Wein selber machen - es gärt nicht!!! Was tun?


Mitglied seit 16.09.2006
2 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo Ihr lieben!

Wer kann mir guten Rat geben?

In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal versucht, Weißwein aus eigenen Trauben zu machen...

Habe alles nach Anleitung aus dem Buch (Wein hausgemacht von H. Feldkamp ab Seite 116) gemacht:

- sofortige Pressung der Maische, ca. 10 Liter
- Vorklärung des Mostes 6 Stunden - ich finde, hat bei mir nicht wirklich funktioniert
- in Gärbehälter überführt
- Most mit Kaliumdisulfit geschwefelt
- Bentonit zugegeben
- Trockenhefe (Kitzenger) nach Anleitung von Hersteller zugegeben
- Gärbehälter mit dem Gäraufsatz luftdicht verschlossen ....

.... eigentlich nach dem Buch sollte es jetzt gären... und zwar "stürmisch"... na dann...

ach ja, noch
- Zuckergechalt ca. 63 Grad Oe
- pH ca.3
- Temperatur ca. 19 Grad C
- es steht schon seit zwei Wochen ...
.... und gärt nicht...
... riecht nach ganz gewönlicher Traubensaft...
... die selbe 63 Grad Oe...
... Was ist los???
... zu kalt? - na, sind doch Hefe drinn
... zu viel geschwefelt? - kann das überhaupt sein?
...
...
... ach, ich weis nicht ... zum Heulen


Im voraus danke für die Hilfe,
Katazumiri
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Mitglied seit 05.06.2007
440 Beiträge (ø0,08/Tag)

Hallo Katazumiri

den "heißen Tip" Hab ich nicht für dich. Eigentlich kann es nur die Hefe sein vielleicht war die Kultur schon tod durch überhitzung bei transport oder lagerung,scheint aber auch unwahrscheinlich. Zu viel geschwefelt riecht man eigentlich.
Vielleicht hilft noch eine gabe von Flüssighefe und Hefenährsalz.
Kann dir glaub ich nicht wirklich helfen vielleicht findest du hier noch einen Tipp :klick

Gruß Kammer
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Mitglied seit 16.09.2004
2.777 Beiträge (ø0,43/Tag)

Hi Katazumiri,

2 Wochen bei 19 Grad und nix tut sich? BOOOIINNNGG.... Das würde mich auch beunruhigen. Und das Ganze riecht und schmeckt noch wie Traubensaft?

Da können fundiert nur unsere (bestimmt schadenfrohen Na! ) Profiwinzer helfen, fürchte ich. Wenn sie nicht in Erntearbeiten abgetaucht sind.

Aber das hindert uns nicht daran ein bisschen rumzuspekulieren. Na!

Dass bei der Vorklärung nicht viel passiert ist, sollte eigentlich für die Gärung eher positiv sein. Zu kalt sind 19 Grad auch nicht.

Wieviel KD hast Du den 10 Litern verpasst? Vielleicht hast Du in der Tat die Reinzuchthefen totgeschwefelt. Nach meinen "Unterlagen" sollten hier höchstens 0,5g/10l zum Einsatz kommen.

Kann man uU. mit Hefenährsalzen noch was rausreißen? Vielleicht hungern die Hefen ja bei dünnen 63 Grad Oechsle. Aber dass im Most gar nix passiert..... Sicher nicht!

Viele Grüße
Matthias
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I haven't got the slightest idea how to change people, but still I keep a long list of prospective candidates just in case I should ever figure it out.
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 06.06.2002
19.330 Beiträge (ø2,64/Tag)

Hallo,

ich denke auch, bei 63 Grad Oechsle hättest Du anreichern müssen ... und so langsam dürfte das Zeug leider auch umkippen ...

Gruß

Tin


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Mitglied seit 16.09.2006
2 Beiträge (ø0/Tag)

Hi alle zusamen,

Zum Schwefeln:
ich habe Arausan Schwefel-Pulver benutzt, auf dem Beutelchen stand: 10g für 100 Liter, ich habe auf Augenmass 1/10 genommen... In "meinem Buch" steht: Für 10 Liter Saft benötigt wird 1 bis 2 Gramm KD...

Zur Hefe:
Habe vor 2 Tage neu angerührt, da ich auch den Verdacht hatte, dass Hefe nicht in Ordnung ist... also in der Tasse mit etwas Zucker sieht es ziemlich lebendig aus Na! ... nicht aber im Gärbehälter... traurig

Villeicht komt es an der Menge an? nach Anleitung auf dem Päkchen: 3 bis 5 g auf 100 Liter... Ich habe leider keine Apothekerwaage, um 0,5 g abzumessen Na! ... Habe einfach eine gestrichene Tee Löffel genommen... ich kann mir nicht forstellen, dass es weniger als 0,5 g ist... oder?

Überlegung zur Hefenährsalze:
Soweit ich es verstehe, man benötift die Salze bei "Stickstoffmangel" (wenn Most mit Wasser verdünnt war oder zu sehr "geklärt")... Ich habe den Most nicht verdünnt und 1/3 von Volümen ist "Sediment", sprich Stickstoffquelle, da Vorklärung nicht geklappt hat... Oder?

Überlegung zur Zuckergehalt:
in "meinem Buch" steht Most soll mindestens 44 Grad Oe, bin kein Profi lese nur was im Buch ist... Lächeln , habe keine Ahnung wie es bei 44 gehen soll... Für Weintrauben aus Niedersachsen, Hannover, etwas über 60 Grad Oe soll nicht schlecht sein... OK es muss nicht umbedingt trockener Wein sein, falls in 3 Tage nichts passiert probiere ich es mit dem Zuckergehalt zu erhöhen...

Es ist interessant ob die Hefe im Behälter noch lebt, oder ob ich zusammen mit dem Zucker noch mal frische Hefeportionchen zugeben soll? na dann...


Viele Grüße,
Katazumiri
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 06.06.2002
19.330 Beiträge (ø2,64/Tag)

Wenn Du mich fragst ... entsorge das Zeug. Ich schicke morgen mal das Weinschaf hier vorbei, der hat gerade mit seiner Déesse einen Mörderreinfall erlebt, vielleicht hat der noch ne Idee´... Moselarndi ist sicher auch ein guter Ansprechpartner.

GRuß

Tin


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Mitglied seit 24.09.2007
1 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo Katazumiri,

vielleicht antworte ich zu spät, vielleicht gärt er schon?

Zwei Erfahrungen für schnelleren Gärstart.

1. Hefe 5 Tage vorher vermehren (1 Glas Most mit der Hefe warmstellen. 25-30 Grad. Ein Tuch darüber).

2. Most sollte zunächst über 20 Grad haben. Wenn die Gärung voll einsetzt, kann er kälter stehen, aber nicht unter 15 Grad.

63 Oe reichen.
Schwefel sollte kein Problem sein, wenn wie vorgeschrieben dosiert (ca 1g pro 10 Liter).

Falls der Most noch nicht schlecht riecht oder schmeckt, wärmer stellen noch 'mal Hefe dazu.
Im äussersten fall auf 70 Grad erwärmen und noch 'mal von vorne anfangen.

Gutes Gelingen
InVinoVeritas
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Mitglied seit 24.06.2005
489 Beiträge (ø0,08/Tag)

ok...dann mal ein paar tipps von mir...
zum Thema KD.... wenn amn sauber arbeitet kommt man vor der Gärung auch ohne aus...

1gr/10ltr...ergibt ca 50mg/l freie So2....für meinen Geschmack eindeutig zuviel...aber wers mag...
beim Rotwein komme ich in etwa mit einem Gesamtschwefel dieser Größenordung aus....

Wichtig beim Hefeansatz...unbedingt rehydrieren...sprich in warmem Wasser auflösen...in deinem Most sind die schon so gut wie tot...bei deinem PH-Wert solltetst du mal die Gesamtsäure messen...wahrscheinlich (bei 63°) hast du ne Säure von 14-15 mg/l...das wird ziemlich bähsauer...
Zum Gärstart kann die Temperatur ruhig etwas wärmer sein...dann wirds einfacher...
Gärsalz kann sicher nicht schaden, aber auf keinen Fall überdosieren...
Den Bentonit hätte ich lieber vor der Klärphase zugesetzt...mitgären lassen ist nicht so ideal...
Zum Absetzen lassen sollte man lieber 24 Stunden einplanen...wenn sich dann noch immer nichts abgesetzt hat dann solltest du ein Klärenzym verwenden...kann man , muß man aber nicht....

Zur Rettung würde ich empfehlen den Saft vom Schmodder abzuziehen, dann mal ordentlich luftreinzuquirlen, damit Sauerstoff rankommt und der freie So2 gebunden wird...dann Hefeansatz rehydrieren mit 1/3 Saft und 2/3 warmem wasser....10 Fache Menge Flüssigkeit bezogen auf die Hefemenge( 200gr/1000ltr!!!!) reicht...
dann 2 Stunden warm stehen lassen und dem saft zugegen....
danach sollte es gehen...
Es sei denn du hast noch Spritzmittelreste im Most oder sonstige Schadstoffe....dann hilft nur Bento0nitmenge erhöhen, eventuell noch Aktivkohle

Viel Spaß noch....


PS.: Für die ganze Ausstattung an Pülverchen und Tools hätte es sicher auch schon 10 Flaschen ordentlichen Wein gegeben...und mit dem Saft hätte man 25 Gläser Traubengelee machen können....Schade drum...
Gruß Moselarndi
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Mitglied seit 04.09.2005
1.402 Beiträge (ø0,23/Tag)

"Für die ganze Ausstattung an Pülverchen und Tools hätte es sicher auch schon 10 Flaschen ordentlichen Wein gegeben...und mit dem Saft hätte man 25 Gläser Traubengelee machen können....Schade drum..."

Das wäre dann aber nicht selber gemacht! Welt zusammengebrochen
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Mitglied seit 24.06.2005
489 Beiträge (ø0,08/Tag)

Hi Frank...
kriegst du neuerdings Provision von Arauner?????
BOOOIINNNGG.... BOOOIINNNGG....
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Mitglied seit 04.09.2005
1.402 Beiträge (ø0,23/Tag)

Nein.

Ich habe nur sagen wollen, daß selber gemachter, wenn auch ziemlich widerlicher Wein für Manche halt erstrebenswerter ist, als fertiger, guter Wein.

Das Weinmachen ist das Interessante, das Produkt steht dabei an zweiter Stelle.

Der Weg ist sozusagen das Ziel!


Für mich allerdings ganz bestimmt nicht!
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