Pürierte Kost bei Pflegebedürftigkeit

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Mitglied seit 03.08.2005
6 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo zusammen ,
mir gehen die Ideen aus und möchte euch um Hilfe bitten.
Folgendes:

Meine Mutter ist pflegebedürftig ( Pflegestufe 2 & Demenz )
Sie musste im Sommer zur Zahnklinik , weil ihr sämtliche Zähne gezogen werden mussten.
Durch ihre Demenz ist Mutter sehr sturrköpfig .

Sie denkt und lebt immer noch in " der alten Welt " . Koche ich nach ihren Vorstellungen ( Braten , Kotellet usw... ) kann sie es nicht beißen. Ihre Gebissprothese bleiben ja schliesslich nicht im Mund !! Sie verweigert diese Zähne.( Meine Zähne und ich leben getrennt ) ** grins**

Ich möchte / muss nun wahrscheinlich auf pürierte Kost umsteigen.
Welche Erfahrungen habt ihr ? Was lässt sich gut vorbereiten ?

Ein weiteres Thema ist , dass Mutter zu wenig trinkt. Sie verweigert das Trinken wahrscheinlich wegen der Inkontinenz.Es wurde schon auf die Risiken der mangelnden Flüssigkeitszufuhr vom Pflegedienst hingewiesen. Alternativ bliebe dann noch die Infusion............

Über alle Vorschläge bin ich sehr gespannt und bedanke mich bei euch im Voraus.

Gilli
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Mitglied seit 26.01.2008
1.319 Beiträge (ø0,32/Tag)

Hallo,

eine Möglichkeit wäre, jeder Mahlzeit eine Suppe vorangehen zu lassen. Die muss man in der Regel nicht kauen und sie liefert Flüssigkeit. Meine Großmutter liebt außerdem Grieß- oder Polentamus. Die gab's vor allem früher öfter, und seit einigen Jahren hat sie diesen "Brauch" reaktiviert... Und natürlich passt jegliche Form von cremigen Desserts. Lächeln

viele Grüße
frumina
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Mitglied seit 17.01.2002
22.552 Beiträge (ø3,54/Tag)

Hallo Gilli,

lebt deine Mutter denn bei dir und du pflegst sie? Dann bist du wirklich nicht zu beneiden, denn die Umstände werden ja nicht besser, sondern verschlimmern sich mit der Zeit.

Wenn es dir zunächst mal hauptsächlich darum geht, was du ihr an Speisen anbieten kannst, könntest du dich mal an die Stelle wenden, die für alte Leute Essen auf Rädern zubereiten. Da kannst du erfahren, was die meisten gern essen und auch essen können. Das könntest du dann nachkochen. Nicht alles muss ja pürriert werden. Z.B. Leberkäse, Fleischwurst, einige Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Klöße lassen sich auch gut ohne Zähne zerkleinern bzw. zerquetschen.

Bezüglich des Trinkens sehe ich da größere Probleme. Würde sie das Trinken nur vergessen, gibt es viele Möglichkeiten, sie zu überlisten. Verweigert sie es aber, dann ist es schon schwieriger. Evtl. könntest du ihr Suppen anbieten, damit sie genügend Flüssigkeit bekommt. Hat sie gar kein Lieblingsgetränk, eines, dass sie nicht als Flüssigkeitszufuhr sieht? Infusionen beheben ihr Problem mit der Inkontinenz ja nicht: Ob die Flüssigkeit zum Mund oder in die Vene reinläuft, führt auf alle Fälle letztendlich zur Blase. Außer immer wieder etwas Schmackhaftes anbieten, habe ich da auch keine Lösung.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächsten Jahre.

LG UTee
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Mitglied seit 29.10.2005
1.465 Beiträge (ø0,29/Tag)

Hallo,

warum pürierst Du nicht die Mahlzeiten, die Du sowieso kochst? Nach 20 Jahren in der Pflege habe ich festgestellt, das das "gewohnte" Essen immer am besten schmeckt. Und wenn man Fleisch,Beilagen und Gemüse getrennt püriert, und auch getrennt serviert , ist das auch gar nicht so unappetitlich.
Bezüglich der Trinkmenge würde ich mal einen Schnabelbecher oder einen Strohhalm bzw. einen Spacecup ausprobieren.

Liebe Grüße
Sabine
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Mitglied seit 13.06.2008
3.352 Beiträge (ø0,83/Tag)

Hallo Nabend

ich habe einige Jahre in einer Kita gekocht ,wir hatten auch Kinder die durch die Sonde ernährt wurden und wir haben den Kindern das gleich zu essen gegeben wie den anderen nur eben pürriert ,das ist alles kein Problem

außer vielleicht Hülsenfrüchte .

LG Ulrike
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Mitglied seit 04.10.2011
6.499 Beiträge (ø2,31/Tag)

Hallo Gilli,

meine Mutter hat auch keine Zähne im Mund behalten,wir haben
ihr dann das Essen pürriert. Als die Demenz fortschritt und sie dies
nicht mehr schlucken wollte,hat sie Baby-Gläschen bekommen.Das hat dann
geklappt.
Ich weis,das da noch einiges auf dich zukommt,aber man muß sich die Arbeit
dann erleichtern.......

LG Karin
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 15.08.2007
15.117 Beiträge (ø3,49/Tag)

Hallo,

klare Brühe ist eine gute Idee. Aber statt aus dem Teller bequem aus einem Becher. Alte Leute frieren ja auch leicht, da könnte man das jetzt gut zum Aufwärmen anbieten. Wegen der Inkontinenz gute Einlagen besorgen, das gibt Sicherheit. Was sagt der Arzt dazu?

mfg
Salvy


Gelatine - Maschine - Standard - Pubertät - die Speise - eklig - riesig - Haken - gar nicht ...
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Mitglied seit 03.08.2005
6 Beiträge (ø0/Tag)

Ich hätte wirklich nicht gedacht , dass ich hier bei Euch so mutmachende und wertvolle Tipps erhalten könnte. ( Bin neu hier in der Community )

Dankeeeeeeeeeeeee !!
Gleich morgen werde ich damit beginnen , ihr eine Suppe vor dem "Hauptmenü" zu reichen. Ich denke mal , dass auch dort genügend Grundlage drin ist. Ebenso hat si damit auch die nötige Flüssigkeitzufuhr.
Lieblingsgetränke hat sie wirklich nicht .
Ihren abendlichen Wein haben wir schon seit längerer Zeit umgewechselt in alkoholfreien Wein . Sie meint , es wäre " ihr " Wein .. das passt dann auch Lächeln

Ja , das ist eine verdammt schwere Zeit . Die eigene Person , die Familie laufen so ganz nebenbei .....
Aber , ich denke mal , dass diese Zeit der Herausforderung , dem eigenem Leben noch mehr Reife erteilt.
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Mitglied seit 08.10.2008
6.655 Beiträge (ø1,7/Tag)

vielleicht hilft dir der thread:

http://www.chefkoch.de/forum/2,58,566069/Untergewicht-im-Alter-Alterskachexie-Rezepte.html

wenn es morgens ein kompott, mittags und abends suppe gibt, hat sie die hälfte des tagesbedarfes schon drin.

lg gb
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Mitglied seit 03.08.2005
6 Beiträge (ø0/Tag)

Dankeeeeeeeee , ich schau mal nach @ grumbirn
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 14.05.2006
1.602 Beiträge (ø0,33/Tag)

Hallo!

Also eigentlich kann man alles pürieren. Ein bisschen probieren muss man halt. Pikante Speisen lassen sich gut mit Suppe pürieren. Süßspeisen z.B. mit Milch. Wichtig ist, dass du die Speisen alle getrennt anrichtest oder zumindest auf dem Teller nebeneinander. Dann sieht es etwas besser aus. Es muss ja nicht ganz flüssig sein, sondern nur breiig, sodass sie es nicht kauen muss. Spiel auch mit Farben - dass es am Teller bunt ist und nicht nur eine Farbe dominiert.
Wenn deine Mutti gerne Salat isst, dann gib ihr gekochten Salat. Z.B. Rote Rüben, Karotten, Sellerie, Kartoffeln, Broccoli, Karfiol - die kannst du weicher kochen, sodass sie sie vielleicht auch unpüriert essen könnte. Kleinkinder zerdrücken weich gekochtes Gemüse auch mit dem Kiefer. Hab auch schon gehört, dass in manchen Krankenhäusern oder Pflegeheimen grüner Salat püriert wird. Das kann ich mir nicht ganz vorstellen und würd ich auch eher nicht machen. Das Auge isst ja auch mit!
Auch püriertes Kompott ist geschmacklich einmal eine Abwechslung zu Apfelmus. Oder mal eine Topfencreme mit pürierten Früchten als Nachtisch.
Auf jeden Fall sollte sich ausreichend essen, dass sie keine Nährstoffmängel bekommt. Falls du dir unsicher bist, dann würde ich dir empfehlen dich an eine Ökotrophologin oder dergleichen zu wenden (leider weiß ich nicht, wie das bei euch in Deutschland läuft - also welche Berufsgruppen dir da Infos und Hilfe dazu geben können).

Zwecks Trinken: Wie Salvy richtig sagt, ist es ganz wichtig, dass sie gute Inko-Einlagen hat. Bei uns in Österreich läuft das, soviel ich weiß, über den Hausarzt. Dann fühlt sie sich schon besser. Mehr fällt mir dazu im Moment leider nicht ein. Auch wenn man die Flüssigkeiten eindicken würde, sie hätte trotzdem Harn. Da weiß ich mir - außer gutem Zureden - keinen anderen Rat.

Ich wünsch euch auf jeden Fall schon mal alles Gute und bewundere dich sehr dafür, dass du dein Mutti so gut versorgst! Da hab ich wirklich große Hochachtung davor!

GLG Kity
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Mitglied seit 03.08.2005
6 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo Kity ,

dnke für deine gute Ratschläge.

Meine Mutter bekommt ihre Inko-Einlagen / Hosen auf ärztliche Verordnung .... gut , dass wir diese Artikel haben !!
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 14.05.2006
1.602 Beiträge (ø0,33/Tag)

Hallo Gilli!

Bitte gerne!

glg Kity
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Mitglied seit 03.08.2005
6 Beiträge (ø0/Tag)

Ich bedanke mich bei euch allen .

Gute Naaaaaaacht !!
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Mitglied seit 31.07.2009
115 Beiträge (ø0,03/Tag)

Hallo,

eine Idee, die mir gerade durch den Kopf schoss: Habe letztens im TV einen Bericht über ein Altenheim gesehen, das die Speisen auch püriert und dann quasi wieder in Form bringt, weil eben alte Menschen auch nicht gerne nur Brei essen und außerdem gerade bei den Demenzerkrankten viel über die Erinnerung an früher läuft und wenn sie eben ein Gericht sehen und erkennen, sie das eher essen mögen als undefinierbaren Brei. (?!?! - Gedächtnisprotokoll, ich meine aber, so in die Richtung ging das).

Als Beispiel hatten sie Gänsekeule mit Rotkohl und Kartoffeln, da hat der Koch also alles normal zubereitet, dann püriert und dann aus dem Kartoffelbrei mit nem Eisportionierer Klöße geformt, den Rotkohl mit dem Spritzbeutel auf den Teller gespritzt und für die Gänsekeulen hatte er tatsächlich so Silikonformen, die aussahen wie Keulen.

Nun muss man sich ja nicht unbedingt Formen in allen erdenklichen Formen ( YES MAN ) anschaffen, aber wenn man das pürierte zumindest ein bisschen so in der Form angleichen würde, wäre das vielleicht eine Idee??

LG
gagababy

PS: Zum Bericht google mal "WDR Lokalzeit Bergisch Land Mediathek", die Sendung vom 03.01., direkt der zweite Bericht, Titel "Schluss mit Brei - kreative Appetitmacher für Senioren"...
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