Gurkenaufguss (ohne Gurken) kochen - 1. Versuch verdorben? 2. Versuch - Tipps?

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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 10.08.2017
13 Beiträge (ø0,02/Tag)

In dem gekauften Sud sind aber nicht alle Gewürze drin, wie bei einem Glas aus dem Supermarkt. Siehe Auflistung im Eingangspost. Dort sind keine Senfkörner, keine Pfefferkörner, kein Dill etc enthalten.

Noch einmal meine Bitte: Ich bin nicht hier um die wissenschaftliche Methodik zu diskutieren. Unsere Gruppe besteht selbst aus mehreren Wissenschaftlern mit der entsprechenden Erfahrung.

Allerdings sind wir keine Köche, ebenso wenig, wie ihr Wissenschaftler seid. Wenn also jeder in Teamarbeit das beisteuern würde, womit er/ sie sich auskennt, könnten wir ein qualitativ hochwertiges Ergebnis erzielen.

Darum noch einmal die Bitte um eure Expertise im Kochen, nicht in der Medizin, nicht in der quantitativen Forschung etc.
1. Gibt es eine Möglichkeit herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine Essigmutter handelt? Der Sud ist sehr dunkel, man erkennt da nicht viel.
2. Oder alternativ: Gibt es einen Test, um herauszufinden, ob es nicht doch Hefepilze sind?
(Außer probieren.)
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Mitglied seit 10.04.2006
51.316 Beiträge (ø10,33/Tag)

Feodora,

der gekaufte Sud wäre auch für mich nichts.

Das kann man mit dem selbstgemachten Sud nicht vergleichen, egal ob man den zum Gurken einlegen oder zum trinken benutzt.


katir
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Mitglied seit 10.04.2006
51.316 Beiträge (ø10,33/Tag)

Eine Essigmutter ist eine gallertartige, Fäden ziehende Masse . Sieht das so aus bei dir?

Essigmutter kann sich sich in jedem handelsüblichem Essig nachträglich bilden.
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 10.08.2017
13 Beiträge (ø0,02/Tag)

Wir sind nicht darauf fixiert, dass es ohne Gurken funktioniert. Das ist nur eine der Variationen auf der unabhängigen Variable neben vielen anderen, aber eben die, mit der wir anfangen. Wenn wir herausfinden wollen, ob es auch ohne Pfeffer geht, dann lassen wir halt das nächste Mal den Pfeffer weg, wenn wir herausfinden wollen, ob es auch ohne Dill geht, lassen wir das nächste Mal den Dill weg usw. ... Und jedes Mal schauen wir, ob eine Wirkung erzielt wird oder nicht, um so eingrenzen zu können, welche Inhaltsstoffe tatsächlich eine Wirkung erzielen und welche nicht.

So oder so: Um Manipulationen vornehmen zu können, muss der Sud selbst gekocht werden.
Darum bin ich hier.

Danke dir katir (Piment hatte ich übrigens vergessen aufzulisten, das war auch noch drin).
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 10.08.2017
13 Beiträge (ø0,02/Tag)

Also gallertartig trifft auf jeden Fall zu, auch wenn es bis jetzt nur ganz leicht gallertartig ist, vielleicht weil sie sich noch nciht so richtig manifestiert hat? So richtig fest wie auf den Bildern, die Chefkoch_EllenT verlinkt hat, ist es nicht. Und man kann es einfach wegrühren.
Fäden zieht es auch keine.
Aber ich habe jetzt doch tatsächlich einfach mal probiert... ! Schmeckt meiner bescheidenen Meinung nach nicht verdorben. Ist sogar erstaunlicherweise gar nicht so scharf wie ich erwartet hatte.
ich behalte das vielleicht einfach mal im Auge, bevor ich es jenem Freund gebe. Wenn es in einer Woche immernoch cniht verdorben schmeckt, sollte es wohl in ordnung sein...?
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Mitglied seit 21.02.2007
28.328 Beiträge (ø6,09/Tag)

Pfeil nach rechts ​Allerdings sind wir keine Köche, ebenso wenig, wie ihr Wissenschaftler seid Pfeil nach links


Du wirst es vielleicht nicht glauben wollen, aber es soll auch Wissenschaftler geben, die kochen können.


Die meisten mikrobiologischen Labors werden dir sehr schnell mitteilen können, ob es sich um Essigsäurebakterien oder Hefen handelt.
So, wie du es beschreibst, handelt es sich um Essigmutter.


Ich würde die Wirkung eher im Zusammenspiel zwischen den Inhaltsstoffen der Gurke und den Lösungseigenschaften des Suds sehen.
Das kannst du aber nur im Parallelversuch (reiner Sud im Vergleich zum Gurkenprodukt) nachstellen. Dieser macht aus meiner Sicht nur dann Sinn, wenn du die Bedingungen der industriellen Herstellung des Essigprodukts, das Wirkung zeigte, so halbwegs nachstellst. was ich für schwierig halte.
Dazu gehören absolut frische Gurken (feldfrisch), ein Aufguss mit 2,5% Säuregehalt und ein Pasteurisierungsprozess. Den wirst du so nicht hinbekommen, weil du vermutlich keine Möglichkeit der Kurzzeiterhitzung auf 80°C hast.
Ich weiß nicht, welche Stoffe dabei alle in Lösung gehen; die Gurke ist erstaunlich vielseitig. Da aber Gurkenwasser völlig anders schmeckt als ein Gurkenaufguss, sind da zumindest etliche geschmacksaktive Stoffe dabei, die möglicherweise auch wirksam sind.
Dies muss nicht an der Kurzzeiterhitzung liegen, sondern kann auch durch die Lagerzeit kommen, bis das ganze 'rund' schmeckt. Auch dabei gehen Stoffe in Lösung.

Guck dir doch mal Katirs Rezeptvorschlag für den Sud an, pack evtl. noch deine Gewürze dazu, von denen du meinst, sie gäben den Ausschlag, stell damit Essiggurken her und mach nach 6 - 8 Wochen den Test, ob zwischen dem reinen Sud und dem Gurkenaufguss ein Unterschied feststellbar ist.

LG Carrara
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 10.08.2017
13 Beiträge (ø0,02/Tag)

Danke dir Carrara. Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht und werden einfach mal alles ausprobieren. :)
Wenn am Ende die Rezepturen ohne Gurken nicht helfen, werden halt doch wieder die Gekauften hermüssen (oder selber machen, was dann aber wenig Sinn ergibt, denn die Gurken hätten wir dann so oder so am Hals).
Die Nachstellung der industriellen Produktion ist tatsächlich schwierig. Auf der Versuchsliste steht auch noch, dass wir selbst Sud MIT Gurken kochen und schauen, ob das wirkt. Wenn nicht, dann wissen wir, dass es irgendetwas im industriellen Herstellungsprozess ist und wir auch dann wieder die aus dem Supermarkt holen.

Hauptsache ist erstmal, zu wissen, dass der Sud wahrscheinlich nicht verdorben ist und dass ich jenem Freund keine Lebensmittelvergiftung beschere, wenn er das trinkt.^^

Ich kann mir übrigens gut vorstellen, dass der Sud tatsächlich wirkt. Obwohl er unerwartet mild war und gar nicht so scharf und ätzend wie ich gedacht hätte, wurde kurz darauf meine Zunge taub. Ein bisschen wie beim Zahnarzt. Also durchaus möglich, dass das neurologisch wirkt. Bleibt aber abzuwarten, ich selbst habe leider keine Krämpfe, um das zu testen. :D
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Mitglied seit 21.02.2007
28.328 Beiträge (ø6,09/Tag)

Ich wollte dir auch nicht empfehlen, jetzt permanent Gurken einzulegen, sondern einfach mal den Vergleich 'mit Gurke/ohne Gurke' anzutreten und dabei möglichst ähnliche Bedingungen wie die Industrie einzuhalten.

Wenn du die Gurken kochst, machst du etwas, was so gar nicht zu den übrigen Versuchen passt. Gekochte Gurken kommen ja bislang bei den Experimenten noch gar nicht vor.
Mal etwas anderes: sind denn verschiedene Industrieprodukte wirksam? - oder nur die, eines bestimmten Herstellers?
Die Rezepturen von Essiggurken unterscheiden sich ja nicht nur wenn man sie privat zubereitet, sondern auch in der Industrie, und zwar gewaltig.

Angst musst du übrigens weder vor Essigsäurebakterien noch vor Hefen haben.
Da ich immer noch von einem Bodensatz o. ä. durch Essigsäurebakterien ausgehe, kannst du sie ja mal abfiltrieren. Dann sieht das erstmal wieder etwas hübscher aus.
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Mitglied seit 04.09.2006
8.188 Beiträge (ø1,7/Tag)

Zur Essigmutter: Anfangs ist sie tatsächlich noch sehr dünn. Ich hatte schon welche, die einfach nicht fester werden wollten. Fäden gezogen haben meine auch nicht.
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Mitglied seit 22.09.2014
3.411 Beiträge (ø1,81/Tag)

Hallo,

so, eine abschließende Frage habe ich aber immer noch. Du schreibst:

➡Wir sind nicht darauf fixiert, dass es ohne Gurken funktioniert. Das ist nur eine der Variationen auf der unabhängigen Variable neben vielen anderen, aber eben die, mit der wir anfangen. Wenn wir herausfinden wollen, ob es auch ohne Pfeffer geht, dann lassen wir halt das nächste Mal den Pfeffer weg, wenn wir herausfinden wollen, ob es auch ohne Dill geht, lassen wir das nächste Mal den Dill weg usw. ... Und jedes Mal schauen wir, ob eine Wirkung erzielt wird oder nicht, um so eingrenzen zu können, welche Inhaltsstoffe tatsächlich eine Wirkung erzielen und welche nicht. ➡

OK, soweit verstanden, macht ja auch Sinn irgendwie.

Aaaaaber: Würde es nicht irgendwie auch für meinen beschränkten Verstand mehr Sinn machen, zuallererst einmal GURKENWASSER mit GURKEN (also so wie im Ausgangsprodukt, das ja anscheinend hilft) auszuprobieren, und wenn das dann den gewünschten Effekt erzielt, zu versuchen die eine oder andere Zutat wegzulassen wegen "hilft nix"? Wenn mann DANN die Gurken weglässt und es hat immer noch den gewünschten Effekt, dann könnte ich das ja verstehen, aber so?

Ich kapier's einfach nicht. Das ist so, als würde man eine Schwarzwälderkirschtorte ohne Sahne backen und dann versuchen, auch noch das Kirschwasser, den Kakao und die Kirsche wegzulassen, vielleicht schmeckt es ja auch ohne....

Lieben Gruß

TanteAnnette
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Mitglied seit 21.02.2007
28.328 Beiträge (ø6,09/Tag)

Annette,
das Gurkenwasser mit Gurken, das wirkt, kennt man ja in seiner Zusammensetzung überhaupt nicht. Von der exakten Prozessführung bei der Herstellung mal ganz zu schweigen und die natürlichen Schwankungen der Zutaten ebenfalls mal ausgeblendet.
M. E. bringt eine Versuchsreihe wirklich nur dann etwas, wenn ich ein selbst hergestelltes Produkt habe, das wirkt.
Eine Zutat nach der anderen wegzulassen, kenne ich in dieser Form auch nicht. Mein Gegenstück zum Gurkenwasser (dessen exakte Zusammenstellung samt Herstellprozess ich kenne), wäre erst einmal die 2,5%ige Säure und dann halt etwas das einen Teil der Zutaten weglässt......
Aber die Methode sollte ja nicht in Frage gestellt werden.

Was mich total stutzig macht, ist die spontane Wirkung. Da ist ja noch nichts im Magen gelandet, geschweige denn verstoffwechselt.
Es muss also etwas sein, dass schon bei Kontakt mit der Mundschleimhaut..... einen Effekt erzielt.
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 10.08.2017
13 Beiträge (ø0,02/Tag)

Die Gurken kommen deswegen bislang nicht vor, weil wir ja die am liebsten los haben wollen, weil wir nicht wissen, wohin mit so vielen Gurken. Nur deswegen wollen wir ja überhaupt schauen, ob es auch ohne geht, ansonsten würden wir einfach weiter aus dem Supermarkt kaufen. Aber solange wir nicht andauernd Gurken essen wollen, ist es natürlich am sinnvollsten erstmal zu schauen, ob man die nicht weglassen kann.
Ich glaube, da es sich hier um ein Kochforum handelt, wo viele Leute natürlich alles gerne selber herstellen, anstatt Fertigprodukte aus dem Supermarkt zu kaufen, sind vielen Leuten, die Gründe, warum wir das selber machen wollen, ziemlich fremd. Wir wollen nämlich gar nichts selber machen! Wir sind faul! Wir wollen einfach keine Gurken mehr essen! (Und auch nicht wegschmeißen.) Deswegen: "Gurkenwasser" selber machen, aber eben ohne Gurken.
"Ich kapier's einfach nicht. Das ist so, als würde man eine Schwarzwälderkirschtorte ohne Sahne backen und dann versuchen, auch noch das Kirschwasser, den Kakao und die Kirsche wegzulassen, vielleicht schmeckt es ja auch ohne...." Und um Geschmack geht es uns auch gar nicht. Betrachte dein Beipiel mal nicht in Bezug auf Geschmack, sondern eine Allergie. Dann würde das absolut Sinn ergeben, die Sahne wegzulassen, um zu schauen, ob jemand lactoseintolerant ist. Wenn er immernoch allergisch reagiert, lässt man beim nächsten Mal stattdessen Kirschen weg, um zu schauen, ob es die Kirschen sind, die die allergische Reaktion hervorrufen. Und so verfährt man eben immer weiter.

Aber wie gesagt, ich wollte die Methodik nicht ausdiskutieren und werde mich jetzt auch nicht mehr weiter dazu äußern, einfach weil mir das zu viel meiner Zeit raubt.

Anscheinend unterscheiden sich die Industrieprodukte untereinander tatsächlich in ihrer Wirkung. Da wir nur eine einzige Versuchsperson haben, ist das aus wissenschaftlicher Sicht aber schwierig da jetzt schon eine definitive Aussage zu treffen. Da könnten auch andere individuelle Faktoren reinspielen, die dazu führen, dass es mal besser wirkt und mal schlechter, vielleicht hat es auch etwas damit zu tun, wie er das dann bei sich zu Hause lagert (draußen oder Kühlschrank). Die Zutatenlisten auf den Gläsern aus dem Supermarkt enthalten auch keine genaue Auflistung. Da steht dann "Gewürze". Aber welche, das weiß man nicht.

Die spontane Wirkung ist auch der Grund, warum vermutet wird, dass dem Ganzen ein neurologischer Wirkmechanismus zugrunde liegt. Primitiv ausgedrückt: Als ob es eine Art "Reflex" wäre, der durch einen bestimmten Geschmack ausgelöst wird...
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Mitglied seit 02.07.2015
1.043 Beiträge (ø0,65/Tag)

Hallo Zinn_und_Blei,

ein Freund von mir, der öfter unter Krämpfen leidet (warum, dazu werde ich mich hier nicht äußern), hat festgestellt, dass ihm das regelmäßige Trinken von mit Wasser verdünntem Apfelessig hilft. Das wäre vielleicht ein Tipp für Dich. Der Apfelessig wird übrigens aus selber hergestelltem Apfelsaft gewonnen. Die Äpfel sind unbehandelt und stammen von Streuobstwiesen in den Karawanken.

Deine Aussage "Ich glaube, da es sich hier um ein Kochforum handelt, wo viele Leute natürlich alles gerne selber herstellen, anstatt Fertigprodukte aus dem Supermarkt zu kaufen, sind vielen Leuten, die Gründe, warum wir das selber machen wollen, ziemlich fremd." finde ich erheiternd. Es gibt in diesem Kochforum weniges, was uns fremd ist. 😉

Lieben Gruß

Ellen


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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 10.08.2017
13 Beiträge (ø0,02/Tag)

Wow, Danke Chefkoch_EllenT für den Tipp! Das kommt direkt mit auf die Liste der Sachen, die noch auszuprobieren sind! 😇
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Mitglied seit 18.03.2014
8.818 Beiträge (ø4,26/Tag)

Zitat von Gelöschter Benutzer am 11.08.2017 um 13:43 Uhr

„Wir wollen einfach keine Gurken mehr essen! (Und auch nicht wegschmeißen.) Deswegen: "Gurkenwasser" selber machen, aber eben ohne Gurken.“



Irgendwo weiter oben hat es schon jemand geschrieben. Ist aber scheints untergegangen: Frag doch mal deinen Metzger oder an der Fleischtheke im Supermarkt. Die verkaufen meist lose Gewürzgurken die im 10L Eimer kommen. Den Sud schütten sie dann weg. Wenn der funktioniert kannst du bestimmt mehr bekommen als dein Freund trinken kann.

Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

Ich koche gerne mit Alkohol. Manchmal gebe ich sogar welchen ins Essen (Vincent Klink)
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