Wein atmen lassen in der Flasche

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Mitglied seit 26.05.2004
5.167 Beiträge (ø1,04/Tag)

Hallo liebe Spezialisten,

oft tut es einem Wein ja sehr gut, wenn man ihn vor dem Genuss atmen lässt. Wenn dies, aus welchen Gründen auch immer, nicht in einem Dekanter geschieht, sondern nur durch Entkorken der Flasche,
reicht es dann, nur den Korken zu entfernen, oder giesst man besser auch ein wenig Wein ab, damit die Oberfläche größer wird???

Ratlose Grüsse.


Alaaf 11.11.11:11

Paul


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Mitglied seit 12.10.2004
5.417 Beiträge (ø1,13/Tag)

Hallo Paul,

richtig erkannt: Ein wenig aus der Flasche ins Glas geben um die Oberfläche zum Atmen zu vergrößern. Dekanter muß nicht sein. Öfters öffne ich bereits morgens/mittags eine Flasche Wein und den gibt\'s dann zum Abend.

Viel Erfolg

***Sonnenschweif
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Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø7,85/Tag)


Wenn Du keinen Dekanter hast, dann öffne die Flasche Wein, fülle sie in ein Glasbehältnis (z.B. einen Krug) und gebe sie wieder zurück in die Flasche. Durch diese Prozedur hat der Wein meistens genug Sauerstoff aufgenommen.

Nur den Korken zu ziehen, das reicht, die Oberfläche ist entschieden zu klein, genug Sauerstoff aufzunehmen, auch wenn man ein wenig abgießt wird es nicht wesentlich besser.

best
susa

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Mitglied seit 25.01.2005
29.438 Beiträge (ø6,25/Tag)

susa, ich schenke dir ein \"nicht\" für den letzten Satz Na!

LG xantula
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Mitglied seit 12.10.2004
5.417 Beiträge (ø1,13/Tag)

Hallo Susa,

da muß ich Dir leider widersprechen. Es reicht sehr wohl, ein Glas voll Wein zu entnehmen und den Rest in der Flasche \"atmen\" zu lassen. So halte ich das schon seit Jahren, u. a. deshalb, weil ich mit die Reinigung des Dekanters ersparen möchte und ich den Wein in der Originalflasche präsentieren möchte.

Viele Grüße
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Mitglied seit 12.10.2004
5.417 Beiträge (ø1,13/Tag)

Hallo Susa,

da muß ich Dir leider widersprechen. Es reicht sehr wohl, ein Glas voll Wein zu entnehmen und den Rest in der Flasche \"atmen\" zu lassen. So halte ich das schon seit Jahren, u. a. deshalb, weil ich mit die Reinigung des Dekanters ersparen möchte und ich den Wein in der Originalflasche präsentieren möchte.

Viele Grüße
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Mitglied seit 16.09.2004
2.799 Beiträge (ø0,58/Tag)

Hallo,

ich bin ein entschiedener Anhänger Susas Umfüllmethode oder besser gesagt der \"Hin-und Herfüll-Methode\", gerade wenn man sich das Dekanterreinigen ersparen will.

Das, was durch die Belüftung im Wein passieren soll ist ja nix anderes als eine chemische Reaktion bestimmter Inhaltsstoffe des Weins mit Luftsauerstoff (ja ich weiß, dass klingt jetzt nicht sonderlich nach Weinromantik). Durch das bisschen Diffusion an den 2 (oder 5, wenn man ein bisschen abtrinkt) Quadratzentimetern Oberfläche passiert einfach nicht genug.

Erst beim Umfüllen selbst wird die Kontaktfläche des Weins mit der Luft wirklich ernstzunehmend groß und der Wein nimmt Sauerstoff auf, was in den folgenden Minuten/Stunden dann zur Beschleunigung des Reifeprozesses führt. Ob das dann wieder in einer Flasche oder in einem Dekanter passiert, ist imho gar nicht mehr so wichtig. (Außer man hat so schöne Karaffen wie Susa, dann bekommt das Belüften noch eine ganz andere Genuß-Dimension. Lachen

Viele Grüße
Matthias
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Mitglied seit 26.05.2004
5.167 Beiträge (ø1,04/Tag)

Liebe Leute,

vielen Dank für eure schnellen postings. Wenn ich die Quintessenz daraus ziehe, scheint Susa\'s Methode am effektifsten zu sein. Es leuchtet ein, dass der Wein durch das Umfüllen einiges an Sauerstoff aufnehmen kann und wie Matthias bemerkt die Beschleunigung des Reifeprozesses stattfindet. Wenn man sichs richtig überlegt, hat man beim Benutzen eines Dekanters dann den doppelten Effekt. Durch Umfüllen in den Dekanter nimmt der Wein Sauerstoff auf und durch die große Oberfläche ebenfalls. Wie lange vor dem Genuss sollte man denn einen Wein in den Dekanter umfüllen??? Oder würde die Susa-Methode doppelt oder dreifach angewendet den Prozeß verkürzen, wenn man z.B. dringend mal was trinken will?????


Alaaf 11.11.11:11

Paul


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Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø7,85/Tag)


Gute Frage, das hängt vom Wein ab. Grundsätzlich wird heutzutage meistens zu viel und zu lange gelüftet, weil ein wenig Brimborium recht schick ist. Nur sehr komplexe kräftige Weine bedürfen des Lüftens (das ist mal eine Satzkomposition Na!), einen Latour z.B. lüfte ich in der Tat schonmal 12 und mehr Stunden, da muss man sich rantrinken.

best
susa

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Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø7,85/Tag)


P.S.

unter diesem Aspekt kann ich der Einfach-Korken-ziehen-und-warten-Methode durchaus zustimmen Na!

best
susa

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Mitglied seit 26.05.2004
5.167 Beiträge (ø1,04/Tag)

Moin, Moin,

im Gegensatz zu Susa denke ich schon, dass Lüften den Geschmack verbessert und halte das auch nicht für Brimborium. Jetzt frage ich mich natürlich, ob man einen Wein auch \"überlüften\" kann. Gut, die Gefahr besteht bei mir eher nicht. Auch würde mich interessiereen, warum nur Rotwein gelüftet wird?? Oder lieg ich hier falsch und es wird auch Weiswein gelüftet???


Alaaf 11.11.11:11

Paul


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Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø7,85/Tag)

Nein, große weisse Burgunder, z.B. einen Puligny Montrachet von Sauzet den lüfte ich auch, aber das sind so die Ausnahmen.

Dass alle Rotweine durch Lüften besser werden, ist wohl eher wishful thinking; kleine Rotweine werden auch durch Lüften nicht zu Ehrfurcht gebietenden Tropfen, im schlimmsten Fall ist es nur umso schneller um den Geschmack geschehen.

best
susa

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Mitglied seit 26.05.2004
5.167 Beiträge (ø1,04/Tag)

Danke


Alaaf 11.11.11:11

Paul


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Mitglied seit 11.06.2003
1.723 Beiträge (ø0,33/Tag)


Small afterthought:

Dass das Lüften den Alterungsprozess beschleunigt ... ich denk, es nimmt die Ecken und (im Extremfall) Spitzen weg, macht den Wein etwas runder. Dass es irgendwas für die sekundären/Altersaromen tut, nöö! Schmeck ich nicht so,

O.
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Mitglied seit 28.06.2011
111 Beiträge (ø0,05/Tag)

Obwohl der Tread schon so alt, will ich trotzdem auch meinen (Anfänger-)Senf dazu abgeben. Lachen

Ich gehöre erst seit ein paar Monaten zu den Weintrinkern, wobei ich trockene Rotweine bevorzuge.
Meine getesteten Wein sind bisher alle aus dem Supermarkt bis 5,-€.
Dabei habe ich einen mit 2,79€ sehr preiswerten Rotwein, den trockenen 2012er Spätburgunder aus Baden entdeckt.
Dessen Geschmack war überdurchschnittlich fruchtig und sein Aroma sehr stark angenehm duftend.

Diesen Wein hab ich gleich nach dem Öffnen getrunken und immer gleich wieder verschlossen. So hab ich bisher alle Weine getrunken.

Nachdem ich davon die zweite Flasche probiert hatte, war ich arg enttäuscht, denn diese hatte weder ein Aroma noch einen Geschmack.
Nach einiger Überlegung fiel mir das Stichwort 'Atmen' ein und so ließ ich denn die dritte Flasche des gleichen Weins erstmal 2 Stunden offen stehen.

Und siehe da, jetzt war das betörende Aroma wieder da und auch der herrliche Geschmack. Lächeln

Ich finde es interessant, wie sich so ein Wein verwandeln kann.
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