Früchte trocknen - Energieverbrauch im Vergleich von Dörrapparat und Umluftbackofen

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Mitglied seit 11.06.2005
15.415 Beiträge (ø2,54/Tag)

Hallo zusammen,

in den letzten Tagen hatte ich mehrere Eimer dicke Mirabellen zu verarbeiten und habe einige davon getrocknet. Da ich neulich einen Dörrapparat (ABC Modell 601) geschenkt bekommen habe, wollte ich wissen, welche Methode wieviel Strom verbraucht.

Der ABC hat 4 Ebenen und eine Zeitschaltuhr bis 12 Stunden, 3 Heizstufen. Lt. Tabelle sollten sie 8-12 Stunden bei Stufe 2 trocknen. Da sie sehr groß waren, habe ich auf 12 Stunden gestellt und musste am nächsten Tag noch zweimal eine halbe Stunde laufen lassen.

Leider habe ich die Früchte vor dem Trocknen nicht gewogen, wäre ja auch interessant gewesen, aber für die Frage des Energieverbrauchs ist es nicht soo wichtig. Das Ergebnis waren ziemlich genau 600g getr. Mirabellen, und gekostet hat das Trocknen 8 Kilowattstunden, das sind bei unserem Tarif etwa 2 €.

Am nächsten Tag habe ich 4 Bleche voll Mirabellen in meinem Umluftofen zu trocknen begonnen, immer wieder für 15 bis 20 Minuten auf 50° Umluft gestellt, danach eine Zeitlang bei geöffneter Tür abdampfen lassen, dann wieder auf 50° und so weiter, bis die Früchte trocken genug waren, was nach 2 Tagen soweit war, mit Pausen über Nacht oder wenn ich wegmusste.

Hierbei war das Ergebnis gut 1200 Gramm und ein Verbrauch von 6,8 Kilowattstunden, also ca. 1,70 €.

Also kostet die Backofenmethode weniger als halb soviel Strom wie der Dörrapparat, bezogen auf 100 g Früchte bei jeweils voller Ausnutzung, wobei ich sagen muss, dass die Früchte aus dem Apparat eher gelb geblieben sind und etwas besser schmecken als die aus dem Backofen, die braun sind, aber auch lecker. Ich habe gegen Ende aber festgestellt, dass mein Ofen bei der Einstellung 50° eigentlich 65° heiss wird, was etwas zu heiss ist. Jetzt experimentiere ich gerade mit 4 Blechen Birnenschnitzchen und heize immer nur 3 - 4 Min. und dann nur noch Licht an mit Umluft, um die Wärme gleichmäßig zu verteilen, dann klappt es mit den 50°, ist aber natürlich etwas mühsam, andererseits auch wieder etwas energiesparender.

Vielleicht ist es ja auch für andere hier interessant, das zu wissen, die genauso gerne Früchte trocknen wie ich. Am bequemsten ist es natürlich mit dem Dörrapparat, aber ich finde das doch recht teuer. Ist andererseits nicht sehr überraschend, da dabei die Wärme ja einfach nur durchgeblasen wird und nicht beim Zirkulieren besser ausgenutzt werden kann.

Herzlichen Gruß

Nena
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Mitglied seit 11.06.2005
15.415 Beiträge (ø2,54/Tag)

Hallo zusammen,

scheint ja doch nicht so auf Interesse zu stossen, wie ich dachte. Trocknet Ihr alle im Dörrapparat, oder eher im Backofen? Oder vielleicht überhaupt nicht?


LG Nena
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Mitglied seit 31.05.2007
26 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo Nena 108,

doch, ich interessier mich, Dein Beitrag über getrocknete Früchte ist mit viel Liebe geschrieben, wenn auch wenig Resonanz gekommen ist liegt vielleicht am Nichtwissen oder auch wegen der immer höher kletternden Energiepreise. Bei uns kennen wir das Sprichwort:"Was der Bauer nicht kennt isst er nicht".
Ich möchte da ich einen großen Garten habe mit einigen Obstbäumen, Quitten, Mirabellen, Birnen, Äpfel und Pflaumen es mit Deiner Rezeptur einmal ausprobieren.
Kann ich auch Quitten trocknen, sie sind doch sehr hart Wichtige Frage
Werden die Mirabellen kompl. mit Steinen getrocknet Wichtige Frage
Werden Birnen u. Äpfel geschält und in Scheiben, wie dick müssen sie sein Wichtige Frage
Habe von Bekannten einen Dörrapparat vor sehr langer Zeit geschenkt bekommen, der seine Tage im Keller verbringt ohne in jemals gebraucht zu haben.
Da Du aber die Rechnung mit der verbrauchten Energie vorgerechnet hast werde ich nur den E-Herd benutzen.

Mit großer Erwartung warte ich auf Deine Antwort ...
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Mitglied seit 11.06.2005
15.415 Beiträge (ø2,54/Tag)

Hallo schlehenfan,

entschukdige, dass ich jetzt erst antworte, bin letzte Nacht erst aus dem Urlaub gekommen...

Freut mich, dass Dir der Beitrag was gebracht hat. Ich finde das Trocknen von Früchten immer wieder Klasse, und die ganze Familie isst sie gerne. Ich finde es natürlich auch gut, wenn meine Kindere die dann gern für die Pause als Zugabe mit in die Schule nehmen.

Übrigens trockne ich ab und zu auch im Holzbackofen in unserem Ort, das klappt genial und geht ruckzuck, aber da muss ich das Glück haben, dass gerade mindestens 4 Tage nicht gebacken wird und die Früchte am passenden Tag verarbeitet werden können, denn ich kann sie erst anderthalb Tage nach dem letzten Backen reintun, sonst ist der Ofen immer noch auf 100° oder mehr, und das ist zu heiss. Und dann müssen sie auch 24 Stunden drin sein können, zumindest Zwetschgen, die ja recht dick sind. Aber das nur am Rande und zur Ergänzung.

Nun zu Deinen Fragen:

Ich entsteine alle Früchte und lege sie flach hin, damit die Luft gut drankommt. Quitten machen etwas Arbeit, schmecken dafür aber sowas von lecker! Ich nehme dafür immer die schönsten Früchte, (die kleineren oder krummen kommen ins Gelee) schneide sie in möglichst dünne Scheibchen, so 1 - 3 mm dick, lege sie kurz in eine Mischung von Zitronensaft und Wasser (50:50) und schichte sie danach in einer Schüssel, wobei ich dünn Zucker auf jede Schicht streue. Die lasse ich dann über Nacht abgedeckt im Kühlschrank stehen, dürfen auch 24 Stunden sein, und gieße den gezogenen Saft ab in den Topf für das Quittengelee. Der meiste Zucker ist dann weg, aber ein kleiner Rest sowohl von der Zitrone als auch von dem Zucker bleibt geschmaclöich noch an den Quitten. Diese lege ich dann auf Backpapier und trockne sie wie beschrieben.

Sie sehen danach braun und eher unansehnlich aus, keiner errät noch, welche Früchte das waren. Wenn man sie kaut, denkt man im ersten Moment "was ist das denn für ein zähes Zeug?", aber schon nach wenigen Sekunden explodiert einem förmlich das Quittenaroma im Mund, und sie schmecken nur einfach lecker. Selbst meine kleine Tochter mag sie gerne.

Äpfel schneide ich auch in ca. 3-4 mm dicke Schnitzchen, Apfelringe sind mir zu mühsam und außerdem bleibt so oft ein harter Rest vom Kerngehäuse dran, was ich nicht ausstehen kann. Und bei Schnitzchen kann man auch Äpfel verwerten, die keine perfekte Form haben, oder von denen man etwas abschneiden musste. Ich schäle sie selten, außer vielleicht, wenn eine Sorte ganz harte Schale hat oder wenn sie nicht ungespritzt sind.

Birnen habe ich neulich zum ersten Mal gemacht und war erstaunt, dass sie offenbar deutlich mehr Wasser enthalten als Äpfel. Ich habe sie gleich dick geschnitten, aber nach dem Trocknen waren sie nur noch hauchdünn. Muss man also dicker lassen.

So, ich hoffe, ich habe nichts übersehen. Wenn Dir noch mehr Fragen einfallen, melde Dich einfach!

Gutel Gelingen und lieben Gruß

Nena
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 05.02.2006
1.851 Beiträge (ø0,32/Tag)

Hallo Nena, habe gerade mal durchgelesen, was du geschrieben hast...

ich persönlich benutze für meine Apfelchips den Dörraperat.

Was ich noch als kleinen Tipp schreiben wollte zum Äpfeldörren.... ich schneide mit einem Kernhausentferner (so ein rundes Ding) das Gehäuse raus und hobel die Äpfel dann in scheiben auf meinem Gemüsehobel...dann sind die Scheiben ca 2-3 mm dick und dörren leicht in ca 2 Stunden und sind hinterher wenn man sie gleich nach dem Abkühlen un Luftdichte Gläßer abfüllt knackig wie echte Chips! und man hat ganz viel Zeit gespart als wenn man (wie ich bis vor kurzem) versucht gleichmäßihe Scheiben zu schneiden...das geht eben leider nicht!


Was wir auch sehr lieben ist wenn man direkt nach dem dörren etwas Puderzucker und Zimt drüber streut und dann ins Glas gibt!! Lecker Weihnachtlich...

(Nur leider komm ich nie mit dem Produzieren nach weil sie immer so schnell weg sindtraurig)

Wo wohnst du denn daß bei euch in der Gemeinde auch noch im Backhäuschen gebacken wird?? Das kenne ich noch aus meiner Kindheit bei uns im Ort da hab ich immer mitgeholfen...und heute wird glaub auch noch einmal im Monat oder so gebacken...

LG Cat
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Mitglied seit 15.01.2005
8.826 Beiträge (ø1,42/Tag)

Hallo Nena,

ich hätte auch noch eine Frage und zwar zum Quittendörren. Schälst du die Quitten vor dem trocknen? Wahrscheinlich schon, die Haut ist ja schon ziemlich hart und zäh?

Ich hab mir vor kurzem einen Stöckli Dörrex angeschafft und bin so begeistert. Ich habe innerhalb kürzester Zeit schon so viele Sachen gedörrt und alles ist so gut geworden. Die Apfelringe sind so megageil (*ups ... *rotwerd*) Quitten wären jetzt noch das Tüpfelchen auf dem i Lachen

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen Lächeln

Grüßle Inge

Die Neunte Muse heißt Pampel
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Mitglied seit 11.06.2005
15.415 Beiträge (ø2,54/Tag)

Hallo Cat und Inge,

das mit dem Hobeln muss ich mir auch mal überlegen, vielen Dank für den Tipp! Du hobelst wahrscheinlich mit der Maschine, oder? Sonst bleibt ja immer ein Stück übrig - aber das könnte man ja auch aufessen oder anderweitig verwenden....

Inge, nein ich schäle die Quitten nie. Man merkt die Schale eigentlich überhaupt nicht, sie ist auch nicht hart oder zäh. Ich weiss aber nicht, ob das Sortenspezifisch verschieden ist. Allerdings habe ich mittlerweile sicher von 10 verschiedenen Bäumen Quitten verarbeitet im Lauf der Jahre, aber ich musste sie noch nie schälen.

LG Nena
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Mitglied seit 15.01.2005
8.826 Beiträge (ø1,42/Tag)

Hallo Nena,

na super, schon weniger Arbeit Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Vielen Dank für deine Antwort. Ich bin echt gespannt auf die getrockneten Quitten. Das habe ich noch nie gegessen. Let´s cook baby!

Grüßle Inge

Die Neunte Muse heißt Pampel
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Mitglied seit 25.10.2006
3.753 Beiträge (ø0,67/Tag)

habe mich mal durch eure Diskussionen gelesen Lächeln Ich habe noch nie gedörrt, aber Apfelringe hechel...
Meine Frage, wenn ich sie also so dünn hoble, auf ein Backblech mit Backpapier und bei 50ºC 2 Stunden in den Ofen - fertig???
Und Bananen??
Denn ich lebe auf Madeira und habe eigentlich das ganze Jahr massenweise Bananen, aber zur Zeit einen Feigenbaum, und bald kommen auch die ersten Anonas (cheremoya/Zuckerapfel)
Weiss da jemand bescheid?

Ich stelle mir vor getrocknetes Obst, schön verpackt als Weihnachtsgeschenk.... persönlich und essbar Na!
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Mitglied seit 15.01.2005
8.826 Beiträge (ø1,42/Tag)

Hallo,

also in meinem Dörrapparat gehen die Äpfel schon länger als 2 Std. na dann...

Ich stelle die Temperatur auf 70 ° und dann trocknen sie gut 12 Std, je nach Dicke der Apfelringe auch 14 Std.

Aber sie schmecken wirklich super, unheimlich süß und lecker wo bleibt das ...

Grüßle Inge

Die Neunte Muse heißt Pampel
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 05.02.2006
1.851 Beiträge (ø0,32/Tag)

Hallo,

ich hobel per Hand mit einem normalen Gemüßehobel...da bleibt nur ganz wenig über da ich den Aufsatz mit den "Stacheln" benütze...und die enden sind ziemlich schnell aufgegessen oder sie kommen ins Müsli oder unser Pferd freut sich drüber!

Die Ringe gehen nur desshalb so schnell, weil es Ganz dünne Scheiben sind...und wenn sie fertig sind sind sie dann wie Chips! Bei einem halben cm und meht geht es schon wesetlich länger...

Und @sneto ich würde die Äpfel aber auf einem Gitter trocknen nicht auf dem Blech. Wobei ich aber nicht sicher sagen kann daß es garnicht empfehlenswert ist...machte ich halt so da ich das Gefühl hatte daß die sonst ans Blech kleben würden und auch keine Luft von unten dran kommt... (lasse mich aber auch eines besseren belehren!)

LG Cat
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Mitglied seit 11.06.2005
15.415 Beiträge (ø2,54/Tag)

Hallo Cat,

da hast Du schon recht, ich lege das Backpapier auch immer möglichst auf Gitter, ohne kleben sie bei mir an. Ich habe aber nur 3 Gitter, aber 4 Einschübe in meinem Ofen, also ist immer mindestens ein Blech dabei. Auf Gittern trocknen sie schon etwas schneller, weil das Papier dann auch nach unten Feuchtigkeit abgibt.

LG Nena
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Mitglied seit 13.10.2006
473 Beiträge (ø0,08/Tag)

Hallo!
Ich hatte die Äpfel bisher immer mit der Brotschneidmaschine aufgeschnitten.An den Gemüsehobel hatte ich garnicht gedacht ,aber die nächsten Äpfel werden gehobelt Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen Gleich morgen früh wo bleibt das ...
Achja und ich benutze einen Dörrautomat.Im Backofen wäre es mir zu umständlich.An ,aus ,auf ,zu Sicher nicht!
Ist aber trotzdem interessant das der Backofen weniger Strom verbrauchen soll als so ein kleiner Dörrautomat
LG Manuela
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Mitglied seit 11.06.2005
15.415 Beiträge (ø2,54/Tag)

Hallo Manuela,

ja, das hatte ich auch nicht ganz so deutlich erwartet, aber andererseits ist es nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass die warme Luft einfach seitlich rauspustet, ohne weitergenutzt zu werden.

Ich gehe davon aus, dass die professionellen Trocknungsmaschinen die Feuchtigkeit entziehen und die Luft wieder zurückleiten mit geringem zusätzlichem Heizaufwand.

LG Nena
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Mitglied seit 13.10.2006
473 Beiträge (ø0,08/Tag)

So ! Habe heute Äpfel im Automat getrocknet so wie es Cat macht,mit dem Hobel geschnitten.Super.Waren zwar keine 2 Stunden aber mit 3 Stunden bin ich auch schon mehr als zufrieden Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen .Bisher haben meine Apfelscheiben ca.8 Stunden gebraucht .Birnen habe ich auch eine gehobelt/getrocknet aber kommen geschmacklich noch nicht mal in die Nähe der Äpfel.Muss ich nicht nochmal haben.Am Wochenende werde ich mal Ananas probieren wo bleibt das ...
LG Manuela
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