Kanadagans/Wildgans gar nicht zäh und trocken sondern super lecker!


Mitglied seit 27.05.2007
16 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo zusammen,

nachdem ich von einem Arbeitskollegen eine Kanadagans bekommen habe, hatte ich mich auf die Suche nach einem
leckeren Rezept dafür gemacht.
Leider war ich irgendwie nicht fündig geworden, im Gegenteil, alle Kommentare, die ich zur Zubereitung dieses
Wildvogels gelesen habe, fielen vernichtend aus. Zäh und ungenießbar sei so eine Kanadagans und irgendwo
habe ich sogar gelesen, dass die beste Art eine Wildgans zuzubereiten sei, diese vier Stunden im Ofen zu braten,
danach ein Loch zu graben, die Gans heinein zu schmeißen und anschließend lecker zu gehen. Jajaja, was auch immer!
Da ich die Gans aber nun schon in der Gefriertruhe hatte, wollte ich sie auch zubereiten, und so habe ich es gemacht:

Zunächst habe ich eine Buttermilchbeize hergestellt (Buttermilch, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Orangenscheiben, Apfelessig und
Honig) und habe die Gans darin für zwei Tage eingelegt.
Heute Morgen um fünf bin ich aufgestanden, müde habe die Gans aus der Beize genommen, gewaschen und gefüllt (mit einer Dörrobst-Semmelfülle aus getrocknenten Äpfeln, Aprikosen, Pflaumen und Birnen, altbackenen Brötchen, Zwiebeln, Milch, Ei, Salz und Pfeffer).
Danach habe ich sie gesalzen und gepfeffert auf die Fettpfanne in meinen Ofen gepackt. Etwas Wasser und Rotwein, Zwiebeln, Karotten und Sellerieknolle aufs Blech dazu und dann auf 80°C für sechseinhalb Stunden sich selbst überlassen.
Dann die Gans aufs Backblech gepackt und den Bratsud in eine Fettkanne gegossen.
Den Sud habe ich stark entfettet durch ein Sieb in einen Topf geschüttet und je ein Glas Wildfond und Geflügelfond dazugegeben. Ausserdem mit einem ordentlich Schuß Glühwein und etwa 30 ml Orangensaft verfeinert. Schließlich die Soße mit etwas angerührter
Speisestärke gebunden.
In der Zwischenzeit hatte ich die Gans noch mit Salzwasser bestrichen und für die letzten 20-30 Minuten vor dem Servieren noch bei 200° C übergrillt.
Ich weiss nicht, wie die Kanadagänse üblicherweise zubereitet werden, aber nach dieser Vorgehensweise, war der Braten der Hammer!
Das Fleisch war so zart und saftig und hat überhaupt nicht aufdringlich nach Wild geschmeckt. Dafür war die Fluggans natürlich wesentlich magerer, als eine normale Hausgans. Eine echte Delikatesse!
Ich hatte Kartoffelklöße und Rotkohl dazu serviert und somit war dieses Essen wirklich perfekt.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich durchaus einmal an dieses Wildgeflügel heranzutrauen. Es es einfach mal etwas anderes und super lecker noch dazu!

Liebe Grüße

Melanie
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Mitglied seit 24.03.2008
14.390 Beiträge (ø3,53/Tag)

Hallo Melanie,
schön, dass dein Vogel gut geraten ist. Ich glaube die Probleme treten auf, wenn die Gans zu viele Flugstunden hinter sich hat, sprich ein altes Tier ist. Welches Gewicht hatte deine Gans?
Gruß Lollo
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Mitglied seit 27.05.2007
16 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo Lollo,

es war nach Angaben meines Kollegen tatsächlich eine junge Gans.
Ich hatte sie nicht gewogen, schätze aber sie hatte etwa 3500 g. Vielleicht auch ein wenig mehr.

Gruß Melanie
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Mitglied seit 24.12.2015
1 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo Melanie,

Danke für das tolle Rezept. Meine erste Kanadagans hat dank Deinem Rezept super geschmeckt.

Schöne Weihnachten
Ralf
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Mitglied seit 18.04.2018
1 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo Melanie,

danke für das Rezept. Alle anderen Kanadagans-Rezepte die ich fand sahen einen Bräter vor, den ich nicht besitze. Aber mit dieser Methode hat es prima geklappt, das Fleisch war zart und saftig.

Ich habe die Zeiten und Temperaturen leicht variiert: zuerst 5 Minuten bei etwa 240 Grad, dann direkt runtergestellt auf 90 Grad und sieben Stunden vor sich hin schmurgeln lassen. Einmal pro Stunde habe ich sie mit dem Bratensud übergossen, obwohl das wahrscheinlich nicht mal nötig gewesen wäre. Zum Schluss nur noch 5 Minuten lang übergrillt und dann den Ofen einfach ausgestellt und die Gans noch 10 Minuten dringelassen.

Unsere Gans hatte 3,7kg und war ein halbes Jahr alt. Also, junge Kanadagans kann ich nur empfehlen.
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