Wer denkt sich Krankenhauskost aus? (etwas lang)

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Mitglied seit 01.11.2005
16.566 Beiträge (ø3,22/Tag)

Hallo zusammen,

kürzlich war ich mal wegen einer Kleinigkeit im Krankenhaus. Diät war nicht nötig und als hartgesottenes Chefkochmitglied beäugt man ja jede nicht selbstgezählte Erbse auf dem Teller mit äußerstem Argwohn.

Jedenfalls war ich doch etwas fassungslos, was selbst im 21.Jahrhundert auf den Tellern landet. Die Station bekommt standardmäßig zwei Suppen, eine weiße mit leichtem Gemüsegeschmack und eine noch weißere in süß. Ein Patient mit einem Darmproblem tat mir richtig leid, der bekam das nämlich zweimal täglich.

Es gab viele Milchspeisen, Pudding, Fruchtjoghurt mit Plastik, Orangen-Fruchtsaftgetränk mit Natreen und Essenskombinationen wie "Putenbrust (sehr große Scheibe) mit Orangensauce, gedämpftem Brokkoli und Dampfkartoffeln". Die Kombination an sich war sehr kreativ, zudem war das in der Sauce kein Orangensaft, sondern Orangenpulver. Eine Kartoffelsuppe war sehr salzig mit Tendenz zum Künstlichen. Beide Essen habe ich nur halb geschafft. Möglicherweise sind ja einfach bei Patienten im Krankenhaus (also diesmal bei mir) die Geschmacksnerven etwas daneben und man tut den Krankenhausköchen Unrecht.

Auf der Karte stand auch mal "Tomatencremesuppe". Erwähnt wurde auf der Liste Milcheiweiß, glaube ich jedenfalls. Im Klartext: Tomatenpulver mit Milchpulver (daheim : passierte Tomaten, Schalotten, Butter und Sahne bzw. Crème fraîche). Dann noch salzige Brühwürfelnudelsuppe, die Nudeln wie Babybrei. Dann stand wieder Sauerkraut mit irgendwas ziemlich Deftigem auf der Karte.

Zum einen hatte ich den Eindruck, dass in den Speisen viel mehr Zusatzstoffe waren als aufgelistet (gibt es einen Zusatzstoff Orangenpulver überhaupt?), und dann habe ich mich dauernd gefragt, wer sich solche verbrecherischen Suppen und Speisen ausdenkt. Der Grundsatz "Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" gilt doch überall. Gerade im rechtsrheinischen Köln gibt es so viele Ausländer, dass eine Auflockerung des Speisenplans durch ein wenig Guttenbergisieren der Speisen ein Kinderspiel wäre.

Fragen über Fragen
Peter

p.s., ich habe dann spitzgekriegt, dass man durchaus beim Frühstück einfach hinschreiben kann "zwei Brötchen und eine Scheibe Brot, außerdem Butter". Plötzlich gab es dann zwei knusprige Brötchen, recht ordentliches Brot und 30! Gramm Butter. Die vier Schachteln (80 Gramm) Marmelade haben sie wohl dazugelegt, weil man ja den täglichen Zuckerschock braucht, um gesund zu werden.

p.p.s, heute Abend habe ich in einer sizilianischen Pizzeria eine richtig große Pizza mit Kapern, Oliven und Peperoni gegessen, dazu einen Schluck Wein. Das war ja soooooo lecker.
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Mitglied seit 10.04.2006
51.432 Beiträge (ø10,31/Tag)

Hallo Peter,

dann sei froh das du nur kurz im KH warst .

Ich habe innerhalb von 4 Woche nur gefrühstückt...und die restlichen Mahlzeiten ersetzt durch mitgebrachtes Obst .
Soviel Tee wie in der Zeit hatte ich vorher in meinem ganzen Leben nicht getrunken.

Die Mittagessen waren nach meinem Geschmack ungeniessbar.

Abends die Brotscheiben Welt zusammengebrochen ..grauenvoll.

katir
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Mitglied seit 30.05.2004
8.101 Beiträge (ø1,43/Tag)

@Katir : Du hast aber auch lecjere Tees Lächeln

Nun ja, kommt aufs KH an...hier im Klinikum vor Ort ist das ssen ganz gut, in der Charite grausig. Man mußß sich aber auch mal kjlar machen, wie klein das Budget für so ne KH-Küche ist..da kannste nix besserws machen.
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 19.06.2009
4.609 Beiträge (ø1,21/Tag)

Es kommt drauf an wo Du bist. Manche kochen formidabel (!), andere ganz fürchterlich. Ich habe meinen letzten Krankenhausbesuch primär nach "wo werde ich nicht umgebracht" und gleich als zweites nach "wo verhungere ich nicht" gelegt - um dann doch nur pürrierten, angetrockneten Elefant (Pilzcremesuppe, ungenießbar) zu bekommen. Welt zusammengebrochen
Das Essen meiner Bettnachbarin (ich war schnorren) war aber vorzüglich! Na!

Die Küchen müssen recht viel leisten, 2 Wahlessen, vegetarisch, schweinefleischfrei (oft gekoppelt), Diätessen, Lactosefrei, Phenylalanin-frei, Wunschkost für schwere Fälle etcpp. Ich verstehs, wenn da Beiwerk wie Suppen aus der Tüte kommt.
ESCH
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Mitglied seit 21.08.2007
12.958 Beiträge (ø2,89/Tag)

Leute, das heißt KRANKENhaus. Wo geht man hin, wenn man mal so richtig krank werden will?

Passend dazu:

>Link zur sueddeutsche.de von Admin entfernt --> Suchbegriff: Hygiene-Gesetz beschlossen Zeugnis ärztlichen Scheiterns<

Da sollen die mal lieber ein wenig beim Essen sparen und mehr in Seife investieren.

Sei froh, dass Du überlebt hast, Peter.
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 02.03.2002
30.076 Beiträge (ø4,63/Tag)

Deshalb ist es so wichtig, ausser Wäsche und Hygieneartikel eine große Kühltasche mit Akkus (vom Besuch ständig auswechseln lassen!) mit ins Krankenhaus zu nehmen.

Richtig gute Nachtschwestern haben auch immer die Telefonnummer eines Pizza-Lieferdienstes parat.

Und bei der nächsten Einwesung nehme ich mit Sicherheit auch meine Senseo mit, denn der Kaffee ist im Krankenhaus auch unter allem weiblichen Nutzvieh.



Aber die Frage, wer sich all das ausdenkt, kann ich auch nicht beantworten.


Und als Patient mit Darmproblemen habe ich schon öfter den meine Unmut zum Ausdruck gebracht.
Denn hätte ich das wirklich gegessen, was mitr vorgesetzt wurde, hätte die Verwaltung sich ihr Budget für Toilettenpapier erweitern lassen müssen.
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Mitglied seit 30.05.2004
8.101 Beiträge (ø1,43/Tag)

@Brigitte: Na, ich kenn das..immer schön ein Packerl feuchts Klopapier mit nehmen...
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 07.04.2002
31.072 Beiträge (ø4,82/Tag)

Hallo!

Was die Genießbarkeit angeht, hab ich teilweise Glück gehabt. Dass ich manches nicht mag, liegt ja nicht am Koch. KLar ist es keine Gourmet-Küche, aber irgendwas war immer dabei, was ich essen konnte, oft war es sogar gut.

Was ich nur nie verstehen werde, ist, warum in Gynäkologischen Abteilungen, wo etliche Frauen nach einer großen Bauch-OP liegen, fast täglich Kohl oder dgl. gereicht wird. Und warum bitte kriegen Patienten, die mit extremen Unterleibsschmerzen unklarer Art als Notfall eingeliefert werden, ebenfalls solche Gerichte? Besser wird es, wenn man dann lange genug drin liegt, um sich zwischen den Gerichten entscheiden zu können.

Naja, aber ich find es schon erstaunlich, wie viel sie trotz aller Schwierigkeiten hinkriegen.

LG Kyri
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Mitglied seit 01.11.2005
16.566 Beiträge (ø3,22/Tag)

Hallo TPunkt,

ich war tatsächlich außerordentlich irritiert, dass mir alle Ärzte und viele Schwestern die Hand gaben. Als ich danach wieder zum Hausarzt musste, habe ich aus Reflex die Hand hingehalten, aber der Arzt ist einfach weitergelaufen. Seit ewigen Jahren hat der mir noch nie die Hand gegeben. Es wirkt unhöflich, ist aber 200% in Ordnung. Wieviele Frauen mussten früher nach der Geburt sterben, weil die Ärzte die Keime von einer zur anderen trugen? Das lernen die Mediziner doch sicher im ersten Semester.

Gruß
Peter
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 07.04.2002
31.072 Beiträge (ø4,82/Tag)

Hier lernen sie, sich nach jedem Kontakt die Pfoten zu desinfizieren. In den Kliniken hängen so nette Kästchen rum, die mit einem lecker riechenden Mittel angefüllt sind. Auf den Begleitwägelchen steht auch so Zeug. Mein Hausarzt hat auch so Zeug in jedem Raum.

Sogar an der MHH wurde Pfötchen gegeben, außer in der akuten Schweinegrippenzeit, wo das aber wohl mehr der Beruhigung der Patienten diente.
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Mitglied seit 27.04.2004
9.777 Beiträge (ø1,71/Tag)

was ist:"Guttenbergisieren" bitteschön Wichtige Frage 11.11.11:11
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 07.04.2002
31.072 Beiträge (ø4,82/Tag)

Anleihen bei anderen machen. Lächeln
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Mitglied seit 20.11.2006
2.109 Beiträge (ø0,44/Tag)

Halllo!

Wer denkt sich Krankenhauskost aus? Hmmm... In dem Krankenhaus, in dem ich zuletzt lag: Sadisten!!! Wie kann man Essen dermaßen verunstalten???? Welt zusammengebrochen Welt zusammengebrochen Welt zusammengebrochen Welt zusammengebrochen

Tag 1 durfte ich nichts essen, wegen OP. Es gab am Tag 2 "Reis mit Waldpilzsauce und Putenfilet" (stand da). Auf dem Teller lag dann eine Schuhsohle neben einem Klecks schleimigen, undefinierbaren Etwas, das wohl einmal "Pilze" gewesen sein sollen. Hätten aber genausogut Nacktschnecken sein können. Der Reis? Hm, gekocht war er, so halb jedenfalls...

Tja, leider hatte ich lange Nähte an Fuß und Schulter, (und Bettruhe) sodass ich nichtmal mit dem Rollstuhl hätte entfleuchen können um mir etwas Eßbares zu besorgen. Morgend und Abends gab es Brot bzw. Brötchen. Leider schmecken Brötchen aus der Kühlung "geringfügig" latschern (=nicht knusprig). Das sogenannte Vollkornbrot ist vielleicht mal an einem Korn vorbeigeflogen, aber mehr auch nicht.

Meine Mutter wohnt zum Glück im gleichen Ort und hat Mittagessen 2 miterlebt. Ihr Entschluss: "Wenn du nicht morgen früh entlassen wirst, bringe ich dir etwas zu Essen!" (*gg* Sie hatte mir Nachtisch mitgebracht, der ist dann mal eben zur Hauptspeise geworden.) Zum Glück wurde ich entlassen. Und ehrlich- selbst Essen, dass meine Mutter 1 Stunde durch per Bus zur klinik gebracht hätte, wäre leckerer und gesünder gewesen als das Ekelzeugs! Selbst das Mensa- Futter (das meistens garnihct soooooo schlimm ist) war noch eine Delikatesse im Vergleich zum Klinikfutter...

denkt Krankenhauskost lang 260016102~~~ Liebe Grüße, Kiwibirt ~~~denkt Krankenhauskost lang 4207183342
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cfn

Mitglied seit 17.02.2006
518 Beiträge (ø0,1/Tag)

Hallo Peter,

ich war in letzter Zeit krankheitsbedingt (kleiner Scherz, SCNR Lächeln ) in unterschiedlichen Krankenhäusern. Mit der Qualität des Essens habe ich sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen gemacht.

In einem Krankenhaus gab es zum Frühstück ein Buffet, bei dem ein reiner Weißbrotesser mit Marmeladensucht *und* ein ausgeprägter Körnerfresser glücklich geworden wäre ... Lächeln Ein ganz breites, ausgewogenes Angebot. Das Mittagessen konnte man nicht genießen, nur essen ...

In einem anderen Krankenhaus war es ähnlich. Frühstück und Abendessen waren o.k., das Mittagessen höchstens belanglos.

Mir hat folgendes geholfen:

# Falls es einen Ernährungsberater am Krankenhaus gibt: Bitten, dass er vorbeischaut.
# Dann: "Ich habe meine leichte Diabetes im Griff, da ich mich gesund ernähre ... Das brauch' ich auch hier."
# Schon bekommt man Vollkornbrötchen und -brot, Obst, Rohkost, Naturjoghurt, und und und ... Lächeln
# Wie bereits in einem anderen Thread geschrieben: Der Tee ist überall grauslich. Mitbringen.

Also: Die Situation hat sich verändert, Diabetes-Schonkost ist für mich der Tipp. Allerdings: Am Salz wird dann gespart. Mitbringen.

HTH Lächeln

Gruß Chris
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Mitglied seit 01.11.2005
16.566 Beiträge (ø3,22/Tag)

Hallo Kyri,

das Zeug hing sogar in der Eingangshalle, aber das wirkte auf mich auch eher albern. Einmal sieht man den Apparat nur durch Zufall und dann ist die Frage, ob man als Besucher die Hände vorher oder hinterher desinfizieren soll.

Gruß
Peter

p.s., außerdem waren höchstens die Hälfte der Türklinken und -griffe aus keimhemmenden Metall, der Rest waren immer noch Kunststoffbeschläge
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