Sagt man einer 8jährigen, dass die Oma bald sterben wird

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Mitglied seit 26.02.2004
1.153 Beiträge (ø0,18/Tag)

Hallo Ihr

Frage steht ja im Thema

meine Kinder wissen beide, dass ihre Oma sehr krank ist,

aber soll ich zumindest mit der großen auch darüber reden, dass die Oma auch bald sterben wird?

Ich kann ja selbst kaum dran denken, auf der anderen Seite, fände ich es fair, sie darauf vorzubereiten

Ich weiß nicht, was ich machen soll

LG
krabbelkaefer
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Mitglied seit 06.07.2006
164 Beiträge (ø0,03/Tag)

Hallo,

ich bin mit dem Thema Tod offen umgegangen und meine Kinder haben als es sehr natürlich angesehen. Die haben auch getrauert und geweint, aber waren nicht so erschüttert, weil sie darauf vorbereitet waren.

Du musst aber auch darauf schauen, wie es dir dabei geht, es fällt dir ja scheinbar schwer darüber zu reden. Und die Kinder sind so sensibel, dass sie deine Traurigkeit spüren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den Kindern Angst macht, wenn sie nicht wissen, warum wir uns so schlecht fühlen. Vielleicht fragt dein Kind ja auch, warum du so verzweifelt bist und vielleicht ist das dann der Punkt zu sagen, weshalb du dir Sorgen um die Oma machst.

Wir haben mit unseren Kindern darüber gesprochen, dass wir darauf vertrauen, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist und dass Opa immer irgendwie bei uns ist.

Ich wünsche euch viel Kraft

Maria-Lisa
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Mitglied seit 20.10.2005
5.537 Beiträge (ø0,96/Tag)

Hallo Krabbelkaefer,

das ist sicher ein sehr schweres Thema, was dir bevorsteht. Aber Kinder sehen den Tod noch mit anderen Augen als wir. Da deine Kinder ja wissen, dass die Oma sehr krank ist, würde ich sie auch darauf vorbereiten, das sie bald stirbt. Bei dem Gespräch merkst du als Mutter sicherlich ganz schnell, wie weit du \"gehen\" kannst mit Erklärungen.
Es gibt auch viele Bücher in dieser Richtung, vielleicht schaust du mal in der Bücherei danach.

Ich wünsche dir viel Kraft für die Zeit, die dir bevorsteht.

Liebe Grüße
Heike
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Mitglied seit 10.01.2006
21.252 Beiträge (ø3,74/Tag)

Hallo Krabbelkäfer,

wenn es wirklich feststeht das die Oma bald von euch geht, solltest du die Große auf jedenfall drauf vorbereiten, das Oma ja sehr krank ist und das sie bald in den Himmel kommt.

Ich weiß nicht wie alt deine Jüngste oder dein Jüngster ist (ab 3, 4 Jahre), aber auch ihr/ihm solltest du erklären, das irgendwann das Leben vorbei ist und man dann sterben muss Bzw in den Himmel auf eine Wolke kommt und das es bei Oma wohl bald soweit ist

Wie du das verpackst ist deine Entscheidung, ich weiß ja nicht wie das bei euch mit dem \"Glauben\" aussieht.

Du wirst es schon schaffen.

Wünsche euch alles Gute

LG Daina
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Mitglied seit 24.03.2005
71 Beiträge (ø0,01/Tag)

Hallo,
ich denke, die Kinder merken von selbst wenn es zu Ende geht und kommen dann auch, wenn sie drüber reden wollen. Mein Sohn kam am Tag bevor meine Mutter starb und sagte: \"Ich hab so Angst, dass Mo nicht wieder gesund wird.\" Da hab ich ihm dann gesagt, dass sie nicht wieder gesund werden wird, auch wenns schwerfiel. Er hätte ja das Vertrauen zu mir verloren, wenn ich es ihm nicht gesagt hätte. Vorher habe ich es aber von selbst nicht angesprochen und er wollte das wohl auch nicht. Ich weiss nicht, ob das richtig so war, auf der anderen Seite wars aber auch so, dass auch meine Mutter selbst bis zuletzt gehofft hat wieder gesund zu werden und ich denke mein Sohn hätte ihr ansonsten nicht mehr unbefangen gegenübertreten können... Sehr schwierig, das Thema, ich wünsche Euch viel Kraft (ich hoffe das war jetzt nicht zu konfus, aber für mich ist das immer noch mit sehr viel Emotionen verbunden....)
LG
Kiki
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Mitglied seit 29.07.2003
8.056 Beiträge (ø1,23/Tag)

Oh je.

hallo,

das kenn ich ich. darios Opa wurde sehr krank, als er 6 J. alt war.
Er hatte Krebs. Dario bekam natürlich mit, das sein Opa immer kranker wurde und ihm die haare ausfielen (Chemo) Und natürlich, das er oft im Krankenhaus war. dario hat natürlich auch gefragt. Wir haben ihm erklärt, das sein Opa ganz doll krank ist und das es leider auch Krankheiten gibt, die wir menschen nicht vertragen und die ein Arzt nicht heilen kann. Und das dann irgendwann das Herz aufhört zu schlagen.

\"Und dann ist man Tot? So wie der Vogel, den wir letztens gesehen haben\" - \"Ja dann ist man tot.

Das ist der Lauf der Dinge.\"

Dario hat seinen Opa im KH hin und wieder besucht. dann kam der Tag, andem mein Vater (Sieffvater) merkte, es geht zu ende. Er konnte kaum noch sprechen. Er wollte sich von Dario verabschieden.
Wir sind mit dario ins Kranken haus und haben Dario gesagt, das sein Opa Tschüß sagen möchte. Dario hat sich zu ihm gekuschelt. dann hat mein Stiefvater ihm gesagt, das er ihn lieb hat und nun bald gehen muss. Dario hat ihn noch einmal geküsst. und das wars. danach sollte er ihn auch nicht mehr sehen.

dario war auch mit zur Beerdigung.
Er hat es gut verkraftet. Dario hat natürlich auch gefragt, was nun mit Opa passiert. Da wir Atheisten sind, haben wir ihm erklärt, das der Körper verbrand wird und seiner Asche in der Urne unter dem Baum vergraben wird. Opa ist wieder ein Teil der Natur. Aber, wenn wir uns an ihn erinnern, ist er bei uns.

das war OK für ihn. Oft, auch heute noch, sagt er manchmal. \"Ach, schade, das Opa tot ist. das hätte ihm sicher auch gefallen\"

Aber ich finde es wichtig, das den Kindern zu erklären.
Mein richtiger vater starb auch, als ich 6 J. war. Meine Mutter hat alles von mir fern gehalten. Als er schwer krank war, kam ich zu meinem Bruder (hatte schon eine Familie) und als ich wieder kam, war mein vater weg. Einfach so. Ich dachte er hätte uns verlassen. Er ist wohl wieder zur See gefahren.

Ich habe lange gebraucht, zu begreifen, das mein vater nicht wiederkommt.

Liebe grüße
Marion
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Mitglied seit 07.12.2003
2.745 Beiträge (ø0,43/Tag)

Hallo,

ich würde es unbedingt thematisieren! Nichts ist besser für Trauer, wenn man schon vorher Zeit hat, damit umzugehen. Ich kann dir ein ganz tolles Buch ans Herz legen, was gerade auch für das Alter passend ist. Servus Opa sagte ich leise. Optimal wäre, wenn sogar die Oma in den Prozess mit eingebunden werden könnte.

Grüße aus Berlin
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Mitglied seit 08.03.2006
226 Beiträge (ø0,04/Tag)

Hallo Krabbelkäfer!

Auf alle Fälle solltest Du Deine Kinder darauf vorbereiten.

Es kommt ein bißchen darauf an, was Du sagst. Bist Du ein gläubiger Mensch, kannst Du vom Himmel und vom lieben Gott erzählen. Und daß die Oma dann dort ist, wo es keine Schmerzen und Krankheit mehr gibt.
Hältst Du davon nichts (bedenke aber die Beerdigung, da wird ein Pfarrer oder Pastor darüber reden), kannst Du auch die ich sage mal medizinische Variante wählen.
Wenn ein Körper alt und krank ist, stellt er seine Funktion ein. Sprich über Krebs.
Es gibt Menschen , die brauchen diesen Realismus.
Du kennst Deine Kinder am besten.
Sicherlich ist die Variante vom lieben Gott im Himmel die schönere und kindgerechtere.
Vielleicht können die Kinder mit der Oma darüber reden?

Das hört sich alles erst einmal komisch an, aber denk´mal drüber nach. Du wirst die richtige Entscheidung treffen.
Dir wünsche ich ganz viel Kraft in der bevorstehenden Zeit.

Liebe Grüße
fenchelhexe
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Mitglied seit 29.07.2003
8.056 Beiträge (ø1,23/Tag)

Hallo Krabbelkäfer.
das erste Mal, das dario auf einer Beerdigung war, war als er 4 war. Da ist die Schwester von meinem \"Mann\" gestorben.

Die kannte er allerdings kaum. Aber wir fanden es auch wichtig, das er das mitbekommt.
Es ist nun mal der Lauf der Dinge und das normalste von der Welt.

Bei seinem Opa, hat Dario zwar geäußert, das er traurig ist, er hat aber nicht geweint.
Er hat in seinem tageBuch ein paar zeilen geschrieben, das er ihn vermisst.

Da ich mir nicht sicher war, o er es wirklich so gut verkraftet hat, habe ich auch seine Klassenlerhrerin gebeten mir Beschid zu sagen, wenn er sich irgendwie anders verhält, als sonst.

Aber dario hat zwar darüber erzählt, aber für ihn, war es anscheinend total in Ordnung.

Liebe Grüße und viel Kraft
Dm
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Mitglied seit 24.03.2006
1.312 Beiträge (ø0,23/Tag)

Hallo,

ich würde in angemessenen Worten mit ihr darüber reden. Tod wird in unserer Gesellschaft tabuisiert, aber das halte ich für verkehrt. Der Tod gehört zum Leben dazu. Auch denke ich, wird deine Tochter es vielleicht leichter verkraften, wenn sie vorbereiteter ist.

Gruß, Petra
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Mitglied seit 26.02.2004
1.153 Beiträge (ø0,18/Tag)

Hallo Ihr lieben

danke für eure lieben Worte und Eure Anteilnahme

mein Hauptproblem ist wharscheinlich wirklich, dass ich selber kaum drüber reden kan, ohne dass mir die Tränen kommen (selbst jetzt schon wieder)

ist es evtl sinnvoll, wenn das mein Mann übernimmt - ich weiß nicht, ob ich die Kinder mit meinem eigenen Gefühlen nicht überfordere

LG
krabbelkaefer
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Mitglied seit 17.01.2002
1.721 Beiträge (ø0,24/Tag)

Hallo !

Ich würde mit den Kindern aufjedenfall dadrüber reden
und ich glaube nicht, wenn du dabei weinst,
das sie damit überfordert sind !

Ich kann nun nur aus eigener Erfahrung sprechen,
wie es bei uns war.
Es war zwar niemand aus der Familie, aber
unsere Nachbarin hat lange Krebs gehabt
und vor einigen Wochen war es dann abzusehen, das sie bald sterben wird.
Unsere Kinder hatten einen sehr engen Kontakt zu den Nachbarn
und wir haben dann auch gesagt,
das Sie nun bald sterben wird
und nicht mehr soviele Schmerzen hat etc...
3 Tage später ist sie gestorben-
und es war für meine Kinder einfacher,
da sie drauf vorbereitet waren !

Im letzten Jahr ist einer unserer besten Freunde gestorben,
mit ihm sind meine Kinder fast aufgewachsen, kann man sagen.
Nachmittags haben wir noch alle zusammen was unternommen
und abends war er Tod. Welt zusammengebrochen
Das war Hammerhart, für uns alle
und die Kinder konnten es ganz schlecht verarbeiten.
Nun am 2 November ist sein 1 Todestag
und die Kinder sind immer noch total traurig,
das er nicht mehr da ist und reden oft von ihm.

So ein plötzlicher Tod, das ist er dann ja auch,
wenn man es den Kindern verschweigt,
das jemand bald sterben wird,
ist hammerhart
und gerade für Kinder gar nicht zu verstehen.

Ich wünsche dir viel Kraft und deiner Familie natürlich auch,

aber sage es deinen Kindern schonmal.

Liebe Grüße
Manuela
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Mitglied seit 29.07.2003
8.056 Beiträge (ø1,23/Tag)

Hallo Krabbelkäfer,
auch weinen gehört dazu und ist in dieser Situation auch völlig natürlich.

Vielleicht solltet ihr beide mit den kindern darüber reden.
Und dann kann man ja auch gleich anfügen, das es eben so ist, das du ganz doll traurig bist und vielleicht auch ein bisschen Angst und du deswegen weinen musst. Und mami eben dann ein bisschen Trost braucht.

Wenn man den Tot erklärt, kann man auch die Traurigkeit, die damit verbunden ist erklären.
Und manche weinen dann halt.

liebe Grüße
Dm
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Mic

Mitglied seit 26.09.2004
6.187 Beiträge (ø1,01/Tag)

Hallo Krabbelkäfer!

Wenn Du weinen mußt, dann weine.

Die Kinder merken ja auch, dass Dich was belastet. Und wenn sie den Grund nicht wissen, denken sie nachher noch, Du bist wegen ihnen so traurig. traurig

Rede mit ihnen kindgerecht. Weine ruhig. Es gehört zum Abschiednehmen dazu. Die Kids sind sensibel genug, um zu verstehen. Du erschlägst sie nicht mit Deinen Gefühlen.

Meine Kids haben damals die Gespräche gut verarbeitet. Sie fragten während der Zeit auch zwischedurch und konnten somit alles gut verarbeiten.
Wenn ich mal weinen mußte oder Gedankenverloren rumsaß, nahmen sie mich in den Arm und sagten tröstend, dass Oma vom Himmel dann auf uns aufpassen würde. Die Kinder haben ihre kleine Welt, in der sie solche Dinge prima verarbeiten können.

Dir wünsche ich allerdings viel Kraft für die kommende Zeit.
Ich umarme Dich und denk an Dich.

LG, Mic.

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Mitglied seit 22.06.2005
33 Beiträge (ø0,01/Tag)

Ich war auch 8 bzw. fast 9 als meine Oma gestorben ist. Ich wurde NICHT darauf vorbereitet, mein \"großer\" (damals 10) Bruder auch nicht. Natürlich wussten wir, dass es ihr schlecht ging, sie war auch schon Wochen vorher im Krankenhaus. Aber sterben...das hätt ich mir damals nicht gedacht.

Es kam dann nicht wirklich plötzlich, aber es war schon ein kleiner \"Schock\". Ich habe es aber nicht schlimm gefunden, dass ich nicht vorbereitet wurde.
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