Powidl - ja bitte!

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Mitglied seit 11.12.2003
1.852 Beiträge (ø0,27/Tag)

Hallo,

ich habe dieses Jahr wieder gratis Zwetschken bekommen und Powidl gekocht. Das dauert zwar lange, wird aber supergut und nicht zu vergleichen mit gekauftem Zeug. Powidl wird nämlich ohne Zucker gekocht.

Also:

10 kg Zwetschken

entsteinen, pürieren, ergibt ca. 2,5 kg Powidl nach dem Kochen.

Kochen:
1. Phase \"Schaum\": aufgekochter Fruchtbrei schäumt. Weiterkochen mit geringerer HItze und gut rühren, damit nichts anbrennt.
2. Phase: \"Blubbern\": Der Schaum geht in ein Blubbern über. 2 Stunden weiterkochen bis zur nächsten Phase. Gut umrühren, damit nichts anbrennt.
3 Phase: \"Spuckende Vulkane\": Es zeigen sich einzelne Blasen, die wie Vulkane aussehen und Fruchtmasse spritzen. Weiterkochen und gut umrühren, es dauert ca. 2 Stunden bis zur nächsten Phase.
4. Phase: \"Blasende Vulkane\": Das Fruchtmus wird dunkler und trockener. Es zeigen sich nur noch einzelne Vulkane, die heißen Dampf blasen. Geduldig weiterrühren, es ist schon fast geschafft.
5. Phase: \"Glänzender Powidl\": Das Fruchtmus wird noch dunkler und glänzt an der Oberfläche. Nun kann es heiß in Gläser abgefüllt werden. Ich spüle die Gläser und Deckel mit Rum aus, das desinfiziert, verlängert die Haktbarkeit und schmeckt gut.

Man kann die Masse auch in Schritten kochen. Ich koche über 3-4 Tage, immer 2-3 Stunden lang. Insgesamt dauert es 6-9 Stunden, bis der Powidl fertig ist. Die Masse reduziert sich beim Kochen auf 1/3 bis 1/4 der ursprünglichen Menge.

Falscher Powidl:

1 kg getrocknete Zwetschken, entkernt
1 l Wasser
1 kg Gelierzucker
Zitronensaft oder -säure

Zwetschken über Nacht einweichen und pürieren. Mit Gelierzucker und Zitronensaft einkochen. Schmeckt nicht so gut wie der echte.


LG

Sonina
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Mitglied seit 26.04.2005
1.994 Beiträge (ø0,32/Tag)

Hallo Sonina,

vielen Dank für das Rezept wie man \'richtigen\' Powidl kocht. Ist wirklich um Klassen besser als der den es zu kaufen gibt.

Lg
Monddrache
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Mitglied seit 28.10.2003
13.265 Beiträge (ø1,96/Tag)


Hallo Sonina,

super Beschreibung!!! Ist gleich bei meinen Favoriten gelandet.




Lieben Gruss Els\'chen


Dass Leberwurstbrote fetter sind als Äpfel, weiss doch heute jeder.
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 07.09.2005
1.794 Beiträge (ø0,29/Tag)

Hallo Sonina,

du wirst vielleich lachen, ich wollte es heute als Thema eingeben. Dann hab ich Dein Powidlrezept gesehen. Das kennen nur die Österreicher von den Germknödel......
Ich werde es probieren. Mir kommt das so schwer vor.
Du schreibst auf 3-4 Tage - was mach ich den Rest der Zeit mit dem Topf. Muß der in den Kühlschrank ??? Muß man da ununterbrochen rühren, rühren.....
Bitte um Antwort.
LG Kochmaus1000 aus Kärnten
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Mitglied seit 11.12.2003
1.852 Beiträge (ø0,27/Tag)

Hallo,

da bin ich ja froh, dass sich auch andere fürs Powidlkochen begeistern können....

Also: das Kochen verteile ich immer auf 3-4 Tage - man muss fast ununterbrochen dabei rühren, damit nichts anbrennt. ich rühre immer bei einem Topf kurz und kräftig durch (habe meist 2 Töpfe am Herd stehen), dann bei dem anderen. Dazwischen passe ich auf, denn wenn es kräftig blubbert, ist die ganze Küche versaut...
Der Topf muss dazwischen nicht in den Kühlschrank, das hält auch so. Wichtig: in der Zeit luftdurchlässig abdecken, wenn die Masse an der Oberfläche austrocknet, dann ist das nur gut.
Ich koche entweder im Edelstahltopf oder in einem großen Glastopf. Der Glastopf ist fast noch besser, da brennt wirklich nichts an, allerdings fasst er \"nur\" 4 Liter, darum habe ich immer 2 Töpfe gleichzeitig auf dem Herd.

LG

Sonina
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 07.09.2005
1.794 Beiträge (ø0,29/Tag)

Hallo Sonina,
wenn das in der Küche herumsteckt, fängt das nicht zum gären an.. Oder wo soll ich den Topf sonst hinstellen. Es kommt mir trotzem sehr schwierig vor. Aber was ist im Leben schon einfach.
Ich hoffe ich höre wieder etwas.
LGDeine ÖSTERREICHISCHE Kochkollegin
Kochmaus1000 vom Lindwurm
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Mitglied seit 11.12.2003
1.852 Beiträge (ø0,27/Tag)

Hallo,

wenn der Fruchtbrei über Naht oder auch 24 Std. in der Küche herumsteht, fängt er schon nicht zu gären an. Nur ist es ganz wichtig, die ersten 1-2 Stunden sofort nach dem Pürieren zu kochen, danach gärt die Masse nicht mehr so schnell. Ich mache immer den Fruchtbrei abends, dann koche ich ihn 2 Stunden (fast bis Mitternacht) - tja und dann steht er erst einmal bis in der Früh oder auch bis zum nächsten Abend, je nachdem, ob ich mich in der Früh aus dem Bett quäle und weiterkoche oder doch lieber lang schlafe. Dann wieder abends 2 Stunden und wieder....
Meistens zieht sich das über 3-4 Tage hin. Aber das funktioniert so. Garantiert.

Du kannst den Fruchtbrei natürlich auch kühl stellen, ist aber wirklich nicht nötig. Ich decke ihn immer mit einem Spritzsieb ab. Nicht luftdicht, weil es sonst schimmeln könnte.

LG

Sonina
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 07.09.2005
1.794 Beiträge (ø0,29/Tag)

Hallo Sonina,
wenns bei mir so weit ist, werd ich dich anschreiben. Das hört sich sehr abenteuerlich an. Aber ich probiers. Ich muß nur Zwetschken besorgen. Kann ich die hälfte machen

LGKochmaus1000
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Mitglied seit 11.12.2003
1.852 Beiträge (ø0,27/Tag)

Hallo Kochmaus,

natürlich kannst du die Hälfte machen - für den Anfang auch empfehlenswert. Ich habe momentan auch keinen so großen Topf, dass 10 kg auf einmal reinpassen, also mache ich 2 x 5 kg, das geht auch. Überhaupt ist es egal, wieviel Du machst, Du musst nur damit rechnen, dass sich die Masse auf ein Drittel bis Viertel einkocht. Also zahlt sich weniger als 2kg rohe Früchte nicht mehr aus, weil gerade nur ein Glas daraus wird.

LG aus Wien und ein schönes WE!!!

Sonina
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Mitglied seit 05.03.2005
1.125 Beiträge (ø0,18/Tag)

Hallo Sonina,

klingt super. Ist sicher viel arbeit, aber lohnt sich bestimmt. Wo bekommst du so viele Zwetschken her Sonina? Ich wohn ja auch in Wien, hab aber keinen Garten. Ich weiß nicht ob es sich auszahlt wenn ich im Supermarkt 10kg Zwetschken kaufe...die stundenlange Kocherei noch dazu- das kommt dann teuer.

Liebe Grüße,
Shannen
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Mitglied seit 06.09.2003
1.979 Beiträge (ø0,29/Tag)

Wer so denkt, darf sich überhaupt keine Marmelade selbstmachen, genauso ist es mit Kuchen und sonstigem selbstgemachtem Zeug, weil nun mal frische Zutaten teurer und die Energiekosten immer höher sind als ein fertiges gekauftes Produkt... Na!

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Mitglied seit 28.09.2005
299 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallo!

Ich mach mein Powidl auch so... nur das Pürieren lasse ich weg, denn die Zwetschgen zerfallen und zerkochen von selbst über paar Tage. Und ich habe heuer einen \"emaillierten Gußeisen\"-Topf Na! verwendet - war super (auch später zum Spülen...)

Grüße von
ZuK
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Mitglied seit 05.03.2005
1.125 Beiträge (ø0,18/Tag)

Hi Nimrodel,

ich finde aber schon, daß es einen Unterschied macht ob man einen Obstgarten hat bzw. bei einem Obstbauern einkaufen kann oder nicht. Allein die Qualität des Obstes ist eine andere- man weiß es ist ungespritzt usw. Bei Marmeladen wo man nur 1-2kg Obst braucht und dann eine ordentliche Menge hat denk ich auch nicht drüber nach und kaufe das Obst im Supermarkt. Aber bei 10kg und wenig Ausbeute überlege ich doch. Ich hab auch Zwetschken aus dem Supermarkt und welche von einer Freundin aus dem Garten bekommen. Die Qualitätsunterschiede sind doch sehr groß. Die vom Garten waren um Längen besser.

Grüße,
Shannen
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Mitglied seit 06.09.2003
1.979 Beiträge (ø0,29/Tag)

Hi Shannen!

Klar, Du hast Recht, ich schaue, dass ich nur heimische Obstbauernfrüchte bekomme.

Aber ich hab eigentlich primär und allein davon gesprochen, dass man, wenn man Marmelade einkocht, nie davon ausgehen sollte, günstiger wegzukommen, denn dann wird man enttäuscht. Rechnet man die Energiekosten (gerade bei Powidl) den Gelierzucker und evtl. die Früchte, evtl. noch Gläser... ist Industriemarmelade natürlich günstiger.
Aber Marmelade macht man (normalerweise), weil man Spass am einkochen hat, weil man weiss was drin ist, und man sich kreativ austoben kann, und selbstverständlich weils um Längen besser schmeckt Lächeln

Heute fahre ich auf unseren heimischen Bauernmarkt und hoffe, Spätzwetschken zu bekommen, dann wird gepowidelt *juhuuu*

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Mitglied seit 22.12.2003
368 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallöle,

meinen Powidl mache ich im Gänsebräter,
5 Kg ensteinte, geviertelte Zwetschken einschichten, 2 Zimtstangen dazulegen 100 gr. braunen Zucker drüber streuen und über Nacht ziehen lassen.

am nächsten Mittag ab damit in den Ofen bei 150° und lasse, ohne einmal umzurühren, die Zwetschken mindestens 15 Std. einreduzieren, danach benötigt man (Frau) keinen Passierstab, da ist nichts wo noch zu Mus geschreddert werden muß.
Nachts stehe ich 1-2 x auf und sehe nach dem rechten.

5 - 6 Gläser a 250 gr. Original-Powidl gibt das.

Adelee und Gruß
zuckerbaecker

"haltet Euer Backrohr warm"
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