Couscousauflauf Fragen

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Mitglied seit 02.02.2020
10 Beiträge (ø0,67/Tag)

Moin allerseits,

ich bin kein erfahrener Koch, aber experimentierfreudig Na!

Zur Zeit experimentiere ich mit einem Couscousauflauf. Ablauf:

- Couscous in leichter Brühe kochen mit gleichviel Wasser (nicht nur überbrühen, das geht gar nicht)
- Pepperoni, Knoblauch in die Pfanne mit ganz viel Öl
- Knoblauch, Pepperoni raus und Zwiebeln in die Pfanne
- nach einigen Minuten Karottenwürfel, noch etwas später kleine Champignons dazu
- die Sosse anrühren mit dem was grad da ist - Eier, Milch, Schmand, Sahne
- Couscous unten in die Form, darüber das gebratenen Gemüse mit dem Fett
- evtl. noch etwas fleischiges drauf
- Sosse drüber
- Käse drüber (letztes mal Cheddar)

-> und für ne halbe Stunde bei ca. 170 Grad in den Ofen.

Soweit, so gut, kann man essen. Fragen:

1. Die Struktur ist eine fast völlig homogene Masse, haptisch langweilg. Makkaroni bringen z. B. viel mehr Struktur. Ich würde die Struktur gerne auflockern, z.B. mit ganzen oder halbem Rosenkohl. Kann ich den roh in den Auflauf geben? Was könnte alternativ noch eine Struktur schaffen? Blumenkohl, Paprika? Vielleicht was ganz anderes?

2. Es fehlt Säure, wie bei manchem Wein. Schmeckt, aber die Tiefe fehlt. Fiel mir auf, als ich einen ganz billigen süssen Ketchup als Sosse verwendete. Was kann in einem Auflauf Säure bringen? Rosinen? Die Gemüsepfanne mit Wein ablöschen? Was ganz anderes?

Neugierigerweise (Mann muß nicht alles selbst ausprobieren)
Viele Grüße
landmesser


landmesser
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Mitglied seit 25.01.2006
9.911 Beiträge (ø1,93/Tag)

Das ist ja ne richtig wilde Mischung. Ziemlich multikulti Na!

Warum nimmst du Couscous, wenn dir die Konsistenz dann nicht gefällt? Couscous besteht im Prinzip aus Nudelteig und wird bei so einer Zubereitung unweigerlich zu Pampe.

Ich würde also Nudeln nehmen, es müssen ja nicht Makkaroni sein. Oder ganz was anderes kochen ...
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Mitglied seit 02.02.2020
10 Beiträge (ø0,67/Tag)

Moin,

danke für die Antwort. Das mir die Konsistenz nicht gefällt, wusste ich vorher nicht Na!

Ich möchte aber gerne Couscous-Auflauf machen. Erstens macht das sonst kaum jemand und zweitens möchte ich im Sommer Gäste aus der Zentralafrikanischen Republik mit einem Maniok-Couscous-Auflauf überraschen. Den kann ich kriegen. Ich habe ja noch Zeit zu üben. Eine Boule de Maniok kriege ich sicher nicht hin, das wäre die Superüberraschung. Die könnte ich mit Frikadellen und einer braunen Sosse servieren.

Darum nichts anderes, ausser jemand bringt mir bei, wie ich eine Boule de Maniok mache ... und so schnell gebe ich nicht auf. Ich hatte nur auf Erfahrungen anderer gehofft. Makkaroni aus Maniok-Mehl würden es vielleicht auch tun Na!

Viele Grüße
landmesser



Zitat von Erzett am 13.02.2020 um 17:08 Uhr

„Das ist ja ne richtig wilde Mischung. Ziemlich multikulti Na!

Warum nimmst du Couscous, wenn dir die Konsistenz dann nicht gefällt? Couscous besteht im Prinzip aus Nudelteig und wird bei so einer Zubereitung unweigerlich zu Pampe.

Ich würde also Nudeln nehmen, es müssen ja nicht Makkaroni sein. Oder ganz was anderes kochen ...“

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Mitglied seit 16.12.2003
50.918 Beiträge (ø8,62/Tag)

ok - du willst nenCouscous Auflauf machen - warum nicht. Auch wenn ich gratinierten Couscous nicht so doll finde. Deine Vorgehensweise versteh ich allerdings nicht -

Wenn du keinen Matsch willst muss du alles vorgaren, den Couscous so garen dass er relativ trocken bleibt, die nicht zu feuchten Zutaten übereinander schichten und nur solange in den Ofen geben dass gerade alles gratiniert.

Keine Sosse und vor allem keine Sahnesosse drüber - ich denke mal dass deine Gäste aus der Zentralafrikanischen Republik die Sahnesosse nicht vermissen werden. Mit Sosse wirds immer zermatschen.

Such dir Gemüse aus das Säure mitbringt - Tomaten - und nimm GEWÜRZE dazu...Rosinen bringen keine Säure sondern ziehn das Ganze Richtung süss - müsste ich zusammen mit dem Käse jetzt nicht haben..

ich würde - so zum Rantasten - erst mal anfangen Couscous separat zuzubereiten - üben ihn fluffig, aber nicht matschig hinzukriegen. Mit Gewürzen spielen - mir übertlegen welches Gemüse dazu passt. Vielleicht entdeckst du dabei ja Anwendungen ohne Käse...nicht als Auflauf..
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Mitglied seit 21.01.2009
82 Beiträge (ø0,02/Tag)

Moin Landmesser,

Erstmal finde ich deine Experimentierfreude cool und auch, dass du vor keiner Kombination zurückzuschrecken scheinst!
also. Mein erster Tipp für mehr Haptik: Den Couscous nur überbrühen mit Brühe, nicht kochen. Dadurch bleibt er körnig und luftig.
Mit einer Gabel auflockern und beiseite stellen. Auch in Afrika oder im fernen Osten kocht man Couscous nicht, sondern man dämpft ihn höchstens. Gekocht wird nur der gröbere Bulgur. Und auch dieser wird oft gedämpft.
Also weiter....nun hast du einen körnigen Basis-Couscous. Ein Löffel frisches Olivenöl dazugeben und nochmals auflockern.
Zur Sauce würde ich mir zuerst überlegen, welche Gemüse du einarbeiten möchtest. Wenn du es etwas afrikanischer haben möchtest, nimm doch neben den Karotten noch Paprika und Tomaten (auch wenn gar nicht die Jahreszeit).
Deine Idee mit den Rosinen ist gut, aber sie geben eher Süsse als Säure! Leg sie vorher in ein bisschen Orangensaft ein, das schmeckt noch besser ;).
Den Ansatz für die Sauce würde ich beibehalten:
Öl (wenig) in einer Pfanne erhitzen, Knoblauch, Chili, klein geschnittener Ingwer und Paprika rein...wieder raus
Zwiebeln (fein) und Karotten rein, Gewürzmischung dazu (Ich dachte z.B. an eine Mischung aus gemörserten Koriandersamen, Kreuzkümmel, wenig Kurkuuma, schwarzem Pfeffer, Paprikapulver und einer Prise Zucker). Diese mit dem Gemüse anrösten bis es duftet und dann mit Wasser ablöschen. Wein würde ich eher nicht verwenden.
Dann die in Orangensaft eingeweichten Rosinen mit dem Saft dazugiessen, aufkochen und nach ganz kurzer Zeit vom Herd ziehen, so dass das Gemüse knackig bleibt. Dauert ca 4-5min denke ich. Nun etwas Zitronenschale und Saft dazugeben. (Das gibt dann eine frische Note, die du vermisst hast!). Zudem noch frisches Erdnussöl oder Olivenöl dazu geben.
In einer anderen Pfanne Erdnüsse ohne Fett anrösten bis sie gut riechen und irgendwo parken.
Bis auf einen EL den Couscous mit dem Gemüse und der Sauce vermischen, die Erdnüsse unterziehen und ebenso kleine ganze Kirschtomaten....In eine Auflaufform geben. Jetzt anstelle des Chadders zerbröselten Feta über den Couscous geben und ganz oben drauf den EL nicht vermischten Couscous (er wird nachher leicht chrunchy).
Jetzt noch in Ofen, bis der Käse Farbe hat und vor dem Servieren mit frischem Koriander bestreuen.
Als Eiweiss-Crunch-Beilage könntest du zum Beispiel noch Kichererbsen aus der Dose abtropfen und mit einem Löffel Öl und einem Teil der Gewürzmischung, die du auch für die Gemüsesauce verwendest vermischen und im Ofen (bevor der Auflauf reinkommt) auf einem Blech knusprig rösten. Dann rausnehmen, wenn du den Auflauf hinein schiebst und am Ende als Crunch darüber geben. =)
Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Anregungen geben...viel Spass weiterhin beim Ausprobieren!
Ich würde mich freuen, wenn du meine Variante mal ausprobierst und Feedback gibt's.

Liebe Grüsse,
Geronimo
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Mitglied seit 18.07.2008
7.965 Beiträge (ø1,88/Tag)

Hallo,

aber Couscous ist doch eigentlich gar nicht typisch für die Zentralafrikanische Küche, sondern für Nordafrika 🤔

Hirse fände ich sehr viel passender und die wird auch nicht so schnell matschig.

LG Cathy
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Mitglied seit 25.01.2005
30.972 Beiträge (ø5,63/Tag)

>>​Couscous besteht im Prinzip aus Nudelteig>> das versteh ich jetzt nicht Erzett…🤔
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Mitglied seit 07.12.2006
997 Beiträge (ø0,21/Tag)

Hallo

@g-ronimo - das liest sich doch mal super!
Bin zwar nicht der TE aber dein Kommentar gefällt mir super !!

lg
Christiane
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Mitglied seit 25.01.2006
9.911 Beiträge (ø1,93/Tag)

Xantula, Couscous besteht aus einem Teig aus Hartweizen und Wasser, der in Bröselform getrocknet wird. Unterscheidet sich von Nudeln eigentlich nur durch die Form.
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Mitglied seit 25.01.2005
30.972 Beiträge (ø5,63/Tag)

Na sowas, ich dachte immer Couscous sei Grieß aus Hartweizen!🤔🤔

Deine Erklärung ist da für mich nicht schlüssig, aber egal.
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Mitglied seit 16.12.2003
50.918 Beiträge (ø8,62/Tag)

"Na sowas, ich dachte immer Couscous sei Grieß aus Hartweizen"

das ist auch so.
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Mitglied seit 25.01.2006
9.911 Beiträge (ø1,93/Tag)

Couscous wird aus Grieß gemacht, ist aber nicht einfach welcher. Italienische Nudeln bestehen auch aus Hartweizengrieß. Die Herstellung unterscheidet sich natürlich, aber in beiden Fällen wird Grieß und Wasser verwendet und das Ergebnis getrocknet.

Mir ging es aber vor allem um die Konsistenz. Die wird bei Couscous naheliegenderweise nach längerem Garen, wie bei Nudeln auch, (zu) weich. Wegen der Form sogar viel schneller. Ich glaube nicht, dass die Auflauf-Idee funktionieren wird. Entweder Pampe oder dröge.
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Mitglied seit 16.12.2003
50.918 Beiträge (ø8,62/Tag)

Doch. Couscous ist Griess. Das Ausgangsprodukt ist Hartweizen, der zu mehr oder weniger feinem Griess gemahlen wird.
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Mitglied seit 25.01.2006
9.911 Beiträge (ø1,93/Tag)

Dann wäre es Hartweizenschrot oder -grütze. Der Grieß wird aber mit Wasser verklumpt und dann zu Kügelchen zerrieben, die man schließlich trocknet. Ein Couscous-Klümpchen besteht also aus einigen Grießpartikeln.

Andernfalls wäre der Hartweizengrieß in meiner Küche das Gleiche wie Couscous.
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Mitglied seit 02.02.2020
10 Beiträge (ø0,67/Tag)

Zitat von Cathy1973 am 14.02.2020 um 09:26 Uhr

„Hallo,
aber Couscous ist doch eigentlich gar nicht typisch für die Zentralafrikanische Küche, sondern für Nordafrika 🤔



Couscous ist für die Zentralafrikanische Küche (ich kenne nur den Westen der Zentralafrikanischen Republik) nicht typisch, aber vorhanden. Der dortige Couscous wird typischerweise aus Maniok gemacht, Hirse ist dort so gut wie unbekannt.

Typisch für die Gegend ist die "Boule de manioc", ein etwas größer als ein Handball aus Maniokmehl hergestellter Kloß. Der ist für diese Gegend typischer als für einen Deutschen die Kartoffeln - es gibt sogar extra Thermobehälter, um die Boule warmzuhalten. Für die Bevölkerung bedeutet: "Hast due heute schon gegessen?" das gleiche wie "Hast du heute schon Maniok gegessen?"

Im Sommer kommen Besucher von dort nach Deutschland, denen möchte ich Maniok servieren. Einfach wäre Maniokcouscous mit Frikadellen und brauner Sosse Na! - ich möchte einfach etwas anderes probieren. Ich hoffe, die Ansätze von Geronimo helfen mir weiter.

Viele Grüße
landmesser

ps: Das letzte Mal habe ich Kartoffelklöße, Truthahnoberkeule und braune Soße serviert. Alles aus der Tüte bzw. vorgegart gekauft. Alleine weil Kartoffelklöße entfernt an eine Boule de Manioc ähneln, haben sie gegessen wie die Weltmeister.

pps: In der Gegend wird Maniok wegen des Blausäuregehaltes angebaut, da dadurch Heuschrecken und andere Schädlinge vertrieben werden. Vor dem Essen muss das Maniok drei Tage gewässert werden, dazu gibt es üblicherweise eine braune Sosse (Auch dort gibt es Maggi). Die Leute haben genug zu essen, sind aber trotzdem meistens fehlernährt. Außer Kalorien ist da nichts drin. Boule de Manioc gibt es zu allen Mahlzeiten. Das Land ist das sechstärmste Land der Welt. Dafür gibt es weder Pestizide noch Fungizide.
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