Alle mit Laktose/Fruktose/Soja/Hefe-Problemen


Mitglied seit 08.05.2014
1 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo ihr Lieben.

Ich habe beim Stöbern festgestellt, dass auch hier sehr viele unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden. Leider musste ich dabei auch feststellen, dass viele zwar in ärztlicher Behandlung sind, aber leider trotzdem nicht ausreichend aufgeklärt sind über die Problemchen in ihrem Verdauungstrakt.

Ich selbst bin Laktoseintolerant. Das bedeutet, dass ich nicht in der Lage bin, den in Milchprodukten enthaltenen Milchzucker (die Laktose) zu spalten, weil mein Körper nicht ausreichend von dem Enzym Laktase produziert, dass zur Verdauung des o. g. Zuckers nötig ist.

Was bedeutet das nun?
Der Knackpunkt ist "nicht ausreichend". Das macht nämlich vielen Betroffenen das Einsehen schwer, dass es tatsächlich eine Laktoseintoleranz ist, an der sie leiden. Und auch leider viele Ärzte haben viel zu wenig Fachwissen darum.

Wer Käse und Joghurt verträgt, aber bei Milch im Müsli Bauchweh/Durchfall bekommt, kann auch schon laktoseintolerant sein! Denn entscheidend ist der Schwellwert oder auch Grenzwert: Welche Mengen sind noch verträglich, da für diese ausreichend Enzym produziert wird?! Mein Arzt damals meinte leider immer, wenn laktoseintolerant, dann geht komplett nichts, was Milch enthält und demnach wäre ich dann auch nicht intolerant. Aber das ist heute überholt.

Käse enthält von Natur aus nur sehr geringe Mengen Laktose, teilweise sind Käsesorten von Natur aus laktosefrei. Dadurch brauchen viele Laktoseintolerante (LIs) nicht auf diesen verzichten. Einfach mit kleinen Mengen testen!

Ebenso sorgen in Joghurt und Quark enthaltene Bakterienkulturen für eine gesunde Darmflora und tragen zur Verdauung der Laktase positiv bei. Dadurch können viele LIs auch in Maßen Joghurt und Quark essen (Vorsicht aber bei Sahne-Varianten).
Denn das, womit Activi* und Actime* werben ist zwar etwas übertrieben, aber nicht grundverkehrt! Wer täglich einen Joghurt (natur, mager, "gesunde" Sorten) isst oder trinkt, tut seinem Darm und seiner Verdauung tatsächlich etwas Gutes. Und das geht auch, ohne teure Markenprodukte zu kaufen.

Wer LI ist, sollte also während der absoluten Reizphase (meist dann, wenn die Intoleranz erst nach langer Beschwerdezeit erkannt wird) zunächst verzichten, damit eventuelle Entzündungen abklingen und sich die gereizten Schleimhäute erholen können (Magen und Darm sind durch Magensäure und Durchfall überreizt). Dann darf man aber gern nach und nach an Käse und Joghurt sich probieren und seine persönlichen Grenzen abstecken.

Pure Milch ist dabei am unverträglichsten, da sie die größte Menge Laktose enthält. Wer normale li Milch nicht mag (schmeckt süßer, da die Laktose in Glukose - also Zucker - umgewandelt wird), kann die li Milch von Hansan* probieren. Diese ist schonend behandelt und schmeckt absolut normal. Für die, die es mögen, sind auch Sojamilch, Reis- und Hafermilch Alternativen.

Vorsicht auch bei Medikamenten und Zahnpasta: Wer sehr empfindlich ist, sollte darauf achte, dass Laktose auch hier häufig als Bindemittel dient!

Wer unter Fruchtzuckerintoleranz (Fruktose) leidet, dem wird meist auch ein langer Leidensweg nicht erspart, bevor erkannt wird, worum es sich handelt. Wer nach einem Apfel, einem Glas Saft oder einigen Erdbeeren das Gefühl hat, der Magen sei übersäuert, Blähungen, Bauchschmerzen. .. der könnte betroffen sein. Bei Fruktoseintoleranz (FI) kann der enthaltene Fruchtzucker nicht vollständig verdaut werden und gelangt so wie bei LI unverdaut in den Darm, wo er den natürlich vorkommenden Bakterien als Nährstoff dient.

FI kann JEDER provozieren, indem er über einen längeren Zeitraum hinweg zu viel Obst/Saft konsumiert. Dadurch werden die Enzymreserven ausgeschöpft und es kommt zu Problemen. Das Gute: Man kann sich meist davon erholen, so dass die meisten zum Glück nicht komplett auf Obst verzichten müssen. Dazu sollte zunächst eine strikte Diät abgehalten werden, um den Magen und Darm nicht weiter zu reizen. Nach etwa 6 - 8 Wochen Verzicht kann man sich langsam an Fruchtzuckerarme Sorten wie Bananen heran tasten. Eine die Woche. Dann alle zwei Tage zum Beispiel Joghurt mit Früchten - so wie es sich gut und verträglich anfühlt.

Was man aber definitiv als einmal FI meiden sollte, sind Säfte (lieber einmal die Woche ein Glas als täglich).

Bei FI darauf achten, dass Fruktose häufig als "natürliches" Süßungsmittel benutzt wird!

Nun war in einem Beitrag eine Dame am verzweifeln, weil sis Milchprodukte liebt, aber LI und FI ist und auch Soja nicht vertrug... die Ärztin schien da leider nicht kompetent genug gewesen zu sein, sonst hätte sie ihr Folgendes erklärt:

Wer FI ist, sollte Soja meiden!!! Soja kann die FI verstärken, da sie die verbliebenen zur Verdauung tüchtigen Enzyme blockiert und so bereits geringe Mengen Fruchtzucker zu Beschwerden führen!!

Ebenso ist es mit Hefe. Wer an Intoleranzen leidet, sollte sich darüber klar sein, dass der Magen- und Darmtrakt häufig gereizt ist, da z. B. wenn man Essen geht, man ja nie genau weiß, was drin ist. Wer schon einmal von Hefepilzen gehört hat, kann sich denken, wozu Hefe führen kann. Hefe ist beispielsweise in fast jeder herkömmlichen Brühe enthalten. Für einen gereizten Darm eine heiße Brühe - wem das keine Linderung bringt, dessen Darmbakterien könnten sich über die enthaltene Hefe gefreut haben!

Wer allgemein empfindlich ist (was bei Intoleranzen normal ist) sollte auch, selbst wenn das Essen komplett aus verträglichen Zutaten besteht, darauf achten, nicjt zu fettig zu essen. Denn auch das reizt - es flutscht dann zu gut, um es mal salopp zu sagen.

Durchfall entsteht dadurch, dass z. B. negative Bakterien im Darm die Oberhand gewinnen. Der Körper bemerkt dieses und möchte sich schützen. Also pumpt er so viel Wasser wie möglich über die Darmwände in den Darm. Das verursacht Krämpfe und Gluckern und schließlich ... schießt es aus einem hinaus.

Wer Durchfall hat, muss viel trinken, um die Reserven aufzufüllen. Auch der Elektrolyte-Haushalt muss aufgefüllt werden, da durch die Durchfälle wichtige Mineralien verloren gehen. Besonders gut sind schwarzer oder Kräutertees, mit wenig echtem Zucker und einer Prise Salz (keine Sorge, die schmeckt man nicht raus).

Sooo... ich hoffe, ich konnte auf die schnelle wenigstens etwas mehr Aufklärung verschaffen Lächeln

LG Carola
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 03.06.2007
17.859 Beiträge (ø4,67/Tag)

Sehr ausführliche Darstellung!

Pfeil nach rechts Durchfall entsteht dadurch, dass z. B. negative Bakterien im Darm die Oberhand gewinnen. Pfeil nach links

Was sind denn "negative Bakterien"?

Ich kenne commensale und pathogene Bakterien wie auch grampositve und gramnegative Bakterien (aber die sind hier wohl nicht gemeint)

Die Erkärung für Druchfall ist wohl etwas (gelinde gesagt) sehr einfach und unvollständig!


LG Anne

Es wird ein guter Braten gerechnet zu den guten Taten - Wilhelm Busch
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 18.07.2010
1 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo suche Rezepte für meine Tochter sie hat Probleme mit ihren Magen soll also Schonkost obwohl sie gerne fleisch ist,und sie ist lactoseintolerant.
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 18.10.2007
60 Beiträge (ø0,02/Tag)

Hallo Carola,

die Darstellung fand ich super - kann ich Dir nur recht geben.

Vieles Deiner Beschreibungen treffen bei mir zu. Habe eine LI und eine FI.

Bin frisch getestet. Beginne nun mit der Karenzzeit/ -phase und bin noch etwas verunsichert wie das alles verlaufen soll und wird.

Ich danke Dir auf alle Fälle nochmals für diese kleine überschaubare Zusammenfassung.

Liebe Grüsse

Sonnenkind ...
Zitieren & Antworten

Mitglied seit 25.09.2012
59 Beiträge (ø0,03/Tag)

Ich leide jetzt seit fast zwei Jahren an meiner FI. Habe am Anfang eine strikte Karenzdiät gemacht, danach hieß es 'rantasten'. Nun ja... Obst vertrage ich gar nicht, auch Saccharose, die normalerweise bei FI in kleinen Mengen gehen soll, merke ich. Inzwischen kann ich kaum noch auswärts essen gehen, ohne nachher von irgendetwas Probleme zu bekommen. Ich weiß sehr gut, worin Fructose enthalten ist und meide diese Lebensmittel, aber mir kommt es vor, als würden sich die Symptome nicht verbessern, sondern verschlimmern. Wüsste jemand den Grund dafür?
Zitieren & Antworten
Antwort schreiben

Partnermagazine