Muss man Haferflocken einweichen bevor man sie essen kann?

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Mitglied seit 04.06.2012
140 Beiträge (ø0,05/Tag)

Ich hab das in nem Buch gelesen. Da hieß es Haferflocken sollten 7-24h in warmem Wasser eingeweicht werden
weil da Stoffe drin sind die sonst Verdauungsprobleme machen können. Von Linsen usw kenn ich das aber von
Haferflocken? BOOOIINNNGG....
Ich ess seit Jahren Haferflocken "roh". Ist das jetzt schlecht?
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Mitglied seit 18.06.2005
13.912 Beiträge (ø2,67/Tag)

Hallo!

MÜSSEN - muss man schonmal gar nicht. Na!

Je nach den sonstigen Umständen KANN es aber durchaus empfehlenswert sein. Hintergrund ist folgender: Haferkleie enthält (wie die meisten Getreidearten auch) recht viel Phytinsäure. Diese wiederum bindet Eisen, Kalzium, Magnesium sowie Zink - was dann also nicht mehr zur Mineralstoffversorgung zur Verfügung steht.

Wer also sehr viel Hafer (am Ende noch Haferkleie als Zusatz) verspeist ... ggf. eh schon eher knapp mit den genannten Mineralien versorgt ist ... sollte den Phytinsäuregehalt von Hafer(flocken) wie auch anderer Getreidearten durch Säuern (z. B. eben durch die klassische Sauerteigbereitung bei Brotgetreide - oder eben auch durch das Einweichen von Haferflocken in irgendeinem Sauermilcherzeugnis oder auch in Wasser mit säurehaltigem Obstsaft) senken. Auch Keimen hilft da übrigens sehr - während Kochen oder sonstiges Erhitzen oder auch Einweichen nur in Wasser oder Milch an der Phytinsäure eher nix ändert - soweit ich weiß.

Wer aber eher normal-durchschnittliche Mengen an Haferflocken verzehrt ... sich sonst ausgewogen ernährt ... keine Mineral-Mängel hat ... und auch eher keine Krankheiten hat bzw. Medikamente nimmt, die die Mineralstoffversorgung eh schon negativ beeinflussen ... der kann seine Haferflocken ruhig + völlig reinen Gewissens auch ohne Einweichen so verzehren. wo bleibt das ...


Konkret zu Verdauungsproblemen würde ich mal ins Blaue hinein tippen, dass Folgendes gemeint ist: Je nach bisheriger Ernährung sowie vorhandenem Verdauungstrakt(zustand), Veranlagung usw., usf. reagiert ja längst nicht jeder Körper gleich auf Ballaststoffe. So dass halt nicht jeder sehr rohe Getreideflocken (oder auch sehr grobes Vollkornbrot oder auch größere Mengen Hülsenfrüchte oder was auch immer mit eben hohem Ballaststoffanteil) gleich gut verträgt. Einweichen, Erwärmen, Vorgaren, Säuern, Keimen usw. hilft hier - weil das ja quasi einem Vorverdauen außerhalb des Körpers entspricht. Manche Menschen reagieren sonst halt mit Blähungen, Bauchweh oder sonstwas bis hin zu Krämpfen usw. Genau deswegen soll man ja, wenn man mit Vollwerternährung anfängt, nur nach und nach umstellen - und nicht von heute auf morgen mit dem vollen Programm der Vollwert-Rohkost beginnen. So ein Verdauungssystem braucht eben oft Zeit zur Umstellung.

Da Du Deine Haferflocken ja aber bisher immer roh mit Genuss verspeist hast - reagierst Du offenbar nicht so negativ darauf, das wär Dir ja sonst schonmal aufgefallen. YES MAN


Sonnige Grüße vom Bäumchen
Muss Haferflocken einweichen bevor sie essen 46818398
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Mitglied seit 11.12.2005
30.242 Beiträge (ø6,01/Tag)

Hallo zusammen!


In fast allen Müsli sind Haferflocken enthalten. Und Müsli wird allgemein roh gegessen.



Liebe Grüße Emmy - Ly


Eine gute Köchin hat mehr Fett an den Händen als auf den Hüften!
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Mitglied seit 21.04.2005
6.032 Beiträge (ø1,15/Tag)

Hallo deff,

sag mal, hast du Panik vor allen Arten von Essen? Jetzt hast du plötzlich was von Haferflocken gelesen?

Pfeil nach rechts Ich ess seit Jahren Haferflocken "roh". Ist das jetzt schlecht? Pfeil nach links

Wo liegt dein Problem? Wenn du das bisher immer vertragen hast, dann verträgst du das weiterhin.

Mach dir nicht so einen Kopf um alles, was du mal irgendwo gelesen hast. Hier liest du auch und man antwortet dir das ein oder andere, manchmal je nach Schreiber ganz verschieden. Und dann?

Ein bisschen verständnislose Grüße, Doris
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Mitglied seit 04.04.2005
13.877 Beiträge (ø2,63/Tag)

Hallo,

ich lasse Müsli mit knackigen Haferflocken gerne mal ein paar Minuten stehen, wenn mir die Flocken sonst zu fest sind. Ansonsten habe ich das noch nie gehört, auch meine Mutter, die einen sehr empfindlichen Magen hat, macht das nicht.

lg
morgaine
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Mitglied seit 08.01.2013
8 Beiträge (ø0/Tag)

@ Baumfrau: Bedeutet das, dass Haferflocken wegen der Säure dem Körper Mineralien liefern oder sie ihm entziehen?
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Mitglied seit 03.09.2007
329 Beiträge (ø0,07/Tag)

@ Baumfrau

Deine Erklärungen mit der Phytinsäure fand ich jetzt sehr interessant. Die ist nämlich unser Problem. Ich muss bei meiner Tochter aufgrund vieler Nahrungsmittelallergien immer sehr auf den Mineralienhaushalt achten, speziell auf Calcium (wegen Milchallergie) und Zink (erhöhter Bedarf wegen Neurodermitis) Mit der Phytinsäure da hatte uns die Ernährungsberatung schon mal was erklärt. Aber eher in die Richtung, dass sie ihre Zink-Nahrungsergänzung nicht zusammen mit Getreiden bekommen darf.
Und das Zink auch nciht zusammen mit dem calciumreichen Mineralwasser, calciumreichem Gemüse etc.

Dass man den Phytinsäuregehalt im Getreide auch senken kann wußte ich noch nicht. Ich wäre dir dankbar, wenn du das nochmal genauer erklären könntest.
Ich habs soweit verstanden, dass man Haferflocken (gilt das auch für andere Getreide wie Dinkelflocken?) vorher enweichen kann, aber nicht nur in Wasser, es müsste schon Sauermilch (geht bei uns nicht wegen Milchallergie) oder säurehaltiges Obst sein. Gingen da Heidelbeeren? Das ist zur Zeit noch das einzigste Obst welches sie (auch nur in geringer Menge) darf. Wie lange müsste man das einweichen?
Sie darf Hafer/Dinkelflocken nicht als Rohgetreide, deshalb muss ich sie für das Müsli immer vorher in etwas Öl anbraten (gut erhitzen) Bringt nach dem Erhitzen das Einweichen noch etwas zum senken der Phytinsäure? Haferdrink wäre dann auch reich an Phytinsäure oder? Den hat sie auch öfters.

Vielen Dank
Antje
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Mitglied seit 18.06.2005
13.912 Beiträge (ø2,67/Tag)

Hallo Antje!

Hmmm, also vorweg: Ich bin keine Ernährungs-Spezialistin oder so - schon gar keine Ökotrophologin oder sowas. Ich interessiere mich für Naturmedizin + Ernährung - mehr aber auch nicht.

Wenn Dein Ernährungsberater sagte, dass Zinkpräparate eher nicht zu getreidehaltigen Mahlzeiten passen - dann liegt das eben (auch?) an der Phytinsäure, die ja sonst die Aufnahme vom Zink behindern würde, was ja schade ums Präparat wäre. Na!

Die Phytinsäure (ich weiß es von den gängigen Getreiden, also Weizen, Roggen, Dinkel + Hafer - wie das bei so Spezialgetreiden ist, weiß ich nicht) kann man eben z. B. durch Keimen senken - also Sprossen oder Grünkraut aus den Getreidekörnern ziehen oder so. Und eben durch Säureeinwirkung - bei Brotgetreide eben z. B. per klassisch geführtem Sauerteig, der ja nach den Vorarbeiten etwa 1-2 h Zeit hat, um auch das Getreide vom Teig-Bereiten ausreichend säuern zu können. Insofern würde ich denken, reichen dann auch ebensolche etwa 1-2 h Einweichzeit mit der Fruchtsäure. Wie säurehaltig Heidelbeeren jedoch konkret sind, weiß ich jetzt aus dem Kopf aber leider nicht - vielleicht findet sich da im Netz was dazu? na dann...

Und wie das mit dem Einweichen nach dem Erhitzen ist - hab ich echt keine Ahnung. Aber wenn ihr doch eh nen Kontakt zu einem Ernährungsberater habt - würd ich den einfach mal danach fragen. Der muss es doch wissen. Na!

Da ich nicht weiß, wie Haferdrink hergestellt wird - weiß ich auch nicht, ob da viel oder wenig Phytinsäure dran ist. Je höher jedenfalls der Kleieanteil im Getreide(produkt) - um so mehr Phytinsäure. Je weniger gekeimt oder sauer eingeweicht - desto mehr Phytinsäure. Aber auch hier weiß ganz sicher der Ernährungsberater Rat.


Sonnige Grüße vom Bäumchen
Muss Haferflocken einweichen bevor sie essen 46818398
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Mitglied seit 04.06.2012
140 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallo, danke für eure Antworten.

Ich hatte gelesen Haferflocken sollte man über Nacht in Wasser einweichen.

Aber das mit der Phytinsäure besorgt mich jetzt etwas. Ich habe früher oft Linsen gegessen und auf der Packung stand immer 45 min Kochen aber ich habe die nie so lange gekocht weil ich dachte dass die schon vorher essbar waren. Dass in Linsen allerdings giftige Stoffe sind die man durch Kochen neutralisieren muss wußte ich damals nicht.
Ich hab die Linsen nämlich immer nach dem Kochen gemixt und daher hätte ich es dann auch schwer gemerkt, ob da noch irgendwelche festen Teile dabei waren. Was ist wenn da noch Phytinsäure drin war? Soweit ich weiß kann die ja den Magen oder Darm schädigen.
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Mitglied seit 29.10.2013
3 Beiträge (ø0/Tag)

hallo,
getreide, auch "pseudogetreide", vollkornreis, hülsenfrüchte ect sollte immer fermentiert werden um den phytingehalt zu senken/neutralisieren.
ich hoffe ich darf den link eingeben, sonst bei zentrum-der-gesundheit mal phytinsäure eingeben.

>Link von Admin entfernt<

und noch hier: >Link von Admin entfernt< oder

( einfachglutenfrei.wordpress.com fermentiertes Buchweizen-Reisbrot) eingeben

alles gute für den zwerg
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Mitglied seit 18.01.2014
151 Beiträge (ø0,07/Tag)

@Baumfrau

Deine ausführlichen Erklärungen waren sehr interessant. Danke dafür.

Ich interessiere mich speziell für die gute Verwertbarkeit von Eisen. Da hatte ich schon gelesen, dass Phytinsäure dem entgegensteht. Mir war allerdings nicht bekannt, dass reines Wasser zum Einweichen nicht ausreichend ist, sondern noch eine Säure dabei sein muss.
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Mitglied seit 17.04.2014
3 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo,

Ihr habt Euch jetzt vielleicht alle schon schlau gemacht zu diesem frustrierenden Thema. Ich bin gerade erst durch Zufall darauf gestossen und habe zunaechst auf Englisch, jetzt auch auf Deutsch dazu gelesen.

Wenn man phytic acid googelt, kann man einiges finden. Bei der Weston A Price Foundation gibt es einen laengeren Artikel. Auf einigen Blogs auch Koch- und Zubereitungstipps, z.B. thenourishinggourmet.com und the nourishinghome.com. Es gibt auch Info bei phyticacid.org, wo man einiges umsonst lesen kann, und dann ein White Paper zum Thema und mit Kochtipps kaufen kann.

Hier sind ein paar Punkte, die z.T. auf oben angesprochene Fragen Bezug nehmen:

1. Die Saeure beim Einweichen kann auch Obstessig sein.

2. Die Temperaturen beim Einweichen (auch beim Fermentieren und Keimenlassen) sind wichtig. Es scheint z. B. besser zu sein, Huelsenfruechte in heissem Wasser einzuweichen. Hatte ich bislang weder gewusst noch gemacht. Und zwar auch Erbsen und Linsen. Und vielleicht sogar Erdnuesse.

3. Tofu und unfermentierte Sojabohnen am besten vermeiden. Wissen das die Veganer?

4. Nuesse haben auch Phytinsaeure, d.h. Umsteigen auf Mandelmehl bei glutinfreier Ernaehrung ist potentiell problematisch. Ueberhaupt ist das besonders fuer vegane Ernaehrung ein relevantes Thema.

5. Phytasereiche Getreidesorten, wie z. B. Weizen und besonders Roggen, koennen beim Einweichen den phytaseaermeren wie Hafer, Reis und Mais beigegeben werden (oft reicht ein Essloeffel Roggenmehl bei den Haferflocken), um die Balance von Phytinsaeure und Phytase, dem Enzym das die Saeure abbaut, auszugleichen.

6. Wenn allerdings diese Getreidemehlsorten hitzebehandelt wurden -- und dazu gehoert auch das Roesten im Backofen, neben anderen industriellen Erhitzungsmethoden, z. B. beim Mahlen -- dann ist oder wird die Phytase zerstoert.

7. Selbst Kartoffeln und Suesskartoffeln haben anscheinend Phytinsaeure, die man nicht einfach rauskochen kann.

Also, es ist ein weites und kompliziertes Phaenomen und es gibt erstaunlich wenig Informationen dazu. Dass man sich dazu auf Blogs und in Foren schlaumachen muss, ist doch ein Ding. Warum steht das nicht auf jeder Haferflockenpackung?

Aber immerhin habt Ihr Euch hier dazu ausgetauscht, und ich habe das per Google auch prompt gefunden. Das ist ja schon mal ein guter Anfang. :)

Ich werde jedenfalls meinem Sauerteigbrot von jetzt ab keine extra Weizenkleie zufuegen und die Haferflocken lieber ins Brot tun als ins Muesli. Und auch mal wieder weissen statt braunen Reis essen, besonder wenn das mit der Voraus- und Einweichplanung nicht klappt.

In diesem Sinne,
Kristina
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Mitglied seit 01.01.2009
1.592 Beiträge (ø0,41/Tag)

Hallo,

Pfeil nach rechts 3. Tofu und unfermentierte Sojabohnen am besten vermeiden. Wissen das die Veganer? Pfeil nach links

Viel interessanter die Frage: Wissen das die Japaner?

BOOOIINNNGG....

LG,
Kai
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Mitglied seit 17.04.2014
3 Beiträge (ø0/Tag)

Die wissen das, Kai! Lächeln Deshalb fermentieren die, was sich ja auch bei den Veganern schon rumgesprochen hat...nur ich sitz dumm da mit meinem Tofublock. zum Heulen
Vielleicht kann ich den ja auch in den Sauerteig ueberfuehren. Das kommt jetzt alles ins Brot!

K.

P.S.: Bei den Bodybuildern von team-andro.com gibt's uebrigens eine interessante Methode zum Einweichen von braunem Reis (mit Fermentierungskomponente).
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Mitglied seit 01.01.2009
1.592 Beiträge (ø0,41/Tag)

Nun, auf Sinn und Unsinn der einzelnen, "irgendwo im Netz gefundenen" Aussagen will ich jetzt nicht eingehen - die Diskussion kommt bestimmt hier im Thread noch, nehme ich an. ;)

Aber der Japaner-Punkt ist schlichtweg falsch:
Klar gibt es dort auch viel fermentiertes Soja (Miso, etc.), aber Tofu und andere nicht-fermentierte Sojaprodukte (wie Yuba) sind oftmals *täglicher* Bestandteil des Essens, und das in nicht gerade geringer Menge.

LG,
Kai
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