Kräuteranbau (Spirale, Rad, Treppe? ...)


Mitglied seit 01.03.2004
433 Beiträge (ø0,07/Tag)

Hallo! YES MAN

Auch ich möchte in Zukunft gerne ein paar Kräuter in meinem Garten anbauen. Jetzt haben wir aber nicht so viel Platz und ich möchte sie irgendwie trotzdem besonders in Szene setzen Na!
Ich habe ja schon hier einige Threads zum Thema gelesen und auch schon im Web gesucht aber ich hab noch nirgends Infos zu \"kleinen\" Kräuterspiralen gefunden ... wer von euch hat so eine Miniausgabe, wie groß ist sie wirklich, was habt ihr angepflanzt, ...?

Achtung / WichtigJetzt hatte ich (aufgrund der Platzgegebenheiten von uns) noch eine Idee ... Pfeil nach rechts was man in Form einer Spirale machen kann, müsste man doch auch in Form eine Treppe machen können, nicht? Was haltet ihr von einer \"Kräutertreppe\" (etwa 4 Stufen - max. Höhe 80cm ... vielleicht auch mit \"Miniteich\" (Nasszone) ganz unten) ... wie würdet ihr so was aufbauen, wie könnte man das gestalten? Was müsste ich dann auf welcher Stufe anbauen (wie müsste die Erde in welcher Stufe sein? Meine Wunschkräuter wären momentan in etwa: Lavendel, Basilikum, Majoran, Oregano, Thymian, Estragon, Zitronenmelisse, Brunnenkresse. Was sind eure Favoritenkräuter?

Ich bin noch totaler Gartenneuling und über alle Tipps und Anregungen froh!
Liebe Grüße und schönen Wochenanfang
*hexle*
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 10.11.2003
3.941 Beiträge (ø0,61/Tag)

Hallo,

habe vor 1 1/2 Jahren eine Kräuterspirale angelegt, die hat allerdings einen Durchmesser von ca. 2,50 m, man kann sie aber natürlich auch kleiner gestalten.

Empfehlen kann ich Dir folgendes Buch: \"Die Kräuterspirale\" von Irmela Erckenbrecht.
Hier ist alles sehr schön und gut verständlich beschrieben - Bauanleitung - Kräuterportraits - Rezepte.

LG
Marla
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Mitglied seit 21.04.2005
6.212 Beiträge (ø1,05/Tag)

Hallo Hexle,

ich habe im Garten einen alten Treckerreifen liegen, der sollte ursprünglich mal für die Kinder ein Gemüse-Hochbeet sein. Die hatten aber nie Interesse und so langsam entwickelt sich dieser Treckerreifen zu meinem Kräuterbeet. Zurzeit sind drin:

Schnittlauch, Liebstöckl (wird irre hoch), Pfefferminze (bildet Rhizome, das heißt, es wird mehr und mehr und mehr), Pimpinelle (fressen die Meerschweinchen auch sehr gern), Sauerampfer, Berg-Bohnenkraut.

Ansonsten hab ich im Garten irgendwo:

Zitronenmelisse (wird auch immer üppiger)
Rosmarin, Lavendel, Oregano (auch so was wucherndes)

Alles wächst mehr oder weniger von selbst. Hab ich alles mal aus der Gemüse-Abteilung des Supermarkts im Töpfchen gekauft. Wir haben fetten Lehmboden.

Ich wünsch dir viel Erfolg, Gruß, Doris
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Mitglied seit 01.03.2004
433 Beiträge (ø0,07/Tag)

Hi Marla und Doris!
Danke euch schon mal für eure Antworten! Lächeln

Hab mich ja zu Anfang total auf die Kräuterspirale verfahren, aber für unseren Minigarten ist das evt. keine so gute Lösung ... darum bin ich über jede Idee und Anregung froh. Das mit dem Trekkerreifen ist auch keine schlechte Idee, allerdings passt das glaub ich nicht so gut in meine Gartenvorstellung na dann...

Was mich gar nicht mehr loslässt ist die Vorstellung einer Kräutertreppe/-stiege wenngleich ich irgendwie noch gar keine Vorstellung von der Umsetzung oder von der Sinnhaftigkeit habe - bin mal gespannt ob mir da noch die eine oder andere \"chefköchIn\" weiterhelfen kann! Na!

schönen Abend
*hexle*
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Mitglied seit 26.11.2000
21.279 Beiträge (ø2,83/Tag)


Wie so oft ist auch das Thema \"Kräuter / Kräuterbeet\" eines, das immer wieder mal auftaucht - - was lediglich eine ´launige Bemerkung´ meinerseits sein soll, nichts anderes *hexle* Lächeln Lächeln

Da das Thema jedoch öfters mal ´abgefragt´ wird, habe ich mir vor Jahren den nachfolgenden Text mal gespeichert, weil ich ihn \"sooo\" nie wieder zusammenbrächte [und ich ihn im übrigen im Forum, trotz Schnellsuche, auch nicht mehr auftreiben konnte] - - vielleicht ´bringt´ er Dir ja die eine oder andere Erkenntnis/Erleuchtung *lächel*

Fröhlichen Gruss am Montag-Abend - - hannnes

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FORMEN FÜR DEN KRÄUTERGARTEN

l. DER KLASSISCHE KRÄUTERGARTEN
Die typischen Kräutergarten des Mittelalters bestanden häufig aus einer Vielzahl von quadratischen, meist l x l m großen Beeten, eines für jede Kräuterart, dazwischen wurden Wege aus Kieseln oder auch aus Ziegelsteinen angelegt, damit man an jedes einzelne Beet mühelos herankommen konnte, ohne dabei versehentlich wertvolle Krauter zu zertreten. Oft waren die Beete von niedrigem immergrünem Buchs umsäumt. Und meistens umgab den gesamten Kräutergarten eine Hecke, die die Pflanzen vor Wind und Kälte schützen sollte. Als man begann, größere und prächtigere Wohnsitze zu bauen, wurden auch die Kräutergarten immer komplexer und kunstvoller.
Labyrinthe entstanden und Rondelle, hinduistische Mandalas, indianische Muster und auch ineinander verschlungene Schleifen.
Realistischer und eher auf unsere heutigen Möglichkeiten zurechtgeschnitten sind die folgenden drei Varianten:

2. KRÄUTERGÄRTLEIN IM MINIFORMAT
Auf einem l x l m (oder auch 2 x 2 m) großen quadratischen Beet, das im Idealfall von Buchsbäumchen oder einer Lavendelhecke umsäumt und von einem kunstvollen kleinen Weg aus schönen Steinplatten umgeben ist, werden möglichst verschiedenartige Krauter untergebracht. Natürlich können Sie auch eine rechteckige Form auswählen.
Ob rechteckig oder quadratisch, überschätzen Sie jedoch die Kapazität Ihres Kräuterbeets nicht. Vieles von dem, was als kleines Pflänzchen anfängt, entwickelt sich in sehr kurzer Zeit zu einer kapitalen Staude.
Außerdem müssen Sie darauf achten, daß die höheren Pflanzen an die Nord-Ost-Seite des Beetes gepflanzt werden. Davor kommen dann die etwas niedrigeren, und so geht\'s weiter: Die kleinsten stehen schließlich bei West und Süd. So erhalten alle genügend Licht und Sonne.
Damit Sie abschätzen können, welche Kräuter wohin kommen, können Sie in der Tabelle die ungefähre Größe nachlesen.

Einjährige Kräuter:

Basilikum: 40-50 cm
Bohnenkraut: 40-60 cm
Borretsch: 40-60 cm
Dill: 80-100 cm
Fenchel: 80-100 cm
Kamille: 40-50 cm
Koriander: 40-70 cm
Majoran: 30-50 cm
Portulak: 30-50 cm

Ausdauernde Kräuter:

Alant: 200-350 cm
Beifuß: 120-150 cm
Beinwell: 80-100 cm
Bohnenkraut: 30-40 cm
Engelwurz: 150-200 cm
Estragon: 80-130 cm
Lavendel: 30-50 cm
Melisse: 60-100 cm
Pfefferminze: 30-80 cm
Rosmarin: 60-150 cm
Salbei: 40-70 cm
Thymian: 30-40 cm

3. DAS KRÄUTER-SCHACHBRETT
Verlegen Sie quadratische Platten im Format 50 x 50 cm so, daß sie zusammen die weißen Felder eines Schachbretts bilden, und bepflanzen Sie die \"schwarzen\" Felder mit Kräutern, jedes mit einer anderen Sorte. Von den weißen Feldern aus können Sie jederzeit ganz bequem alle Krauter erreichen. Und wenn Sie ihnen ein wenig Spielraum gönnen und sie hier und da ein wenig über die Platten hinauswachsen lassen, brauchen Sie auch keine Angst zu haben, daß Ihr Gärtlein zu streng oder zu förmlich ausschaut. Natürlich brauchen Sie nicht das gesamte Schachbrett aufzubauen oder zu pflanzen. In vier bis fünf Reihen mit jeweils 9 Feldern, von denen jedes zweite bepflanzt wird, bringt man schon eine Menge Kräuter unter. Erfahrungsgemäß brauchen Sie nicht mehr, um für jedes Rezept die richtigen Kräuter frisch ernten zu können. Besonders hübsch sieht es aus, wenn Sie Ihr Kräuter-Schachbrett mit einem Rand aus roten Ziegeln umgeben.

4. DAS KRÄUTER-RAD
Das ist die schlichte, aber nicht minder dekorative Variante des klassischen Kräuterrondells. Der äußere Kreis Ihres Rades besteht aus einer niedrigen Hecke aus Lavendel, Ringelblumen oder Buchsbäumen. Die \"Speichen\" bilden buschige, kompakte Kräuter wie zum Beispiel Thymian, Schnittlauch oder Ysop. Und in den einzelnen Segmenten oder \"Tortenstücken\" wachsen die niedrigeren Kräuterarten. Im Zentrum des Kreises steht eine besonders attraktive, hochgewachsene Pflanze - vielleicht ein rundgeschnittenes Lorbeerbäumchen. Vergessen Sie aber bitte nicht, daß es im Winter ins Haus muß.

5. KRÄUTER WIE IM BAUERNGARTEN
Wenn Ihnen das alles zu steif oder zu förmlich erscheint: Säen und pflanzen Sie Ihre Kräuter einfach dorthin, wo Platz ist. So war es noch im letzten Jahrhundert in den Bauerngärten üblich, und heute wird es in den Bio-Gärten wieder gern nachgeahmt. Gemüse, Kräuter und Blumen wachsen in fröhlicher Eintracht nebeneinander: Lavendel zwischen Rosenbüschen, Borretsch im Blumenbeet, Kapuzinerkresse neben Rosen und Tomaten, Pfefferminze zwischen Karotten und Salat. Was wie ein buntes, leicht chaotisches Durcheinander klingt, ist in Wirklichkeit ein System, das unter dem Begriff Mischkultur bekannt ist. An die Stelle traditioneller Ordungsprinzipien treten jahrhundertealte Erfahrungen, damit, welche Pflanzen, gleichgültig welcher Familie sie angehören, einander ergänzen, sich gegenseitig fördern, beziehungsweise welche sich nicht riechen können. Das gibt\'s nämlich durchaus. Auch in dieser Beziehung verhalten sich Pflanzen erstaunlich menschlich.
Allerdings setzt ein ländlicher Kräuter-, Blumen- und Gemüsegarten eine gewisse Erfahrung im Umgang mit der Mischkultur voraus. Typische Bauerngartenkräuter wie Eberraute und Ysop, die willkürlich zwischen Blumen in die Erde gesetzt werden, machen noch lange keinen Bauerngarten.

6. KRÄUTER IM GEMÜSEBEET
Das ist natürlich kein besonders origineller Vorschlag. Kräuter haben seit eh und je ihren festen Platz im Gemüsebeet. Allerdings verträgt sich längst nicht jeder mit jedem: Zwar sind Kräuter sogenannte Schwachzehrer und deshalb in der Wahl ihrer Nachbarn nicht so heikel wie manche Gemüsesorten, die vor Zorn ganz krank werden, wenn sie neben dem falschen Nachbarn stehen müssen. Aber einige besonders stark ausgeprägte Antipathien gibt es auch bei ihnen.

Schlechte Nachbarn:
Fenchel und Kümmel, Fenchel und Koriander, Petersilie und Salat, Petersilie und Kohlrabi, Salbei und Sellerie,
Beifuß, Liebstöckel und Wermut vertragen sich mit so gut wie niemandem!!

7. KRÄUTER KREUZ UND QUER IM GARTEN
Auch ohne die tieferen Geheimnisse der Mischkultur zu kennen, können Sie mit eini-
gem Erfolg Ihre Kräuter kreuz und quer im Garten aussäen. Im Steingarten gedeihen Lavendel, ausdauerndes Bohnenkraut und Majoran, Thymian, Rosmarin und Zitronenmelisse. Sie fühlen sich dort in dem heimatlichen steinigen, trockenen Ambiente oft wohler als in einem klassischen Kräuterbeet und sehen zwischen den Steingartenpflanzen sehr hübsch aus. Am Gartenteich wachsen Pfefferminze und Brunnenkresse. Borretsch mit seinen strahlend blauen Blüten steht neben der Kamille im Blumenbeet, Lavendel oder Salbei inmitten der Rosenbüsche, und Schnittlauch und Petersilie bilden den Rand einer Blumenrabatte. Allerdings müssen Sie darauf achten, daß die Kräuter in der Größe zu den übrigen Pflanzen passen. Sie sollten weder darin untergehen noch den anderen das Licht wegnehmen. Küchen-kräuter, die Sie am häufigsten brauchen (wie Schnittlauch, Petersilie, Basilikum etc.), sollten möglichst nahe beim Haus wachsen. Sie sollten gut erreichbar sein, damit Sie nicht jedes Mal eine Suchaktion starten müssen, wenn Sie Ihren Salat würzen möchten. Es ist keine schlechte Idee, die klassischen niedrigwachsenden Küchenkräuter als eine Art Randbepflanzung ganz vorn ans Blumenbeet zu setzen. Dicke Büschel von Petersilie, Schnittlauch und dem niedrigwachsenden Majoran sehen sehr hübsch als Bordüre aus. Weniger nützlich für die Küche, aber wunderbar duftend und vor allem zur Zeit der Blüte strahlend schön ist eine in Form geschnittene niedrige Hecke aus silberfarbenem Lavendel.

8. KRÄUTER IM HÜGELBEET
Ein Hügel- oder Hochbeet ist vor allem dann nützlich, wenn Ihr Boden für die wärmeliebenden Krauter zu schwer, zu kalt und zu naß ist. Auch sonst bietet es eine Reihe von Vorteilen:
* Die Drainage funktioniert besser.
* Durch das Aufschütten des Hügels wird die Anbaufläche vergrößert, weil man auch die schräg verlaufenden Seiten bepflanzen kann.
* Man kann früher pflanzen, weil der Boden im Frühling schneller austrocknet und sich früher erwärmt.
* Im Herbst kann man länger ernten, weil in dem erhöhten Boden die Wärme länger erhalten bleibt.
* Jäten entfällt fast völlig. Die eng beieinanderstehenden Pflanzen lassen dem Unkraut kaum Platz.
* Die eng beieinanderstehenden Pflanzen wirken wie eine Mulchdecke. Sie spenden dem Boden Schatten und halten ihn kühl und feucht.
* Niemand tritt versehentlich auf die Pflänzchen.
Allerdings ist die Anlage eines Hügelbeets eine ziemlich langwierige und mühsame Angelegenheit:
Zuerst wird ein flacher Graben ausgehoben und ungefähr 50 cm hoch mit groben Zweigen, Laub, Reisig, Küchen- und Gartenabfällen und Gras-Soden gefüllt. Darauf kommt eine Schicht Rasenschnitt und Laub, ebenfalls insgesamt etwa 50 cm hoch.
Schließlich folgen eine Lage Rohkompost und als letztes Humus, jeweils etwa 15 cm hoch. Am günstigsten ist es, wenn Sie das Hügelbeet im Herbst anlegen. Dann haben Sie genügend \"Baumaterial\" zur Verfügung (Laub, Zweige etc.), und das Beet hat bis zum Frühling Zeit, sich so weit zu setzen, daß Sie mit dem Bepflanzen beginnen können.
Wenn Ihnen das zu kompliziert erscheint, können Sie mit wesentlich weniger Aufwand ein erhöhtes Kräuterbeet -ein sogenanntes Kastenbeet- anlegen und befinden sich dabei noch in bester Gesellschaft. \"Kastenbeete\" hatten nämlich auch in den mittelalterlichen Kräutergärten Tradition.
Aus 40 cm hohen, kessel-druckimprägnierten Holzbrettern - oder, wenn Ihnen das besser gefällt, aus Ziegelsteinen - bauen Sie einen l x 2 m großen Rahmen. Bedek-ken Sie den Boden mit einer Dränageschicht aus Kies oder Sand, darauf kommt eine Mischung aus Gartenerde, Sand und etwas Kompost. Dann warten Sie ein paar Wochen, bis sich die Erde gesetzt hat, und fertig ist das Hochbeet.

9. KRÄUTERGARTEN IM CONTAINER
Das ist eine praktische Lösung, wenn Boden, Klima oder Gartengröße gegen einen echten Kräutergarten sprechen. Pflanzen Sie Ihre Kräuter in Töpfe und Container. Das müssen keineswegs immer die ebenso dekorativen wie kostspieligen Terracotta-Gefäße sein. Es ist Ihren Pflanzen völlig gleichgültig, ob sie in einer Apfelsinenkiste, in einem ausrangierten Wäschekorb (mit gelochter Folie ausgelegt), in einem alten Zinkeimer oder in einem halbierten Eichenfaß untergebracht werden. Ob Ihre Container aus Kunststoff, Ton, Eternit oder Edelholz sind, ist Nebensache. Unter dem Aspekt der Ästhetik, der Haltbarkeit und der Rentabilität mögen das wesentliche Punkte sein. Für die Pflanze dagegen ist jeder Topf, jeder Kübel, sogar jede ausrangierte Blechdose recht, Hauptsache, sie hat darin:

* viel Platz; - * viel gute, nährstoffreiche Erde; - * ausreichend Feuchtigkeit, jedoch ohne das Risiko, in ihrem eigenen Topf zu ertrinken. Eine gute Drainage ist hier besonders wichtig.
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TIP: Binsenweisheit aber wichtig für Ihre Kräuter:
Im Container trocknet die Erde viel schneller aus. Sie müssen immer reichlich gießen, an heißen Tagen sogar morgens und abends.
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Sorgen Sie also für große Behälter, die im Boden oder an der Seite Löcher haben, durch die überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Die meisten Kräuter hassen nasse Füße. Hat Ihr Kasten oder Container kein Loch und läßt sich auch keines bohren (etwa in Eternitkästen oder in den schönen alten Steinguttöpfen, die Sie noch von Ihrer Großmutter haben), bauen Sie eine Drainageschicht aus einigen Zentimetern Kies oder Hydrogranulat ein. Bedecken Sie sie mit einem Abdeckvlies und füllen Sie erst dann den Behälter mit Erde. Die allerdings muß von guter Qualität sein. Denn auch die beste Drainageschicht nützt der Pflanze nichts, wenn die Erde darüber zu nährstoffarm ist.

Die folgende Mischung hat sich bewährt: 4 Teile Gartenerde; 1 Teil Kompost; 1 Teil Sand; 1 großzügige Portion Knochenmehl.

Beim Füllen Ihrer Töpfe, Körbe und Container müssen Sie auf folgende Dinge achten. Pflanzen Sie nur solche Kräuter in einen Container, die die gleichen Ansprüche an Erde und Standort haben. Die meisten sind zwar mit normaler Blumenerde recht zufrieden, aber einige Kräuter der wärmeliebenden Südländer hätten es gern etwas magerer, sandiger und insgesamt auch ein wenig kalkreicher. Diese Schonkost -mit viel Sand und ein wenig gut verrottetem Kompost vermischte Normalerde- bekommen: Anis, Basilikum, Lavendel, Majoran, Mauerpfeffer, Oregano, Pimpinelle, Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop.

DIE GRÖSSE DER GEFÄßE IST WICHTIG
Verschiedene Pflanzen brauchen unterschiedlich große Gefäße. Estragon, Liebstök-kel (bitte in einen Extratopf, er duldet keine Nachbarn), Melisse, Rosmarin und Salbei wollen möglichst viel Erde unter den Wurzeln haben. Für sie kann der Topf gar nicht groß genug sein. Basilikum, Bohnenkraut, Kerbel, Kresse, Majoran, Oregano und Thymian sind mit 15 cm tiefen Gefäßen zufrieden. Mindestens 20-25 cm tiefe Töpfe brauchen Borretsch, Dill, Fenchel, Koriander, Lavendel, Minze, Petersilie und Schnittlauch.

10. KRÄUTER AUF DER FENSTERBANK
Kräuter auf der Fensterbank sind eine brauchbare Lösung für die kalte Jahreszeit - und ganzjährig eine Alternative für alle diejenigen, die keinen Garten haben und trotzdem frische Kräuter ernten möchten. Viele Kräutersorten kann man problemlos als unkomplizierte, attraktive und duftende Zimmerpflanzen verwenden.

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TIP:
Wenn Sie Ihre Kräuter in Hängeampeln züchten möchten - warum nicht?
Diese besonders hübsche Idee kommt aus England: Einfache Drahtkörbe mit
Moos ausgekleidet und mit Erde gefüllt, machen es möglich, daß man sie nicht nur
oben, sondern auch seitlich bepflanzen kann. Schieben Sie die Wurzeln vorsichtig von außen zuerst durch das Drahtgitter, dann durch die Moosschicht und schließlich in die Erde Dann beginnen Sie mit der nächsten Lage Moos, Erde und neuen Kräutern- so lange, bis die Seiten vollständig bepflanzt sind. Zum Schluß wird die oberste Erdschicht bepflanzt - mit den Pflanzen nach oben!
Lassen Sie zwischen den Pflanzen jeweils 10-15 cm Abstand. Hängen Sie den Korb an einem festen Haken auf und gießen Sie gründlich.
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Einjährige Pflanzen wie Basilikum und Bohnenkraut kann man auf der Fensterbank auch in den Jahreszeiten ernten, in denen sie draußen keine Überlebenschancen haben. Kräuter, die im Zimmer leben, brauchen viel Licht und Sonne. Süd- und Südwestfenster sind meistens ideal. Allerdings vertragen nicht alle Pflanzen volle Sonne: Die Minze zum Beispiel hat es zwar gern hell, liebt aber den Halbschatten. Dem Thymian daegen kann es gar nicht sonnig genug sein. Keine Kräuterart liebt plötzliche Temperaturschwankungen. Am wohlsten fühlen sich alle bei Temperaturen zwischen 10 und 16 °C. Drehen Sie Ihre Kräutertöpfchen jeden Tag um 45°. Die Pflanzen wachsen gleichmäßiger, wenn sie sich nicht den Hals verrenken müssen, um ans Licht zu kommen.

Die Pflege von Kräutern im Zimmer ist nicht anders als draußen. Manche überleben zwar auch einen Winter im Freien, wenn Sie jedoch hier und da ein wenig ernten wollen, müssen Sie sie in einem kühlen, hellen Raum überwintern lassen. Ernten Sie bitte sparsam; für Kräuter herrscht im Winter Schonzeit. Auch größere Kräuterarten wie Borretsch, Salbei, Rosmarin, Zitronenmelisse, Minze, Estragon und Fenchel können Sie drinnen in Töpfen halten. Sie werden dann nicht ganz so groß wie im Freien. Pflanzen Sie Minze, Estragon und Zitronenmelisse aber nicht in einen Topf mit anderen Kräutern: Ihre Wurzeln würden im Nu die gesamte Nachbarschaft überrollen. Wenn Sie sie unbedingt gemeinsam mit anderen in den Balkonkasten pflanzen möchten, so tun Sie das - aber lassen Sie sie im Topf.

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STANDORT

Problemlos im Haus zu halten sind:
Basilikum, Kerbel, Kresse, Majoran, Melisse, Petersilie, Schnittlauch.

Draußen oder drinnen, im Winter aber kühl und hell:
Lorbeer, Rosmarin, Thymian.

Winterhart, für draußen oder drinnen: Bergbohnenkraut, Lavendel, Salbei, Ysop,
Weinraute.
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Mitglied seit 28.04.2003
4.739 Beiträge (ø0,71/Tag)

Hallo Hexle,
ich selbst habe eine Kräuterspirale, ebenfalls mit ca. 2,50 Durchmesser, also so wie in dem oben empfohlenen Buch von I.Engelbrecht beschrieben. So hat man diese komplette Permakultur, also diese verschiedenen Klimazonen auf kleinstem Raum. Eine Freundin von uns hat eine Mini-Kräuterspirale aus Basaltstein, sie hat einen Durchmesser von vielleicht 80 cm, es sind 5 Kräuter drauf und sie ist an der höchsten Stelle vielleicht 39, 40 cm hoch - die erfüllt klimatechnisch sicher nicht diesen zweck, aber schön aussehen tut sie auch Na!
Was ich jetzt schon häufiger auch in Gärtnereien und Zeitschriften gesehen habe, sind Tontöpfe verschiedener Größe ineinandergestellt und jeweils an den Rändern die Pflanzen. Ist was für kleinen Platz und ich denke, die unterschiedlichen Wasser- und Erdbedürfnisse kann man damit ebenfalls ganz gut nachempfinden. Und so müßte doch eigentlich auch Deine Treppenvorstellung realisierbar sein. Die Stufen bräuchten halt ein erdiges Innenleben (wie solche Pflanzsteine oder so) und dann müßte das eigentlich klappen.
Von den von Dir genannten Kräutern müßten die Mittelmeerkräuter, allen voran Thymian, nach oben und mit sehr hohem Sandanteil in der Erde. Nach unten hin nimmst Du immer weniger Sand, in der Mitte mischst Du Erde mit Kompost und unten hast Du fast nur Erde. Nach unten kommen unsere heimischen Kräuter wie Petersilie oder -in Deinen Naßbereich - die Brunnenkresse.
Estragon wird auch auf einer Kräuterspirale eher in die Mitte gesetzt.
Lavendel würde ich entweder ganz nach oben (da ebenfalls mediterran sonnenliebend) setzen oder - da er recht groß wird - als Staude ins Blumenbeet oder in einen Topf. Hier auch möglichst mit Sand mischen.
Liebe Grüsse
Jerry

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
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Mitglied seit 01.03.2004
433 Beiträge (ø0,07/Tag)

Hi!
*freuuuuu* Lächeln danke euch für eure Superbeiträge!

@hannes Na! also den Artikel hab ich echt nirgends gefunden - ist super und sehr informativ (werd ich mir jetzt wohl auch speichern. Ach ja, manche Themen lohnen sich auch mal wieder aufgewärmt zu werden. Lächeln

@jerry: Ja genau so in etwa hab ich mir das vorgestellt - toll das du es so schön in Worte fassen kannst und mir das Ganze noch einmal ein bisschen klarer vor Augen führst! Lächeln ... Hab mir auch gedacht Erdmäßig der Aufbau einer Spirale - einfach in eine Treppenform gegliedert. erdiges Innenleben war für mich sowieso klar - am liebsten was mit Natursteinmauer - aber Pflanzsteine wären auch ne gute Grundlage zumindest!

Vielleicht hat ja doch schon mal wer so eine Kräutertreppe umgesetzt und kann mir noch näheres dazu erzählen? Lächeln
ciao
*hexle*

PS.: Und wenn das nix werden sollte, dann bau ich eben eine Treppe nur aus Steinen und stell die Kräuter in Töpfen drauf! Na! dekorativ wär´s allemal, oder?
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Mitglied seit 28.04.2003
4.739 Beiträge (ø0,71/Tag)

Hallo Hexle,
ja da hast Du recht Na!
Naturstein - sehr schön (meine Kräuterspirale ist aus Naturstein, Sandstein), hat aber platzmäßig halt den
Nachteil, daß das Ganze durch deren Breite und Größe ein bißchen Platzbedarf hat Na!
Du könntest aber auch die Pflanzsteine o.ä. (praktisch, günstig, aber kein optisches Highlight, wie ich finde)
mit ein paar einzelnen Natursteinen dekorieren.
Liebe Grüsse
Jerry

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
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Mitglied seit 01.03.2004
433 Beiträge (ø0,07/Tag)

Hi Jerry!
Danke für deinen \"Beistand\" Na! ... na mal sehen wie viel Platz wir dann in unserem Garten wirklich erübrigen können, insgesamt wollte ich die Treppe ja nicht breiter als 80cm - MAX. 100cm machen - von daher wär die Idee mit den dekorierten Pflanzsteinen gar net mal so schlecht! *freu* ... sag mal du hat nicht zufällig ein Foto von deiner Kräuterspirale? Bin doch so neugierig! ...

ciao und sonnige Grüße
*hexle*
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Mitglied seit 02.11.2004
1.381 Beiträge (ø0,23/Tag)

Hallo,

bei Ikea gibt es eine \"Treppe\", Metallgestell und drei Terakotta-Kästen, das sieht sehr schön aus und braucht nicht soviel Platz, da hab ich mir jetzt für den Balkon Kräuter reingepflanzt. Passt natürlich nicht soviel rein, aber mir reichts erstmal!!

LG, zirkushasi
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Mitglied seit 28.04.2003
4.739 Beiträge (ø0,71/Tag)

Hallo Hexle,
hab Dir eine km geschickt Na!
Liebe Grüsse
Jerry

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
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