Grundschule: Unterricht entfällt, wer kümmert sich um die Kinder?

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Mitglied seit 14.05.2002
193 Beiträge (ø0,03/Tag)

Hallo,

mal vorweg: wir wohnen im teueren Münchern Speckgürtel, einer Gegend, in der sehr viele Eltern Doppelverdiener sind. Die Kinder gehen in den Hort oder werden anderweitig betreut.

Jetzt passiert es immer mal wieder, dass Unterricht ausfällt. Die Kinder früher Schulschluss haben. Man bekommt das mit nem
Zettel mitgeteilt, den man unterschreiben muss.

Wer ist jetzt für die Betreuung zuständig? Früher in den Hort geht nicht so einfach. Die haben auch ihre Buchungszeiten und dementsprechend Personal vorrätig. Manche Horte machen das gegen Bezahlung. Meiner nicht.
Aber es kann ja auch sein, dass ein Elternteil bis 12:30 arbeitet, um 13Uhr zuhause wäre, was im Allgemeinen passt. Und was machen die
jetzt mit 2h Loch?

Kann die Schule die Kinder einfach so (dh. mit Vorwarnung) auf die Strasse setzen?

Ich hab schon viel gegoogelt und nix gefunden. Es geht hier nicht um die Aufsichtspflicht, also wer verantwortlich ist, wenn das Kind was anstellt. Die Kinder können doch nicht 2h auf der Strasse rumlungern?

Diese Woche fällt Reli aus, da würden die die Kinder halt in Ethik setzen, wenn man darum bittet. Aber was ist bei Lehrerkonferenzen?

liebe Grüße
Nanna
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Mitglied seit 31.08.2008
8.341 Beiträge (ø2,18/Tag)

Hi, Nanna,

ich fürchte, wenn das vorher rechtzeitig angekündigt ist (d.h. ca. 2-3 Tage vorher) dann hast Du dich selber um die Betreuung deines Kindes zu kümmern - betreut wird in der Grundshcule nur, wenn es kurzfristig (z.B. durch Lehrer-Erkrankung) zu Ausfällen kommt.

Bei uns (auch S-Bahn-Bereich München Na! ) war dann in DRINGENDEN Fällen (d.h. es kann echt kein anderer aufs Kind auf passen) die Mittagsbetreuung so nett, die Kinder aufzunehmen. Ansonsten musste man sich selber kümmern.

Aber hier ging das oft so, das eine Mutter, die an dem Tag frei hatte oder eine Großmutter mehrere Kinder einer Klasse abholte und dann konnten die arbeitenden ihr KInd zu regulären Zeit (manchmal auch später Na! ) dort abholen. Da sollte man sich dann halt rechtzeitig (am besten schon ohne "akuten" Ausfall-Fall) absprechen.


Liebe Grüße
Paehm


"Realität ist eine Illusion, die man sich macht, wenn man noch gar nix getrunken hat"
Cora von Ablaß-Krause
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Mitglied seit 21.04.2005
5.986 Beiträge (ø1,19/Tag)

Hallo Nanna,

da sind schlicht die Eltern zuständig. Wenn die Schule angekündigt ausfällt und das den Eltern mitgeteilt wurde, dann müssen die Eltern sich um anderweitige Unterbringung der Kinder kümmern.

Liebe Grüße

Doris
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Mitglied seit 28.01.2010
9.641 Beiträge (ø2,92/Tag)

Hallo!

Schulen sind keine Betreuungs-, sondern Bildungseinrichtungen. Somit besteht, soweit ich weiß, keine gesetzliche Verpflichtung, dass die Schulen bei Unterrichtsausfall ein alternatives Betreuungsangebot stellen müssen.

Allerdings gibt es etliche Schulen, die da freiwillig dennoch Lösungen schaffen. Eben weil es heutzutage eher Normalfall als Ausnahme ist, dass beide Elternteile berufstätig sind und somit spontane Betreuungsmöglichkeiten recht schwierig zu organisieren sind. Deshalb wäre das durchaus ein sinnvolles Thema, was die Elternvertreter mal anbringen könnten.

Bleibt bei mir allerdings noch bisserl die Frage offen, warum Kinder im Grundschulalter nicht im Zweifel halt mal allein nach Hause gehen können sollten. Ich mein, Grundschulen werden ja je nach Wohnort zugeteilt, also mit Schulwegen, die eigentlich zu Fuß laufbar sein sollten. Nach Schulschluss - selbst bei Unterrichtsausfall - ist es zudem ja sogar im Winter in der Regel hell draußen. Warum also nicht für so 1, 2 Stunden, die zwischen Schulschluss und Ankunft der Eltern daheim vielleicht mal wegen Unterrichtsausfall anfallen, dem Kind einfach einen Schlüssel geben?

GLG, Elphi
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Mitglied seit 12.12.2005
5.138 Beiträge (ø1,07/Tag)

Wer ist jetzt für die Betreuung zuständig?

Kurze Antwort: DU! Und die Kinder werden nicht nach Vorwarnung "auf die Straße gesetzt", sondern zum angegebenen Zeitpunkt nach Hause geschickt. Früher war es üblich, dass die Kinder dann zuhause auf die Mutter gewartet haben oder das Kind zu einer Freundin mit nach Hause gehen durfte. Warum ist das heute so kompliziert geworden?

Und die anderen Doppelverdienereltern, deren Kinder in den Hort gehen, haben doch das gleiche Problem. Wie lösen die das?

Auch im Speckgürtel von München gibt es ältere Ehepaare die durchaus bereit wären, ein kleines Mädchen ab und zu mal stundenweise zu betreuen. Dazu müsste man in der Nachbarschaft fragen, Zettel aushängen oder eine Anzeige aufgeben. Eine wenig Eigeninitiative wäre gut.

vG Marion
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 06.10.2006
4.927 Beiträge (ø1,09/Tag)

Hallo!

Ich kann jetzt nicht für das Münchner Speckgürtelproblem weiterhelfen, aber generell zum Thema: Es funktioniert ja nicht vieles an Berliner Schulen, aber was bin ich froh, dass dieses Thema bei uns gesetzlich geregelt ist durch die verlässliche Halbtagsgrundschule, sowie darauf abgestimmte Hortangebote.

Ich halte so eine Regelung für absolut gewinnbringend für alle, denn die "Verlässlichkeit" besteht nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder, für die die Schule so ein Ort der Zugehörigkeit werden kann (und nicht nur ein Gebäude, in dem gelegentlich mal Unterricht stattfindet und manchmal halt auch nicht).

Ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr eine Lösung für das Problem findet!

LG
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Mitglied seit 30.08.2006
4.124 Beiträge (ø0,91/Tag)

Hallo,

wir haben auch das Glück, eine "verlässliche" Schule zu haben!
Aber ich kann mir vorstellen, wie schwierig es sein kann, da mehrmals im Jahr außer der Reihe eine Betreuung zu organisieren und finde die Idee gut, sich mal mit Elternvertretern in Verbindung zu setzen, um vielleicht eine generelle Lösung für dieses Problem zu schaffen. Und dabei ruhig mal selber kreativ werden, Schulen können da etwas träge sein.
Gibt es einen großen Kiga mit Hort in der Nähe der Schule wo so eine Betreuung stattfinden könnte? Ungenutzte Räume in der Schule wo Eltern selbst betreuen könnten (keine Ahnung, ob das rechtlich machbar wäre, aber es sind ja Lehrer in Rufweite falls was ist), wie machen es andere Schulen? Bei uns ist es so, dass die Kinder auf dem Spielflur direkt im Schulgebäude ruhig spielen können, Hausaufgaben machen usw. Sowohl die Schulsekretärin, als auch 1-2 Lehrer die in angrenzenden Räumen unterrichten machen dann ihre Türen auf und haben die Kinder so einigermaßen im Blick. Das ist zwar ganz weit weg von perfekt, klappt aber gut!
Und bis dahin heißt es wohl einfach: untereinander vernetzen! Am besten findet man sich mit 3-4 Eltern zusammen, dann müsste jeder so einmal im Jahr ran. Das ist doch machbar.

1-2 Stunden früher nach Hause gehen kann man nur, wenn das Zuhause denn auch gut erreichbar ist. Manche Kinder fahren mit dem Schulbus (der fährt dann aber nicht früher, nur weil Klasse X Schulschluss hat) oder der Hort für die Nachmittagsbetreuung liegt einfach so "blöd" in der anderen Richtung, dass die Kinder zwar von der Schule hin pendeln können, aber nicht von zuhause.

VG
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Mitglied seit 10.04.2006
49.493 Beiträge (ø10,54/Tag)

Hallo,

es ist oft wirklich nicht gut das Schule Ländersache ist, sonst wäre das auch einheitlich geregelt.

So wie bei Poutine ist das auch bei uns, es gibt feste Zeiten und das schon seit vielen Jahren.

Wobei ich überlege wie man das in der Realität machen würden wenn die Kinder Unterrichtsausfall hätten. Das wäre doch nicht in jeder Klasse so und beträfe alle Kinder. Sondern nur einzelne. Da würden doch keine Schulbusse da sein.

Nanna,
könnte dein Kind denn alleine nach Hause kommen?

katir
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Mitglied seit 30.09.2011
55 Beiträge (ø0,02/Tag)

Hallo,

ich bin Grundschullehrerin in München, auch unsere Schule ist eine verlässliche Halbtagsschule. Bei uns heißt das, dass bei Unterrichtsausfall eine Heimgeherlaubnis der Eltern vorliegen muss, wenn das so ist, dann sind ab Schulende die Eltern verantwortlich. Geben die Eltern keine Erlaubnis, dann müssen die Kinder laut Stundenplan (also bis zum normalen Schulende an diesem Tag) von der Schule betreut werden. Z.B. Hausaufgabenbetreuung, Aufteilung in verschiedene Klassen...
100% rechtlich geregelt scheint es mir nicht zu sein, zumindest habe ich weder im BayEug, GrSo oder LDO entsprechendes gefunden.
Bei regelmäßigem Unterrichtsausfall sollte die Schule sich um eine mobile Reserve kümmern, bzw. den Ausfall mit Mehrarbeit der Lehrer kompensieren.
Genaue rechtliche Auskunft kannst du dir sicher schnell und unkompliziert im Schulamt in München mit einem Anruf einholen.

Liebe Grüße
Chilledom
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Mitglied seit 31.08.2008
8.341 Beiträge (ø2,18/Tag)

Chilledom - es geht um ANGEKÜNDIGTE (d.h. einige TAge vorher bekannte) Ausfälle, bei denen die Eltern schriftlich bestätigen müssen, das sie diese Info erhalten haben und nciht um plötzliche Ausfälle


Liebe Grüße
Paehm


"Realität ist eine Illusion, die man sich macht, wenn man noch gar nix getrunken hat"
Cora von Ablaß-Krause
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Mitglied seit 03.06.2007
18.585 Beiträge (ø4,35/Tag)

Hallo,

zur Zeit meiner Kinder, die eine Münchner Grundschule besucht haben, gab es schon die von Poutine angesprochene verlässliche Halbtagsschule.
Damals von Monika Hohlmeier, der damaligen Kultusministerin initiiert.
Bei spontanen Unterrichtsausfällen wurden die Kinder in der Schule, meist verteilt auf andere Klassen weiterbetreut, bei angekündigten konnte man entweder ankreuzen, dass die Kinder früher nach Hause, mit zu einem Freund gehen durften oder dass sie eben weiterhin in der Schule betreut werden sollten bis zum regulären Schulende.
Kinder, die in die Mittagsbetreuung gingen bzw in den Hort wurden selbstverständlich in der Schule in der Übergangszeit beaufsichtigt, z.B. in andere Klassen geschickt.
Dieses Thema wurde aber immer an den ersten Elternabenden thematisiert.

Ich wundere mich, dass in den 15 Jahren seit meine Kinder die Grundschule verlassen haben, dieses Problem immer noch besteht.

Schon zu Grundschulzeiten meiner Kinder gab es auch in der Grundschule eine "Frühaufsicht", für all die Kinder deren Eltern schon vor 7:30 Uhr das haus verlassen mussten.

Ja, Schule ist eine Bildungseinrichtung, aber sie hat auch für verbindliche Schulzeiten zu sorgen und darf nicht zu jeder Zeit die Kinder einfach nach Hause schicken. Es muss ja auch gewährleistet sein, dass dann an gefährlichen Straßen die Schulweghelfer da sind.

LG Anne
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Mitglied seit 03.06.2007
18.585 Beiträge (ø4,35/Tag)

@Paehm

auch bei angekündigtem Unterrichtsausfall:

wenn die Eltern NICHT angekreuzt haben, dass das Kind früher nach Hause darf, dann musste schon zu Grundschulzeiten meiner Kinder die Schule die Kinder beaufsichtigen bis zum regulären Schulende.
Genauso wie Chilledom es geschrieben hat.

Ich wundere mich, dass es im Münchner Speckgürtel anders sein soll.

LG Anne
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Mitglied seit 31.08.2008
8.341 Beiträge (ø2,18/Tag)

Anne- wie im ersten Beitrag geschrieben - da sprang bei uns die Mittagsbetreuung ein....
aber grundsätzlich liegt die Betreuungspflicht bei diesen angekündigten Ausfällen bei den Eltern - was mich nur verwundert ist, das in solchen Dingen, der Hort nicht früher anfängt bzw. für eine Beförderung in den Hort gesorgt wird (wie im EP anklingt)

Liebe Grüße
Paehm


"Realität ist eine Illusion, die man sich macht, wenn man noch gar nix getrunken hat"
Cora von Ablaß-Krause
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Mitglied seit 03.06.2007
18.585 Beiträge (ø4,35/Tag)

Pfeil nach rechts aber grundsätzlich liegt die Betreuungspflicht bei diesen angekündigten Ausfällen bei den Eltern Pfeil nach links

eben nicht, wenn es eine verlässliche Halbtagsgrundschule gibt, wie sie es vor 15 Jahren in Bayern gab und ich dachte auch heute noch gibt.

Und wie schon von Katir geschrieben, wie ist es denn in Gegenden mit Schulbustransfer, muss da dann der Schulbus extra fahren?

Selbst an unserer Grundschule (Stadt München) kamen Kinder mit dem Schulbus, und der fuhr nicht für jede Klasse einzeln.

LG Anne
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Mitglied seit 12.12.2005
5.138 Beiträge (ø1,07/Tag)

eben nicht, wenn es eine verlässliche Halbtagsgrundschule gibt, wie sie es vor 15 Jahren in Bayern gab und ich dachte auch heute noch gibt.....


Gibt es auch heute noch, aber für solche Klassen muss man sein Kind angemeldet haben.
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