Einsteigerbrot - Weizenmischbrot mit Hefe

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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 18.06.2004
2.304 Beiträge (ø0,41/Tag)

Hallo allerseits,

immer wieder habe ich das Problem, jemandem, der mit dem 3-M-Brot und seinen Geschwistern gestrandet ist, ein vernuenftiges einfaches Brotrezept zu empfehlen.

Das Rezept soll (entschuldigung!) idiotensicher sein und die Eigenschaften eines wirklich guten Brotes haben (roesche Kruste, elastische Krume, guter Geschmack).

Gestern habe ich ein Rezept fuer ein Weizenmischbrot mit Hefe kreiert, ohne es je gebacken zu haben.
Heute habe ich das Brot gebacken.

Langer Rede kurzer Sinn: es ist spitze !!!

Es ist ein feinporiges Brot vom Typ Weissbrot mit einer angenehm weichen Krume und einer knusprigen Kruste.
Von der Konsistenz des Teiges her kann man den Laib ohne Gaerkoerbchen gehen lassen.
Und im Backofen wird es riesig.

Dieses Brot koennt ihr fuer Einsteiger reinen Gewissens verlinken.

Fuer Techniker: Weizen/Roggen 66:33; TA 165 - die Maschine wird beim Kneten gefordert.

Hartmut


Weizenmischbrot
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Zutaten:
600 g Weizenmehl Type 550
200 g Roggenmehl Type 1150
400 g Buttermilch
120 g warmes Wasser
1/2 Wuerfel Hefe oder ein Tuetchen (7 g) Trockenhefe
16 g Salz

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* Hefe im Wasser aufloesen
* Alle Zutaten zugeben und 8 Minuten elektrisch kneten (oder entsprechend laenger von Hand).
* Teig auf Arbeitsflaeche geben, grob eine Kugel formen und abgedeckt 20 Minuten ruhen lassen.
* Teig kurz von Hand durchkneten und 10 Minuten ruhen lassen.
* Einen runden Brotlaib formen und ihn auf dem Blech oder in einem Gaerkoerbchen oder in einer mit einem bemehlten Tuch ausgelegten Schuessel gehen lassen.
* nach einer guten halben Stunde Backofen mit Ober-/Unterhitze auf 250°C vorheizen.
* Wenn der Teig sein Volumen verdoppelt hat (nach 90-120 Minuten), ihn auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Wenn gewuenscht, Oberseite einschneiden.
* 15 Minuten auf der untersten Schiene bei 250°C anbacken, Temperatur auf 200°C zurueckregeln und in weiteren 45 Minuten fertig backen.
* Brot auf Rost ohne Abdeckung abkuehlen lassen.
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Mitglied seit 18.02.2005
836 Beiträge (ø0,15/Tag)

hallo,

super, werd ich bestimmt mal ausprobieren, und wenn du noch so ein rezept hättest mir sauerteig, das wäre auch super...

gruß ela
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 18.06.2004
2.304 Beiträge (ø0,41/Tag)

Hallo ela,

da kann ich dir folgendes Brot empfehlen:

Mein Alltagsbrot (Sauerteig) von "elkecarola"

Wenn du deinem Sauerteig noch nicht voll vertraust, dann misch noch ein Tuetchen (7 g) Trockenhefe zu dem Teig.
Dadurch wird das Rezept gelingsicher.

Gruesse

Hartmut
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Mitglied seit 25.09.2005
18.730 Beiträge (ø3,61/Tag)

Suuuper Hartmut,

ich hatte Deine gestrige Empfehlung auch gelesen und dabei gedacht: gute Idee !
Dann werd ich mir Dein Rezept gleich mal in meinen Favoriten festpinnen ... für die nächsten Anfragen ... Na!

LG - Allegro
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 18.06.2004
2.304 Beiträge (ø0,41/Tag)

Hallo allerseits,

um diesen Thread als Link aufzuwerten, hier noch die Gebrauchsanleitungen fuer die Sauerteigherstellung.

Gruesse

Hartmut

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Von Poet:
*Link vom Admin entfernt*

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Von Greta:

Sauerteigherstellung
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Zur Herstellung des Sauerteiges benötigt man eine Starterkultur, das sogenannte Anstellgut.
Falls kein fertiger Sauerteig vorhanden ist, hier das Rezept für die Züchtung:

100 g Roggenmehl Typ 1150
100 ml Wasser
verrühren und zwei Tage warm stehen lassen

100 g Roggenmehl
100 ml Wasser
dazurühren und einen Tag warm abstehen lassen

200 g Roggenmehl
200 ml Wasser
dazurühren und einen weiteren Tag warm abstehen lassen

Der Teig müsste jetzt sehr säuerlich riechen und schmecken, so dass man beim Probieren das Gesicht verzieht. Allerdings darf er nicht extrem nach Essig riechen, sondern eher nach Milchsäure. Das klappt aber eigentlich immer. Falls noch gar keine Säure zu spüren ist, noch einen Tag warten.
Ein ausgewogenes Verhältnis Milchsäure zu Essigsäure ist etwa 90 zu 10.

Wahrscheinlich ist der Teig auch aufgegangen. Dann hat sich Hefe gebildet, die uns aber nicht weiter stört.

Nun hat man 750 g fertigen Sauerteig, der direkt verarbeitet werden kann.

Damit die ganze Prozedur nicht jedes Mal wiederholt werden muss, kann eine kleine Menge davon mit Wasser bedeckt in einem Glas mit Schraubverschluss im Kühlschrank aufbewahrt werden. Er hält sich mindestens einen Monat und wird beim Neuansatz als Anstellgut benutzt.

Falls sich auf dem Wasser eine weiße Schicht bildet, handelt es sich wahrscheinlich um Hefe, die man abschöpfen kann. Es könnte aber auch Schimmel sein, dann ist der Sauerteig nicht mehr zu gebrauchen.

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Von Hartmut

auf eine andere, unkonventionelle Weise.

In eine Plastikschuessel (ca. 3 Liter) kommen 4 Essloeffel Roggenmehl Type 1150.
Dazu kommt soviel warmes Wasser, dass beim Ruehren ein Teig entsteht, der so fluessig wie Pfannkuchenteig ist.

Schuessel mit Deckel verschliessen und an einen warmen Ort (ca. 35°C) stellen (nicht waermer als 40°C).
Ich stellte die Schuessel bisher bei mir auf den Computer, denn der lief den ganzen Tag und er war schoen warm. Nachdem aber das Netzteil wegen Ueberhitzung abgebrannt ist, stelle ich die Schuessel in den elektrischen Einkocher, mit Wasser bis zum Rost.
Backofen nur mit Beleuchtung ginge auch, aber damit faellt dann der Backofen fuer jede andere Nutzung weg.
Vielleicht geht auch die Heizung im Keller oder eine andere warme Stelle.

Nach 12-18 Stunden ruehre ich mit einem normalen Essloeffel wieder 4-6 Essloeffel Mehl und warmes Wasser (nicht waermer als 40 Grad) dazu (Teig soll wieder wie Yoghurt sein).
Richtig feste und lange ruehren, damit viel Luft in den Teig kommt.

Dann wieder Deckel drauf und an warmen Ort stellen.

Nach 12-18 Stunden duerfte der Sauerteig viele Blasen und Schaum bilden.
Er steigt auch in der Schuessel nach oben.

Wieder mit Mehl und Wasser fuettern, aber jetzt den Teig etwas fester machen und ihn einen Tag bei normaler Zimmertemperatur aufheben, damit der Sauerteig sauer wird.

Nach 24 Stunden ist der Sauerteig fertig.
Er ist fantastisch, feurig und wohlriechend.

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Und was man dann mit dem ersten Sauerteig (Anstellgut, Starter) macht, erklaert wieder Poet:

*Link vom Admin entfernt*
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Mitglied seit 01.09.2004
1.525 Beiträge (ø0,27/Tag)

Hallo Hartmut,

super Idee mit dem Einsteigerbrot und -thread!

Eigentlich sollte Greta den am besten auch oben an der Seite ankleben, damit man ihn gleich sieht.

Dein Brot klingt sehr gut, vielleicht mach ich das gleich mal am Feiertag hechel...

Viele Grüße
Elke
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 10.11.2003
3.941 Beiträge (ø0,67/Tag)

Hallo Hartmut,

prima von Dir, so hat am jetzt alles schön zusammen und die Verlinkung geht ganz fix.
Hab ich mir jetzt gleich gespeichert.

Lieben Gruß
Marla


Wer an sich selbst glaubt, kann alles erreichen!
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Mitglied seit 01.09.2007
486 Beiträge (ø0,11/Tag)

Hallo Hartmut,

habe mir diesen Thread gleich abgespeichert, DANKE!

Werde dein Brotrezept am WE ausprobieren, nur anstatt Weizenmehl Dinkelmehl verwenden.

Lg

pantlwurm
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 18.06.2004
2.304 Beiträge (ø0,41/Tag)

Hallo,

kleiner Nachtrag, bevor mir jemand Schlamperei vorwirft.

Dass der Teig fuer erfahrene Amateurbaecker recht fest ist (aber nicht zu fest), war mir beim Entwickeln des Rezepts bewusst.
Eine TA von 165 mit 1/3 Roggenmehl ist wirklich nicht viel.

Aber der Teig hat einen Vorteil, den auch ich hin und wieder geniessen werde: Er laeuft nicht.
Und das halte ich zu Beginn einer Baeckerkariere fuer wichtig.

Und ein Gaerkoerbchen muss man auch nicht unbedingt haben. Auch auf dem Backblech laeuft der Teig nicht breit.

Ausserdem muss man nicht einschneiden und nicht schwaden, alles Sachen, die am Anfang verwirren und vom Elementaren ablenken.

Viel Spass mit diesem (fast) aus einem Zufall geborenen Brot.

Hartmut
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Mitglied seit 12.08.2005
258 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallo Hartmut,
eine wirklich super Idee ein leicht zu backendes Einsteigerbrot einzubringen Achtung / Wichtig Wichtig sind ja auch die Erfolgserlebnisse - und Pannen haben die meisten (ich ganz bestimmt) ja auch erleben müssen, da sollte dann zumindest ein Anfangserfolg vorhanden sein bevor die Lust verlorengeht.
Viele Grüße, Reinhard.
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Mitglied seit 15.05.2007
92 Beiträge (ø0,02/Tag)

Hallo Hartmut

da trau ich mich demnächst doch glatt mal zur Abwechslung an die Hefe - als kleine Abwechslung von meinen Sauerteig-Anfänger-Experimenten Na! !

Ermutigte Grüße

Marotte
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Mitglied seit 28.03.2007
908 Beiträge (ø0,2/Tag)

.
Hallo Hartmut,

dein Rezept kommt mir ja wie gerufen, nachdem mein ST Anstellgut kaputt ist Welt zusammengebrochen

Dankeschön werde Morgen gleich Buttermilch besorgen Achtung / Wichtig
Das Weizen muss ich allerdings gegen ein Dinkel 630 tauschen, aber das dürfte ja kein Problem sein Na!

Liebe Grüße Chela1Einsteigerbrot Weizenmischbrot Hefe 1398111694
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt (Albert Einstein)
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Mitglied seit 23.04.2005
185 Beiträge (ø0,03/Tag)

Moin Hartmut,

Super Idee und Toller Einsatz von dir jetzt muss es nur noch Umgesetzt werden aber bei da sehe ich kein Problem. Ich bin mal gespannt auf das Backergebnis und Resonanzen von den Leute die das Brot backen.

Livorno1
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Mitglied seit 18.02.2005
836 Beiträge (ø0,15/Tag)

hallo,

so, mein brot ist am gehen, berichte dann später, wie es geworden ist.

gruß ela
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Mitglied seit 18.02.2005
836 Beiträge (ø0,15/Tag)

hallo,

so, habe das brot gerade aus dem ofen geholt, sieht gut aus, ist nur unten etwas dunkel, hatte es erst 10 min bei ca. 250" und dann 45 bei 200°, unterste schiene.

gruß ela
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