Wild grillen!


Mitglied seit 10.04.2004
146 Beiträge (ø0,03/Tag)

Die hiesige Jägerschaft hatte am letzten Wochenende zu einer Veranstaltung geladen zum Thema „ Wild grillen“
Im allgemeinen verbindet man Wildgerichte mit Herbst und Winter, feierlichen Anlässen und Schmorgerichten. Daran im Sommer einfach mal ein Stück Wildbret auf den Grill zu schmeißen denkt kaum jemand.
Die Jagdgemeinde Ingolstadt stellte einen Reh, ein Wildschwein und Wildenten (diese zwar aus der Kühltruhe, denn Enten dürfen ja zur Zeit nicht geschossen werden) zur Verfügung, ein Gastwirt seinen prächtigen Biergarten, die Antoniusschwaige.
Die verwendeten Teile wurden vor aller Augen ausgelöst und zubereitet.
1. Ausgelöster Rehrücken und das Filet.
2. Ausgelöster Wildschweinrücken
3. Ausgelöste Wildschweinkeule (Nuß)
4. Wildschweinrippchen
5. Wildentenbrust
Das Rehfilet wurde kurz angegrillt und dann in ein Fenchel-Orangengemüse zum fertigziehen gebettet. Anschließend noch mit Bauspeckscheiben umwickelt und noch mal kurz auf den Grill
Der ausgelöste Rehrücken wurde in ca 1cm dicke Scheiben geschnitten, kurz rosa gegrillt und auf einem Ruccolasalat angerichtet.
Der ausgelöste Wildschweinrücken wurde ebenfalls in ca 1cm starke Scheiben geschnitten und nach Art des Saltimboca mirt Salbeiblatt und speck belegt und saftig gegrillt.
Die vorgegarten Wildschweinripperl wurden knusprig gegrillt.
Aus der Wildschweinnuß wurden Steaks geschnitten und kurz und rosa gegrillt.
Die Wildentenbrust wurde beidseits gut angegrillt und dann mit einigen Kräutern (Rosmarin, Thymian, Salbei) in Alufolie gewickelt und zum nachgaren zur Seite gelegt.
Als Beilagen gab es noch gegrollte neue Kartoffeln, Grilltomaten und Paprikaspieße.

Alle Varianten waren äußerst lecker, saftig und von erlesenem, puren Wildgeschmack, wie ich es so noch nicht erlebt habe.

Also traut euch und grillt mal Wild, das geht wunderbar und schmeckt köstlich!
Ich hätte das so auch nicht geglaubt!
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Mitglied seit 17.01.2002
26.032 Beiträge (ø4,48/Tag)

Das hört sich alles superlecker an, da wäre ich gerne dabeigewesen.
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Mitglied seit 26.09.2009
2.711 Beiträge (ø0,9/Tag)

Hallo

puuh.....das klingt richtig gut
Da hätte ich auch gerne reingehauen Lächeln

Mich persönlich würde die Garzeit der Wildentenbrust interessieren, bin absolute Grillanfängerin und stand letztens beim Wildfleischer vor einer.....
habe aber nicht gekauft, war mir zu unsicher.

Vielleicht kannst du ja helfen.....muss nicht auf den Punkt sein, nur so ungefähr.

Danke und
LGC
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Mitglied seit 10.04.2004
146 Beiträge (ø0,03/Tag)

Hallo nochmal,

zur Garzeit ist gar nicht so leicht zu antworten.
Szenario: Großer rechteckiger Holzkohlegrill mit schön durchgeglühter Kohle.
2 Köche als Grillmeister.
Auf die Frage zur Garzeit antwortete einer der Beiden folgendes:
Kochen ist Handwerk und wir haben gelernt mit den Händen zu arbeiten und den richtigen Garpunkt zu fühlen. Da jedes Stück Fleisch anders ist, muss man den richtigen Garpunkt erfühlen. Eine Zeit kann man da nicht sagen.
Beim Auslösen meinte er, man müsse das Fleisch „lesen“ können.

Die Entenbrüsterl lagen am Rand des Grills, also nicht in der größten Hitze.

Erst auf der Hautseite, vielleicht 4-5 Minuten dann gewendet und regelmäßig befühlet und zwischen den Fingern gedrückt. Ja, Köche können heiß anfassen!
Dann mit frischen Kräuern in Alufolie gepackt und vielleicht 10 minuten abseits ruhen lassen. Das Fleisch war auf den Punkt und sehr aromatisch.
Profis sind eben Profis oder anders gesagt: Da wär ja ein Gelernter ein Depp.

Unsereins kann da nur viel üben und muß auch Rückschläge verkraften können
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Mitglied seit 26.09.2009
2.711 Beiträge (ø0,9/Tag)

Vielen Dank für die Antwort.

Ich glaube, ich kann Fleisch nicht lesen.
Aber Noten..... Lächeln

Das bringt mich bei der Entenbrust auch nicht weiter.

Werde es einfach mit Versuchen versuchen.
Oder mit dem Fleischthermometer, ist aber irgendwie komisch beim Grillen.

LGC
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Mitglied seit 04.06.2014
28 Beiträge (ø0,02/Tag)

Das mit dem Thermometer mag komisch aussehen macht jedoch durchaus sicher Sinn, wenn man auf Nummer sicher gehen will. Das Ereignis an sich oben liest sich jedoch fantastisch, schade dass bei uns so etwas nie angeboten wird. Obwohl das stimmt so nicht, wir fahren einmal im Jahr zu den Großeltern, den Urgroßeltern und dem Vater meines Juniors (die allesamt Jäger sind) und essen da selbst gejagtes Wild. Dabei konnte ich mir auch schon ein paar Zubereitungstipps abholen, denn an Wild wagte ich mich ungerne heran.
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Mitglied seit 21.11.2012
60 Beiträge (ø0,03/Tag)

Schade um das gute Wild. na dann...

Mag für Laien interessant ausgesehen haben, hat aber mit grillen und handwerklich geschickter/interessanter/richtiger Zubereitung nichts zu tun. Jajaja, was auch immer!

Das ist eher auf dem Level von Lieschen Maier, Samstag mittag in der Küche...

Gruß
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Mitglied seit 10.04.2004
146 Beiträge (ø0,03/Tag)

Hallo Grillmeister,

leider warst du nicht dabei,
Wenn du Wild nur als aufwendigen Braten mit großem Küchenchichi akzeptierst, sei es dir unbenommen.
Aber gut gegrillt, schmeckt es wirklich hervorragend und man sollte es erstmal versuchen, bevor man es
Lieschen Müller ( wer sagt eigentlich das Lieschen nicht kochen kann...) zuordnet.
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Mitglied seit 26.05.2010
679 Beiträge (ø0,25/Tag)

Hallo!

Ja, dann bin ich gern Lieschen Müller Na!

Es wird immer jemand geben, der es anders machen würde oder dem die Zubereitung so nicht gefällt.
Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie Ihr das Wild zubereitet habt.

Wir grillen auch immer mit Wild und es ist ausnahmslos sehr lecker. Wobei wir es ganz einfach halten: Steaks vom Reh, Hirsch oder der Wildsau auf den Grill und fertig. Kurz nachruhen lassen muss natürlich sein, aber ein großes Tamtam machen wir nie drum.
Den ausgelösten Rückenstrang lass ich manchmal ganz und grill ihn am Stück, aufgeschnitten wird er dann am Tisch. Ist auch fein.

Ich kann Deine Empfehlung, mal Wild zu grillen, nur unterschreiben.

Liebe Grüße!
Sandra
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Mitglied seit 10.04.2004
146 Beiträge (ø0,03/Tag)

Noch mal zum richtigen Garpunkt

Den richtigen Garpunkt kann man auch sehr gut mit der Fingerdruckprobe feststellen.
So mach ich das jedenfalls.

Roh:
Rechte Hand locker mit der Handfläche nach oben halten.
Mit dem linken Daumen mal auf die fleischige Stelle unter dem rechten Daumen drücken. So fühlt sich in etwa rohes Fleisch an.

Blutig (rare)
Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand ein lockers O bilden und auf die selbe Stelle wie eben drücken. So ungefähr fühlt sich rare an.

Englisch ( medium rare)
Das gleiche Spiel mit dem Mittelfinger...

Medium:
Nun mit dem Ringfinger...

Durch (welldone):
Das locker O mit dem kleinen Finger. So ist es dann durchgebraten.
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Mitglied seit 23.03.2011
1.407 Beiträge (ø0,57/Tag)

Beim Metzger meines Vertrauens hab ich nun ganz neu gesehen: Reh und Hirsch, beides fertig mariniert zum Grillen.
Werd ich auf alle Fälle probieren!

Eulenspiegel, da wär ich auch gern dabei gewesen!!!!
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