Wein des Tages 24.01.10


Mitglied seit 17.01.2002
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Gestern saßen wir im Freundeskreis zusammen, auch weinbegeisterte Menschen und Herr Gast stellte halb bedauernd halb feixend fest "Mir schenkt ja keiner mehr Wein, das traut sich keiner!" Ich musste grinsen, das geht uns auch so. Umso mehr habe ich mich über das Gastgeschenk gestern abend gefreut "Schloss Gobelsburg Survival Kit", einen Rotwein, die Cuvée Bertrand, einen Veltliner, eine Flasche Holundersirup und Marillenmarmelade, was will man mehr. Der Rote liegt erst mal im Keller und wartet auf eine gute Gelegenheit probiert zu werden.

Bei unserem letzten Pfalzbesuch haben wir uns mal ein wenig auf die Rotweine konzentriert, Becker, Werheim, Rebholz und einer der Höhepunkte

2006 Mergelweg Spätburgunder GG
Weingut Knipser, Pfalz


wunderbar ausgereift, funkelndes Rot, Duft nach Brombeeren und Heidelbeeren, reife Pflaumen, holzwürzig und mineralisch, am Gaumen straff und elegant, angenehme Tannine, Raucharomen, Gewürz, nicht zu wuchtig, feine Säure, braucht eine gute Stunde Luft, dann zeigen sich die Aromen ausgewogen und intensiv, intensiver Abgang.

Es entspann sich eine Diskussion, wie lange man "dem geben" würde, von mindestens noch 15 bis maximal noch 8 bis 10 Jahre waren die Prognosen. Der Wein bringt alle Voraussetzungen für eine entsprechende Lebensdauer mit und wenn ich bedenke, dass ich letzte Woche meine letzte Flasche 97er Philippi Spätburgunder R getrunken habe und die war noch wunderbar, dann kann man eine solche Flasche wohl auch mal ein paar Jahre im Keller vergessen.

Guter Wein hat seinen Preis, der hier liegt bei ca. 30€.

Prost!









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The point of philosophy is to start with something so simple as not to seem worth stating, and to end with something so paradoxical that no one will believe it.
Bertrand Russell
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 17.05.2009
873 Beiträge (ø0,28/Tag)

"Es entspannt sich eine Diskussion, wie lange man dem geben würde".

Wie oft habe ich solchen fachsimpelnden Diskussionen beigewohnt, wie oft war ich sprachlos und gelangweilt angesichts solcher Markierungen oder gar Rekordversuche. Als Siebenjährige haben wir Rennwagen-Quintett gespielt und die Rekorde bei den PS und der Geschwindigkeit gesucht. Das gute "Styling" der Autos interessierte nicht.

Nein, Susa, da überzeugt mich die vorangegangene "Ansprache" des Weines weit mehr - sie geht einigermaßen konform mit meinen eigenen Empfindungen beim Genuss der ersten Flasche vor ca. drei Monaten.

Vor einer Generation brauchte ein guter Rotwein 10 Jahre, bis man ihn trinken konnte. Heute mag ein vergleichbar guter Wein in dieser Zeit im Abbau begriffen sein.

Die Diskussion, die mich reizt, heißt: "Wann könnte er seinen Höhepunkt erreicht haben?" Und mich dann nach und nach an dieses Datum "herantrinken", unverkrampft, mit einer gewissen Leichtigkeit und ohne die Befürchtung, später etwas verpasst zu haben... Vorschlag / Idee
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Mitglied seit 05.10.2008
569 Beiträge (ø0,17/Tag)

Hi Susa,
neulich hatte ich die Gelegenheit, den 2004-er dieses Weins zu trinken. Ich bin nicht mehr 100% sicher, dass es der Mergelweg war, aber ich glaub schon. Na ja, ich fand ihn schon nicht schlecht, aber den Preis wäre er mir nicht wert gewesen, und übereinstimmend urteilten wir, "der hätte nicht mehr viel länger liegen dürfen"...
LG, AmO

Wo du Becker sagst, da bekomme ich schon eher Appetit drauf, glaub mir liegen die Schweigener Lachen
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