindest zwei - manchmal auch drei - fleischfreie Tage in der Woche angewöhnt.

Grüße
ritschi
Zitieren & Antworten
zurück weiter

Partnermagazine