Fragen zum Messerschleifen auf dem Schleifstein


Mitglied seit 14.05.2012
34 Beiträge (ø0,01/Tag)

Hallo,

ich möchte das Schleifen meiner Messer auf einem Wasserschleifstein erlernen. Ich habe schon einen Stein mit grober Seite und einer 1000er Seite und möchte mir später noch einem zum Polieren dazukaufen. Ich habe mich in letzter Zeit mit verschiedenen Anleitungen beschäftigt, aber 2 Dinge sind mir da noch nicht ganz klar geworden. Vielleicht gibt es hier ja auch ein paar Schleifprofis, die mir helfen können :).

1) Grundlegend schleife ich ja erst einmal die eine Seite des Messers, bis sich ein Grat gebildet hat. Dann schleife ich die andere Seite, bis sich dieser Grat wieder auf die andere Seite bewegt hat, aber dabei ungefähr so lange schleifen wie auf der 1. Seite. So mein bisheriges Verständnis.

Manche wechseln nun sofort auf einen feineren Stein, andere sagen, dass man diesen Prozess x-mal wiederholen soll. Was ist nun "richtig"?

2) Meine wichtigsten Messer sollen in einem Winkel von 15 Grad geschliffen werden. Das heißt, ich möchte erstmal diesen Winkel erlernen, damit ich diesen ungefähr immer wieder reproduzieren kann.

Was macht ihr denn, wenn euch ein Bekannter dann sein Küchenmesser in die Hand drückt. Der Winkel, in dem das Messer geschliffen werden soll, ist ja erstmal nicht bekannt und evtl. erhält beim nächsten Mal auch jemand anderes dieses Messer zum Schleifen.

Drückt ihr dem Messer dann trotzdem euren erlernten Standardwinkel auf oder versucht ihr, den Winkel des Messers zu reproduzieren, auf die Gefahr hin, dass man bei einem anderen als dem gewohnten Winkel mehr verwackelt? Was ist da eine gute Vorgehensweise bei Messern, die nicht die eigenen sind und die man evtl. nicht immer wieder selbst schleifen wird?


Liebe Grüße

Herbivore
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Mitglied seit 01.11.2005
14.887 Beiträge (ø3,07/Tag)

Hallo Herbivore,

es gibt nicht *den* Winkel. An Deiner Stelle würde ich zunächst dem Schliff folgen. Du nimmst weniger ab und versaust das Messer nicht. Ich schleife meine Messer etwas unterschiedlcih, manche sollen robuster sein wie das Kochmesser und andere möglichst scharf wie das Petty (Officemesser). Möglichst scharf kann aber auch zu scharf sein, mit der Zeit findest Du den für Dich passenden Winkel.

> ​dass man diesen Prozess x-mal wiederholen <


Ein paarmal, nicht x-mal. In der Anfangszeit schleift man viel zu viel, ich war auch so einer.


Gruß
Peter


p.s., Du kannst einfach nach dem Schleifen mit dem 1000er Stein das Messer vorsichtig über den unglasierten Rand eines guten Porzellantellers streichen, das verbessert den Schliff


p.p.s., anderleuts Messer sollte man erst schleifen, wenn man einigermaßen sicher ist.
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Mitglied seit 14.05.2012
34 Beiträge (ø0,01/Tag)

Hi,

vielen Dank für deine Antwort! Wenn ich dich richtig verstehe, bekommt man also mit der Zeit ein Gefühl, wo der Winkel des jeweiligen Messers sitzt, wenn man diesen reproduzieren möchte.

> Ein paarmal, nicht x-mal. <

Ok. Und meinst du damit "pro Stein" oder nur "beim Hauptschliff (also 1000er z.B.)" oder "nur auf dem letzten (evtl. Politur-) Stein"?

Was bewirkt es denn genau, wenn man den Prozess ein paar Mal wiederholt? Oder anders herum gefragt: Was passiert, wenn ich jede Seite nur 1x schleife und dann zum nächsten Stein wechsel?

> p.s., Du kannst einfach nach dem Schleifen mit dem 1000er Stein das Messer vorsichtig über den unglasierten Rand eines guten Porzellantellers streichen, das verbessert den Schliff <

Gilt das auch für japanische Messer? Ich hab sowohl deutsche als auch japanische Messer.

> p.p.s., anderleuts Messer sollte man erst schleifen, wenn man einigermaßen sicher ist. <

Hehe, ja, das sollte man erst später machen. :) Hätte ich aber sowieso erst dann gemacht, wenn ich es mir zutraue.
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Mitglied seit 01.11.2005
14.887 Beiträge (ø3,07/Tag)

Hallo Herbivore,

Du drückst nur wenig auf und sobald sich ein ganz, ganz feiner Grat bildet, wendest Du das Messer, aber Du wendest auch nur, sagen wir zweimal. Für japanische ist der 1000er oft zu grob, solange Du regelmäßig schleifst.

Wenn Du sanfst über den Tellerrand streichst, kann nichts passieren, außer bei traditionellen (sehr harten und sehr dünn ausgeschliffenen) Klingen.

Gruß
Peter
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Mitglied seit 14.05.2012
34 Beiträge (ø0,01/Tag)

Vielen Dank, ich werde es die Tage dann einfach mal ausprobieren und evtl. nochmal hier nachfragen, wenn was nicht ganz geklappt hat.

Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, warum man das Messer besser 2x von jeder Seite schleift? Ich versuche, nur grob zu verstehen, was ich da mache :).
Mein erster Gedanke war, dass man so die Schneide vielleicht etwas besser in der Mitte hält ... oder den Grat schon ein wenig reduziert. Das ist aber komplett geraten.

> Für japanische ist der 1000er oft zu grob, solange Du regelmäßig schleifst. <

Ah, danke für den Hinweis! Hatte mich schon gefragt, ob ich mir später nur einen 6000/8000er Einzelstein oder z.B. einen Kombistein 3000/6000 dazukaufen sollte. Das spricht jetzt eher für den Kombistein :).
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